Geld

[269] Geld, ahd. und mhd. gelt, vom Verb gelten ist eigentlich die Zahlung, die geleistet wird; got. gilt ist Steuer, Zins, altsächsisch geld ist Vergeltung, Zahlung, Opfer, angelsächs. gield, gild, gyld, und nordisch giald das gleiche. Im Sinne von Metall als allgemeinem Zahlungsmittel kannten die Germanen das Geld noch nicht; die runden Goldbleche mit eingeprägten Bildern und Nummern, die man öfters in nordischen Gräbern findet, sind keine Münzen, sondern Amulete und Brustzierden. Der Germane tauschte Gut gegen Gut; am meisten Rinder, Pferde, alles Vieh und Waffen. Worte, die ursprünglich den Begriff des Viehes bezeichneten, wurden daher später auf den Begriff des Geldes übertragen, wie schon bei den Römern pecus und pecunia; got. faihu ist schon ein Name für Geld. In Vieh und Waffen wurden die gerichtlichen Bussen und der Kaufpreis für ein Weib bezahlt. Den Übergang vom Kaufe durch Tausch zum Kaufe durch Geld bildeten die ehernen und goldenen Ringe, die um Hals und Arm getragen noch im Mittelalter ein beliebter Schmuck der Deutschen waren. Goldene Ringe galten als Buss- und Kaufgeld, seis ganz, seis in einzelnen Ringstücken. Erst unter den Merowingern kam infolge Nachahmung römisch – gallischer Münzeinrichtungen ein Geld im engern Sinne auf (siehe den Artikel Münzwesen). Wackernagel, Kl. Schriften, I, 55 ff.

Quelle:
Götzinger, E.: Reallexicon der Deutschen Altertümer. Leipzig 1885., S. 269.
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