Genovefa (6)

[379] 6Genovefa, (29. Mai), mit dem Beinamen »von der Empfängniß Mariä«, Ursulinerin zu Pontoise, war aus dem edeln Geschlechte der Montmorency entsprossen, und richtete von zartester Kindheit an ihr Verlangen nach einem durchaus tadellosen, Gott gefälligen Leben. Ihr Rath, ihre Tugenden und ihr Gebet hat viele Seelen, die sich vom Wege des Heils verirrt hatten, Gott wieder zugeführt. Von einem vorübergehenden Wohlgefallen über ihre Lehrfähigkeiten ergriffen, sah sie bald ein, daß dasselbe ihr gefährlich werden könnte, und suchte von nun an allen Geschöpfen gänzlich abzusterben. Sie befliß sich vorzüglich des Gleichmuths in allen Dingen und einer steten Ueberwindung ihrer selbst. Längere Zeit verwaltete sie im Hause das Amt einer Oberin, das sie jedoch, als sie ihr Ende herannahen fühlte, ablegte. Am 29. Mai 1654 ging sie in die ewige Glückseligkeit hinüber, ihrem Orden ein Vorbild und eine Fürsprecherin. (Tagh. I. 512–515.)


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 2. Augsburg 1861, S. 379.
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