Laurentius (50)

[718] 50Laurentius, (17. Mai), zuerst Mönch im Kloster Clairvaux und dann erster Abt im Cistercienser-Kloster Villers (Villaria) in Brabant, war ein Schüler des honigfließenden Lehrers Bernardus, der ihn für den würdigsten hielt und den Andern vorzog. Unter seiner Vorstandschaft wurde das anfangs kleine Kloster durch die Heiligkeit seiner Mönche und die Freigebigkeit der Gläubigen zu einem der hervorragendsten in Belgien. Er liebte die Armuth bis zum höchsten Grade und ertrug all ihre Leiden mit bewunderungswürdiger Geduld. Das Oratorium und die Hütten für die Brüder ließ er aus Baumzweigen errichten; seine Nahrung war Gemüse und Wasser, seine Kleidung deckte kaum die nackten Glieder. Nach Jahresfrist dankte er ab, diente Gott in aller Demuth und beschloß sein heiliges durch Wunder verherrlichtes Leben im J. 1154. Mehrere Hagiographen geben ihm den Titel »selig«, namentlich auch Bucelin, von welchem obige Notizen genommen sind, während er von Andern gar nicht genannt oder zu den »Frommen« gezählt wird. Die Bollandisten aber ihn unter den Prätermissen mit dem Bemerken. Rayßius zählte in seinem »Heiligenschatze Belgiens« über 30 Aebte oder Mönche von Villers, welche im Rufe der Heiligkeit gelebt; auch sie hätten angefangen, solche ihrem Werke einzuverleiben, seien aber dann davon abgegangen, als sie inne geworden, [718] daß dieses bei Einigen Mißfallen erregt habe etc. (IV. 3).


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 3. Augsburg 1869, S. 718-719.
Lizenz:
Faksimiles:
718 | 719
Kategorien: