Bach [1]

[367] Bach (Joh. Sebastian), der große Leipziger Cantor, ausgezeichneter Orgelspieler und Componist, geb. 1685 zu Eisenach, widmete schon frühe allen Eifer seiner Seele der Musik, kam 1704 nach Arnstadt als Organist, wurde 1708 Hoforganist in Weimar und 1714 Concertmeister; 1723 wurde er als Musikdirektor und Cantor an die Thomasschule nach Leipzig berufen, wo er bis an seinen Tod, 1750, wirkte. B. war eben so ausgezeichnet als ausübender Musiker (besonders durch sein Orgelspiel), wie als Componist; in ihm, dem Meister des Contrapunkts, findet die neuere Musik ihren Anfang, und seine eben so kunstvoll durchgeführten als tief gefühlten Compositionen bleiben ein reicher Schatz für alle Zeiten, der aber, um genossen und verstanden zu werden, den vollen Ernst und die ungetheilte Aufmerksamkeit des Hörenden beansprucht. Regere Theilnahme au der ernsten B.schen Musik entstand in neuerer Zeit besonders durch Mendelsohns Bemühungen. B. hinterließ 11 Söhne, von denen mehrere als ausgezeichnete Musiker glänzten, so: B. (Wilhelm Friedeman), geb. 1710 zu Weimar, gest. 1784 in Berlin, Organist in Dresden und Halle. – B. (Karl Philipp), geb. 1714 zu Weimar, seit 1740 Kammermusiker Friedrichs d. Gr. und dessen Begleiter beim Flötenspiel, st. 1788 als Musikdirektor in Hamburg. Er machte sich besonders verdient durch seine Förderung des Klavierspiels, nicht weniger durch seine Compositionen. – B. (Joh. Christian), geb. 1735, war Organist in Mailand, später Kapellmeister in London, wo er 1782 st. B. (Wilh. Fr. Ernst), Enkel Sebast. B.s, geb. 1759, Kapellmeister der Königin von Preußen, st. 1845.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 1, S. 367.
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