Commodus

[174] Commodus, L. Aelius Aurelius Antonin, 161 n. Chr. geb. und wissenschaftlich erzogen, 16jährig bereits Tribun und bald Augustus, zeigte sich in allem als Widerspiel seines Vaters Marc Aurel, welchem er als Herrscher 180 zu Vindobona (Wien) folgte. Sofort von Markomannen und Quaden Frieden erkaufend, bethätigte C. seinen Hochmuth als Nachäffer des vergötterten Hercules, seine Wollust durch Schändlichkeiten aller Art, seine Grausamkeit als Fechter und Schütze in der Arena, als Todtschläger in Roms Straßen und durch unaufhörliche Bluturtheile, so daß die lange Dauer seiner Regierung sich nur aus seiner maßlosen Schmeichelei und Freigebigkeit gegen Soldaten und Pöbel erklärt. Die Anlegung einer afrikanischen Getreideflotte neben der ägyptischen und der herrlichen Thermae Antoninianae bezweckten zunächst Erhaltung der Volksgunst, und als 185 seine Schwester Lucilla eine Verschwörung angezettelt, traf sein Blutdurst Verwandte und bisher allmächtige Günstlinge. Nachdem seine erste Buhlerin, Marcia, die ihn früher bewogen haben soll, die Christen nicht besonders zu verfolgen, und Lätus, der Anführer der Prätorianer, ihre Namen auf der Hinrichtungsliste gefunden hatten, kamen sie ihm durch den Fechter Narciß zuvor, welcher ihn im Dec. 192 erwürgte.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 2, S. 174.
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