Hydrophobie

[378] Hydrophobie, Wasserscheu, eine durch den Biß wüthender Thiere (s. Hundswuth) beim Menschen entstandene Vergiftungskrankheit, deren wesentl. Symptome eben die Wasserscheu u. Krämpfe in den Muskeln des Schlundes u. der Speiseröhre sind, welche dem Kranken [378] das Schlucken von Flüssigkeit unmöglich machen. Die Krankheit bricht oft erst nach Wochen aus. Das vergiftete Medium ist der Speichel, doch sind auch Impfversuche an Thieren mit dem venösen Blut wüthender Thiere gelungen. Das Wesen dieser höchst gefährlichen Vergiftung ist unbekannt. Der Mittel dagegen sind Legion, woraus eben wieder die ungünstige Prognose hervorgeht. Die Therapie theilt sich in eine örtliche Behandlung der Wunde und eine allgemeine, entweder prophylactische oder symptomatische der Krankheit. Oertlich wird es gut sein die Wunde kaustisch zu behandeln u. längere Zeit in Eiterung zu erhalten. Innerlich wurde mit mehr od. weniger Glück schon gegeben: die Belladonna, Quecksilberpräparate bis zur heftigen Salivation, Ammonium carbonio, die Canthariden, Arsenik, Genista tinctoria u. viele andere theils bekannte theils noch nicht enträthselte Geheimmittel.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855, Band 3, S. 378-379.
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