Sund

[379] Sund, überhaupt soviel als Meerenge, insbesondere die Meerenge zwischen Schweden und der dän. Insel Seeland; diese heißt eigentlich Oere-S., ist 9 Ml. lang, an der schmalsten Stelle, zwischen Helsingör u. Helsingborg, nur 1/2 Meil. breit, wird aber durch die dän. Festung Kronenburg nicht beherrscht, wie die engl. Flotte 1801 bewiesen hat. Jährlich passiren bei 14000 Schiffe den S. und von allen nichtdän. erhebt Dänemark zu Helsingborg den sog. S. zoll, der jährlich über 31/2 Mill. Thlr. abwirft; derselbe datirt aus dem 16. Jahrh. d.h. aus der Zeit der Unmacht des deutschen Reichs; die großen Seemächte fanden es nicht gegen ihr Interesse den Zoll bestehen zu lassen, bis 1854 die Regierung der nordamerik. Union erklärte, daß Schiffe unter ihrer Flagge nach dem 26. April 1856 (dem Ablauf des zwischen beiden Staaten abgeschlossenen Vertrags) keinen Zoll mehr bezahlen würden. Zwar verlängerte Nordamerika die Frist um 1 Jahr, anerkannte aber nur ein Recht Dänemarks, für Leuchtthürme u. andere Anstalten zur Sicherung der Schiffahrt zureichende Entschädigung zu verlangen; gegenwärtig beschäftigt sich eine Conferenz von Abgeordneten der seefahrenden Staaten zu Kopenhagen mit der Aufgabe, die Ablösungssumme für den S.zoll an Dänemark zu ermitteln.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1857, Band 5, S. 379.
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