Reflexbewegung

[501] Reflexbewegung nennt man eine unwillkürliche Bewegung, die durch eine zentrale motorische Nervenerregung (Gehirn, Rückenmark) zustande kommt, welche selbst auf Grund eines durch den zentripetal leitenden Nerven zugeführten peripherischen Reizes erfolgt. Indem der Bewegungsreiz von einer sensitiven oder sensoriellen Faser auf eine motorische übertragen wird, löst er die Bewegung ohne Vermittlung einer Vorstellung oder eines Willensaktes aus. Solche Bewegungen sind Niesen, Erbrechen, Husten, Augenblinzeln, Zucken, Krampf. Obgleich sie zweckmäßig sind, darf man sie doch nicht von »Gedanken im Rückenmark« ableiten. Es sind vielmehr mechanische Bewegungen, welche dem Einfluß des Willens nicht ganz entzogen sind. Ihre Bedeutung für das Seelenleben besteht darin, daß sie die für den Organismus notwendigen Vorrichtungen sichern. Reflexhemmungen unterbrechen die Reflexbewegungen. In ähnlichem Sinne spricht man auch von Reflexionsempfindungen. Siehe Körperbewegungen, Automat.

Quelle:
Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 501.
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