Reiz

[506] Reiz nennt man einen Vorgang an einem Organismus, durch den irgend eins seiner Organe in Tätigkeit gesetzt wird. Nach den Haupttätigkeiten des Organismus unterscheidet man vegetative, funktionelle und formative Reize, je nachdem sie auf die Ernährung, Funktion oder Fortpflanzung gehen. Den äußeren Reizen stehen die inneren gegenüber. Jene treffen die Sinnesnerven, diese gehen vom Zentralorgan aus. Übrigens wissen wir bis jetzt nur, daß sich bei Reizung der Nerven gewisse Veränderungen der elektrischen Nervenströme zeigen; worauf aber jene Reizung selbst beruht und in welchem Verhältnis sie zur Empfindung steht, wissen wir nicht. Jede Sinnesempfindung ist zwar das Resultat einer Wechselwirkung zwischen Vorgängen und Reaktionen; aber zwischen beiden ist weder Identität, noch Verwandtschaft, noch Analogie vorhanden. Vgl. Sinne; Innervation.

Quelle:
Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 506.
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