|
[178] Den Elefanten sieht man da
Spazierengehn in Afrika.
Gemütlich geht er zur Oase
Und trinkt vermittelst seiner Nase.
[178]
Ein Mohr, aus Bosheit und Pläsier,
Schießt auf das Elefantentier.
Da dreht der Elefant sich um
Und folgt dem Neger mit Gebrumm.
Vergebens rennt der böse Mohr,
Der Elefant faßt ihn beim Ohr.
[179] Er zieht ihn unter Weh und Ach
Zu einem nahen Wasserbach.
Da taucht er ihn ganz munter
Mit seinem Rüssel unter.
[180] Den Mohren hätte unterdessen
Beinah' das Krokodil gefressen.
Nun aber spritzt den Negersmann
Der Elefant mit Wasser an.
[181] Er hebt ihn bei den Hosen auf
Und trägt ihn fort in schnellem Lauf.
Und wirft ihn in ein Kaktuskraut;
Der Kaktus sticht, der Mohr schreit laut.
[182] Der Elefant geht still nach Haus,
Der Mohr sieht wie ein Kaktus aus.
Buchempfehlung
»Zwar der Weise wählt nicht sein Geschicke; Doch er wendet Elend selbst zum Glücke. Fällt der Himmel, er kann Weise decken, Aber nicht schrecken.« Aus »Die Tugend« von Albrecht von Haller
130 Seiten, 7.80 Euro
Buchempfehlung
Zwischen 1765 und 1785 geht ein Ruck durch die deutsche Literatur. Sehr junge Autoren lehnen sich auf gegen den belehrenden Charakter der - die damalige Geisteskultur beherrschenden - Aufklärung. Mit Fantasie und Gemütskraft stürmen und drängen sie gegen die Moralvorstellungen des Feudalsystems, setzen Gefühl vor Verstand und fordern die Selbstständigkeit des Originalgenies. Für den zweiten Band hat Michael Holzinger sechs weitere bewegende Erzählungen des Sturm und Drang ausgewählt.
424 Seiten, 19.80 Euro