[300] Nach allgemeinem Familienbeschluß
Nennt man den Knaben Hieronymus. –
Meistens war er ganz gut zufrieden,
Besonders, wenn ihm ein Schnuller beschieden.
Aber dann kamen die bösen Insekten,
Welche ihn immer so leckten und neckten,
Daß er sich nicht zu helfen wußte
Und seinen Schnuller entlassen mußte.
Weithin erscholl sein Wehgeschrei
Und lockte die guten Eltern herbei.
[300] Die gaben dann manchen zärtlichen Kuß
Ihrem lieben kleinen Hieronymus.
Als nun Hieronymus sieben Jahr
Und auch bereits in der Schule war,
Da hat es sich leider Gottes gezeigt,
Daß er dem Lernen sehr abgeneigt.
Statt dessen fing er häufig mit Spucke
Zwischen den Fingern sich eine Mucke,
Und tat's auch dann noch, wenn es hieß:
»Hieronymus, unterlasse dies!«
Auch trieb er noch manch andere Possen,
Die den Herrn Rektor sehr verdrossen.
[301] Zum Beispiel stutzt er sich seinen Zopf
Und stopft das in den Pfeifenkopf.
Der gute Rektor kommt gegangen,
Greift nach der Pfeife voll Verlangen,
[302]
Und, da er sie noch geladen findet,
Hat er sie baldigst angezündet.
Aber schon nach den ersten Zügen
Macht ihm die Sache kein rechtes Vergnügen.
[303]
»Bäbä!« – so spuckt er. – »Ich glaube gar,
Dies schmeckt wie gebratenes Menschenhaar!
Ei ei! Hieronymus, du Tropf!
Da fehlt ja was hinten an deinem Zopf!«
[304]
Der Rektor, welcher in heftigem Zorn,
Schlägt nach hinten und zieht nach vorn.
Des Rektors Pfeife ist ruiniert;
Hieronymus ist mit Tinte beschmiert. –
Hieraus zieht der Rektor den Schluß:
's wird nichts aus diesem Hieronymus.[305]
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