Schmied und Teufel

Schmied und Teufel

[68] Ein kleiner Teufel, bös und frech,

Kommt aus der Hölle, schwarz wie Pech.
[68]

Schmied und Teufel

Der Schmied tut sich entsatzen,

Der Teufel will ihn kratzen.
[69]

Schmied und Teufel

Durch eine hohle Tonnen

Ist ihm der Schmied entronnen.


Schmied und Teufel

Der Schmied sitzt bei der Schraube,

Der Teufel zupft die Haube.
[70]

Schmied und Teufel

Der Teufel nähert der Klammer sich:

Ja, siehst du wohl! Da hat er dich!


Schmied und Teufel

Er faßt ihn mit der Zange,

Dem Teufel wird es bange.
[71]

Schmied und Teufel

Er legt ihn über den Amboß quer,

Au, au! Da schreit der Teufel sehr.


Schmied und Teufel

Der Schwanz wird abgekniffen,

Der Teufel hat gepfiffen.
[72]

Schmied und Teufel

Er heult und fährt zur Hölle nieder:

»Das sag' ich meiner Großmutter wieder!!«
[73]


Quelle:
Wilhelm Busch: Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe, Bde. I-IV, Band 2, Hamburg 1959, S. 68-75.
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