[41] Der Knabe Eugen, der indessen
Aufs Honigessen ganz versessen,
Gedenkt denselben ganz verstohlen
Aus Dralles Körben sich zu holen.
Ojemine! ein ganzes Korps
Von Bienen rückt auf einmal vor,
Und pudelrauh ist der Eugen
Vom Kopf herab bis zu den Zeh'n.
[41] Zum Glück ist Wasser in der Näh' –
Perdums! kopfüber in den See!
Sieh da! er taucht schon wieder auf
Und eilt nach Haus in schnellem Lauf.
[42]
Dem guten Knaben ist recht übel,
Drum schnell mit ihm zu Dokter Siebel.
Der Dokter Siebel horcht am Magen:
»Da murkst ja einer, möcht ich sagen!
Und judizier' ich, daß der Knabe
Ein Ungetier im Leibe habe;
[43]
Als welches wir sogleich mit Listen
Gewissermaßen fangen müßten!
Schau, schau! da ist der Bösewicht!
[44]
Allez! – der Schönste bist du nicht!«
Schnell huckt der Frosch zum nahen Teich
Und nimmt ein kühles Bad sogleich.
Er rüttelt sich, er schüttelt sich:
»Quarks dreckeckeck! da danke ich!« –
[45]
Buchempfehlung
Das Trauerspiel um den normannischen Herzog in dessen Lager vor Konstantinopel die Pest wütet stellt die Frage nach der Legitimation von Macht und Herrschaft. Kleist zeichnet in dem - bereits 1802 begonnenen, doch bis zu seinem Tode 1811 Fragment gebliebenen - Stück deutliche Parallelen zu Napoleon, dessen Eroberung Akkas 1799 am Ausbruch der Pest scheiterte.
30 Seiten, 3.80 Euro
Buchempfehlung
Im nach dem Wiener Kongress neugeordneten Europa entsteht seit 1815 große Literatur der Sehnsucht und der Melancholie. Die Schattenseiten der menschlichen Seele, Leidenschaft und die Hinwendung zum Religiösen sind die Themen der Spätromantik. Michael Holzinger hat elf große Erzählungen dieser Zeit zu diesem Leseband zusammengefasst.
430 Seiten, 19.80 Euro