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[29] 29. Okt. 1635.
Parodia.
Frewd ohn einiges entsetzen
Helt jetzt vnser Vaterland,
Mars vergist sein Schwerd zu wetzen,
Zeucht von hie mit Mord vnd Brand,
Gott du Schutz-Herr, giebst vns ja
Friede vor das wilde Kriegen,
Vnser König Wladisla
Kan durch Macht vnd Güte siegen.
[29]
Vormals hab ich hören fragen,
Ob man sol so furchtsam sein
Vnd dem Freyen gantz entsagen,
Fragt man jetzt noch also? Nein,
Den nachdem der starcke Gott
Vor dem Krieg' vns wil behüten,
Was fragt Heyraht nach der Noth
Vnd der Krieges-Gurgeln wüten?
Auch die Ruh (die Gott nie wende)
Fordert ja des Mannes Schutz,
Er des Weibes Hülff vnd Hände
Seinem Haus vnd Herdt zu nutz.
Wol nun (das Gott noch bescher')
Euch, die Ihr zuvor genommen
Eine, die Euch jetzund wer'
An die Seite nimmer kommen.
Wehe dem, der stets alleine
Vnd noch ferner Einsam lebt,
Fellet Er, so ist je keine,
Die Ihn tröstet vnd auffhebt,
Auch wen eins zum andern kreucht
Vmbgeschrenckt mit Hertz vnd Armen,
Wermen sie sich, wer dies fleucht,
Wird so leichte nicht erwarmen.
Kompt, Herr Breutgam, bey zu pflichten
Meiner Meinung, niemand lacht,
Niemand wird in dem Euch richten,
Wessen Ihr euch habt bedacht,
Gott, der solchen Handel führt,
Wird Ihm dies dazu verleihen,
Das Ein jeder künfftig spürt,
Wie sein niemand sol gerewen.
Fahrt nur fort, liebt die bestendig,
Die wol liebens würdig ist,
Werdet nicht von Gott abwendig,
Lebet wie Ihr leben müßt,
Tragt das Vnglück, wenn es beist,
Nur mit mühtigen geberden,
Was die Eh' an leidt beschleust,
Wird zu lauter Frewd Euch werden.
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»Fanni war noch jung und unschuldigen Herzens. Ich glaubte daher, sie würde an Gamiani nur mit Entsetzen und Abscheu zurückdenken. Ich überhäufte sie mit Liebe und Zärtlichkeit und erwies ihr verschwenderisch die süßesten und berauschendsten Liebkosungen. Zuweilen tötete ich sie fast in wollüstigen Entzückungen, in der Hoffnung, sie würde fortan von keiner anderen Leidenschaft mehr wissen wollen, als von jener natürlichen, die die beiden Geschlechter in den Wonnen der Sinne und der Seele vereint. Aber ach! ich täuschte mich. Fannis Phantasie war geweckt worden – und zur Höhe dieser Phantasie vermochten alle unsere Liebesfreuden sich nicht zu erheben. Nichts kam in Fannis Augen den Verzückungen ihrer Freundin gleich. Unsere glorreichsten Liebestaten schienen ihr kalte Liebkosungen im Vergleich mit den wilden Rasereien, die sie in jener verhängnisvollen Nacht kennen gelernt hatte.«
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