Fünfundzwanzigstes Kapitel.

[351] Zum letzten Male .... Denn klüger hatte mich dieses eben erzählte Erlebnis nicht gemacht, schon gleich am folgenden Tage ging ich auf einen neuen Streifzug aus: und der sollte mir verhängnisvoll werden.

Ich hatte mich in ein Privathaus geschlichen, das wohl einem Manne gehörte, der die Geschäfte zwischen den Webern und den Kaufleuten vermittelte, hatte dort schon ein Stück schwerer Brokatseide zu mir gesteckt und wollte gerade mit ihm verschwinden, als zwei Weibsbilder mit offenem Munde und laut schreiend auf mich zustürzten. Die eine von ihnen zog mich mit Gewalt wieder ins Zimmer zurück, während die andere die Türe verschloß. Ich wollte ihnen gute Worte geben, doch ließen sie mir dazu gar keine Zeit. Zwei feurige Drachen hätten[352] nicht wütender sein können: sie zerrissen meine Kleider, heulten und brüllten, als wollten sie mich ermorden, bis die Hausfrau erschien und bald darauf auch der Hausherr, beide ebenfalls in größter Wut und sehr aufgebracht.

Ich gab dem Hausherrn gute Worte, stellte ihm und seiner Frau vor, die Türen hätten offen gestanden, die Versuchung sei zu groß gewesen, ich wäre arm und in Not, und nur wenige Menschen könnten der Armut widerstehen, kurz, ich bat ihn unter heißen Tränen, doch Mitleid mit mir zu haben. Die Hausfrau wurde denn auch gerührt und schien Lust zu haben, mich laufen zu lassen; und sie hätte wohl auch ihren Gatten dazu bestimmt. Doch diese verfluchten Weibsbilder waren schon, noch ehe man sie dazu geschickt hatte, zu einem Konstabler gelaufen und kamen nun mit ihm zurück. Die guten Leute konnten jetzt nichts mehr für mich tun; sie wären selbst in Ungelegenheiten gekommen, wenn sie mich hätten entwischen lassen, und nicht vor den Richter gebracht, vor den ich nun einmal mußte.

Als ich den Konstabler sah, erschrak ich bis ins Innerste, und es war mir, als müßte ich in die Erde versinken; ich verfiel in Zuckungen, und die Leute glaubten wohl schon, es ginge zu Ende mit mir, und ich hätte einen Herzschlag vor Aufregung bekommen. Die Frau bat nun wieder für mich und suchte ihren Gatten doch noch zu bewegen, mich frei zu lassen, da ich ihnen ja keinen Schaden zugefügt habe. Ich kam daraufhin wieder ein wenig zu mir und erbot mich, die zwei Stück Seide, trotzdem ich sie nicht genommen, zu bezahlen, was der Mann auch immer dafür verlangen werde; und ich stellte ihm immer dringender vor, daß er ja nichts verloren habe, und daß es fürchterlich grausam sei, mich dem Tode zu überliefern, bloß weil ich versucht habe, zu stehlen. Und dem Konstabler sagte ich, es sei gar nicht wahr, ich habe gar keine Türen erbrochen und nichts hinweg genommen. Und auch dem Richter, vor den ich alsbald gebracht wurde, wußte ich soviel von den offenen Türen und dem nicht[353] ausgeführten Diebstahl vorzujammern, daß er mich sicher losgelassen hätte, wenn nicht das widerwärtige Frauenzimmer, das mich zuerst gepackt, immer wieder betont hätte, ich sei gerade im Begriffe gewesen, mit den Waren zu verschwinden, wenn sie mich nicht festgehalten hätte. Dem Richter blieb darnach nichts anderes übrig, als mich festnehmen und nach Newgate, dem schauerlichen Newgate, bringen zu lassen. Noch jetzt gerinnt mein Blut, wenn ich nur diesen Namen ausspreche; den Namen des Ortes, von dem aus so viele meiner Kameraden den fürchterlichen Weg zum Galgen gehen gemußt; an dem meine Mutter so grausam gelitten; an dem ich das Licht der Welt erblickt, und von dem aus ich selbst jetzt keine Erlösung, sondern nur einen schmachvollen Tod erwarten durfte; der Ort, der mir schon so lange bestimmt gewesen und dem ich bis jetzt nur durch eine beispiellose Geschicklichkeit und ein unerhörtes Glück ausgewichen war.

Ich wurde also festgesetzt: und es wäre vergeblich, würde ich versuchen wollen, mein Entsetzen zu schildern, als ich eingebracht wurde und zum ersten Male all die Scheußlichkeiten, die dieser Ort barg, selbst erdulden mußte. Ich hielt mich für verloren und ganz verlassen und hatte keinen anderen Gedanken mehr, als daß es nun hieß, von der Erde zu scheiden; und zwar auf die schrecklichste und verworfenste Art und Weise. Das höllische Lärmen, das Brüllen, Toben, Fluchen und Wimmern, die Unsauberkeit, der üble Geruch und all das Elend, das ich hier sehen mußte, ließen mich den Ort als ein wahres Sinnbild und das Tor der Hölle selbst betrachten.

Nun bejammerte ich es, daß ich meiner Vernunft, die mir so oft angeraten, meinen Beruf daranzugeben, so lange ich es noch freiwillig konnte, nicht gefolgt war; und daß all die Gefahren, die ich glücklich überstanden, statt mir Warnung zu sein, mein Herz nur gegen jede Furcht verhärtet hatten. Es kam mir vor, als habe mich ein unabweisbares Schicksal bis zu diesem Tag des Elendes angetrieben,[354] weiter zu sündigen, damit ich meine Verbrechen am Galgen sühnen und der Gerechtigkeit mit meinem Blute Genugtuung geben sollte. Tausendmal machte ich mir in der ersten grauenhaften Nacht klar, daß meine letzte Stunde nicht mehr fern sei, und all diese Betrachtungen stürmten mit so harter Unablässigkeit auf mich ein, daß ich bald ganz in Entsetzen und Verzweiflung zerwühlt war.

Da bereute ich mein vergangenes Leben von ganzem Herzen, doch erleichterte mich diese Reue nicht und gab mir keinen Frieden, denn ich sagte mir selbst, daß sie sich nur eingestellt, weil mir die Möglichkeit, weiter zu sündigen, genommen worden war. Ich war ja nicht traurig, weil ich gesündigt und Gott beleidigt und meinem Nächsten geschadet hatte, sondern nur, weil ich jetzt dafür bestraft werden sollte; ich bereute, nicht weil ich Böses getan, sondern weil ich jetzt dafür leiden mußte – und das nahm auch in meinen Gedanken meiner Reue jede Kraft eines wirklichen Trostes.

Ich tat mehrere Nächte hintereinander kein Auge zu und wäre manchmal froh gewesen, auf der Stelle sterben zu dürfen, denn nichts hat mich je wieder mit solchem Abscheu erfüllt, wie der Ort, an dem ich mich nun Tag und Nacht aufhalten mußte, und die Gesellschaft, der ich mich nicht entziehen konnte. Ich wäre glücklich gewesen, hätte man mich irgendwo anders hin verbannt, und wäre es der abgeschiedenste Erdenfleck gewesen, wenn ich nur nicht in Newgate bleiben mußte.

Und wie triumphierten nun die Elenden, die vor mir dahin gekommen, über mich! Was? Moll Flanders war zum Schluß doch noch nach Newgate gekommen? Was? die Moll? die Moll Flanders? Der Teufel mußte ihr aber auch wahrhaftig in eigner Person beigestanden haben, daß sie es solange getrieben! Seit Jahren erwartete man mich ja eigentlich schon – und jetzt höhnte man mich, wie liebenswürdig es von mir sei, daß ich mich zum Schluß doch noch herbemüht. Dann hießen sie mich feierlichst willkommen, wünschten mir viel Vergnügen[355] an meinem neuen Wohnort, redeten mir zu, den Mut nicht sinken zu lassen und nicht niedergeschlagen zu sein, meine Sachen ständen vielleicht doch nicht so schlecht, wie ich annähme, und dergleichen. Darauf bestellten sie Schnaps und tranken mir zu, auf meine Kosten natürlich, denn sie sagten, ich sei eben erst in ihre Gesellschaft aufgenommen worden und habe gewiß Geld in der Tasche, was sie von sich nicht sagen könnten.

Ich fragte ein Frauenzimmer aus der Bande, wie lange sie schon da sei. Sie antwortete, vier Monate; und ich fragte weiter, wie ihr denn der Ort vorgekommen sei, als sie ihn zum ersten Male gesehen.

»Fürchterlich! entsetzlich,« rief sie, »ich glaubte anfangs wirklich, ich sei in der Hölle, und ich glaube es auch jetzt noch,« fügte sie hinzu, »doch habe ich mich schon allmählich ein wenig daran gewöhnt und rege mich nicht mehr so sehr darüber auf.«

»Deine Gemütsruhe läßt darauf schließen, daß du weiter nichts Schreckliches mehr zu erwarten hast,« fuhr ich fort.

»Oh gewiß,« entgegnete sie, »mein Urteil ist schon gefällt, aber ich habe Schwangerschaft geltend gemacht, obgleich ich so wenig guter Hoffnung bin wie der Richter, der mich verurteilt hat. Bei der nächsten Sitzung werde ich wohl bestätigt werden.«

Dies »bestätigt werden« sollte heißen, das erste Urteil würde wieder bestätigt und nun ausgeführt werden. Wie das immer geschah, wenn es sich herausgestellt hatte, daß eine Frau, die vorgegeben, guter Hoffnung zu sein, nicht schwanger war, oder auch, wenn sie im Gefängnis glücklich niedergekommen.

»Und trotzdem,« fragte ich verwundert, »bist du so guter Dinge?«

»Was könnte es helfen, wenn ich traurig wäre?« entgegnete sie, »wenn sie mich hängen, dann ist es eben aus.«

Und tanzend sprang sie hinweg und sang dabei das Stückchen, das man in Newgate stets hören kann:
[356]

Und hört ihr die Glocke1 bimmeln,

Dann tun wir am Galgen bammeln,

Und aus ist's mit uns, und aus ist's mit uns.


Ich erwähne das, damit ein jeder, der das Unglück haben sollte, in dies fürchterliche Newgate zu kommen, wisse, wie Zeit, Notwendigkeit und der Umgang mit den Elenden, die er dort vorfindet, ihm den Ort vertraut machen können, sodaß er sich zum Schluß an das gewöhnt, was ihm anfangs die entsetzlichste Qual bereitete, und daß er in diesem Elend so schamlos lustig wird, als er nur je draußen gewesen.

Ich habe nie begriffen, wie Leute sagen konnten, dieses Teufelsloch von Newgate sei nicht so schwarz, als man es male; denn es gibt überhaupt keine Farben, in denen man diesen Ort schildern könnte; und niemand, der nicht selbst dort gelitten hat, kann sich seine Scheußlichkeit auch nur einigermaßen vorstellen. Aber auch nur solchen, die es selbst erfahren haben, wird es verständlich sein, daß diese Hölle nach und nach erträglich werden kann.

Am selben Abend noch, an dem ich nach Newgate geführt wurde, ließ ich es meine Pflegerin wissen; sie erschrak fast zu Tode bei dieser Nachricht und verbrachte wohl die Nacht draußen in ihrer Freiheit eben so schlimm, wie ich drinnen in meinem Newgater Kerker.

Gleich am nächsten Morgen suchte sie mich auf und tat alles nur Mögliche, um meine Lage zu erleichtern und mich zu trösten, doch sah sie bald, daß es unmöglich war, mir Trost zu spenden. Immerhin redete sie mir zu und sagte, im Unglück schwach werden, heiße nur das Unglück verdoppeln. Dann tat sie auch gleich alle Schritte, um, wenn möglich, einem schlimmen Verlauf des Prozesses vorzubeugen, und machte zuerst die zwei hitzigen Mägde ausfindig, die mich ertappt hatten. Sie bot ihnen Geld an und suchte sie zu überreden, in der Verhandlung[357] nichts gegen mich auszusagen; einem der Weibsbilder suchte sie hundert Pfund zuzustecken, um sie dadurch zu bestimmen, aus dem Dienste ihrer Herrin zu treten und nicht vor Gericht zu erscheinen. Das Frauenzimmer war jedoch so erbost, daß sie die große Summe, die ihren Jahresverdienst gewiß um das fünfzigfache übertraf, ausschlug und, wie meine Pflegerin mir sagte, wahrscheinlich auch jede andere größere Summe ausgeschlagen haben würde. Die alte Frau machte sich dann an die andere Magd, die schon eher geneigt schien, auf das Anerbieten einzugehen; ihre Kameradin jedoch hintertrieb dies mit allen Kräften und bedrohte meine Pflegerin sogar, sie wegen Bestechung vor den Richter zu bringen.

Dann wandte sich diese zum Schluß an den Brotherrn selbst, das heißt an den Mann, den ich hatte bestehlen wollen, und besonders an seine Frau, die sich noch immer dem Mitleid mit mir nicht verschlossen hatte und noch immer geneigt schien, mich zu schonen. Der Mann behauptete jedoch, er könne von der Anklage nicht mehr zurücktreten, ohne sich selbst zu schaden, und die Frau war unfähig, auf ihn einzuwirken, sie versprach nur, sich in die ganze Angelegenheit nicht einzumischen; das aber konnte sie, da sie ja auch nicht mehr wußte als ihr Mann.

Es sollten also drei Zeugen gegen mich auftreten, der Herr und die beiden Mägde; das heißt, ich sollte so sicher zum Tode befördert werden, wie ich jetzt lebte, und es blieb mir tatsächlich nichts anderes übrig, als ans Sterben zu denken. Und diese Gedanken hatten für mich durchaus nichts tröstliches und versöhnliches, denn ich sagte mir ja selbst, daß meine ganze Reue, die mir Verzeihung hätte erwirken können, nicht einem aufrichtigen Bedauern meiner Verworfenheit, sondern nur der Furcht vor dem Tode entsprang.

So lebte ich manchen Tag hin, von äußerstem Entsetzen gequält. Ich hatte stets den Tod vor Augen und dachte Tag und Nacht an nichts anderes als an Strick und Galgen, böse Geister und Teufel.[358] Oh, die Sprache hat keine Worte, die beschreiben könnten, wie gräßlich mich die Angst vor dem Tode peinigte.

Der Geistliche von Newgate besuchte mich öfters und sprach mir in seiner Weise zu, das heißt, all sein Trost beschränkte sich darauf, mir zuzureden, ich möge ein volles Geständnis ablegen, und dergleichen, obwohl er nicht einmal wußte, wessen ich angeklagt war. Er wiederholte immer wieder, wenn ich nicht bekenne, werde Gott mir auch nicht verzeihen können, kurz alles, was er sagte, diente nicht im geringsten dazu, mich zu beruhigen und mein Herz zu erleichtern. Außerdem widerte mich die Tatsache, daß das elende Geschöpf von Pfarrer, das mir morgens Buße und Reue predigte, des Nachmittags oft von Schnaps betrunken am Boden lag, so an, daß mir bald der bloße Anblick des Mannes Ekel einflößte und ich ihm eines Tages einfach zu verstehen gab, er möge mich nicht mehr belästigen.

Ich weiß nicht, wie es kam, jedenfalls hatte meine unermüdliche Pflegerin das Ihrige dazu getan, die Verhandlung gegen mich wurde hinausgeschoben, wodurch ich etwa vier oder fünf Wochen Zeit gewann, die ich nun eigentlich damit hätte zubringen sollen, über das Verflossene nachzudenken und mich auf das Zukünftige vorzubereiten, und vor allem, eine wahre Reue in mir zu erwecken; ich tat aber nichts dergleichen, sondern blieb nach wie vor nur darüber verzweifelt, daß ich in Newgate war, und dachte nicht daran, für mein inneres Heil zu sorgen.

Im Gegenteil, wie das Wasser in den Höhlen der Berge alles versteint, das es betropft, so hatte der ununterbrochene Umgang mit den Höllenhunden hier denselben Einfluß auf mich wie auf alle anderen Menschen. Mein Herz versteinte, ich wurde zuerst stumpf und gefühllos, dann roh und ganz gedankenlos und zuletzt ebenso wahnwitzig, frech und verworfen, wie nur irgend einer von ihnen, kurz, ich paßte mich bald meinem Aufenthalt so an, als habe ich immer dort gelebt.

Es ist kaum möglich, sich vorzustellen, daß die[359] menschliche Natur solcher Entartung fähig ist, daß sie sich an eine derartige Verkommenheit gewöhnen kann, ja, daß sie ein solches Elend fast nicht mehr als unangenehm zu empfinden vermag.

Auf mir lastete eine Schuld, unter der jedes andere Geschöpf zu Boden gesunken wäre, das noch die Fähigkeit gehabt hätte, einen klaren Gedanken zu fassen. Ich hatte nun anfangs auch wohl einiges Bedauern, doch keine Reue des Herzens verspürt, nun empfand ich weder Bedauern noch Reue. Ich war eines Verbrechens angeklagt worden, auf das der Tod stand; die Zeugenaussagen waren so einwandfrei, daß ich gar nichts anderes erwarten konnte, als schuldig befunden zu werden. Man kannte mich zudem als eine alte Missetäterin, bei der jede Begnadigung so wie so ausgeschlossen war. Ich hatte somit auch nicht die geringste Hoffnung, glimpflich davonzukommen, und doch war ich ganz besessen von einer seltsamen Stumpfheit der Seele. Ich empfand schlieszlich keine Furcht, keine Unruhe, keine Angst mehr. Das Entsetzen war vorüber. Ich war, ich weisz nicht was, geworden. Mein Verstand, mein Gefühl, mein Gewissen – alles schlief. Mein ganzes Leben war nur eine große Verworfenheit gewesen, Hurerei, Ehebruch, Blutschande, Diebstahl, kurz alles Böse auszer einem Mord hatte ich getrieben, und zwar von meinem sechzehnten Jahre an bis zum sechzigsten; nun war ich in den Abgrund einer fürchterlichen Strafe gestürzt, und ein elender Tod stand mir als Ausgang des Lebens bevor – und doch hatte ich kein Gefühl für meine Lage und dachte weder an Himmel noch Hölle; und nicht der Schatten der Absicht kam mir, Gott um Verzeihung zu bitten. Und damit, glaube ich, habe ich wohl den schlimmsten Zustand, in den ein Mensch auf Erden kommen kann, bezeichnet.

Alle schreckhaften Gedanken waren eingeschlummert, mit den Abscheulichkeiten des Ortes war ich vertraut geworden, und der Lärm und das Geschrei, das in den Gefängnissen herrschte, erfüllte mich ebensowenig mit Unbehagen mehr, wie die, die es[360] vollführten, mit einem Worte, ich war ein richtiges Newgate-Luder geworden. Ja, ich streifte sogar all die guten Manieren ab, die ich mein ganzes Leben hindurch bewahrt hatte. So durch und durch verkommen war ich, und nichts mehr von dem, was ich früher gewesen, ja ich wuszte selbst nicht mehr, daß ich früher etwas anderes gewesen ... ich hatte das Gefühl damals, als müßte ich mein ganzes Leben lang so vertiert gewesen sein.

Quelle:
Daniel De Foe: Glück und Unglück der berühmten Moll Flanders. Berlin [1903]., S. 351-361.
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