4. Hundposttag

[535] Schattenriß-Schneider – Klotildens

historische Figur – einige Hofleute und ein erhabner Mensch


Eigentlich wollte Klotilde – erfuhr Sebastian am Morgen – bis nach Johannis im Stifte bleiben; aber da ihre beste Freundin und Stift-Genossin Giulia voraus fortgegangen war, nicht zu den Eltern, sondern unter die Erde, so mußte sie das verwundete Auge durch eine schnellere Abreise wegziehen von dem Grabhügel, der[535] wie eine Ruine über dem verlornen Herzen ruhte. Ohne Gepäck war sie dem blumenlosen Golgatha ihrer verwundeten Seele entflohen, und ihr stand noch ein zweiter Anblick desselben, eine zweite Abreise und die Wiederholung der alten Tränen bevor.

Nie wurde eine große Schönheit von einer kleinen unbefangner gelobt als von Agathen Klotilde. Sonst schätzen Mädchen an Mädchen nur das Herz; die zerstiebenden Reize eines fremden Gesichts haben so wenig Wert in ihren Augen, daß sie ihrer kaum erwähnen mögen. Jünglingen wirft man richtig vor, daß sie gern schöne Jünglinge zu ihren Freunden auslesen; bei Mädchen hingegen wollen ihre Lobredner viel daraus machen, daß sie die weibliche Schönheit als einen zu lockern und niedrigen Mörtel und Leim der Freundschaft gänzlich verschmähen, und daß daher einer schönen Frau das Herz der allerhäßlichsten teurer sei als das Gesicht der schönsten auf den fünf Erdgürteln und Erdschärpen. Agathe war anders: sie lief schon am Morgen ins Schloß, um die Freundin anzukleiden.

Flamin macht' es noch ärger: er konnt' es nicht erwarten, daß die Wirklichkeit selber Klotildens Madonnenbild in Viktors Gehirnkammern aufhing; er kam ihr mit der Federzeichnung eines Malers zuvor, die wenigstens nicht – kalt ist; denn Maler schreiben im ästhetischen und im kalligraphischen Sinne selten gut. Der Maler hatte, bloß um Klotilden zu sehen und zu zeichnen, fast alle Sonntagmorgen auf einem Berg von Maienthal gelegen, wo er die glänzende Landschaft um das Stift auf seine Blätter trug, und den schönen Kopf, der aus dem achten Fenster heraussah, in sein Herz. Sogar Flamin, der sonst die prosaischen Buchdruckerstöcke über die lebenden Ölgemälde der Dichtkunst stellte, fand an der folgenden Madonna oder Klotilde des Malers Geschmack:

»Wenn mein Ich ein einziger Gedanke ist und brennt, und wenn ich, von Flammen umweht, die Hand in Farben tauche, um mich darin abzukühlen – wenn dann die hohe Schönheit9, die ewig in mir strahlet, ihr Spiegelbild auf die Wellen, die Himmel und Erde zitternd malen, herunterfallen lässet und den klaren Strom entflammt, wenn alsdann ein dem Himmel entsunknes Pallasbild auf[536] dem Strome ruht, eine Lilienhülle und eines aufgeflognen Engels weggelegte Flügeldecke – eine Gestalt, deren unbefleckte Seele kein Leib, sondern der Schnee umwallet, der um den Thron Gottes liegt, und aus dem die Engel ihre flüchtigen Reisekörper10 bauen – und wenn die zärteste Bekleidung zu grob und hart und ein hölzerner Rahmen um diesen geistigen Hauch auf dem Antlitz wird, um diesen zitternden Blumensammet von Fleisch, um diese Haut aus weißen Rosen, von roten durchglommen – wenn dieser Widerschein meiner leuchtenden Seele auf die Farbenfläche fällt; so wendet sich jeder um und denkt: Klotilde ruht am Ufer und schlummert.... Und hier ist meine Kunst aus; denn ach, wenn sie erwacht, und wenn erst die Seele diese Reize wie Schwingen bewegt – wenn die verschlossene Lippenknospe zum Lächeln aufbricht, und der Busen einen halben Seufzer einatmet und blöde nicht ausatmet – wenn die Seufzer, in Gesänge verhüllet, aus diesen Lippen, die wie zwei Seelen einander überschweben, aber nicht berühren, wie Bienen aus Rosen ziehen – wenn sich das Auge zwischen Glanz und Tränen bewegt – wenn dann endlich die Göttin der himmlischen Liebe zu ihrer Tochter tritt und elektrisch ihr stilles Herz berührt und sagt: liebe auch! und wenn nun alle Reize erbeben und aufblühen, zögern und schmachten, hoffen und zagen, und sich das träumende Herz tiefer in seine Blüten verschließet und zitternd sich hinter eine Träne vor dem Glücklichen versteckt, der es errät und verdient.... dann verstummt die Glückliche, der Glückliche und der Maler.« – –

Viktor sah den Glücklichen neben sich, der sein Freund war, mit feuchten Augen an und sagte: »Das warst du wert!« – Aber nun stachen ihn zwanzig Spornräder, Agathen nachzufolgen ins Schloß, die Federzeichnung des Malers – die Kleiderordnung die Verwandtschaft – die Begierde, die jeder Mensch hat, die Huldin und Infantin seines Freundes zu sehen – die Begierde, die nicht jeder hat, aber er, jemand zum ersten Male (lieber als zum achten Male) zu sprechen – am meisten der gestrige Abend. Flamins Feuer hatte Viktors Brust gestern ganz voll Zunder gebrannt, durch welchen lauter Funken lieben – er hätt' ihm alles[537] gleichgültig vorstellen sollen, weil der Kampf gegen die Liebe sich vom Kampfe für sie in nichts unterscheidet als in der Rangordnung. Aber der Leser glaube ja nicht, jetzo werde (wie in einem entmannten und entmannenden Roman) in der Biographie der Teufel losgehen und der Held ins Schloß marschieren und da vor Klotilden hinfallen und kniefällig flehen: »Sei die Heldin!« und sich mit ihr herumzanken aus Liebe und mit dem vorigen Pastor fido aus Haß und werde wirklich nichts anders machen als den ästhetischen selbstsüchtigen empfindsamen – Schuft. Wenn ich letztes wünschte, so könnt' ich mich nur damit entschuldigen, daß ich dann etwan zu einigen biographischen Mordtaten und Duellen käme; ich hoffe aber, ich werde schon ohne Nachteil der Moral und ehrlich es zu einem und dem andern Mord- und Totschlag in diesen Blättern treiben – wenigstens im letzten Bande, wo jeder ästhetische Schnitter seine Leute ausholzet und die Hälfte in die Oubliette oder Familiengruft des Dintenfasses wirft.

Viktor hatte zu viel Jahre und Bekanntschaften, um so ohne Respekt-Tage und Doppel-Uso – auf dem Platze – noch vor dem Abendessen – cito citissime – was hast du, was kannst du – verliebt zu werden. Sein Sehnerve zerfaserte sich täglich in feinere zärtere Spitzen und berührte alle Punkte einer neuen Gestalt, aber die wunden Fühlfäden krümmten sich leichter zurück; in jedem Monate machte ein ungesehenes Gesicht, wie neue Musik, einen stärkern und kürzern Eindruck. Er konnte sich nur in die Liebe hinein – reden, nicht hineinschauen. Bloß Worte, von Tugend und Empfindung beflügelt, sind die Bienen, die den Samenstaub der Liebe in solchen Fällen von einer Seele in die andre tragen. Eine solche bessere Liebe aber wird vom kleinsten unmoralischen Zusatz vernichtet; wie könnte sie sich zusammensetzen und heraufläutern in einem besudelten Herzen, das der Hochverrat gegen einen Freund erfüllte?

Viktor wollte schon um halb zehn Uhr ins Schloß, aber die Kammerherrin hatte die Augenbraunen und den Seidenpudel noch nicht ausgekämmt. – Seebaß brachte ein Billet an Flamin:

»Ich sehe Sie, mein Teuerster, heute nicht. Mich binden drei Grazien an; und die dritte haben Sie selber geschickt. Sagen Sie[538] Ihrem britischen Freunde, er soll mich lieben, da ich Sie liebe. Ohne Sympathie kann wohl die Chirurgie bestehen, aber nicht die Freundschaft.

Ihr

Matthieu.«


Ein närrisches Billet! Als Viktor hörte, daß Agathe die dritte Grazie sei: so war ihm ein großes Loch in den Vorhang des Theaters geschnitten, auf welchem Matthieu Flamins Freund und Agathens – ersten Liebhaber machte. Nichts ist fataler als ein Nest, worin lauter Brüder oder lauter Schwestern sitzen; gemischt zu einer bunten Reihe muß das Nest sein, Brüder und Schwestern nämlich schichtweise gepackt, so daß ein ehrlicher Pastor fido kommen und nach dem Bruder fragen kann, wenn er bloß nach der Schwester aus ist; und so muß auch die Liebhaberin eines Bruders durchaus und noch nötiger eine Schwester haben, deren Freundin sie ist, und die der Henkel und Schaft am Bruder wird. Unsre türkische Anständigkeit verlangte also, daß Matthieu mit seinem Operngucker nach Flamin zielte, um Agathen zu sehen; und daß Klotilde diese besuchte, da Flamin als Mann ohne Ahnen, aber von Ehre durchaus seine bürgerlichen Besuche dem kammerherrlichen Hause nicht aufdrang. Klotilde kam oft; und war dadurch in einem mir bis jetzt unaufgelösten Widerspruch mit ihrem weiblich-erhabnen Charakter.

Flamin tauchte Matthieus Bild in einen ganz andern Färbekessel als der Mutter ihren: ein lüderliches Genie war er und nichts Schlimmers. Er machte alles in der Welt nach, und ihn konnte man nicht nachmachen – er konnte alle Spieler der Flachsenfinger Truppe nachspielen und travestieren und die Logen dazu – er verstand mehr Wissenschaften als der ganze Hof, ja mehr Sprachen, bis sogar auf die Stimmen der Nachtigall und des Hahns, welche er so täuschend nachmachte, daß Petrarca11 und Petrus davongelaufen wären – er konnte bei den Weibern tun, was er wollte, und jede Hofdame entschuldigte sich mit der andern – denn es gehörte einmal zum Ton in Flachsenfingen, seine Treue[539] einmal auf die Probe gesetzt zu haben. – Man sagt, die Liebe gegen ihn wurde wie ein Strumpf bei der Wade zu stricken angefangen, es ist aber grundfalsch – es ist daher bei so einer ununterbrochnen Mäßigkeit in Hoflustbarkeiten kein Wunder, daß er stärker und gesünder war als der ganze ausgebrannte abgedampfte Hof – nur stechend war er zu sehr und zu philosophisch und fast zu schelmisch.

Ich, Viktor und der Leser haben noch immer nur eine unbestimmte verwischte Kreidenzeichnung von Matthieu im Kopf. Meinem Helden gefiel er ein wenig, wie jeder exzentrische Mensch einem exzentrischen; es war sein Fehler, daß er der Kraft zu leicht die ihrigen, sogar moralische, verzieh. – Mit verdoppelter Neugierde trat er seinen Weg ins Schloß oder vielmehr in dessen großen Garten an, der an jenes seinen Halbzirkel von grünen Schönheiten anschließt. Er lief im Hafen eines Laubenganges ein und freuete sich, wie der durchlöcherte Schatten der Lauben, um deren Eisen-Gerippe sich weiche Zweige wie sanftes Haar um Haarnadeln wickelten, blendend über seinen Körper glitt. Neben seinem Laubengange strich ein anderer gleich. Er ging versäeten schwarzen Papierschnitzeln als Wegweisern nach. Das Geflüster des Morgenwindes warf von einem Zweige ein Blättchen feines Papier herab, das er nahm, um es zu lesen. Er war noch über der ersten Zeile: »Der Mensch hat dritthalb Minuten, eine, um einmal zu lächeln...«, als er an einen fast waagrechten Zopf anstieß' der eine schwarze Herkules-Keule war, verglichen mit meinem oder des Lesers geflochtenen Haar-Röhrchen. Den Zopf stülpte ein niedergekrempter Kopf empor, der in einem horchenden Zielen aus einer Lauben-Nische eine weibliche Silhouette ausschnitt, deren Urbild im Nebenlaubengang mit Agathen sprach. Auf Viktors Geräusche kehrte die Person, der man das Halbgesicht durch die Nische entwendete, sich verwundert herum und erblickte den Inhaber des Zyklopen-Zopfes mit der Silhouettenschere und den Helden der Hundposttage. Der Inhaber drückte, ohne weiter ein Wort zu sagen, seine Künstler-Hand durch das Gesträuch und langte ihr ihren Schattenriß oder Schattenschnitt hinaus. Agathe nahm ihn lächelnd; aber die Ungenannte schien jenen Ernst, der[540] sich auf weiblichen Gesichtern in nichts von der Verachtung unterscheidet als in der Zweideutigkeit, gegen den Form- und Gesichterschneider anzunehmen, weil er den Verdacht des Horchens durch seine Schere zu sehr erweckte. Viktor konnte von der Ungenannten noch nichts als die Länge wahrnehmen, die, obgleich ein wenig vorgebogen gehalten, doch über das Gewöhnliche ging. Der Gesichterschneider drehte sich mit zwei blitzenden schwarzen Augen gegen Viktor herum, empfing ihn recht artig, wußte dessen Namen, sagte seinen eignen – – Matthieu – und hatte beim achten Schritt schon vier gute Einfälle gehabt. Der fünfte war, daß er meinen Helden ungebeten dem Paar in der Seitenlaube vorstellte.

Das Laubsprachgitter hörte auf, eine weibliche Gestalt trat hervor, und Viktor war darüber so betroffen, daß er, der wenig von Verlegenheiten wußte, oder durch sie nur geistreicher wurde, seine Anzugpredigt ohne das Exordium anfing. Und das war – Klotilde.

Als sie drei Worte sagte: hörte er so sehr auf die Melodie, nicht auf den Text, daß er nichts davon verstand...

– Hier liegt auf dem schneeweißen Grund von Schweizerpapier eben die Silhouette neben mir, die Matthieu von ihr mit der Schere genommen. Mein Korrespondent will haben, ich soll Klotilden ungemein schön vorschildern (er sagt, hundert Dinge sind sonst in dieser Historie nicht zu begreifen), und deswegen schickte er mir (weil er meiner Phantasie nicht trauet) wenigstens ihren Schattenriß. Und der soll auch unter dem Schreiben in einem fort angesehen werden, um so mehr, da er einem schönsten andern weiblichen Engel, der je aus einem unbekannten Paradies in diese Erde hereingeflogen, gleichsam aus den Augen oder vielmehr aus dem Gesicht geschnitten ist – ich meine das Fräulein von **, jetzige Hofdame in Scheerau; ich weiß nicht, ob sie alle Leser kennen.

Viktor kam es vor, als wenn auf einmal sein Blut herausgedrungen wäre und mit warmen Berührungen außen auf der Haut seine Zirkel beschriebe. Endlich brachte Klotildens kaltes Auge, das nicht der trunkne Stolz auf Reize, sondern der nüchterne[541] zurücktretende und nur dem weiblichen Geschlechte eigne auf Unschuld regierte, und – ihre Nase, die zu viel Besonnenheit verriet, seinen neuen Adam wieder auf die Beine, auf den sich schon der alte gesetzt hatte. Er pries sich glücklich, daß er Flamins Freund sei und mithin auf ihre Aufmerksamkeit und ihren Umgang einige Rechte habe. – Gleichwohl war ihm noch immer, als wenn alles, was sie täte, zum ersten Male in der Welt geschähe, und er gab auf sie acht wie auf einen operierten Blindgebornen oder auf einen Omai oder einen Li-Bu. Er dachte immer: »Wie sollt' ihr wohl das Sitzen lassen – oder das Darreichen eines Fruchttellers – oder das Essen einer Kirsche – oder das Niedersehen in ein Briefchen?« Ich bin noch ein ärgerer Narr neben der besagten Hofdame.

Endlich kam in den Garten Le Baut nach der ersten Toilette, und seine Frau nach der zweiten. Der Kammerherr – ein kurzes, biegsames, geschnürtes Ding, das vor dem Teufel in der Hölle den Hut abziehen wird, wenns hineintritt – empfing den Sohn seines Erbfeindes ungemein verbindlich, und doch mit Würde, zu welcher ihm aber nicht sein Herz, sondern sein Stand die Kräfte gab. Viktor hegte, eben weil er sich ihn beleidigt dachte, zuvorkommendes Wohlwollen für ihn. Obgleich Le Bauts Zunge fast wie seine Zähne falsch und eingesetzt waren und mithin die aus Zahn- und Zungenbuchstaben gemachten Wörter auch: so gefiel er doch mit seinen weder plumpen, noch unhöflichen Schmeicheleien – wozu auch seine Stellungen und Absichten gehören – unserm aufrichtigen Viktor, welcher feine Schmeichler, als Schwache, nicht hassen konnte. Die Kammerherrin – die schon in den Jahren war, die eine Kokette zu verhehlen sucht, ob sie gleich die vorhergehenden noch eher zu verbergen hätte – nahm unsern gutmeinenden Helden mit der aufrichtigsten Stimme auf, die noch aus einem falschen Judasbusen gekommen, und mit dem listigsten Gesicht, auf dem nie die Täuschungen der Liebe (wie es schien) Platz zu einer Miene hatten finden können.

Die neue Gesellschaft nahm auf einmal Viktors Verlegenheit weg. Er bemerkte zwar bald die besondern Fecht- und Tanz-Stellungen des Bundes gegeneinander: Klotilde schien gegen alle[542] zurückhaltend und gleichgültig, außer gegen ihren Vater nicht die Stiefmutter war fein gegen den Kammerherrn, hochmütig gegen die Stieftochter, verbindlich gegen Viktor und leicht- und gehorchend-kokett gegen Matthieu – dieser war gegen das Ehepaar abwechselnd schmeichlerisch und spottend, gegen Klotilde eiskalt und gegen meinen Helden so höflich, wie Le Baut gegen alle. Gleichwohl war Viktor froher und freier als alle, nicht bloß weil er im Freien war – da ein Zimmer allemal wie ein Stockhaus auf ihm lag und ein Sessel wie ein Fußblock –, sondern weil er unter feinen Leuten war, die (trotz der spitzigsten Verhältnisse) dem Gespräche vier Schmetterlingflügel geben, damit es – als Gegenspiel der klebenden Raupe, die sich in jedem Dorn aufspießet – ohne Getöse in kleinen Bögen über Stacheln fliege und nur auf Blüten falle. Er war der größte Freund feiner Leute und feiner Wendungen; daher ging er so gern in die Gesellschaft eines Fontenelle, Crebillon, Marivaux, des ganzen weiblichen Geschlechtes und besonders des anständig koketten Teils desselben. Man werde nicht irre! Ach an seinem Flamin, an seinem Dahore, an großen, über die feinen, feigen, leeren Mikro-Kosmologen der großen Welt erhabnen Menschen hing glühend seine ganze Seele aber eben darum suchte er zur größern Vollkommenheit die kleinern als Gebräme und Eckenbeschläge mit so vielem Eifer auf.

Vier Personen hatten jetzt auf einmal vier Sehröhre auf seine Seele gerichtet; er nahm gar nichts in die Hand, weil er zu gutmütig und zu freudig war, um der Spion eines Herzens zu sein; und erst nach Verlauf einiger Tage beobachtete er an einem Gesellschafter das zurückgebliebene Bild in seinem Kopf. Er verbarg sich nicht – und wurde doch falsch gesehen; gute Menschen können sich leichter in schlimme hineindenken als diese in jene – er erriet besser, als er erraten wurde. Bloß Klotilde verdient eine Schutzrede, daß sie meinen Helden bis nach dem Essen – unter welchem Le Baut, der größte Erzähler dieses erzählenden Jahrhunderts, seine Rolle durchführte – für zu boshaft und satirisch hielt. Sie mußte aber fast; – eine Frau errät leicht die menschliche, aber schwer die göttliche (oder teuflische) Natur eines Mannes, schwer seinen Wert und leicht seine Absichten, leichter seine[543] innere Farbengebung als seine Zeichnung. – Matthieu gab Anlaß zu ihrem Irrtum, aber auch (wie ich sogleich berichten werde) zur Zurücknahme desselben. Dieser Evangelist, der ein viel größerer Satirikus war als sein Namenvetter im Neuen Testament, stellte fast ganz Flachsenfingen auf seine Privat-Pillory, den Fürsten, den Hof bis zu Zeuseln nieder – nur den Minister (seinen Vater) und seine vielen Schwestern mußt' er leider auslassen, desgleichen die Personen, mit denen er gerade sprach. Was man Verleumdung an ihm nannte, war im Grunde übertriebne Herrnhuterei. Denn da der heilige Makarius befiehlt, daß man sich aus Demut zwanzig Unzen Böses beilegen müsse, wenn man dessen fünf habe – das Gute aber umgekehrt –, so suchen redliche Hofseelen, weil sie sehen, daß keiner diese bescheidne Sprache führen will, in jedes Namen sie zu reden; und schreiben dem, dessen Demut sie repräsentieren wollen, allezeit funfzehn Unzen mehr Böses und weniger Gutes zu, als er wirklich hat. Hingegen bei gegenwärtigen Personen haben sie diese stellvertretende Genugtuung nicht nötig. Daher ist das Leben solcher Hof-Edeln ganz dramatisch; denn da nach Aristoteles die Komödie die Menschen schlechter, und die Tragödie sie besser malt, als sie sind, so lassen gedachte Edle in jener nur Abwesende, in dieser nur Gegenwärtige agieren. Ich weiß nicht, ob diese Vollkommenheit hinreicht, einen wirklichen Fehler des Evangelisten gutzumachen, welches der war, daß er, wie die Römer an Luperkalien, zu oft nach dem weiblichen Geschlecht Hiebe führte. So sagte er heute z.B.: Mädchen und Himbeere hätten schon Maden, eh' sie nur reif wären – die weibliche Tugend wäre das glühende Eisen, das eine Frau (wie auch sonst bei den Ordalien) vom Taufstein (Tauftag) bis zum Altar (Trautag) zu tragen hätte, um unschuldig zu sein u.s.w.

Nichts fiel Klotilden – und so hab' ichs allemal bei den Besten ihres Geschlechts gefunden – empfindlicher als Satire auf ihr ganzes Geschlecht; aber Viktor erstaunte über ihre dem Geschlecht und der Welt-Erfahrenheit gleich sehr eigne Kunst, es zu verbergen, daß sie – dulde und verachte.

Des Evangelisten Beispiel machte, daß auch Viktor anfing zu phosphoreszieren auf allen Punkten seiner Seele – der Funke des[544] Witzes umlief den ganzen Kreis seiner Ideen, die einander wie Grazien bei der Hand faßten, und sein elektrisches Glockenspiel übertraf des Junkers Entladungen, welche Blitze waren und nach Schwefel stanken. Klotilde, die sehr beobachtete, mißtrauete den Lippen und dem Herzen Sebastians.

Der Hofjunker hielt ihn für seinesgleichen und für verliebt in Klotilde; und das aus dem Grunde, »weil der lustigere oder ernstere Ton, worin ein Mann in einer Gesellschaft verfalle, ein Zeichen sei, daß ein weiblicher Zitteraal darin in seinen Busen eingeschlagen«. Ich muß es gestehen, Viktors überwallende Seele ließ ihn nie jenen Ausdruck der Achtung für Weiber treffen, der sich nicht in unzeitige Zärtlichkeit verirrt, und den er oft gebildeten Weltleuten beneidete; seine Achtung sah leider allemal wie eine Lieberklärung aus. – Die Kammerherrin hielt ihn für so falsch wie ihren Cicisbeo; Leute wie sie begreifen kein anderes Wohlwollen als höfliches oder einfädelndes.

Man behielt unsern Helden den ganzen Tag und den halben Abend drüben.

Den ganzen Tag war er nicht imstande – obgleich die unsichtbaren Augen seines innern Menschen voll Tränen standen über Klotildens edle Gestalt, über ihre verborgne Trauer um die kalte hinabgesenkte Freundin, über ihre rührende Stimme, wenn sie bloß mit Agathen sprach – gleichwohl war er nicht imstande, nur ein ernsthaftes Wort zu sagen: gegen Fremde zwang ihn seine Natur allemal im Anfang einige satirische und andere Hasensprünge zu machen. Aber abends, da man im feierlichen Garten war, da sein gewöhnlicher Schauer vor der Leerheit des Lebens durch die Lustigkeit heftiger wurde – das wurde jener dadurch allezeit; hingegen durch ernsthafte, traurige, leidenschaftliche Gespräche nahm er ab – und da Klotilde ihm bloß eine sehr kalte, gleichsam von seinem Vater auf ihn angewiesene Höflichkeit gewährte und den Unterschied zwischen ihm und dem Matthieu, der keine zweite Welt und keinen dafür organisierten innern Menschen annahm, nicht in seiner ganzen Größe erriet: so wurd' ihm beklommen ums sehnende Herz, zu viele Tränen schienen seine ganze Brust anzufüllen und durchzudrücken, und sooft er zu dem[545] großen tiefen Himmel aufblickte, sagte etwas in seiner Seele: schier dich gar nichts um den feinen Cercle und rede heraus!

Aber es gab für ihn nur eine Seele, an der jene Erhöhtritte wie an Pedalharfen geschaffen waren, die jedem Gedanken einen höhern Sphärenton erteilen, dem Leben einen heiligen Wert und dem Herzen ein Echo aus Eden; diese Seele war nicht sein sonst so geliebter Flamin, sondern sein Lehrer Dahore in England, den er ach schon lange aus seinen Augen, aber nie aus seinen Träumen verloren. Der Schatten dieses großen Menschen stand, gleichsam an die Nacht geworfen, flatternd und aufgerichtet vor ihm und sagte: »Lieber, ich sehe dein inneres Weinen, dein frommes Sehnen, dein ödes Herz und deine ausgebreiteten bebenden Arme; aber alles ist umsonst: du findest mich nicht und ich dich nicht.« Er schauete an die Sterne, deren erhebende Kenntnis sein Lehrer schon damals in seine junge Seele angeleget hatte; er sagte zu Klotilden: »Die Topographie des Himmels sollte ein Stück unserer Religion sein; eine Frau sollte den Katechismus und den Fontenelle auswendig lernen.« Er beschrieb hier die astronomischen Stunden seines Dahore und diesen selber. –

Aus Klotildens Angesicht brach eine große Verklärung, und sie zeichnete mit Worten und Mienen ihren eignen astronomischen Lehrer im Stifte ab – daß er ebenso edel sei und ebenso still – daß seine Gestalt so gut besser mache wie seine Lehre – daß er sich Emanuel nenne und keinen Geschlechtnamen führe, weil er sage: »am verfliegenden Menschen, an seinem so eilig versinkenden Stammbaum sei zwischen dem Geschlechtnamen und Taufnamen der Unterschied zu klein«- daß leider seine veredelte Seele in einem zerknickten Körper lebe, der schon tief ins Grab einhänge daß er nach der Versicherung ihrer Äbtissin der sanfteste und größte Mensch sei, der noch aus Ostindien (seinem Vaterlande) gekommen, wiewohl man über einige Sonderbarkeiten seiner Lebensart in Maienthal wegzusehen habe. –

Matthieu, dessen Witz die Schönheitlinie, den Giftzahn, den Sprung und die Kälte den Schlangen abborgte, sagte leise und unbefangen: »Es ist gut für seinen siechen Körper, daß er hier nicht Astronom und Nachtwächter zugleich wurde; er suchte vor einigen[546] Jahren darum an, um ein Sehrohr und ein Horn.«- – Klotilde wurde zum ersten Male von einer zürnenden Röte überflogen, wie der Morgen vor dem Regen: »Wenn Sie ihn« (sagte sie schnell) »bloß aus meiner Schilderung kennen, so können Sie diese Sonderbarkeit unmöglich unter den seinigen suchen.« Aber der Kammerherr trat dem Junker bei und sagte, Emanuel sei wirklich vor fünf Jahren mit diesem Gesuche abgewiesen worden. Klotilde sah den einzigen, dessen Aufmerksamkeit nicht ironisch war, unsern Viktor, den der Widerschein ihrer Verklärung schmückte, wie um Hülfe an und fragte mehr hoffend als behauptend: »Sollte man so etwas einem solchen Kopfe zutrauen?« – »Meinem Kopf eher« (versetzte er, um auszuweichen; denn er, der dem jetzigen Papste widersprochen hätte, konnte oft unmöglich schönen Lippen widersprechen, zumal einer mit so vieler Hoffnung auf sein Nein vorgelegten Frage derselben) – »sooft ich nachts durch Dörfer gehe: so hör' ich den leiblichen Nachtwächter lieber als den geistlichen. In der horchenden stillen Nacht, unter dem ausgebreiteten Sternenhimmel liegt im homiletischen Eulengesang des Nachtwächters etwas so Erhabnes, daß ich mir hundertmal ein Horn wünschte und sechs Verse.« –

Der Kammerherr und sein Associé hieltens für verfehlte Persiflage; letzter setzte die seinige – vielleicht um Klotilden, zum Vorteil seiner mit Unterzieh-Busen und Unterzieh-Steiß bewaffneten Herzens-Zarin, zu mißfallen – unverschämt fort und führte an: das beste Mittel, den namhaften Namenlosen traurig zu machen, sei ein sehr lustiges, eine Komödie – freilich rührte ihn noch stärker ein Possenspiel, wie er selber an ihm in Goethes moralischem Puppenspiel oder Jahrmarkt gesehen.

Da flog dem betroffenen Viktor ein neues Gesicht und eine neue Stellung an; denn er war gerade wie Emanuel. Ein Jahrmarkt mit seinen hinab- und hinauflaufenden Menschen-Bächen – mit dem Vor- und Zurückspringen der Gestalten wie an einer Bilderuhr – mit der fortsummenden Luft, in der Geigengeschrei und Menschengezänk und Viehgeblök zu einem einzigen betäubenden Brausen zusammenfließen – und mit den Buden-Warenlagern, die ein musivisches Bild des kleinen, aus Bedürfnissen zusammengeflickten[547] Lebens reichen – – ein Jahrmarkt machte durch alle diese Erinnerungen an die große frostige Neujahrsmesse des Lebens Viktors edlen Busen schwer und voll; er versank süßbetäubt in das Getöse, und die Menschen-Reihen um ihn schlossen seine Seele in ihre stillern Phantasien ein. Das war die Ursache, warum ihn Goethes hogarthisches Schwanzstück eines Jahrmarkts (so wie Shakespeare) immer melancholisch zurückließ; so wie er überhaupt gerade im Niedrigkomischen das hohe Ernsthafte am liebsten fand – (Weiber sind nur zum umgekehrten Funde fähig) und ein komisches Buch ohne jeden edlern Zug und Wink (z. B Blumauers Äneis) konnt' er so wenig wie La Mettries ekelhaft lachendes Gesicht ertragen, oder die Gesichter auf den Titelkupfern des Vademekums. – –

Er vergaß sich und die Nachbarschaft wie ein wahrer Jüngling, breitete die Arme halb aus und sagte mit einem Auge, in dem man die sehnsüchtig an einem Bilde Emanuels arbeitende Seele sah: »Nun kenn' ich dich, du Namenloser! du bist der hohe Mensch, der so selten ist. – – – Ich versichere Sie, Herr v. Schleunes, an Herrn Emanuel ist was! ... Nein, unter diesem Leben im Flug sollte doch das Ding, das so prestissimo hinschießt aus einem Regenschauer in den andern und von Gewölke zu Gewölke, doch nicht in einem fort den Schnabel aufsperren zum Gelächter... Ich las heute wo: der Mensch hat nur dritthalb Minuten, und nur eine zum Lächeln « Er war ganz in seine Gefühle verirrt: sonst hätt' er mehr zurückbehalten, besonders die letzte Zeile aus dem im Garten gefundnen Blättchen. Klotilde wurde über irgend et was betroffen. Er hätte jetzo gern das Blättchen hinausgelesen. Sie erzählte ihm nun diejenigen Sonderbarkeiten von ihrem Lehrer, in die sie sich besser zu finden wußte: daß er ein Pythagoräer sei – nur in weißen Kleidern gehe – mit Flöten sich einschläfern und wecken lasse – keine Hülsenfrüchte und Tiere esse – und oft die halbe Nacht unter den Sternen gehe.

Er ruhte, in stummes Entzücken über den Lehrer verloren, mit enthusiastischen Augen auf den freundschaftlichen Lippen der Schülerin, die der Geschmack an einem erhabnen Sonderling adelte. Sie fand hier den ersten Mann, den sie in einen ungeheuchelten[548] Enthusiasmus für ihren pythagorischen Liebling setzte; und alle ihre Schönheiten wandten sich blühend nach Emanuels Bild, wie Blumen nach der Sonne. Zwei schöne Seelen entdecken ihre Verwandtschaft am ersten in der gleichen Liebe, die sie an eine dritte bindet. Das volle begeisterte Herz verschweigt und verhüllt sich gern in einem Putzzimmer, das lauter ungleichartige hegt; aber wenn es darin sein zweites antrifft, so muß es darüber sein Verstummen und Verhüllen und das Putzzimmer vergessen.

Viktors Quecksilber seiner morgendlichen Lustigkeit war um zehn Grade gefallen. In seiner dämmernden Seele ragte nichts hervor als der Zettel, den er lesen wollte und auch schon las draußen auf der Gasse; und vorher schied er.

Das Blatt war aus Klotildens fliegendem Stammbuch geflattert und von – Emanuel geschrieben.

»Der Mensch hat hier dritthalb Minuten, eine zu lächeln – eine zu seufzen – und eine halbe zu lieben; denn mitten in dieser Minute stirbt er.

Aber das Grab ist nicht tief, es ist der leuchtende Fußtritt eines Engels, der uns sucht. Wenn die unbekannte Hand den letzten Pfeil an das Haupt des Menschen sendet: so bückt er vorher das Haupt, und der Pfeil hebt bloß die Dornenkrone von seinen Wunden ab.12

Und mit dieser Hoffnung zieh aus Maienthal, edle Seele; aber weder Weltteile, noch Gräber, noch die zweite Welt können zwei Menschen zertrennen oder verbinden; sondern nur Gedanken scheiden und gatten die Seelen. –

O dein Leben hänge voll Blüten! Aus deinem ersten Paradies müsse ein zweites, wie mitten aus einer Rose eine zweite, sprießen! Die Erde müsse dir schimmern, als ständest du über ihr und sähest ihrem Zug im Himmel nach! – Und wie Moses starb, weil ihn Gott küßte: so sei dein Leben ein langer Kuß des Ewigen! Und dein Tod werde meiner....

Emanuel.«[549]


»O du guter, guter Geist!« (rief Viktor) »ich kann dich nun nicht mehr vergessen – du mußt, du wirst mein schwaches Herz annehmen!« Von seinen innern Saiten waren jetzt die Dunsttropfen, die ihren Klang aufhielten, abgefallen. Sein Kopf wurde eine helle Landschaft, in der nichts stand als Emanuels glänzende Gestalt. Er kam mit einem selig bewegten Angesicht spät im Pfarrhaus an; und in dieser Glut stellte er vor seinen Zuschauern das Bild von Klotilden auf, dem er von einem Engel alles, sogar Flügel gab, welche ein kurzes Verweilen drohten. Seine Freundschaft erhob ihn über den Argwohn eines Argwohns so sehr, daß er seinem Freunde keine wärmere und zärtere Probe derselben zu geben glaubte als durch das stärkste sympathetische Lob Klotildens; Flamins Liebe gegen sie ging durch die Freundschaftin seine Seele über. Die Empfindung für die Geliebte eines Freundes führt eine unnennbare Süßigkeit und moralische Zartheit mit sich. Für Viktor steh' ich in diesem Punkte, daß er zwar begriff, wie ein Freund dem andern die Liebe zum Opfer bringen, aber nicht begriff, wie der andere das Opfer annehmen könne; allein für Flamin sag' ich nicht gut, daß er kalt und Menschenkenner genug ist, um die Preismünzen, die Viktor auf Klotilden schlägt, und worauf er ihr schönes Angesicht und sein Wappen setzt, immer für ebenso viele Münzen de confiance und für Pfänder der brüderlichen Treue anzusehen. Er war zu brausend und zu ehrgeizig, um die Wahrheit zu sehen, ja nur anzuhören: denn sein offenherziger Freund mußte manchen zärtlichen Tadel unterdrücken, der ihn zu sehr gekränkt hätte, weil er zuviel Ehrgeiz und Feuer und zu wenig Selbervertrauen hatte. Daher heftete sich ein Schmeichler wie Matthieu mit seinen Efeu-Häkchen desto fester in die Risse dieses Felsen ein. Da er ein wenig barsch den namenlosen Emanuel einen Schwärmer nannte: so sagte Viktor von diesem heute wenig. Flamin konnte – weil er entweder ein Jurist oder ein hitziger Kopf, oder beides war – nichts so wenig ausstehen als Poeten, Philosophen, Hofleute und Enthusiasten – einen ausgenommen, der alles das auf einmal war, seinen Sebastian Viktor.[550]

9

Das Ideal des Schönen.

10

Wie die Rabbinen nach Eisenmengers Judentum P. II. 7. glauben.

11

Petrarca mied (wie deutsche Rezensenten) die Nachtigallen und suchte die Frösche.

12

Vielleicht eine Anspielung auf das für die Phantasie liebliche Märchen daß in Neapel ein Kruzifix, da darin Alphons 1439 belagert wurde, den Kopf vor einer Kanonenkugel neigte, die also nur die Dornenkrone nahm. Voyage d' un François, T. VI. p. 303.

Quelle:
Jean Paul: Werke. Band 1, München 1959–1963, S. 535-551.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Lohenstein, Daniel Casper von

Agrippina. Trauerspiel

Agrippina. Trauerspiel

Im Kampf um die Macht in Rom ist jedes Mittel recht: Intrige, Betrug und Inzest. Schließlich läßt Nero seine Mutter Agrippina erschlagen und ihren zuckenden Körper mit Messern durchbohren. Neben Epicharis ist Agrippina das zweite Nero-Drama Daniel Casper von Lohensteins.

142 Seiten, 7.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Romantische Geschichten III. Sieben Erzählungen

Romantische Geschichten III. Sieben Erzählungen

Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Nach den erfolgreichen beiden ersten Bänden hat Michael Holzinger sieben weitere Meistererzählungen der Romantik zu einen dritten Band zusammengefasst.

456 Seiten, 16.80 Euro

Ansehen bei Amazon