Das Wasserrohr

[51] Nachts braust ein hohles Rauschen an mein Ohr.

Schrill tönt mein Schritt, der banges Leben kündet.

Tief unterm Erdreich liegt ein Wasserrohr:

Weiß nicht, wo's herkommt – weiß nicht, wo es mündet.


So tief wie eine Ahnung rollt der Schall,

wie bange Märchen, die wir schaudernd träumen.

Mein Fuß erschrickt – und weiß, daß überall

tief unter meinen Wegen Wasser schäumen.

Quelle:
Erich Mühsam: Ausgewählte Werke, Bd.1: Gedichte. Prosa. Stücke, Berlin 1978, S. 50-51.
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