IV. Von Deuffelischen Menschen.

[109] Es ist eine Stadt in Flandern mit Nahmen Hertzogen-Busch / in welcher / wie in andern derselben Landschafften / alle Jahr am Tage der Kirchweyhe / man unterschiedlichen Heiligen zu Ehren allerley Lust und Freuden-Spiele hält. Etliche vermummeten sich zu Engeln / andere zu Teufeln. Einer unter denselben ward in dem Tantz und spriengen / von Anschauung einer jungen Damoisellen entzündet / darauf begab er sich schweigend nach Hause / und wie er da war / gantz vermummet / in grausamer Gestalt / wohnete er seinem Weibe bey / und sagte: Er wolle ein junges Teuflichen von ihr zeugen. Zu diesem Beyschlaffe ward die Frau schwanger. Aber sobald sie des Kindes genesen / hat es angefangen zu hüpffen und springen / und sahe aus / wie man pfleget die Teufel zu mahlen. Diese Historie hat Margaretha von Oesterreich / Maximiliani Tochter / eine Muhme Carol des V. Johanni Lamuzai / des Römischen Königes Ferdinandi Ambassadeurn erzehlet. Mart. Weinreich de monstris cap. 17.

Wien von 26. Jan. 1667. Alsman diese Tage öffentlich ausgeruffen am Mitwoch / Freytag und Sonnabend / auch andern Tages über 10. Uhr Nachts wegen vorgegangener greulichen Leichfertigkeiten / nicht in Schlitten zu fahren / und seithero publicirten Decret kein Gehorsam geleistet worden; So ist der Teufel selbst von 11. biß 12. Uhr / in der Nacht / im Schlitten herumb[109] gefahren: hat eine Dame geführet /welche statt eines Goldstückes / ein gantz glüendes mit lauter Ungeziefer besetztes Kleid; und statt der Bendel und krausen Haar / auch Feder-büschen / lauter Nattern / Schlangen und Heydexen auff dem Häupte: An denen Brüsten aber 2. grosse Schlangen nagend / und zwischen denen Brüsten / an statt des Kleinods / eine grosse Kröthe / der Teufel aber selbst einen grossen Saukopff gehabt / so viel Feuer ausgespiehen / als wann 12. Windliechter darbey gewesen / auch mit Schellen ein solch Getümmel gehabt / als wenn 100. Schlitten führen. Der Wächter auff dem Graben hat ihn gefragt / warumb er wider das Geboth fahren dürffte? dem er angeblasen / daß er ietzt todtkranck liegt / wie weit diesem zu glauben / giebt die Zeit; denn man deßwegen unterschiedliche Personen / so es gesehen haben sollen / zu examiniren beruffen lassen; was ihre Aussage seyn wird / stehet zu erwarten.

Autor P.L. Apophth. zu Lübeck gedruckt Anno 1666. pag. 427. Decad. IX. Teufel: Ebräisch heissen sie Malachim raim, mali Angeli, Rasche galoth, capit seu principes captivitatis, Satanim adversarii; Elilim, vanitates, Idola, Griechisch πνεύματα πλάνα πονηρά, Spiritus deceptores, ϑαίμονες, solche Geister / die nicht nur für sich böse seyn / sondern alles Böse anrichten / betriegen und Schrecken einjagen. Bey den Lateinischen heissen sie Manes, Lares, Genii, Larvæ, Lemures, zugeschweigen / daß alle ihre Götter und Oracula nichts anders als Teufelsgespenst gewesen. Unter solchen Teufeln ist Nahmentlich gewesen 1. Hecate, welche[110] drey Gesichter hatte /zur Rechten nach Pferdes / zur Lincken nach Hundes / und in der Mitte nach Weibes Gestalt / daher sie Tergemina von den Poeten genennet wird; wiewohl auch dieses dazu kömpt / daß sie im Himmel Luna, auff Erden Diana, und in der Höllen Proserpina heissen muß. Hecate ist so viel als hundert / weil sie mit hundert Opffern versühnet wird / ja wohl hundert Jahr die Gnade versagt: Denn man glaubete / daß eben dieser Teufel das Schrecken durch allerley Gespenste verursachte. Nat. Comes Mythol. lib. 3 c. 15. 2. Pluto, vom Griegischen πλοῦτος für ein Gott deß Reichthumbs gehalten / wie nachdem Ebreischen und Syrischen Mammon / bey den Egyptiern Scrapis, gleichsam brennend; ist auch ἂδης genennet worden / als welcher den Tod in die Welt gebracht hat. Die Lateiner haben ihn Ditem geheissen / nach dem Grieigischen / weil Güter / Schätze und Reichthumb auß der untersten Erden gegraben werden / und dieser auch Inferorum DEus seyn muß. Cicero lib. 2. de Nat. DEorum. 3. Charon heist so viel als zornig und wütend / welcher der Höllen Fuhrmann seyn sol / wie ihn Virgil lib. 6. Æn. beschreibet. 4. Sind auch Dæmones luctatores, welche daher den Nahmen haben /weil sie die Menschen zu streiten / zancken und zwisten antreiben; Dergleichen einer war zu Temesa, der die gantze Stadt verunruhigte und gab für / er wäre der Geist Politæ, so von den Brutiis erschlagen wehre. 5. Sind auch gantz grausame Geister / welche sie Alastores heißen / die da allerley Jammer / Pestilentz und Hunger auf Erden erwecken / als[111] welche mit der Nemesi die Sünde der Menschen rechen. Werden auch Telchines genennet / die alles Böse stieften / an der Zahl sechs als Actæjus, Megalesius, Ormenius, Lycus, Nicom und Mimon, welche mit ihren Händen höllisches Wasser schöpffen und auf die Erde giessen / daher alles Unglück entspringt. Carol. Stephani pag. 1448. Diese Höllen-Geister sollen ihrer Beschreibung und Würckung nach nicht ungleich seyn dem Verderber (Abaddon, Apollyon) dessen Apoc. 9, 11. gedacht wird. 6. Gehören hieher die Satyri, deren Fürst und Führer Faunus, welchen abscheuliche und schreckliche Stimmen zugeleget werden. Psellus nennet sie Asinipedes, Onoscelides, weil sie Esels Füsse haben. Cozomen. lib. 8. cap. 6. In heiliger Schrifft werden sie Sairim oder Pilosi harichte genennet. Levit. 17, v. 7. B. Luth. Feld-Teuffel. LXX. Vana s. Idola. Sonst auch Sirenes, Onocentarij zweiffele ohne wegen der vielfeltigen verenderten Gespensten; Von denen Plinius und Mela, wie auch Iul. Scaliger melden / dergleichen soll auch dem H. Antonio in der Wüsten erschienen seyn. B. Athan. in Vita Antonii. 2.

Die H. Schrifft gedenckt insonderheit deß Dæmonii nocturni und Meridiani. Ps. 91, 5. 6. Der alte Lehrer Hieronymus versteht durch Dæmonem meridianum alle öffentliche Anläuffe deß Teuffels / und deren zugefügten Schaden. Basilius und Theodoretus meinen / der Prophet rede hier nach dem gemeinen Wahn / daß gewißlich auch solche Teuffel weren / die da zu Mittage, ihre böse Wercke verübten. Ein ander Author spricht: [112] Dæmonium Meridianum werden die Teuffel genennet umb zweyerley Ursachen: Erstlich wegen des Orths / weil sie gemeiniglich in der Wüsten sich finden lassen / und in den Einöden. Nu aber die Wüste dem Ebräischen Volck gegen Mittag / daher Mittag und Wüsten offt für eins in A.T. genommen werden. Fürs ander wegen der Zeit und des Tages; Sintemahl diese böse Arth zu Mittagszeit nicht nur sich sehen läst / sondern die Menschen so viel häfftiger anfeindet / so wohl Geistlicher als Leiblicher Weise / wie Euthymius und Theodoretus wollen / und über das unterschiedene Autores schreiben / daß gemeiniglich zu Pest-Zeiten erschreckliche Gespenst sich sehen lassen. Pocopius unter andern gedenckt / daß da zu Cosdrois und Justiniani des Käysers Zeiten eine grosse und erschreckliche Pest / so fast die gantze Welt durchstrichen / entstanden / da habe man Teufflische Gespenster in Menschlicher Gestalt so wohl auff öffentlicher Gassen als in Häusern gesehen / welche auch die Leuthe beschädiget haben / und die so von Ihnen beschädiget / sindt gehendes Todes gestorben; Solches sol etlichen bey hellem Tage (en merid. dæmonium) etlichen in Schlaff bey der Nacht (en nocturnum) geschehen und wiederfahren seyn. lib. 2. Bel. Pers. was aber Dæmones nocturnos belangt / ist ja gewiß / daß die Nacht eine rechte Gruft der Gespensten ist; Die Teufel werden Fürsten der Finsternüß genennet; Die Nacht ist auch niemandts Freund zumahl / weil solch Satans Wesen sonderlich zu der Zeit sich erenget / daher die alte Kirche mit dem heil. Ambrosio singt und da wieder seuffzet: Procul recedant [113] somnia & noctium Phantasmata. Hostemq; nostrum comprime, ne polluantur corpora. Vertreib den schweren Schlaff / etc. denn die Teufel haben ja einen ewigen Haß wieder alle Menschen / noch einen grössern aber wieder die Christen / am aller grössesten / wieder die / so GOtt treulich dienen. Sagt Anton. ap. Athanas. in Vitâ. Bißher Delrius Disq. Magn. pag. 682. seq. Sonsten wird dieser Text von Nachtschrecken in gemein von Pestilentz und schleunigenschädlichen Kranckheiten ausgelegt. Conf. D. Luc. Osiand. Paraph. in h. Ps. v. 5. & 6. & alii.

3. In die Teufel Zunft gehöret auch daß Ungeheur /welches Sphinx Thebana heist / davon Strabo lib. 9. Nat. Comes. Mythol. cap. 8. welches / wo es in rerum natura gewesen / ausser allen Zweiffel ein Teufel gewesen ist / der solcherley gestalt angenommen / wie die Sphinges gehabt haben. Diese aber haben nach Hygini Fabeln / ein Gesichte wie ein Mägdlein / Flügel wie Vögel / den Leib wie ein Hundt gehabt) hieher gehören die Harpyiæ, die von Rauben und stehlen den Nahmen haben / und sind in der Zahl drey / als Aello, Ocypete und Celænio beym Virgilio lib. 3. Æn. Wie auch die Gorgones auch drey an der Zahl / als Medusa, Sthenyo und Eutyale, welche von der Grausamkeit Ihren Nahmen haben. Diodorus schreibt / daß es streitbahre Weiber gewesen seyn in Africa, Von den Sirenen meinet Theodoretus daß es Teufel gewesen / so dazu allerley wollust angereitzet haben. Erinnyes oder Evmenides was sind die anders als Höllische Furien / so da umb der Frevelthaten[114] wegen / die Bösen nicht so mit brennenden Fackeln / wie die Fabeln wollen / als mit der Gewißensangst quelen? Daher Sie Pœnæ bey den Lateinern heißen. Was sind doch die Nymphæ, die Nereides, Najades, Dryades, Oreades anders als Teufels Gespenst / so auf Bergen in Wälden in Meere ihr Geschwärm haben? (daher sie auch benennet sind) daß / wer daran zweiffelt / solches Handgreifflich auß der Würckung dadurch Sie die Menschen toll und rasend machen / abnehmen kan. Teufelsgespenst sinds / wenn sie in gestalt eines Bocks / Löwen / Eulen / Fliegen (daher Beelzebub) Schlangen (wie in Aesculapii Schiff) einer Saue / Wolffs / oder andern Thieres erschienen. Teufelsgespenst ist / wenn sich eine gantze Rotte / ein gantz Heer sehen läßet / (damit die bösen Geister den himlischen Mahanarim, den Englischen Frohngeisterlein nachaffen) deßen Exempel Cromerus erzehlet: Daß da Uladislaus I. König von Pohlen das feste Schloß Nauclum in Pommern belägert / gantze Hauffen sich bey der Nacht sehen lassen / und im freyen Felde gleichsam auf der Polen Lager zugezogen; dadurch die Pohlen / als welche ihrer Feinde sich vermutheten / und mit gewapneter Hand denen begegneten / sie auch in die ferne verfolgeten / von den Belägerten / so unterdes ausgefallen / das Läger angezündet / die übrigen ertödet / grossen Schaden erlitten haben l. 5. Hist. Polit. Nicht weniger gehören hieher die Kobolt / Kobbautermänlein / Gutelken / wie sie zusammen heissen; Die Bergmännlein / dergleichen im Gebürge bey Anneberg und Schneberg gefunden werden; Die Incubi und Succubi[115] und dergleichen. Davon weitleufftiger obgedachter Delrius Disquisit. Mag. p.m. 700. 4. Es kan sich aber der Teufel in einem Engel deß Lichts verstellen / 2. Cor. 11, v. 14. da er nicht alleine zur Busse vermahnet / und nebst Alten / Jungen fleissig zu beten befiehlt / sondern auch gewisse Gesetze anordnet / welche in offentlicher Versamlung solten gesungen werden / als: GOtt der Vater wohn uns bey / etc. Ach Gott thu dich erbarmen. Wie denn dergleichen zu H. Kesleri Zeit sich herfür gethan / davon nichts guts zu halten / beweiset er (1.) daher / weil dieses Knäblein mit einem Bärtlein erscheinet / setzet sich bald auff das Ofengeländer / bald auf den Tisch / bald auf das Kammerbett / hat ein Hembdlein an / bald so / bald so / bald anders; kömmt offt wiederumb / und hatt gute Kundschafft und Gemeinschafft mit der Frauen. Welche vermeinte Englische Erscheinung er nicht allein verdächtig sondern auch Ungöttlich nennet; Immassen wir nimmer finden / daß die heiligen Englein als Kindlein in heiliger Schrifft erschienen sind; Sondern entweder als Männer Gen. 16, 10. cap. 18, 2. Lud. 6, 11. oder als ein Jüngling bey der Aufferstehung Christi / oder in Gestalt feuriger Rosse und Wagen / 2. Reg. 6. (2) Weil mit solchen kindischen Geberden sich zu zeigen / nach Göttlicher Schrifft der Englischen Natur nicht gemäß. So kindisch hat sich der Engel gegen der zarten Mutter Gottes / und der Engel deß HErrn gegen Simsons Mutter nicht bezeuget. (3) Was ist wohl / daß das vermeinte Gottes Englein so offt mit dem Weibe eben Gespräch hält? Dergleichen finden wir nirgends in der heiligen[116] Schrifft. So wil der Teufel / unser abgesagter Feind / gerne von Gottes seligmachenden Worte einen Ab- und Irrweg auff den Aberglauben / bey den Evangelischen und Rechtgläubigen / machen! Der H. Lehrer Augustinus bath / Gott möchte ihm keinen Engel erscheinen lassen / wie auch der Gottes Mann Doctor Martinus Lutherus gleiches von Ihm selbst zeüget in Gen. 22. Comment. D. Keslerus Theolog. Cas. Consc. cap. 4. pag. m. 20. Ich schliesse mit nur-gedachtem Heiligen Bischoffs Worten: Solche Phantasmata kommen von dem her / der so viel arme Seelen mit falschen Götzendinst bestricken / und vom wahren Gottesdienst / wodurch sie rein und ewig selig werden / abzuführen trachtet / gleich wie von Proteo gesagt wird / formas se vertit in omnes, hostiliter insequens, fallaciter subveniens & utrobique nocens, er thut es mit Macht oder List so muß schrecklicher Schaden Leibes und der Seelen erfolgen. de Civitate Dei lib. 10. cap. 10 fin.)

Noch eine andere hiehergehörige Historie siehe p. 106. in meinen wünschel Ruthen. von Kromwellen hat man / daß ihm ein Affe wie er noch iung gewesen / aus der Wiegen genommen / und hoch aufs Tach mit sich getragen / aber auch unverletzt wiederum herunter gebracht habe. Ein Vorspuck seines Protectorii über Engelland / daß er solches glücklich / durch die Nachaffung eines Königes / würde anfangen / mitteln / und vollenden / wieder das gemeine Sprichwort / daß raro sicca morte tyrani ad generum Cereris kommen. Ich bringe dieses hiemit vor / nach deme ich gedencken wollen / wie bey Salfeld /[117] an einem Orte / eines Weibes Kind / mitten in der Nacht / durch ein Gespenste ausgewechselt worden: davor zu ihren füssen ein brandschwartzes rauches Ding / als eine Katze hingeleget gewesen / daß gantz stille gelegen und wie es die Mutter / vor ihr Kind anfassen wollen / da hat mans ihr verbothen. Mitlerweise suchen sie das rechte Kind allenthalben / und werden endlich gewahr / daß es zu höchst auf ihres Hauses Dach gesessen. Davon hatten die Haußgenossen es bald / zwar nicht ohne Bemühung / doch unverletzt wieder heruntergeholet / und der Mutter überreichet: drauf zur Stunde ienes Gespenste verschwunden. Und haben sie gäntzlich dafür gehalten / wen die Mutter das betrögnische angetastet / daß sie sich damit ihres rechten Kindes würde verlustig gemachet haben. Selbige Mutter hat diese warhaftige Geschichte oft in Salfeld zuerzehlen pflegen / als darinnen dieser ihr Sohn endlich ein Tischler geworden / welchen meine Ehefraue daselbst in ihrem Vaterlande gar wohl gekant hat. So werden auch daher die Hexen genand Unholden / weil sie Unmenschlich handeln. Bishieher zur Gnüge von dem Teufelischen Menschen: Höre numehr / wo nicht Teufelleyen / doch allerhand Verführungen an / damit man die Leute auf das 1666. bestürtzet gemachet hat / als hätte unser geliebtes Vaterland drinnen was sonderliches zubefahren gehabt.

Günstiger Leser / Ich verheisse dir hiermit / flugs anfangs / Jährlich / mit Gottes Hülffe / ein dergleichen Werck / von den Wundern Gottes herauß zugeben alß von einem Jahre zum andern / in der weiten Welt geschehen[118] seyn und so viel zu unsern Augen und Ohren gekommen seyndt. Ich verhoffe / es soll solch Christliches Beginnen / so erbar / so nützlich / und so ergetzlich sein / als irgend ein ander Buch von üppigen und leichtfertigen Stücken. Denn Ich will mich befleissigen / zugleich den rechten Grundt solcher Wunder-Wercke zu erkundigen / und dem gemeinen besten zuentdecken: das ist / anzuzeigen / was dieses oder ienes Himmels Gesichte / oder andere rare Begebnüsse / zur Bedeütung hinter sich habe / und woher dieses vermuthlig sey? Im übrigen aber / mache Ich mit Gottes Hülffe / nun mehr allhier den Anfang darzu vom verflossenen 1666. Jahre nach unsers Erlösers Freüdenreiche Geburth. Ey! was hat man erstlich von solchen Jahre für wunderliche Dinge geschwatzt und von langer Zeit her vor gesaget! nemlich es wird in vielen Schrifften da von prognosticiret befunden werden / theils


(1.) M onarChIa DeLVXata.

(2) D IsCVrsVs poLonorVM.

(3) C VLpa IVDÆorVM.

(4) L VnatorVM zoDIaCVs.

(5) X enoDoChIVM beLgæ.

(6) V ereDVs paplCoLarVM.

(7) I VDICIVM fILII.


(7) wir wollen von einem iedweden Stücke etwas berühren / und den Anfang vom letztern machen. Nemlich die meisten haben Ihnen von solchem Jahre bedüncken lassen / es werde oder müsse der Liebe Jüngste Tag sich[119] darinnen einstellen. Nun wil ich solche Gottselige Gedancken ingemein nicht tadeln. Der Selige Hyeron. hat sich alle Augenblick eingebildet / als wann er die letzte Posaune blasen hörete / mit der hellen Stimme unsers Erlösers; stehet auff ihr Todten / und kommet fürs Gerichte. Also verwirfft auch nicht Abraham Hossmannus im Schlusse seines Tractätleins vom Ungewitter / deroselbigen Wahn / welchebey einem iedweden grossen Donnerkrachen und Blitzen (als auch etliche in diesen Jahre / hin und wieder mit solcher Meynung sich zugetragen haben /) sich einbilden / es werde das Ende der Welt herein brechen. Aber daß man eben so genau dieses Jahr vorher bestimmen / und dazu außlegen wollen / hat mir niemaln gefallen können. Denn es ist vielmehr derselbige eine Tag verborgen / daß wir sie alle verdächtig halten / oder zum Termin der Erden befürchten sollen. Und stimmet dergestalt mit mir überein / wegen der gedachten Jahres Zeit / von


MVnDI LVCtV, oder CLaVsVra MVnDI.


Der Sel. Capoferreus oder Isernkop / centur. 2. Epigr: 129. in chronodisticho artificiali vom Jahre Christi 1666.


Magna Det aCta Labor teXtô reprehens Vs In anno,

Non ego eô terræ fata parata reor.


Nun über die gedachte / und zu Handn gerathene Gewitter in selbigen Jahre / haben andre / vor solchem Jahr / aus denen wunderzeichen Anlaß nehmen wollen / zu gedenckē / daß drinnen etwan der Jüngste Tag dürffte vermuthlich seyn: Hierzugehört aus neu. Weltbeschr. Tom. 1. p. 487.[120] ein Gottesfürcht. Poet und denn auch David Wintzerling am Ende seiner beschriebenen verkehrten welt / also:


– – – weil man ietzt hört krachen

Am Firmament den zorn / kan man auch entlich machen

Kein ander Rechnung sich / alß daß der Herr sein Herr

Die Plagen sende auß / und alls zu Grunde kehr;

Und do er innen helt mit irgend einer Plage /

Wird er doch brechen ein mit seinem Jüngsten Tage.

Da Er die böse Welt / die so verkehret ist /

zur Höllen kehren wird. Wohl dem / der nicht vergist

Der Buß und Frömmigkeit / der heüte bald umbkehret /

Und den Verkehrten Weg zu lauffen noch auffhöret /

Der wird in iener Welt bey den Bekehrten stehn /

Wen die Verkehrten hin zur Höllen werden gehn.


Bißhieher iener der es dennoch so eben und determinate nicht von einem / oder etwa diesem 1666. Jahre wil gemeinet und verstanden haben. Wie nu in übrigen etliche Ihr datum auf die vorhergehende wunder Wercke setzen / also beruffen sich andere wegen des Grundes auf die drey 666. Oder auf alle Zahles Buchstaben und ziffern nemlich M DC LXVI da alle Zahlen zugegen seyn / und derer zwar sieben nach der vollkommen Zahl. Davon Wurfbeinius de septenario numero. Ein wunderliches / daß man auf die Sechsen fussen solte: warumb? weil etwan die alten Ægyptier solche Zahl sehr werth und hoch gehalten haben / daß sie den Thron Ihres Höchsten Gottes damit verzeignet haben / nach den Tabulis Bembrinis, beym Kirchero pag. 272. Mystagog. Num. Aber Gott / der zwar alles nach der Zahl / Maß und Gewichte[121] gemacht / nach dem Buch der Weißheit / ist dennoch ein besser Rechenmeister als wir / wie gar schön also redet Drexelius in Danielem c. 17. §. p. 193. Man findet zwar von solchen drey sechsen / daß bey denen Egyptiern 666ley Arten der Opffer im Gebrauch gewesen seynd / vide Peucerum de Divinat. Extisp. p. 144. So sind auch 666. Männer der Kinder Adoni-Kam gewesen / Esr. 2 / v. 13. Item lieset man 1. Reg. 10 / 14. 2. Chr. 9 / v. 13. von 666. Centner Goldes. Item ein Schalt Jahr hat 366. Tage / und die Sonne soll 166mal grösser seyn als die Erde. Aber was hilfft das zur Sache? Es wirds die Zahl hier so wenig ausmachen- als sie es ausgemacht hat 1657. da auch einer gewolt hat / daß darinnen der Welt Ende müsse verhanden seyn / weil solche Zahl in den beyden Wörtern MVnDl Conf LagratIo, stecket / vide Zeilerum Tom. 2. ep. 305. p. 19. 20. Oder künfftig / geliebts Gott / ausmachen wird / wenn man schreibet 1684. nach dem Spruche:


VenI VeLoX IVDICIVM.

aLs Denn Des VVahrn Gottes Sohn /

aVßzlehen VVIrD / In seIner Cron.


vide Hammerum in Viridar. Histor: p.m. 343.

Ich geschweige vieler übrigen Jahr-Reime mehr etc. darauß man den Jüngsten Tag ergrüblen wollen. Aber du sprichts; es ist ein anders umb dieses Jahr / denn da kommen gleichwohl drey sechsen zusammen Item es seind alle Zahlsbuchstaben richtig nacheinander in der Ordung folgende: solches Jahr kan mir da her nicht MenDaCILoqVaX seyn. Resp. wie? wenn es denn eben daher[122] Fehl schlüg / weil du dein Datum so gar drauf setzest? wie? was noch mehr ist / ist doch vielleichte selbiges 1666. Jahr längsten vor bey gewesen davon im nachfolgenden;

Steph. Spleissius Rect. Gymnas. Schaffhus. in tract. vom Com. 1664 (p.m. 13 Cometolog. Francof:) mir zweifelt nicht / es werden etliche / wänn ihnen der Sinn daran kömpt / über der gebräuchlichen und itzläufigen Jahr-Zahl 1664. sonderbare Gedancken schöpfen: in sonderheit aber die jenigen / welche nach des Edlen und Hochgelahrten Scaligeri Zeit Rechnug dafür halten / daß wir nach der Geburt Christi jtzt das 1666. Jahr zehlen solten diese werden zu Gehülff nehmen die Geheimnüß-reiche zahl. 666. welche in der Offenbarung des Heiligen Johannis am XIII. Cap: v. 18. des Thiers Zahl genennet / und gemeiniglich / laut des Texts für eine Nahmenszahl /von etlichen aber / für eine Jahrzahl gehalten wird / in welcher die 1000. Jahr gewisser Ursachē halbn ausgelassen wordē seyn. Hierzu werden sie auch ziehn / daß / wann die gebräuchlichen Lateinischen Buchstaben CDILMVX nach der Ordnung ihrer Gültigkeit einander nachgesetzet werden / eben die Zahl dieses gegenwertigen MDCLXVI. oder 1666. Jahrs / von der eigentlichen Geburt unsers Herrn und Heylandes Christi anzuzehlen / einstimmender Weise bemercken. Daß also dieses zu Ende lauffende Jahr vieler oberzehlten Umbstände halben ein merckwürdiges Jahr seye. Nicht vergeblich wird in obangezogenem Orte von den H. Johanne hinzu gesetzt. Hie ist weisheit; wer Verstand hat. etc. Sintemal dergleichen Geheimniß nicht mit ungewaschenen Händen zubetasten /[123] noch dem finstern Urtheil der Menschen zu untergeben sind / sondern es wird eben die Göttliche Erleüchtung zu der Außlegung / als zu der ersten Offenbahrung / erfordert.

D. Tobias Jacobus Hainzel in Iudic. Astrol. De Comet 1664. p.m. 32. (Cometol. Francof.) obwohl /wie man zu reden pflegt: Astrologorum Scripta non sunt edicta Prætoria / und daß eben alles just und stündlich zutreffen muß: wär auch ohne zweifel nicht jederman lieb / wann alles geschehe / und vollkommlich zutreffen solte / Wann ich nun den jetz schwebenden Cometen / samt andern mitein fallenden Aspecten und Umbständen so sich in diesem 1665. Jahr auch ereignen / fleißig erwege und betrachte / so ist vermutlich zu schließen daß / was Policey und Welt wesen betreffen thut / es in demselben seltzam und wunderlich daher gehen möchte / und manche Region und Landschafft von vielen und grossen Veränderungen / auch hin und wieder von unterschiedlichen Empörungen und Auffruhr dürffte hören müßen. Wie denn diß nunmehr lauffende 1665. Jahr / und folgendes 1666. bedencklich gnug fallen werden. Das Erdgewächs belangend / so möchte es auch wohl an unartiger untauglicher witterung / wegen starcken Sturm-Winden / Hagel / Donner / Blitz und viel grosse Waßergießungē / welche theils Orten dem lieben Erdgewächs Schaden zufügen dörfften / kein Mangel erscheinen / wollen auch Erdbeben an theil Orten und andere Wunder zeichen nicht aussen bleiben. Was aber vermuthliche Kranckheiten / wie ungesunde Lufft und Leibes-gebrechen betreffen thut / so[124] hat es das Ansehen / daß viel unversehene plötzliche Kranckheiten / wie auch unartige hitzige und böse Fieber sich ereignen und im Schwange gehen möchten / und dörffte es auch wohl manchem / der es nicht vermeynet / hievon einen dergleichen Creutz-becher zu Hause geschickt werden / und aus demselben wider seinen Willen trincken. Nun Gott der HErr / in dessen Hand und Allmacht alles allein stehet / wolle es alles zum besten wenden. Wer so lange mit Gottes Hülffe sein Leben zur Beute bekommen wird / der wird von grossen Wunderwercken des HErrn reden können und seine Güte preisen. Hactenus ille. Darzu gehöret nun auch Candorinus un abgefasten Cometen-Entwurff lit. E. 4. Schließlich beantworte ich die Frage einer hohen Standes-Person / ob künfftiges / als das 1666. Jahr den jüngsten Tag anzeige / und alles in der Welt wiedrig hergehn werde? Nicht nur einige Calender-schreiber / besondern auch andere / unter denen Vigelius und Nagel nicht die geringste / haben auff das 1666. Jahr gesehen / demnach drinn eine Trigonal-Zahl / und Nagel unter andern so setzet / des andere Wehe ist 1620. geschehen / 1662. ist das Jahr des dritten Wehes / welches Wehe sich auff vier Jahr erstrecket / werde also das Ende aller Wunder 1666. seyn. Durch fleissige Nachforschung hat man erfunden / daß man 2. Jahr nach Christi Geburt zu kurtz gezehlet / und Anno 1619. hätte 1621. und 1665. 1667. schreiben sollen / wäre also Anno 1664. das 1666. Jahr bereit verblichen / dannenhero dergleichen wahnsinnige Hybernische Klügelmeister weidlich fehlen / wie auch[125] gleicher weise nicht weniger die jenigen / welche der Welt Untergang 1670. 1672. v. 1673. gesetzt. Theils haben (ich weis nicht was für) Einbildunge und sonderbahrer selbst dünckelischer Klugheit sich vermessen / auß tiefsinniger Ergrübelung etlichen in der Natur fürfallenden Zeichen vermittels einer Traum erlangten Offenbahrung und Verstand über einiger im Daniel und Apocal. versiegelten Rede- und Schrifft geheimnüßen / hinter dem Grunde Gottes allein sich vorbehalten wissens und geheimen Raths zu kommen / und das Jahr der letzten Zukunfft Christi zu wissen / weß halben denn einige im 1588. / andre im 1633. / theils im 1656. / theils 1666. etliche im 1670. / und wiederumb etliche im 1673. Jahre der Welt Ende angekündigt und nach Philip Nicolaj / Wincklers / Nicol Raimars / u.a.m. Wandünckel / öffentlich außgeben dörffen. Meine Antwort ist diese / O ihr Lieben / Alles Euer / unser und mein Wißen zu forderst ist Stückwerck. Daniels 1290. und 1335. Tage sind verborgen und versiegelt biß auff die letzte Zeit / Dan. 12. Johannis Thierezahl so auff eines Menschen Zahl sich gründet / wird uns warlich nicht kund werden. Apoc. 13. an deme ist Gottes Allwalt an keine Jahr zahl oder verwegene Cabalistische Buchstäbliche Deuteley gebunden. Keine eintzige bißher vorgegangene oder noch seyn sollende grosse verenderung trifft mit einander der Jahrzahl nach ein / besondern entstehet auf der Allerheiligsten Drey-einigkeit Rathschluß / welche die Himmlische Bewegungen und Einflüße über Menschliche Gemüts Neigungen in etwas einige Wirckung verüben lest / was ursache auff die Jahr zahl und dergl.[126] Qvackerischen Wahndeuteley nicht zu bauen. Der Neuen Testaments Lehrer Johanes hat längst der Sünden Welt zugeruffen / Thut buße / denn das Himmelreich ist nahe / Gott lessets uns noch durch Himmlisch Feurwerck und Sternzeichen für bilden / das es fast umb die letzte Zeit / da das große Feuer Himmel und Erden anzünden und verbrennen solte / weßwegen ieder Christe ohne deme den Schluß leichtlich machen kan / der Tag des Herrn sey stündlich zu vermuthen. Aber Anno 1666. welches Jahr wir 1664 genauerichster Rechnung nach bereit erlebet / werde er nicht kommen / und kan der Jahrzahl halber der Welt Ende nach Gottes Willen garwohl länger aus bleiben / Durch des Firmaments-zeichen wird uns der Welt nahen Untergang angekündiget Luc. 21. da der Mund der Warheit selber saget: Wenn ihr dieses alles an Sonne Mond und Sternen sehet angehen so wißet / daß das Reich Gottes nahe ist / aber das Ende der Welt ist noch nicht da: Nun ist demnach nach allem vor verkündigten fürgehen zuschlissen und die Rechnung zumachen / daß wir in der letzten Zeit leben. Dergleichen gewiße und von Gott verordnete Merckwunder und Himmelszeichen stellen der Welt heran nahendes Ende uns für Augen / damit wir uns nicht erst übers Jahr oder über 5. 6. und 7. Jahr / sondern alle Stunden zu des Herrn Zukunfft bereit halten. So viel hiervon. Des Himmlischen Schreck-bildes Andeutung gehet nicht nur auf eine oder andre gewisse / sondern auf viele folgende große benachbarte und allgemeine Weltverenderung: maßen für dem endlichen Ende der Natur (Wovon[127] auch L. Cæl. Lact. uns was wunderliches hinterlaßen /) seltzame Himmels zeichen und Schreckgestalten / darüber den Menschen bange werden wird / Christus / die Apostel und einige H. alte Väter verkündiget. Beachtet man die im verwichenen Jahre von etlichen in Pommern bemerckte / aber in keinem Wetter- oder Zeitbuche gesatzte Finsternüß / ist was seltzames davon zubefahren. Ob solche nu natürlich oder übernatürlich / neu oder ungewöhnlich oder nur nach dem ferne Gesichte und andern Zwischen kommenden Dingen so scheinende gewesen /will ich dieses mahl nicht bestreiten / Herr D. Marche hat sie gleich wohl beachtet. Non omne qvod novum in natura indies invenitur, extraordinarium semper est dicendum Hydaspes ein alter Sternseher und König auß Indien hat geweißaget / wie das Röm. Reich soll vor dem Jüngsten Tage wieder in Asien kommen. oder Niedergang werd untergedruckt werden / der Auffgang aber herschen: gleich solches die Himmels Natur anzeigt / von Gott beschloßen und daß Sybillen (von welchen Justinus Martyr geschrieben) gepropheceyet / unter denen die eine einen Schwantzstern alß einen Pfauenschwantz für solcher letzten Welt veränderung verkündet / mehres lese man bey Cœl. Lact.

Hieraus siehestu nun / was drauff zugeben sey /wenn man sich auf dieselbige Zahl verlaßen wil: du sprichst / wenn man schreibet / annô SaLVatorIS DoMInI IesV ChrIstI. so kommen gleich wohl alle Zahlen herrauß / als M DC LXVI. Antwort: wiemann M CD LXVI (1466) oder M DC XLVI (1646) oder M DC LXIV[128] (1664) geschrieben hat / da sind ebenmäßig alle sieben Buchstaben herauß gekommen. Und wenn man nunmehr schreibet M DC LXVII so kommen sie abermal herauß. Aber du sprichst; hier ist eines übrig und zu viel und nur eine Wiederholung des vorigen: da stehen sie nicht nach der Reyhe / wie sie eigentlich nach Ihrer Geltung stehen sollen. Resp. folgen sie denn so in A B C. Ich meyne / da sey das letzte I eher / als das erste M. item C. und D. noch viel eher als M. in gleichen auch L. und X ist fast das letzte. das ist alber / weil denn die gantze Zahl nacheinander aus sey / daß es auch daher mit der Welt aus seyn müste / wie? daß Baudius und andere / gar das D. nicht mit unter den Zahlbuchstaben gelten lassen / sondern es heraus stossen / und die Rechnung mit den übrigen vollenzihen oder vergnügt außführen; und dergestalt wären alle zahlen schon längst aus gewesen / als nemlich M C LXVI oder 1166. (Eine Römische Legion hat auch 666. köpfe gehalten: was thut solches zun 1666. Jahr?) Warumb nimt man es so eben mit dieser zahl an? in der andern / als 1. 2. 3. ex. gehet es ja nicht an: da seynd sie lange noch nicht aus / und wenn Ich auch gleich aus allen Jahren von Christi Geburt an / lauter Tage machen wolte; so werden sie noch lange nicht miteinander herauskommen 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 9. und kompt mir das ding so ungereimt vor / als vor 10. Jahren ein Unbesonnener schrieb / daß nach 1656. keine Zeit mehr seyn würde. In übrigen gehöret hieher M. Eberhardi Welpers Wiederlegung und Astronom. Erklärung eines Nugivenduli /(apud Anonymum der colligirten[129] Astronomischen Beschreibung sehr vieler Authorum wegen der 1654. Sonnen-finsternüß zu Nürnberg herauß gegeben Cap. 12. tit L. iiij) der sich Andr. Argoly Mathemat. Patavinus unbillig genant: deren Bedeutung mit Muthmassung dahin geht / daß / wenn Gott der HErr mit seinem Jüngsten Tag nicht einbrechen wird / Er doch mit demselben über zwey Jahr nicht außbleiben werde. Vom Jüngsten Tage beyläufftig zu reden / aus guter Muthmassung ist so wohl den Astronomis / als den Theologis erlaubt / die sichere Weltkinder da durch zur Busse zu bringen / welche den natürlichen Todt weniger / als den Jüngsten Tag zu fürchten pflegen. Eine gewisse Zeit und Jahr aber zu benamten / das wil bedencklich fallen. Sintemahl sowenig als auß den Finsternüssen und bösen sich zutragenden Aspecten / ein Comet gewiß kan prognosticiret werden: So wenig kan auch auß denen sich erzeigenden Wunder-Zeichen der Jüngste Tag gewiß kund gemacht werden: beydes aber beyläufftig mit gutem Grunde zu sagen / ist nirgends verbothen. Und gleich wie die Erste Welt im Jahr 1656. im Wasser untergangen: also ist man itzt der meinung / daß auch in diesem Seculo / deß 1656. Jahres Himmel und Erden mit Feuer vergehen werden. Daß der Jüngste Tag in diesem Seculo / ehe man 1700. zehlen wird / kommen werde / bin Ich mit vielen derselben gäntzlichen Meynung / und gläube es festiglich: daß es aber im Jahr 1656. geschehen solle / stehe Ich wohl noch bedencklich an. Ich sage aber hingegen / daß es geschehen und der Jüngste Tag ein brechen möchte inder Zeit zwischen dem 1666.[130] und 1670. Jahr beyläufftig / da die zum andern mahl bevorstehende magna conjunctio im Schützen / im Jahr 1663. in dem feurigen Triangel / zuvor geschehen: Und unterdeßen aber dieser Welt noch mehr Wunderwerck Gott der HErr vor Augen stellen / und endlich darauf die Welt im feurigen Triangel mit Feuer verzehren werde; in welchem Triangel sie auch vor 6000 Jahren angefangen hat. etc. Aber hierzu möchte man wohl folgendes sonderlich wiederholen und sprechen: latet unus dies ut observentur omnes. Es ist ein Tag verborgen / darumb daß wir immer uns dessen befahren sollen / heut oder Morgen: In übrigen möchte der ausführliche / schöne Discurs D. Casp. Marchens. PP. von der Sonnen Finsternüß Anno 1654 allhier mit Nutzen hergesetzet werden / wenn es die Weitleufftigkeit nicht verböthe. Als drinnen er sich unter andern auch berufft auff die heutigen Cometen. etc. So unlängsten gewesen: daß man nemlich daraus gar wohl schliessen könne / wie der Jüngste Tag müsse für der Thüre seyn. Vnd solches kan man noch viel mehr mit größerm Fug von bevorstehender Zeit sagen / dahin die zwene noch itzund am Himmel stehende Cometen gleichsam mit Fingern weisen und Ihre Außdeutunge thun. Ich geschweige das intendirte Wüten der Türcken etc. Ein mehrers von allerhand Propheceyungē des Jüngsten Tages / welchen etliche bald auf dieses Bald auf ein anders gezogen haben / Besiehe Frid. Löwenstein in Beschreibung der neüen Welt c. 1. D. March. d. l. Seldim. in Refut. Autoris Apocalyps. referatæ. D. Tob. Wagner ad Astrol. Geneth. Cyprian.[131] Leovit. VVendelin. in Phys. etc. Pegeus part. 2. der Kunstqvelle. §. 5192. p. 443. von dem 1656. Jahre / das solches sonderbare Geheimnüße in sich halte: 1. weil drinnen damahlen die Sündfluth gewesen. 2. wenn 1. zu 5. gesetzet wird / 666. machet 3. weil in diesem Worte DeCLInaMVS die Jahrzahl stehet. (solches hat der Autor Harstörffer Sel. aus meinem Scripto / CaLenDarIVM papæ genant / entlehnet. sed Declinavimus illud fatum.) doch damit ich noch etwas weiter von der andern Zahl / als von den dreyen sechsen rede: was meinstu wohl / daß nicht sonderlich eben solch wesen mag seyn gemachet worden / anno Christi 666. so ferne nur was schrifftlichs von denen Contemporaneis verhanden währe? angesehen es eben dievollständige Zahl des Apocalyptischen Thieres ist. Oder Anno Christi 777. oder 888. oder 999. oder 1000. oder 1111. oder 1222. oder 1333. oder 1444. oder 1555 weil allenthalben drey gleiche Zahlen seind / so helt man ja noch wohl darzu die 7. Zahl viel höher als die sechste. und kann man nicht minder bey 6. lügen / als bey 7. nach dem Sprichworte / bey sieben lüget man gerne / doch gilt solches mehr bey denen Deutschen als bey den übrigen Römern etc. /welche die siebende Zahl für die vollkommenste halten. Was meystu also / wenn nemlich die Welt so lange stehen wird / was man vor Scrupulirung machen werde / wenn daß 1777. Jahr gefällig ist. etc. traun die Repetirung der Ziffer macht es nicht aus / sie ist so eine Tavtologia / als die Wiederholung der Wörter in der Oratoriat mit den andern ist es Taudelwerck. Gedencke nur dran Anno 1677. wird sich eben dergleichen Scandalum[132] ereignen / Und meinstu nicht / daß das gantze große Wesen Anno 1588. eben daher enstandensey? besiehe meine Türckische Nativität. in denen Breßl. Abdanck. Tom. 2. pag. 273. etc. von M. Georg. Kirsteniô, mortuô. 1638. 26. Aug. hat Joh. Hübrigius Fürstl. Münsterberg. Bernstad. Rath / De anno 1588. als drinnen Kristenius gebohren / was für Wunderdinge sich drinnen begeben. ibid. pag. 715. ex continuat. Sleidan. l. 28. Ein ander wil es nicht zugeben / sondern ziehet des Stôfleri Reimen aufs 1666. Jahr. D. David Herlicius in Prog. ad anum 1624. ziehet es auf diß vorgesetzte 1624. also:

Johann Hildten ein für trefflicher Astronomus zu Eysenach im Kloster / hat von vielen erschrecklichen Unfällen und Veränderungē in dieser Welt / und sonderlich von Deutschland propheceyet / Hierauff hat Stophlerius Mathematicus diese Deutsche Rythmos gesetzt.


Tausendt sechzenhundert zwantzig acht /

Dieses ist das Jahr so ich betracht /

Gehet in dem die Welt nicht unter /

So geschehen doch grosse wunder /


Ursachen solcher gefährlichen und erschröcklichen Veränderung sind diese / wie folget.

Erstlich werden in einer erschrecklichen Conjunction alle sieben Planeten zusammen kommen / welches kaum in 800. Jahren einmahl geschicht / und niemahls ohne Unfall und gefährliche Veränderung dieser Welt / wann und so offt sie dieser gestalt erschienen / abgangen ist

Als zur Zeit der Sündfluth / und kurtz vor Christi unsers HErrn und Seligmachers Geburt sich begeben /[133] da das Sceptrum von Juda zu den Heyden / auch vor 800. Jahren / da das Römische Reich von den Welschen an die Deutschen kommen ist / und sonderlich weil die letzte Conjunction im feurigen Tryangel und zeichen des Widers / in welchem die Welt in Erschaffung hat angefangen / geschehen wird. Ist zu besorgen daß alle Elementa werden brennen und schmeltzen / so daß Gott durchs Feiver (wie er dann die Welt letzlich zu straffen gedreuet hat) uns werde heimsuchen.

Zum andern / so ist das Alter dieser Welt so nahe der Propheceyung Eliæ / (daß sie 6000. Jahr stehen soll) fast aus. Und da Gott nicht die Zeit wegen der Außerwehlten verkürtzet / so wird kaum in schweber der Zerrüttung Christliches Glaubens der Gerchte selig.

Fürs dritte / ists nicht glaublich daß die Kirche des Neuen Testaments viel, länger stehen wird / als die Kirche des Alten Testaments / sonderlich weil Gott zur Welt Ende eilet / und die Tage umb der Auserwehlten willen verkürtzet werden sollen. Nun hat die Kirche des Alten Testaments von dem an / da sie durchs rothe Meer gegangen / biß auff die letzte Zerstörung Jerusalem / nicht länger gestanden / dann 1582. Jahr / im Neuen Testament aber schreiben wir allbereit 1628. darumb sind schon 45. Jahr drüber / daß die Christliche streitbare Kirchen auff Erden / nicht auch ihren Feyerabend (der Gott gnädig seyn wolle) haben werde. Endlich kan grosser Unfall / Veränderung und endlicher Untergang dieser Welt nicht ferne seyn / und die Länge aussen bleiben / weil die Prodromi und Vorboten meistentheils[134] verhanden. Dann Zeichen geschehn am Himmel und auff Erden / Krieges-geschrey / Lermen / Ungehorsam / Meineydigkeit / Theurung / Pestilentz / grosse Winde / Feuer und gefährliche Brunsten / Waßergiessung und Fluthen / Erdbeben / Tyranney etc. nimpt von Tage zu Tage überhand. So höret man Untreu / Unglauben Ketzerey / Rotten und Secten in allen Landen / daß auch denen Menschen für grosser Bedrengnüß allerley Unfalls und Ubels bange ist / das Elend auf Erden länger zu bauen.

Doch könten solche und dergleichen Unfälle und übel vorgekommen und abgewendet / die Welt auch in gutē Wesen länger gefristet / und gleich dem Könige Hißkia im Leben länger erhalten werden. Wann wir uns durch wahre Pœnitentz mit unsern gerechten und zornigen Gott versöhnen / und uns in ein beßer Christliches Leben bekehren. Daher uns Gott treulich warnet / thut Busse (spricht Er) den das Reich Gottes nahet sich / Ihr Wachet und betet / denn Ihr wisset weder Tag noch Stunde / wenn der HErr kommen wird: und abermahl; thut Busse / dann die Axt ist allbereit an den Baum geleget / der Bogen ist gespannet / und darauf gifftige Pfeile bereit. Thut guts / spricht S. Paulus / weil es Euch vergönnet und Ihr in der Gnadenzeit seyd / dann die Zeit ist kurtz / und es wird die Zeit v. Stunde kommen / da man nicht mehr Buße thun / noch arbeiten wird können / etc. das wolten fromme Christen zu Hertzen ziehen / ihr Leben darnach anstellen und beßern / auch aus treuhertziger Warnung solches Ihnen laßen gesaget seyn.[135] (im übrigen kan dir die 1666. Zal nicht gar wunderlicher vorkommen / als mir die 1555. drinnen Herr Mathesius Sel. seine Postill geschrieben / so ich in unserm Jahre durchgelesen / und mich draus wohl erbaut befunden habe: Doch mercke / daß er im selbigen 1555. wegen einer allgemeinen Pestilentzseuche der Welt sich beklaget: so ietzt auch fast / als über 111. Jahr hernach / im Schwange gehet.) Sind nicht noch mehr Fundamenta, sprichstu / darauff die Autores gehen / wenn sie von diesem 1666. Jahre / was sonderliches vermelden sollen? Ja / Theophilus Mercurius ad Calend. 1666 hat dieses: Der Nahme DoCtor MartinVs LVtherVs, welcher die Zahl des ietzigen Jahres 1666. in sich hat / solle wohl auff etwas deuten / und die Gedancken moviren / als wenn in diesem verfolgenden Jahre sich in Religions-Sachen auch etwas begeben könte: Aber ich wil meine Speculationes mit allen Numern einschliessen: auch keines weges einer hohen Person / so der drey Sechsen-Zahl beherrschet / allhier gedencken. Gott behüte unser liebes Deutschland / etc. und regiere alle Stände des Römischen Reichs; damit durch das Band der Einigkeit / Friede conserviret werde / etc. Conferire in diesem Puncte Christoph Richtern in dem Texte Prov. 20/17. zum 1667. Calend. wider seinen Nachdrucker. Item meine Weiber Philosophi. D. Petr. Megerling. in Tract. de Com. 1664. p.m. 31. saget / daß die grosse Sonn- und Mond-Finsternüßen / so Anno 1666. und 68. uns Europäischen Völckern werden erscheinen / ohne zweifel tapffer zum Cometen helffen werden. Christoph Richter[136] Anno 1666. in Practic. c. 8. Was die Muthmassungen aus dem Gestirn vom Krieg und Friede dieses Jahres anbelanget: so befinde ich nach Astrologischer Lehre nicht gar besorglichen Himmels-Stand / sondern daß dieses Jahr vielmehr zu einem guten Zustande Andeutung habe. Denn Saturnus und Jupiter die gehn in Sextili, und sind beyde in ihren eigenen Häusern / Saturnus im Steinbock / Jupiter im Fisch. (2) Alle drey Obern haben im Frühlinge eine sonderliche langwährende combinationem und Verbindung untereinander / nemlich Trig. Satur. Mart. Sext. Sat. Jup. Gegensch. Jup. Mar. Jupiter ist stärcker denn Mars. (3.) Was den Lauff Martis anbelanget / so befindet sich derselbe das erste halbe Jahr in der Wag und Jungfrau: da ist er rückgängigt: in diesen beyden Zeichen ist er schwach / nemlich in der Wag / in seínem detrimento, in der Jungfrau ist er peregrinus. Im Augusto kömpt er in den Scorpion in seinem eigenen Hause / darinnen er starck ist / aber da gehet er in Trig. Jup. welches mehr auff Fried als Krieg stimmet: Im Septembri kömmet er an Schützen / der ist die Behausung des friedsamen Jupiters. In Decembri läufft er in Steinbock / des Saturni Behausung / hat auch Conjunctionem mit Saturno, aber Jupiter siehet sie beyde mit einem lieblichen Sextil an. (4.) Ob gleich Mars mit Saturno im Julio ein Qvadart, und im Decembri eine Zusammenkunfft hat / ist doch Saturnus stärcker / und benimmet dem Mars seine hitzige Krafft / also / daß er gleichsam in seinen Verrichtungen träge und langsam wird. (5.) Eben solch [137] Qvadrat aus dem Steinbock und Wag / und solche Zusammenkunfft im Steinbock haben sie gehabt Anno 1636. damals sahe es auch aus / als wenn Martis Kräffte gebrochen wären / und der Friede sich wolle blicken lassen / wie denn auch der Pragische Friede damals seinen Effect erlangete. (6.) Bey der Sonnenfinsternüß im Junio stehn gleich Jupiter und Venus im glückseligen Trig. welches eine gute Bedeutung ist. Aber bey dieser meiner Muthmassung darff niemand sicher werden denn des erschrecklichen Cometens Bedeutung / die Gott am besten und keinem Menschen bekant / ist nicht vorüber: sondern es ist zu besorgen / sie möchte durch das Sonnenfinsternüß excitirt und gestärckt werden. Wiewohl ich nicht befinden kan / daß der Comet mit diesem Finsternüß eine Verwandniß habe / ohne daß er gegen den Ort / da das Sonnenfinsternüß geschiehet / am grösten und im geschwindesten Lauffe gewesen / nemlich unter dem Syrio, da er angefangen sich zu erheben / und höher herauff in den Wallfisch zu steigen. Sonsten können wir leichtlich muthmassen / daß dieser Comete sey ein böser Prophete / ja eine auffgesteckte Ruthe gewesen / damit der zornige Vater den bösen Kindern drohet. Wir können solches leichtlich schliessen aus den nechsten 3. Cometen. Was brachte der Anno 1618. den grausamen Teutschen Krieg und seine Gesellen? Pestilentz / Theurung / Verwüstung Land und Leute. Was deutete Anno 1652. an? der Effectus weisete es / nemlich den Polnischen Krieg / darinn andere Mitternächtige Länder / sonderlich Dennenmark geflochten worden. Was[138] deutete der kleine an Anno 1661. dergegen dem Adler gleichsam Feuer sprützete? den Türcken Krieg / dadurch dem betrübten Ungerlande ein hartes ist erzeiget worden. Es ist dieses eine uhralte Meynung bey Christen und Heyden / daß Cometen des zornigen Gottes Botschafften seynd / die den Menschen wegen der Sünden allerhand Straffen und Plagen andeuten / wie solches die Historien und Erfahrung bezeuget haben. Dieser Comet ist durch grausame Räuberische / Kriegerische / und Mörderische loca Hieroglyphica und Himmels Figuren fort gewandert / als erstlich ist er erschienen unter den Raben / ist fort gegangen unter die lange Waßerschlange / ist komen in den zänckischen Hahn / in den beißenden Hund / ist bey dem grossen Kriegsbilde Orione ferner aufgestiegen / hat lange sich verweilet in dem Haupte des Meer Tyrannen des Walfisches / biß daß er an dem stösigten Widder kommen / v. nahe bey den Hörnern des Widers / da die Astronomi die Himmels Rechnung anfangen / seine Endschafft genommen / von welchem lauffe so man sage / daß Gott mit diesen Signaturis auff verderbliches Kriegswesen deute / wird niemandt verärgern können. Wobey auch dieses in acht zu nehmen / daß er sich vornemlich im Waßerzeichen sehn lassen / als unter der Waßer Schlange / hernach wurde er klar gesehen im Schiffe / ferner als er etliche Tage verdeckt gegangen präsentirte er sich im Fluß Eridano / darauff an Weyhnacht Feyertagen in dem Haupte des Wallfisches welches auf See Kriege kan gezogen werden. Was die Sonnenfinsternüß im Iunio anlanget / so sindt Herren[139] darüber Jupiter und Venus, welche dabey in Trig. stehen? es geschicht zwischen Martialischen Sternen: denn die Sonne stehet damahls in den gebildeten Zwillinge hat vor sich den schönen Orionen / gleich über stehet Sirius: Saturnus und Mars haben bey dieser Finsternüß keine Kräffte / dannenhero diese Finsternüß den bösen Dingen nur wird schädlich seyn: und die jenigen / so unrecht mässigen Krieg führen und andere drücken und drengen / werden den Kürtzern ziehen. Es geschicht im eilfften Hause / und deutet an Uneinigkeit im gemeinen Leben / welchen doch der Trig. Jupiter, Venus wiederstrebet. Die jenigen Länder und Oerter / so unter dem Krebs gelegen / werden deßen Wirckung an meisten empfinden als da die bekantesten sind / Schottland / Granaten Spanien / Graffschafft Burgund / Holland / Seeland / Preussen / Africa mit der Barbarey und Seestädten / Bitynia, Phrygia / Georgianerland unter den Städten Constantinopel / Tunis / Venedig / Genua / Meyland Bern in Schweitzerland / Trier / Lübeck / Magdeburg Wittenberg / Görlitz. Der Gott des Friedens / der die Türckenruthe zerbrochen / wolle auch die Cometenruthe in Gnaden abwenden / und Gedancken des Friedens über uns haben. (bißhieher Herr Richter / welcher uns in etwas beßer und richtiger aus denen Aspecten zu trösten gewust hat / als auß denen Cometen. Er hat aber leichte mit diesen irren können / weil er denen alten Gründen beygepflichtet hat. Ich habe aus richtigen Fundamenten erwiesen / daß selbige Cometen uns wenig angehen / dabey hat es die Erfahrung gelassen. Beda lehret[140] beym Galeot. Martio. ex. lib. de promisc. doctrin. c. 22. p.m. 255. daß / wenn sich der Neue Jahrs-Tag anfange vom Sontage / alsdenn Friede zu seyn pfleg: nun traff solches gleich ein / mit dem 1666. Jahre. so ist auch das Prognosticon, Gott lob und danck / richtig erfundē worden wegen unser geliebtes vaterland: wiewol es hiegegen andere haben entgelten müssen / eben in diesem Jahre als haben drinnen krieg geführet


1. M oguntinus Archi–Episcopus & Lotharingiæ Dux cum Platinô Rheni. Der Meyntzer / und Lothringer mit dem Pfaltzgrafen am Reihn.

2. D ux Lubormirsky cum Rege Ploniæ, der Pohlnische König.

3. C ham Tartarorum cum Turcis, der Türck und Tarter.

4. L usitaniæ Rex cum Hispaniæ Rege, der Spanier.

5. X alliæ & Daniæ Reges, item Belgium cum Britannis.

6. V eneti cum Turcis, der Venetianer.

7. I nferior Germania, cum Episcopô Monasteriensi.


Ich geschweige / was in Affricâ mit dem Gaylan noch viel hefftiger vorgegangen / Item / in Americâ mit S. Christoffels Insulâ, etc. Alles / was nach der Andeutung der von mir also beschriebenen Cometen. Mit dem Meyntzer und Heydelberger ist es endlich so gestreng und gefährlich nicht gegangen / daß es zur öffentlichen Schlacht gerathen were. Und also gehören auch die[141] Cometen dahin nicht. Die verdoppelten Sonnen haben solches Unwesen schon so weit alleine angedeutet: Es sey denn: daß Anno 1663. jener Comet in Boote gewesen / und das Wesen mit Erffurt auch mit gebracht habe. Im übrigen fraget es sich alhier obiter, wie es denn wohl im künfftigen 1667. Jahre mit dem Kriege möchte beschaffen seyn? Ich wil zu erst hinsetzen / was M. Christian Gruneberg / hat in seinem Schreib-Calender vom selbigen Jahre / part. 2. cap. 2. Als ich einesmals in corpore Juris einen Titel gefunden. De malesicis & Mathematicis, da nicht allein Schelm und Mathemathici beysammen / sondern die Schelmen noch dazu forne stehen / und gleichsam würdiger gehalten werden als die Mathematici: Hat michs lange verdrossen / biß mir der Eyfer zu Wittenberg vertrieben ward. Woselbst ich von Herrn Professor Notnageln / meinem allergetreusten und ewig zu Ehrenden Informatore, diesen Titul recht erklären hörete. Welcher bey einer Promotione Magistrali in einer wohlgesetzten Panegyrica, diesen Titul von denen Prognosticanten und Calendermacherin erklärete / welche von Krieg / Fried / willkührlichen Dingen und dergleichen / sich unternehmen / etwas zuvor zu verkündigen. Vermeldende darneben (und zwar theils mit Teutschen Worten) daß dergleichen Prognosticanten offenbahre Land Lügner wären. Diese wohlgedachte Oration höreten alle Facultäten, und Magistri und Studiosi mit sonderbahrer Contentament an. Hat also Herr M. Fuhrmann ein Academisches und öffentliches Judicium von seinen prognosticis,[142] welches er sich schrifftlich von Wittenberg verschaffen kan / wo ihn dieses nicht vergnüget /wil ich ihn noch ein vornehmes Judicium des weitberühmten Herren Heckeri, communiciren, welcher in seinen Ephemeridibus, forne in der Introduction also schreibet: Ex Ephemeridibus Kalendariographi sua transscribunt Calendaria, quæ in ommnium manibus. Hisce si destituerentur, nec minas miri isti homines, tempestatum mutationes, multo minus fausta & felicia imperitis, serias cœli speculationes in illudendarum nugarum deliramenta convertentes, prædicere possent. Da er gleichfals solche prognostica illusiones, nugas und deliramenta, das ist Vexiereyen / Plauderwerck oder Fabeln / und Narrenpossen recht und wohl tituliret. Und nicht anders sentiren alle rechtschaffene Mathematici hiervon. Biß hieher jener: Ich wil aber meines Partes alhier daß besagete / hier nicht zum præjuditz weder deß Angefochtenen /weder noch deß Anfechters / vorgebracht haben: sondern præsupponire vielmehr dafür / und zu meinen erachten ein anders Urtheil / nemlich des Herrn Richters / vom 1667. Jahre / also: Der Krieg ist in Menschlicher Gesellschaft so ein erschrecklich Ding / daß man nicht unbillich nur über seinen Namen sich entsetzet. Wenn man das elende vederbte Wesen der menschlichen Natur an nichts anders sonsten könte mercken: so könte man dessen genugsam auß der Unsinnigkeit deß Kriegs verständiget werden. Man darff auch zu Erkentnüß der Tyranney der Höllischen Geister / keine andere Anmerckung: der Krieg ist genug dazu / da siehet man den Feind des menschlichen Geschlechtes / mit allen Klauen. Der Krieg zu Latein Bellum, ist der rechte Bel zu Babel, dem man alles in der gantzen Welt / Menschen / Viehe / Schaffe / Rinder Städte / Dörffer / Gold und Silber / Getreyde / Wein und Bier / Leib und Leben muß auffopffern / und diesem Abgott dienen die Könige der Welt selber / nicht allein unter den Heyden / sondern auch unter den Christen / daß derselben Blut wie Wasser vergossen wird / O der erbärmlichen Blindheit! O der kläglichen Unsinnigkeit / in dem man auch wohl durch den Krieg die Menschen wil zur Seeligkeit befördern / und sie mit Gewalt zum Himmel zwingen: und sich darüber selber in die Hölle stürtzet. Der Krieg ist ein rechter harter scharffe Winterfrost / des Gartens Menschlicher Gesellschafft: Vor ihm ist ein Land wie ein Lust-Garten: nach ihm wie ein Einöde. Er ist ein rechte Feuerbrunst / die alles verzehret / verwüstet und Ungestalt machet. Im Kriege / gehet Blut weg / Muth weg / Guth weg; Darumb ein iedweder in seinem Stande sich mit Busse und Bekehrung / mit Rath und That bemühen soll. Weil denn gleichsam natürlicher Weise menschliche Natur sich vor dem grausamen Ungeheuer des Krieges entsetzet / und dannenhero aus angebohrner Vorwitzigkeit wegen künfftigen Zustandes sorgfältig ist / und allerhand Muthmassungen suchet / hat sie sich unterstanden / unter andern auch den Gestirnten Himmel zu befragen: Dannenhero die Astrologischen Muthmassungen ihren Ursprung haben. Ob nun dieses nicht gantz ohne mag seyn / wenn man in generalibus[145] bleibt: so ist doch kein Evangelium darauß zu machen. In dem Ich nun in diesem Prognostico solchem alten Brauch muß nachleyren / muthmasse ich Astrologischer Weise / daß dieses Jahr einen unglückseeligen und verwirreten Zustand in den Welthändeln haben / und mehr zum Kriege als zum Frieden werde geneiget seyn. Es dörfften die Würckungen der zwey Cometen sich noch starck spüren lassen / sintemal die Finsternüß von starcken Aspecten, so sonderlich nachdencklich seyn / auff dieselben ihr Absehen haben. Umb der jenigen willen / die hiervon etwas verstehen / will ich Astrologicas rationes anführen. 1. Begeben sich dieses Jahr 2. Mondfinsternüß / aufs gröste als sie seyn können. Daß erste zwar / wird über unserm Horizonte nicht erscheinen / ist aber gleichwol in genere wegen seiner Grösse / und beystehenden Martialischen Sternen im Schwantze des Scorpions nachdencklich. Das andere grosse sichtbare Mondfinsternüß ist besorglich. (1.) Weil der Mond in voller Verduncklung mit schrecklichem Anblick am Horizont auffgehet. (2.) Weil es gantz Martialisch ist / wie im vorigen Cap. zusehen. (3.) Weil es in Quad. Saturni und Jupiters / sich begiebt / denn diese beyde obere Planeten stehn damahl in Quad. und dieser Aspectus folget der ersten Finsternüß nach: der andern gehet er voran. (4.) Weil Jupiter bey der ersten und letzten Finsternüß stehet in 27. Wieder / gegen welchen Ort die Cometen auffgehöret. 2. Diesem Jahr ist auch besorglich der Quad. Saturnus / Jupiters / welcher wehret den Sommer und Herbst / wie auch den Winter und Frühling[146] folgenden Jahres: Und begiebet sich partialiter dreymal / nemlich den 18. Junii, 6. Novembris, und 3. Aprilis, und zwar in dem Cardinal-Zeichen / Saturnus im Steinbock / Jupiters in Wieder bey dem Quad. Saturnus / Jupiters des 6. Novemb. da steht Jupiter im 27. Grad Wieders / gegen welchem beyde Cometen ihre Endschafft genommen. 3. Jupiter gehet dieses gantze Jahr im feindseligen Hause Martis Wieders / und wie gedacht meist in Quad. Jupiters / und umb den Ort herumb / wo die beyden Cometen, ihre Endschafft genommen. 4. Wird sonderlich der Lauff Martis beobachtet / welcher dieses gantze Jahr geschwindes Lauffes ist / vom Anfang des Wassermanns / biß mitten in die Wage / sechs seiner Stellen und Aspecten sind nachdencklich. (1.) Hat Mars eine Zusammenkunfft mit Venus / den 9. Jan. gleich da sie stille stehet / und rückgängig wird. Mars wil alles gute rückgängicht machen. (2.) Geschicht Conj. Jupiter / Mars / den 27. Feb. in 6. Grad des martialischen Wieders / gegen welchem Grad der andere Comet am stärcksten gewesen. (3.) Geschicht Quad. Mars Quad. den 2. Apr. aus dem 2. Grad Stiers / wo bey nahe Quad. Saturnus Jupiters / hernach sich begiebet; Bey welchem Grad der erste Comet durch den Zadiocum gieng. (4.) Begiebt sich Conj. Mars / Sonn / Mercur nahe bey dem sieben Gestirn umb den Anfang des Mäyen / dürffte Unglück zur See an deuten. (5.) Es begiebt sich Opposit. Saturnus / Mars in Conjunct. Mars / Venus den 5. Angusti im 27. Grad Krebs / gegen welchem Quad. Saturni / Jupiters / 6. Nov. ex opposito sich begiebet.[147] (6.) Geschicht Quad. Mars / Jupiter / den 17. Aug. gleich da Jupiter stille stehet und rückgängig wird / im 6. Grad deß Krebs / nicht weit von den Martialischen Aseliis, im Trig. des Martialischen Scorpion Hertzen. Es dürfften die Friedfertigen Anschläge / durch wiederwertige zernichtet werden. 5. Endlich muß ich auch dieses beyfügen; daß in diesem Jahre Saturnus den 3. Januarii und Mars den 8. Maji von der Sonnen Cörper bedeckt werden / welches gar selten wegen ihrer Breite geschiehet: Und weil es die zwey unglückseligen Planeten betrift / und ein seltzames ist: als dürffte es nichts gutes deuten. Der höchste Monarch Himmels und der Erden / der alles gewaltig regieret / und die armen Erdwürmlein untereinander kämpffen siehet / wölle dem Höllischen Friedenstörer / und allen seinen Nachfolgern / und Kriegsüchtigen mächtiglich wehren und steuren / und uns den güldenen Frieden geben und erhalten. Biß hieher jener. Dargegen tröstet uns noch was besser Herr Johann Käyser / in seinem Schreib-Calender 1667. also: In diesem Jahre ist der wichtige Aspect der Quad. Saturni und Jovis, so zweymal / nemlich im Junio und Novemb. sich ereignet / fast eben an dem Ort / wie Anno 1608. Item es ist eine Zusammenkunft Jovis, Martis, auch fast wie ietzberührtes Jahr / ohne die Bescheinungen Martis, Saturni, Und könte obiger Quad. eine crisis genennet werden der grossen Zusammenkunfft Anno 1663. dieses Jahr erhub sich der Türcken Krieg in Ungarn / und erschreckten gantz Teutschland / Ich wil nicht vermeinen / das derselbe Christen-Feind wieder etwas[148] vornehmen solle. Wenn man nach den Zeichen gehen wolte / dar / wiewohl ohne Grund / Deutschland unterm Wieder gerechnet wird / so würde mancher einen hauffen wesens von Unwehe in Teutschland machen: Ich halte aber dafür / daß es nicht viel zu bedeuten haben werde: sondern nach den Parallelen gerechnet / weiset die Zusammenkunfft Jovis, Martis, auf Sicilien, Assyrien, Athen, Calis, Malis, Corduba, Sevilla, oder Spanien: Norrwegen / Finnland. Auf diese Constellationes Anno 1608. war zwischen Dennemarck und Schweden Krieg / sonderlich daher / daß König Carl deß Tituls über die Lappen in Nordland sich gebrauchete; darwieder König Christian der IV. in Dennemarck protestirete, und legte sich vor die Stadt Calmar / nahm sie auch ein: Hingegen König Carl eroberte Christian-Stadt / und verbrandte sie in grund. Er ward aber hernach vom Könige in Dennemarck geschlagen / und starb darnach. In Deutschland war damals kein Krieg / sondern es giengen sonst allerley Anschläge vor. Diß ist nun ein Exempel / darauß man schwerlich eine Regel machen kan / und schliessen / daß es heur auch so oder degleichen ergehen werde. Der Krieg zwischen Engeland und Holland dürffte solcher Gestalt / wenn er nicht vorgehendes Jahr geschlichtet (worzu doch interponenten helffen möchten) annoch fortgesetzet werden. Und die wiedrigen Händel in Pohlen haben noch kein Ende. (Wegen Pohlen / besiehe meine neue Welt-Beschreibung / meine Wünschel-Ruhte / und Welt-Chronic. Wegen Engeland und Holland hat es seine gewisse und gewiesene[149] Wege /wegen des Cometen im Wallfische / aber nicht daher /wie Beutelius meinet / in seinen Mathem. Schönheiten / p. 2. also: Der günstige Leser wolle unbeschwert meinen 1. Theil von dem Cometen / der zu Ende voriges 1664. und Anfange ietzigen Jahres gesehen worden / (welchen Bericht ich / unter dem Tit. der Admirabilium in Aere & Æthere, in öffentlichen Druck gegeben / und in 3. Theile getheilet /) durchlesen; da wird er finden / daß ich in selbigem Judicio, nachdem der Comet lange in Argo oder Navī gestanden / auch dieses gesetzt: In Argo naufragia magna classium decernet, und dann / die Mächtigen zur See einander möchten zu Grunde stürtzen / außdrücklich gemeldet habe. Ob dieses nicht auch schon zum Theile erfolget / und weiter dergleichen Ausgang nehmen dörffte / gebe ich denen zu bedencken / die da wissen / hören / und erfahren / was in der Welt geschicht. (Der Comet ist weder in Navi gestanden / noch lange drinnen geblieben: So müste der Comet immer in Navi gewesen seyn / wenn darauf nur alleine eine Naumachia folgen solte. Ein weit bessers und ausführlichers in meiner Neuen Astrologiâ Cometicâ.) (1.) Wegen Monarchiæ deluxatione, was sich mancher zur Unzeit / zur Unwissenheit etc. besorget hat: dehme kan ich gar nicht beypflichten / ich lasse es vielmehr bey einem guten Abwuntsche verbleiben / aussem 1. Reg. 2, v. 45. Rex saLoMon beneDICtVs! Daß sich aber etliche in dieser Zeit einer veränderlichen Monarchiæ befahret haben / solches ersiehe aus meiner jährigen Chronick / im Capit. von Teutschl. Begebenheiten / in margine,[150] drey Sonnen / darauß die Türcken es folgern wollen. Item / Capit. von Rabbinischen Begebenheiten / da es die Quacker in Engl. auß dem Gerüchte vom Jüdischen Messia abnehmen wollen. Aber Administrator Excellat In Omne Ultimum!

Quelle:
Praetorius, Johannes: Anthropodemus plutonicus. Das ist eine neue Welt-beschreibung [...] 1–2, Magdeburg 1666/67, S. 109-151.
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