XIV. Von Oceänischen Männern.

[74] Ehe und bevor wir vom Urtheil dieser Leute was ergehen lassen; So wollen wir unterschiedlich Historien zuvor anführen. Als spricht Johann Lassenius in seinen Bürgerl. Tischreden Dial. 5. p. 297. Es erzehlet Torqvemada Hexaem. Coll. 1. p. 130. Daß in dem Königreiche Galliciâ, ein Geschlecht vornehmer von Adel sey / so man die Meer-Leute nennete / so ihren Uhrsprung haben von einem Meer-Mann / so eine Jungfrau / so am Gestade des Meeres spatzieren gangen / geschwängert / und sie eine Frucht Männliches Geschlechtes / zur Welt gebohren / von welcher nachmahls ihr Geschlecht ferner außgebreitet worden. Wie denn auch berichtet wird / daß theils Meer-Weiber mit den Menschen sich vermischet / lange bey einander gewohnet / und Kinder gezeuget. Wie nun dieses zugehe / will ich nicht weiltläuffig erörtern / und ob ich zwar davor halte / als lauffe hierinnen viel Teuffelisches Werck mit unter; Will es doch dahin gestellet seyn / und einem ieden zu glauben frey lassen / was ihme gefället. Ich halte aber davor / daß manche Jungfr. von einem Meer-Mann[74] sich geschwängert zu seyn / sagen würde / im Fall dergleichen bey uns wären / daran er doch keine Schuld / sondern ein andere Hurenbock haben würde. Man erfähret es offtermahls / wie die liederliche Gesellen / ein junges ehrliches Mägdlein verführen / ihrer Ehr berauben / und so wol sie / als sich / in zeitliche und ewige Schande stürtzen.

2. Raue in memorab. c. 108. f. 102. Von Jambilichio lesen wir / daß er in die Stadt Gadara in Syrien / mit etlichen seinen Discipuln kommen / in deren Orts heilsame warme Bäder / als er nun daselbst gebadet / unn eine Disputation von der Bäder Eigenschafft unter ihnen entstanden / hat er von den Einwohnern den Namē / damit er bey den Bächlein des warmē Wassers / so vor den andern etwas scheinbahrer und trefflicher waren / Genii genennet würden / zu erforschen; Deren deme dem Eros, der andere Anteros geheissen / die Ursach aber solcher Namen niemand bekant gewesen. Darauff er sich an der Quelle des einen Bächleins gesetzet / das Wasser mit der Hand berühret / und etliche gewisse Beschwerungen gesprochen / nach welchem die Erde einen Thon von sich gegeben / das Wasser sich ergossen / und ein kleines Knäblein eines[75] schönen weissen Leibes / und bequemen Statur / mit gelbem Haar / auß der Quellen herfür kommen / gleich als ob er baden wolte: Darüber sich die umbstehende sehr verwundert / Jamblichius aber zu der andern Quelle sich verfügt / und gehrter massen procediret / und das andere Knäblein / so dem vorigen in allem gleich / ohne daß das Haar etwas braunlicht / und auff den Halß herabhangend / herfür gebracht / haben sich also beyde Knaben einander empfangen / und miteinander geschertzet / auch Jamblichium gleichsamb als ihren natürlichen Vatter mit frolichem Angesicht gegrüsset / welche er freundlich empfangē / geliebkoset / und einem ieden wiederumb an seinen Ort sich zubegeben / befohlen / zu den Umbstand aber gesprochen / daß es deß Orts Genii, und Beförderer des warmen Bades seyn: Darüber sich die Umbstehende sehr verwundert / und ihn in grossen Ehren gehalten / als welchem auch die Götter gehorsamb wären. Es sind aber solche Knaben anders nichts / denn zween Teuffel gewesen / welche ihm also auf seinen Befehl erschienen / unn er des Orts Genios genennet / damit er ihm ein Ansehen bey seinen Discipulu machen möchte.

3. Es ist in dem Crackauischen Striche eine sehr grosse See / welche man von deßwegen / daß die bösen Geister allda gewohnet / und das[76] Wasser unsicher gemacht / zum Fischfange nicht hat brauchen können / als aber im Jahr Christi 1578. derselbige in Winters Zeit zugefroren war / haben etliche umbliegende Nachbarn mit Zuziehung etlicher Pfaffen / welche Fahnen / Creutze / und ander Heiligthum / damit sie den bösen Geistern Wiederstand zu thun / und sie zuvertreiben vermeynten / mit sich getragen / in demselbigen See zu fischen sich versamblet. Als sie aber das Netz außgeworffen / haben sie im ersten Zuge drey kleine Fischlein / im andern aber nichts / als das ledige Netz zusammen gewickelt. Und uffn dritten Zug ein greulich Monstrum und Ungeheuer mit einem Ziegenkopff / welches Augen gebrannt und gefunckelt als ein Feur / herauß gezogen. Als sie aber alle erschrocken und davon gelauffen / ist das Gespenste unters Eiß gefahren / und den gantzen See durchlauffen / und ein greulich Getümmel und Gedöhne im Wasser gehabt / und von sich gegeben. Es haben auch etliche von seinem Anhauchen greuliche Geschwür darvon gebracht: Cromerus lib. 9.

Viertens / Von der Insul Rügen / so zu Pommern heutiges Tages gehörig / meldet Philippus Cluverius lib. 3. antiqua [77] German. c. 27. Daß daselbst in einem dicken Walde ein tieffer See sey / so ein schwartzes Wasser / und viel Fische habe: Aber man dafür halte / daß man darauf nicht fischen könne. Und da in vorigen Jahren etliche Fischer sich unterstanden / da zu fischen / und allbereit ein Schiff darauff bracht hatten / und des andern Tages mit ihren Netzen daher kamen / da habe einer unter ihnen gesehen / daß ihr Schiff auf einem höhen Buchbaum stehe / deßwegen er geschrien: Welcher aller Teuffel hat das Schiffel oder Kahn auf den Baum gebracht: Darauff auff der Nähe eine Stimme gehört / aber niemands gesehen worden / die gesagt: Es haben nicht alle Teuffel / sondern allein ich mit meinem Bruder Nickel gethan.

5. Es ist ein Schloß in den äussersten Gränzen Finlands / unter der Cron Schweden / das wird das neue Schloß genannt / von deßwegen daß es auf so wunderbarliche und seltzame Art ist aufferbauet / und nicht allein durch künstliche Erbauung / sondern auch an sich selbst allen Eigenschafften und Umbstanden nach / des Orts sehr feste und wohl verwahret ist. Denn es ist auf einem gar hohen und rundten Berg gebauet / und hat nicht mehr als einen einigen Eingang und Außgang gegen Westen / und derselbige[78] Ein und Außgang ist über eine Hültzerne Brücke gemacht /von grossen Beumen / welche mit grossen und starcken Eisernen Ketten zusammen gehefftet und alle Tage mit grosser Mühe / an grossen starcken Seilen / so in Rollen gehen / wegen der Ungestümigkeit des Wassers / über Nacht von den Wächtern an dem einen Orte des Wassers / auffgezogen wird. Aus diesem Castell oder Schlosse fleust ein trefflich groß Wasser fürüber / welches so tieff ist / daß mans nicht kan ergründen / und kommet aus dem weissen See. Von dem Boden aber oder Grunde / wird schwartz / und sonderlich so ferne als es das gedachte Schloß umbringet / da es denn eitel schwartze Fische hat und giebt / die aber doch keinen bösen Schmack haben. Endlich aber wird gar ein schwartzer See drauß / und fleust durch Wilburg. An diesem Fluß werden immer Gespenste gesehen / und wenn der Hauptmann oder sonsten einer aus den Soldaten und Kriegs Leuten /welche in der Besatzung liegen / mit Tode abgehen soll / wird ein Harpffenschläger des Nachts mitten im Wasser / welcher auff der Harpffen spielt / gehört und gesehen. Olaus lib. 20. c. 19. & 20.

6. Christopff Richter in Spectac. Hist. Cent. 1. c. 48. p. 101. etc. Es sind ohngefehr viertzig Jahr. (Diß saget Ludovicus Spicciardinus in[79] Beschreibung der Niederlande / gedruckt zum erstenmahl Anno 1566.) daß man im Friesischē Meer einen Meermann gefangen hat / der gantz also geschaffen und gestattet war /wie wir seyn / aber viel eine dickere und rauhert Haut hatte er: dieser lernete / und gewohnete Brod und andere gewöhnliche Speisen zu essen. Man sagt / daß er anfänglich sehr wilde gewesen: Aber hernach ist er zahmer worden / iedoch nicht gäntzlich: Er redete nicht / lebete viel Jahr. Nicolaus Nicolai / welchem ich vor einem warhafftigen Mann halte / hat mir gesagt / daß über viel andere Zeugen / die er hiervon hätte / solches hette gehöret vom Hernn Caspar Livensin / einem Parlements-Rath in Holland / und von Herrn Petro Secretario desselben Rath / daß sie öffters diesen Meer-Mann gesehen / und erzehleten von ihm viel particularitäten. Endlich ob er schon einmal von der Pestilentz gesund worden / ist doch eben an derselben Kranckheit gestorben.

7. Man lieset weiter / in den Hölländischen Chronicken / und also hat auch damahls gen Rom geschrieben Cornelius von Amsterdam an einen Medicum / mit Namen Gelbert: Daß im Jahr 1531. in dem Nordischen Meer nahe bey Elpach ein ander Meermann sey gefangen[80] worden / der wie ein Bischoff bey der Römischen Kirche habe außgesehen: Den habe man den Könige in Polen zugeschickt: Weil er aber gantz im geringsten nichts essen wollen von allem / das man ihm dargereicht / sey er am dritten Tage gestorben / habe nichts geredet / sondern nur grosse tieffe Seuffzer geholet. Gviccardus setzet dar: Er habe einen eigendlichen Abriß dieses Meer-Bischoffs. Warlich diese Sachen sind sehr wunder und sonderbahr; Jedoch aber / wer fleissig erwegen wird / was Plinius und andere berühmte Autores von den Meermännern / so vor Zeiten sind gefunden worden / schreiben / der wird sich nicht gar sehr verwundern / sonderlich wenn man betrachtet / was sie von den Tritonibus und andern Meerwundern schreiben / ja auch von den Faunis und Satyris auff der Erden / welcher S. Hieronymus / als einer wahrhafftigen Geschicht / gedencket. L. Gviccardinius.

Achtens / Erd-Meer-Mann. Aslo nenne ich den Mann / dessen Historien ich zu der vorhergehenden setze. Unsere Vätter haben gesehen zu Messina (dieses saget Thomas Fazellus) eine Manns-Person von Catana bürtig: Uber welchen sich[81] werden verwundern alle / die von ihm künfftig hören werden. Dieser Mensch hatte verlassen (es fehlete wenig dran) sein gantzes Leben / durch die Gesellschafft anderer Menschen / und hielt sich an dem engen Meer bey Messina fast täglich bey den Fischen auf / also / daß weil er nicht lange kunte ausser dem Meer bleiben / er genennet wurden Poisson Cola, (Fisch Cola) entweder weil er Nicolaus geheissen / oder daß das letztere Wort ein schimpfflicher Zunahme war. Er redte verständlich / und offenbahrte den Siciliern viel Heimligkeiten der Natur / die vorhin gantz unbekant waren: Welches er denn leicht thun kunte / in Betrachtung / daß er wie ein Fisch in die Tieffe hinab schlupffete / und das weite und breite Sicialinische Meer durchfuhr / und sich weder umb stilles Wetter / noch umb Ungewitter und Sturm bekümmerte. Alle Leute zu Messina haben sich viel Jahr über ihn verwundert: Und da trug sichs nun ferner zu / daß an einem herrlichen Freudentag Friedericus damahls König in Sicilien / ließ eine güldene Trinckschale in die Tieffe dieses engen Meeres werffen / und den Cola bitten / er wolte sie wieder holen: welches er zweymahl thät. Der König selber warff sie da zum dritten mahl hinein: Cola ließ sich hinab / aber er ist hernach nicht mehr gesehen worden: Davon[82] die Urtheil unterschiedlich giengen / wie sie noch heutiges Tages gehen können: Ingleichen von seiner Geburt / und von seinem langen Verzugē unter dem Wasser. Und das gehöret vor die Naturkündiger.

9. Man sicht in Hist. Schaupl. p. 45. Calvisius in Chronol. erzehlet / daß Anno 1403. zu Harlem in Holland oder Edam in Nord-Holland / eben solches Meerwunder gefangen worden / welches allerhand Speise gegessen / auch Handwercker gelernet / sich auch vor einem Crucifix geneiget / welches viel Jahr gelebet / aber allezeit stumm geblieben. Besiehe auch Marc. Zuer. Baxhorn. Theatr. Holland. p. 377. aus Snovi achten Buche seiner Histor: und was davon zu halten Scaligerum in Arist de Animalibus Bernard. de Bulto lib. 5. Monach. Lusitan. Jacobi Meyer: lib. 14. rer Flandri f. 251. Gvicciardin. in Beschreibung der Stadt Harlem: Zeiler. in Trauer-Geschicht. p. 22.

10. Auß Zeiler Trauergeschicht p. 20. etc M. Johann. Philip. Abelinus meldet in seinem Theatro Europæo, f. 319. seqq. Als Anno 1619. zween Dänische Reichs-Räthe / so vom König aus Dennemarck in Norrwegen geschicket worden / auf ihrer Rückreise ab dem Schiff in dem Meer / bey hellem Wetter / eines Meermannes gewar worden /[83] daß solchen die Schiffleute mit Behendigkeit aus dem Wasser ins Schiff gebracht; da er denn anfänglich auf dem Boden liegende / sich wie ein Fisch bewegt / aber nichts geredt / biß die besagte Herren Reichs-Räthe / so mit etlichen von Adel umb ihn stunden / in Dänischer Sprach sageten: Das mag wol ein wunderbahrer GOtt seyn / der solche Menschliche Geschöpff / und vielmehr wunders im Wasser hat / denn auf Erden. Da habe der Meermann geantwortet: Ja wenn du es so wohl wüstest / als ich es weiß / denn würdestu erst sagen / daß es ein wunderbahrer GOtt wäre / daß auch vielmehr wunderliche Creaturen im Wasser und unter der Erden / denn oben auf der Erden gefunden werden. Und so ihr mich nicht zur Stunde werdet wieder ins Wasser setzen / soll weder Schiff noch Gut von euch zu Lande kommen; Und wolte hierauff kein Wort mehr sprechen; Und da er auff Befehl der Herren Räthe wieder auß dem Schiff ins Wasser solte gelassen werden / bewegte er sich selbsten also / daß die Schiffleute nicht viel Mühe haben dürfften. Seine Gestalt war wie eines andern Menschen / mit einem langen Haar biß auf die Achseln / deßgleichen überzogen mit einer Haut von Haar / wie die Haut von Meerhunden. Sonsten waren alle seine Gliedmassen und Geschöpff[84] mit Haut und Fleisch / nicht anders denn eines Natürlichen Menschen.

11. Es schreibet Anton. di Torquemada nel giardino di fiori curiosi Edit. benet. de Anno 1590. Daß in Galitiâ ein Geschlecht sey / welches fürgebe und sich rühme / daß es von einem Wassermännlein seinen Urpsprung habe.

12. Charles de Lepsine beschreibet in seinem von ihm mir in Italia verehreten Buche de plusieurs Royaumes & Provinces estrangeres, eine wunderliche Geschicht / am 116. Blat so sich in Engelland / etliche Zeit vor seiner Ankunfft allda / mit etlichen Schiffleuten zugetragen / welche dem Mirold Richi einem vornehmen Herrn Wein geführt / da sie denn mit einem Haken ein Meer- und Wasser-Männlein beschädigt / und dasselbe darauff gefangen / und besagtem Herrn gebracht / und habe ihn desselben Herrn Sohn / ietziger Baron Riche, wie auch viel andere seiner Leute / gantz glaubwürdig berichtet / daß es einem Natürlichen Menschen gantz ähnlich gewesen / gessen unnd getruncken habe / an des Herrn Taffel / deme der Herr Kleider machen lassen / unnd sey es zwey gantzer Jahr da blieben / grossen[85] Lust an Musicalischen Instrumenten getragen / nichts geredet / gleichwohl viel Dings durch Zeichen verstanden habe. Als diese zwey Jahr verflossen / und es seine Gelegenheit ersehen / sey es an das Gestad des Meers gangen / habe die Kleider außgezogen / und sich in dasselbe zum dritten mahl gestürtzt / nachdeme es den jenigen / so ihme auß dem Schloß zugesehen / ein Zeichen zum Valet gegeben / und sey hernach nicht mehr gesehen worden.

13. Es soll im Jahr Christi 1526. im Friesischen Meer / ein Seemann gefangen worden seyn / der einem irrdischen Mann allermaß gleich gewesen / hatte einen Bart / Haupthaar / und sonst alle Haar den unsrigen gleich / außgenommen daß sie hart / unartig und bürstig waren / ist auch zum Brodt und andere Speisen gewehnt worden. War am ersten gar wild / ist aber darnach gar zahm gemacht worden / iedoch hat er noch allezeit etwas von wilder Natur behalten / hat aber nie kein Wort gesprochen / viel Jahr gelebt / und ist an der Pestilentz gestorben.

14. Anno 1531. solle bey der Stadt Ellpach in Norrwegen / ein Meermann gefangen worden seyn / der in der Gestalt eines Bischoffs / mit seinem Bischofflichen Hut und Infuln gehabt /[86] habt / so nichts geredet / aber offt hefftig geseuffzet / und nur drey Tage gelebt / weil er nichts essen wolte. Besiehe hievon ein mehrers in des Georgii Brunns Stadtbuch / in Beschreibung der Stadt Harlem.

15. Zum Zeiten eines Königs Heinrici in Engelland / als Bartholomæus von Glanvilæ Hauptmann im Schloß Dreford gewesen / haben die Fischer auch einen wilden Menschen gefangen / so einem Menschē gantz ähnlich gewesen / Haar und Bart gehabt und umb die Brust gar rauhe gewesen ist / welcher endlich heimlich zum Meere entruncken / und nicht mehr gesehen worden ist / wie Radolphus von Coggeshall: bey dem Cambdeno, in Beschreibung des Landes Suffolck / meldet.


16. Eine wunderbarliche Geschicht von einem Meer-Manne oder Meer-Teuffel.


Der weitberühmte und hocherfahrne Medicus und Chirurgus von Bononia, Leonhardus Fioravantus in seiner Physica lib. 3. cap. 7. schreibt also:

Von einem Ritter meinem guten Freunde / bekam ich dermaleins ein geschrieben Buch Spanischer Sprache / und fand darinnen viel denckwürdige Sachen / deren ich doch allhier[87] nur etzliche / so zu unserm Vorhaben dienen / anziehen wil. Als erstlich einen wunderbarlichen Fall / so sich in dem Königreich Gallitia zugetragen.

Daselbst ging eine Fraw an das Ufer des Meers spatzieren / sich an dem Schatten zu erlustigen / und in deme sie also auf und ab spatzieret / wischet ein Meermann oder Meer-Teuffel aus dem Wasser heraus / schlich der Frawen allgemach nach / griffe sie hinterrücklich in der Mittē / lieff mit ihr in einen dicken Busch / brachte sie daselbst zu Fall / und kam so weit / daß er sie schwängert / begab sich hernach wiederumm in das Meer / unnd kam doch täglich an das Ort sie zu besuchen.

Die Inwohner aber des Orts trachteten ihn fleissig nach / in Willens ihn zu tödten / oder doch lebendig zu fangen / er verschwand ihnen aber allezeit aus dem Gesichte / also / daß sie ihn nicht finden konten. Und als die Zeit kam / daß das Weib gebehren solte / und vermeynt / sie würde entweder einen Fisch / oder ein solch Meerwunder / dergleichen der Vater war / herfür bringen / gebahr sie über die massen einen schönen Sohn / welcher iedoch drey / oder vier Zeichen an ihm hatte / darbey man erkennen[88] kunte / wer sein Vater währe. Dieser Sohn wuchs auff / wurd starck und ein Soldat / nam / nachdeme er sich eine weile im Kriege versucht / endlich auch ein Weib / zeugete Söhne und Töchter / deren etliche noch heutiges Tages leben / fürnehme / edle und gewaltige Leute sind / und sich Marinos, das ist vom Meer / nennen / und tragens keinen Scheu / zu bekennen / daß sie von einem Meer-Manne herkommen / ja sie halten es ihnen für einen Ruhm / streben stets nach Tugenden / und werden von männiglichen gar hochgehalten. Welches ich denn (Fioravantus) darümb erzehlen wollen / damit männiglich sehe / wie wunderbarlich die Natur bißweilen mit ihren Geschöfften ümb zu gehen pfleget.

17. Uber diese Geschichte ist mir auch folgende zu Ohren kommen / nemlich es soll sich bey Magdeburg begeben haben / daß eine Frau aus der Stadt von einer Nixin unter das Wasser ist geholet worden / zu einen kleinen Schwangern Meer-Weibelein; Derer sie in gegenwertigen Kindes-Nöthen hat Hülffe leisten müssen / darauff sie wiederümb[89] mit einem Recompentz ist weggelassen worden. Und eben an denselben Ort bey gedachter Stadt / da die Magdeburgische Frau ist hinnunter geführet worden; Soll sich zum öfftern ein Fluß-Gespenst hervor thun / und die über schwimmenden Leute hinnunter ziehen und ersäuffen / wie denn kurtz / vor der gedachten Stadt letzte Verstörung / ein hurtiger Schwimmer / ümb ein Geld über die Elbe hinnüber geschwommen in Zurückwege aber an dem Orte sich hat müssen aufhalten / und hinunter ziehen lassen; Da er denn nicht hat können errettet werden / biß er todt hervor geschwommen. Eben diese Seewunder sollen sich auch bißweilen am hellen Tage im Sonnenschein præsentiren, am Ufern oder auf Zweigen der anstehenden Bäumen sitzen / und wie schöne Jungfern ihre langen und Goldgelbfarben Haare kämmen: Und endlich / wann Leute hinan nahen / ins Wasser hüpffen und verschwinden. Weiter soll auch dieses sich vor diesen begeben haben: Nemlich weil das Brunnen-Wasser nicht allerdinges zum kochen wol dienlich ist; Und man dannenhero das Wasser aus der Elbe sehr müheselig und weit in der Stadt hinschleppen und fahren muß lassen; So ist die Bürgerschafft bedacht gewesen auff eine Wasserkunst in der Elbe anrichten zu lassen; Derentwegen[90] sie denn sich drauf bereitet haben; Grosse Pfäle und andere Sachen zum Bau in das Wasser haben hinnein schlagen lassen: Welches aber mit einander / wenn sie davon gegangen seyn / hernach ist verdorben befunden worden: Da denn die Leute augenscheinlich einen nackigen Mann im Flusse sollen haben stehen sehen / der mit Macht die Pfäle wider herauß gezogen und hernach zerstrewet hat. Also / daß sie haben müssen auffhören zu bawen und die vorgenommene Wasserkunst angeben.

18. Welcher Cambdenus in Yorkeshire auch ein anders Exempel von einen Meermännlein setzet / so etliche Tage rohe Fisch gessen / hernach aber seine Gelegenheit ersehen / und sich wider in das Meer begeben haben / besiehe auch Aub. Miræum in Chron. ad ann. 1403. und sonsten ins gemein von solchen Meerwundern Scaligerum in Aristotelem de imaginibus Deorum unnd Bernardum de Butto, lib. 5. de Monarchia Lusitanicâ, wie sie von gedachten Zuerio, an besagten Ort angezogen werden: Wie auch Pierro Messia nella Selvadi varia lettione, part. 1. c. 21.

19. Von der Daphnide, wie sie soll auß der Erden und dem Flusse Ladone seyn gebohren worden. vide pro und contrà Aphthoniū in pro gymnasm. p.m. 26. etc.[91]

20. Bey Leipzig aufm Dorffe soll eine Magd seyn /welche 3. Jahr beym Nixe unterm Wasser gedienet / und / ihrer Aussage nach / gut Leben und allen Willen allda gehabt hat: Ohne daß all ihr Essen ungesaltzet gewesen: Dessentwegen sie Ursache genommen / wieder weg zu ziehen; Weiter soll sie auch gesaget haben / daß sie nach dieser Zeit über 7. Jahr nicht leben würde: Davon sie annoch nur 3. Jahr noch im Reste hätte. Sonsten soll das Mensch immer traurig und simpel seyn: Welches ich Anno 1664 hörete:

21. Harstörffer in Geschicht-Spiegel / cap. 63. p. 458. etc. Scaliger sagt / daß das Meer der Vatter aller Wunder / unnd das Mehrer-Theil Thiere in demselben / als auff der Erden. Dieses mahls wollen wir von etlichen Meer-Wundern / aus F. Fournier Hydrographie f. 819. reden / weil solches kostbahre Buch nicht in iedermans Händen ist. Es ist wenig Jahr / daß die Fischer nahe bey Bellelsle, oder der schönen Insul / einen Meer-Mann angetroffen / welcher sich für ihnen nicht gescheuet / unnd sie zu ihm nahen lassen. Seine gantz weissen Haare schwebeten ob seinen Achseln /[92] unnd sein Bart reichte über die Brust ab. Seine Arme schienen kleiner / als das Eben-Maß des Leibes erforderte. Seine Augen waren groß unnd wild / seine Haut ware noch schwartz / noch weiß / sondern rauch an zu sehen. Die Schiffer wolten ihn mit einem Netz umbziehen / er zurisse aber ihre Stricke / stürtzte das Schiff umb / und verbarge sich in dem. Nach der Zeit hat er sich wieder sehen lassen / jedoch nur mit dem obern Leibe / glatschend mit den Händen / und liesse eine wunderliche Stimme / gleich einem Gelächter hören. Auff eine Zeit hat man mit einem grossen Stück nach ihm geschossen / darüber er sich unter das Wasser getaucht / und ist seithero nicht wieder gesehen worden. In den Geschichten der Jesuiter / welche in Indien gefahren / tom. 2. lib. 4. wird erzehlet / daß 1560. P. Henricus Henrici, in der Insel Monar / welche zweehundert Meilen von Goa lieget / gesehen sieben Meermänner / und neun Meer-Weiblein / die man sonsten Syrenen nennet / welche alle von den Fischern gefangen worden. Ein Artzney-Verständiger hat dieser Meer-Wunder zwey zergliedert / unnd befunden / daß sie runte Köpffe / gar kurtze unnd fast keine Hälse /[93] runte Ohren-Krospel / gleich den unserigen. Ihre Augen waren ein wenig ungestalt / wie auch die Nasen / so gleichsamb breitlich waren / ihre Zähne sind schneeweiß befunden worden / wie auch der Weiblein Leiber. Ihre Brüste waren voll Milch / und ihre Arme zwo Ellen lang / ohne Ellenbogen / Hand oder Finger / und breitlich / zu dem Schwimmen bequem. Sie hatten Haare unter den Armen / und an andern Ortern gleich den Menschen ins gemein; Doch war der grosse Unterscheid unter dem Nabel / da sie den Fischen gantz gleich waren. In Brasilien ist das Meervolcklein gemein / unnd wird von den Weiber genannt Ypupiapra, darfür sie sich sehr fürchten / daß sie zu weiln für entsetzen sterben. Die Augen stehen ihnen tieff in dem Haupte / und sind sonsten die Weiblein sehr schön / mit langen Haaren / wie man sie mahlt / zu sehen. Sieben oder acht Meilen von Todos los Santos ist ein Ort / Jagoaripa genannt / da werden dieser Fischmenschen / oder Menschen-Fische viel gefangen / wie auch bey Porto Seguro, da man sagt / daß sie etliche Wilde erdruckt / wenn sie sich von ihnen umbarmen lassen. Es ist auch noch eine andre Art dieser Meerwunder / Berpapina genannt / die sind klein / wie die Kinder / und thun keinen Schaden / Eusebius Nieremberg vermeldet [94] lib. 15. Hist. Nat. Daß in Galicia ein Spanisches Geschlecht /Marini genannt / welches von einem solchen Wassermann der eine Jungfrau der Orten geschwängert / soll herkommen. Im Jahr 1433. hat man in dem Baltischen Meer gegen Polen einen Meermann gefangen / welcher einem Bischoff gantz ähnlich gewesen: Er hatte seinen Bischoffshut auff dem Haupte / seinen Bischoffsstab in der Hand / und ein Meßgewand an. Er liesse sich berühren / sonderlich von den Bischoffen des Orts / und erwiese ihnen Ehre / iedoch ohne Rede. Der König wolte ihn in einem Thurm verwahren lassen / darwieder setzete er sich mit Geberden / und baten die Bischoffe / daß man ihn wieder in sein Element lassen wolte / welches auch geschehen / und wurde er von zweyen Bischoffen dahin begleitet / und erwiese sich freudig: So bald er in das Wasser kame / machte er ein Creutz / und tauchte sich hinunter /wurde auch künfftig nicht mehr gesehen. Dieses ist zu lesen in Flandr. Chronic. in Hist. Ecclesiast. Spondani, wie auch in Memorabilibus Wolffii.

22. D. Joh. Scholtz in Tract. von der wunderbahren Haarkranckheit p. 105. etc. Es erzehlet Damianus Joës in der Beschreibung Lisabonæ p. 64. Daß in dero Gegend und unferne da herümb /[95] so dem Namen / so ihrer Lebens-Art nach / Leute angetroffen worden / die sie marinos nenneten / nur darumm / daß sie ob der äussersten Haut ihres Leibes / rauch / auch mannigmahl einige Zeichen über den gantzen Leib einiger Schupen an ihnen zu sehen wären. Derer Ankunfft sey von denen so genannten Tritonibus, wie solches die heutigen Lisaboner von ihren Voreltern aus Erzehlung hetten / daß ie zuweilen die Tritones sich aus dem Meere an den Rand erhebet; Man habe aber selbige algemahlich zum spielen / folgender Zeit / durch allerhand freundliche Aufmunterungen / zu einem leitseligen Leben angeführet. Und meldet der erstgedachte Autor / daß / als bey seinem Gedencken ein Fischer an den Felsklippen Promontorii Barbari, so mit der Angelruthen / so mit dem Hamen / bey der Marien-Sackfischen wollen / habe sich alsobald zwischen den Wellen ein Tritonischer Mann herfür gethan / mit einem langen Barte / langen Haarlocken / und raucher Brust / fast schönen Anngesichte / und einem andern Menschen fast ähnlich. Wie sich nun dieser Triton ie mehr unn mehr herfür gethan / und Rücklings den Fischer / so ihn wohl betrachtet / erblicket / ihme aber der Fischer geruffen / sey er darob erschrocken / und habe sich von Stunden an wieder in die Tieffe des Meers[96] versencket: Von mehrern Exempeln bestehe Goëm. d.l.

22. Vom Merlino und Melusinâ besiehe auch Voëtium in Disput. p.m. 755. von noch andern Schlage auf Schotti Physica Curiosa, Ejusdem Commentar in Iter Exstaticū Kircheri, drinnen der Kircherus sonderlich citiret wird mit seinem Mundô Subterraneô, als drinnen von dieser materie noch sonderlich das seinige verhanden sey.

24. Mich. Papst part. 1. seines Wunderbuchs p. 31. etc. Weil auch in dem Meer monstra gefunden werden / welche des meisten Theils wie die rechten Menschen geschaffen oder gestalt seyn / als wil ich von demselbigen alhie in diesen Buch / weil ichs auch ein Wunderbuch intituliret und genennet habe / auch etwas melden / gäntzlich hoffende / es soll dem Guthertzigen Leser / dieser mein angewandter Fleiß und Arbeit nicht mißfallen / ob sich gleich die materia, wie mir selber wohl bewust / nicht allezeit so gar artig und wohl auf einander schraubet unn reimet. Im Fischbuch Gesneri f. 104. b. wird in genere de homine marino gehandelt und angezeiget / daß man für wenig Jahren in der Landschafft Norvvegiâ einen Meerfisch / mit starcken Schupen / in der Form und Gestalt eines Menschē / mit einem rechten unn Natürl. Angesichte / gesehen / welcher eine lange Zeite in[97] Beysein vieler Menschen / am Gestad oder Ufer spatziren gegangen / hat sich hernachmahl mit grosser Ungestümmigkeit ins Meer geworffen / und ist darvon geschwummen. Deßgleichen soll man auch bey der Stadt Spalat, in der Landschafft Dalmatiâ, am Meer gelegen / einen Meer-Menschen gesehen haben / welcher aus dem Wasser einen Weibesbilde nachgelauffen / als sie aber für ihm geflogen / hat er sich wieder zurück ins Meer gewendet / und ist darvon geschwummen. So sollen auch solcher Meer und Wassermenschen im rothen Meere offtmahls gefangen werden / aus welcher heute man so starcke Schuhe / bereitet / daß ein paar Schuh 15. Jahr wären. Wenn sich das Meer in Ungestümmigkeit verwandelt und wütet / so heben diese Meer-Leute jämmerlichen und elendiglichen an mit rechter Menschlicher Stimme zu weinen / daß es die Fischer und Schiff-Leute auff dem Meer mit betrübten Hertzen anhören.

25. Anno Christi 586. war das dritte Jahr des Käysers Mauritii, hat man am Nilo zwey Meerwunder gesehen / deren eins biß an Nabel / eines rechten Mannes / das ander aber / gleich so fern / eines Natürlichen Weibesbildes Form und Gestalt gehabt / haben sich also stehende von Morgen an / biß an Mittag / eigendlich anschauen / und betrachten lassen.[98]

Als Anno Christi 601. Mena, der Landvogt in Egypten / früe gegen Morgen am Nilo spatzieren ginge / thet sich aus dem Wasser eine grosse / gewaltige / ungeheure Manns-Person / oder starcker Riese / biß an den Nabel mit dem obern Theil des Leibes herfür / hatte gar ein dapfferes Ansehen / geldes Haar / mit grauen vermenget / und am Leibe eine schöne weisse Haut. Der Land-Vogt redet ihm erstlich freundlich zu / und da er ihm nicht antworten wolte / beschwur er ihn und sagte: Bistu der Teuffel / so troll dich in die Wüsteney / und äusserste Finsternüß / bistu aber / etwas sonderliches anzuzeigen / anher geschicket / so laß dich eigendlich und genugsamb beschauen: Darauff ist dieser Wundermann / etliche Tage nach einander / also stehende von vielen Menschen gesehen worden. Am dritten Tage / frühe gegen Morgen / kam auch zu ihm ein solches grosses Weib / mit einem überaus schönen Angesichte / langen geflochtenen schwartzen Haare / schönen weissen runden Brüsten mit rothen Wartzen / und mit einem überaus schönen glatten weissen Bauche. Gegen Abend / als der Land-Vogt und andere anwesende Leute zu Hause gegangen / seynd diese zwey Meerwunder auch mit einander darvon gegangen / und nichts mehr gesehen worden. Im Fluß Thami / ist der äusserste[99] Fluß des Moscowiterlandes / seynd auch Fische / die durchaus in allen Gliedern / wie die Menschen formiret seynd / allein daß sie nicht reden können / werden von den Leuten des Orts / wie andere Fische / gesotten und gessen. Es wird in einer Schiffartsbeschreibung / die ein Hamburgischer Kauffmann Anno 1449. im 10. Jahr des Käyserthums Alberti II. von Portugall aus / nach Mittagwerts / in die neue Welt gethan, gedacht / daß man Fische im Wasser findet / welche gleich wie die Menschen beyderley Geschlechtes / gestalt unn formiret seyn / allein daß sie gar lange Schwäntze mit Schupen / wie die Fische haben / unten am Leibe / da sich der Schwantz anhebt / haben sie zwey kurtze Beine / allerdinge wie Menschen-Schenckel und Füsse Gestalt.

26. Vom Glauco vide Camerar in Emblem. cent. 4. c. 62. pag. 63. ex Athenaô, strab. Clearcho. Alle diese Historien haben schwerlich was Menschliches an sich / und ist freylich nicht zu gedencken / daß rechte Menschen unter dem Wasser leben solten; Wenn man auch gleich noch so viel Historien wollte ans Tagelicht bringen. Ein anders ists / wenn Menschen sich ins Wasser tauchen / und eine ziembliche Zeit drunten dauren können: Solche Urinatores mag man ehe Homines marinos heissen. Oder wenn es nunmehr die[100] Künstler wollen zu wege gebracht haben / daß sie unvermerckt unterm Wasser wegschiffen können: Wie davon folgendes anzuhören ist / aus Harsdörffern in Erquickstunden Tom. 2. part. 13. c. 8. p. 493. Unter dem Wasser schiffen. Cornelius Drebel, der Kunstreiche Niederländer / hat unter vielen neuen Erfindungen auch diese zu wercke gerichtet / wie man nemblich unter dem Wasser schiffen könne. Einer von seinen Befreundeten hat mich glaubwürdig berichtet / daß besagter Künstler an der Teims in Engelland spatziret / und etliche Fischer daher fahren sehen / mit durchlöcherten Kästen / darinnen sie die Fische zu halten / und ihren Kahn anzuhencken pflegen / welche / wenn sie abgeschnitten / das Schiff höher schwimmen machen. Daher soll er Anlaß genommen haben / durch solche Wasserkästen ein gantzes Schiff unter das Wasser in einen Fluß zu sencken / und Rudern / oder mit einem Stachel fortzutreiben / massen das Schiff / und die Kästen Kunstrichtig abgewogen werden können. Hierdurch kan man der Feinde Schiff durchbohren / und auch vermittelst der eingesetzten Gläser sich im Wasser umbsehen. Die Lufft müssen sie mit einem langen Rohr ober dem Wasser eingeholt haben / unn seynd dergleichen Schiffe zwey / unterschiedener Grösse mit Wanden[101] und einer Decke von geschmierten Leder gemachet worden / in welchem der jüngstverstorbene König in Engelland / auff der Teims selbst gefahren / welcher auch eines an den Groß-Fürsten in Moscau / als eine seltne und unglaublige Sache / verehret. Dieses habe ich zu andern fernern Nachsinnen mit stillschweigen nicht übergehen sollen. Videatur Mersenne in Phænomenis hydraulicis f. 207. & 208. Item Petr. Petrus Scriverius in Bataviâ Illustratâ, da er auch Bildnissen hat von solchen See-Leuten.

Im übrigen seynd allhier zum Beschlusse die meisten Gründe hervor zu ziehen / deren sich etliche brauchen / wenn sie behaupten wollen / wie daß Wasser-Menschen seyn müssen: Nemlich solche sind entweder die


1. Autorität.

2. Bibel.

3. Cante / oder bekante Aufhaltungs-Oerter.

4. Durchnetzung und Treuffung.

5. Elements Besonderlichkeit.

6. Fußtapffen der Fische.

7. Geschichte.

8. Hinnuntersenckung.

9. Infantum Außtauschung.

10. Kindermütter Abholung.

11. Lusitanische Gesetze.

12. Menschen-Fresserey.

13. Nereidū Beschreibung.

14. Oceäni Bewegung.[102]

15. Predigt.

16. Quitirūg oder Vertreibung.

17. Respirirūgs Mügligkeit.

18. Stehlung der Menschen.

19. Thier allerhand Arten im Meere.

20. Vhrsprungs Glaubwürdigkeit.

21. Wapen.

22. Zeugung mit andern Menschen.


1. Wegen der Autorität gehöret auch hieher / was Herr P.P. Lipss: Franckenstein spricht / in corroll: ad Disput. 2. Phys. Bartholini, also: Daß Nereides, Tritones etc. seyn müssen / bezeugen glaubwürdige Historien; unn daß es alles eine Augenverblēdung oder Gespück des Teuffels: unn ein Monstrosisches Thun sey / halte ich nicht dafür.

5. Hievon handelt Theophrastus beym Hillebrand im Hexen-Wercke: pag. 329. Ihr Wohnung sind viererley: Das ist / nach dem 4. Elementen / eine im Wasser / eine in der Lufft / eine in der Erden / eine im Feuer. Die im Wasser sind Nymphen / die in der Lufft sind Sylphen / die in der Erden sind Pygmæi, die in dem Feuer Salamandræ. Die Wasser-Leute haben keine Geschäffte mit den Bergleuten / die Bergleute auch nicht mit jenen / also auch die Sylvestris, und also[103] so auch die Salamandræ. Jetzliches hat seine besondere Wohnung / aber den Menschen erscheinen sie / daß er sehe uns erkenne / wie wunderbarlich GOtt sey in seinen Wercken / daß er kein Element feyren lässet / er habe denn grosse Wunderwerck in ihnen. Nun wissen wir / daß 4. Element seyn / die Lufft / Wasser / Erd und Feur. Wir Menschen aus Adam gehn unn stehn in der Lufft / und sind mit ihr ümbgeben / wie ein Fisch mit seinem Wasser / und als wenig mögen wir ohne dieselbe seyn / als ein Fisch ohne Wasser: Wie nun der Fisch im Wasser seine Wonung hat / und das Wasser an dem Ort seine Lufft / darinn sie wehet; Also ist dem Menschen die Lufft sein Wasser / gegē den Fischen zu verstehen / also ist ein ieglich Ding in sein Element beschaffen / darin zu wandern.

Nach dem Wasser verstehen die untern / sie wohnen im Wasser / und das Wasser ist ihnen gleich als uns die Lufft / unn wie wir uns verwundern daß sie im Wasser sollen seyn; Also verwundern sie sich über uns in der Lufft zu seyn.

6. Es ist Wunder / daß sich nicht Leute finden /welche sagē / daß Umbra, oder der Schwartz-Fisch /von denen Seeleuten so gezeichnet sey / als er ist; Nemlich man findet dran / an beyden Seiten mitten im Leibe / ein paar schwartze Flecke / eines kleinen Pfennigs groß; Davon man sonsten[104] vorgiebet / daß sie der Christophorus inprimiret habe / wie er durchs Meer gegangen ist mit dem HN. Christo: Daher jener Fisch auch Christopharus heisset: Vide Franzium in Hist. Anim. p.m. 638. Mercke / daß andere auch vorgeben / wie es eben dieser Fisch sey / drauß Petrus seinen Zoll-Groschen genommen hat; Welche daher vielleichte darzu veranlasset seyn / weil der Fisch Vmbra allerhand Erde / Schleim und Gold Sand hin ein schlinget / und man öffters in seinem Eingeweide etwas Gold angetroffen hat. Noch ferner schwatzen andere / daß ein besonder Fisch im Meere sey der einen rechten Fußtapfen in der Seite am Leibe habe / als wenn er vom Menschlichen Fusse hinein gedrucket wäre worden: Und solches soll herrühren vom Petrô, wie er dem HN. Christo aufn Meere entgegen gegangen / aber ein wenig zu tieff getreten / und den guten Fisch betroffen hat. (So! dem Crodo oder Saturno, dem man in meinem Vaterlande / zu Gardeleben / angebetet hat im Heydenthume / Vide Angel. in Annal. Brandenb. March. wird auch ein Fisch unter dem Fusse gebildet / drauff er tritt: Solches hat Georgius Fabricius von der Standhafftigkeit der Saxen auß zu deuten pflegen / welche in keinem Unglücke unnd hartem Zustande weichen. Vide Franzium d.l.[105] Und also lässet sich das vorige gar nicht auff die Existenz der Wasserleute ziehen: Ja eben so wenig / als Calæolus Mariæ, oder unserer lieben Frauen Handschuh (welches eine Blume ist:) auff die hochgelobte Jungfrau Mariæ / daß sie solche Blume so gemachet habe; Ob sie gleich den Nahmen davon hat.

15. Und weme ist wohl nicht bekannt jenes Lymphatici oder Hydrophobi Mähre / da er zum Meere sich hingewand hat / das Reich GOttes zu vermehren? Wie er den Fischen geprediget hat / darzu sie in grosser Anzahl hervor gekommen / und sich am Ufer sollen versamblet haben: Wie etwan geschiehet /wenn es schlosset: Welche Zeit sich die Fischer loco Stratagematis gebrauchen sollen / umb bald viel Fische zu kriegen. Aber woher hat solches der Münch gelernet? Der HErr Christus alludirt zwar auff die Fischerey / wenn er S. Petrum zum Menschenfischer declariret: So hat Er auch selber auffm Meere und außm Schiffe gelehret / als der rechte I.X.Θ.Y.Σ. (Wie Er also anderwo verblümmter Weise außgedeutet wird /über dem Fisch Tobiæ: Nemblich JEsus Christus / GOttes Sohn / der Welt Heyland:) Aber nicht denen Fischen / sondern denen Fischern. Weiter wird[106] auch das Meer gar schon der Welt; Die mancherley Art Fische / denen unterschiedlichen Zuhörern etc. verglichen. Vide Franz. in Hist. Animal. p m. 588. etc. 638. Aber daher ist das Meer oder Mare, noch lange nicht Mares. Es hat sich der Närrische Münch Zweiffels ohne an dem Worte verstossen / Marc. 16 v. 15. Da Christus zu seinen Jüngern spricht: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium allen Creaturen. Hierüber möchte man wohl recht sprechen / was Paulus sagt Rom. 8 v. 20. Daß die Creatur unterworffen sey der Eitelkeit ohn ihren Willen. Nemblich der albere Götze / hat gemeinet / wenn allen Creaturen solte geprediget werden / daß drunter auch die Fische nicht auß zu schliessen wären. Aber das Wort / alle Creatur / hat eine weit andere Außdeutung / und wird einig unnd allein der Mensch drunter verstanden / als der alles das vornembste / beysammen in sich hat / was alle Creaturen zertheilt besitzen: Wie Casp. Barth. sehr schön über diesem locum redet Tom. 1. Advers. lib. 49. c. 2. p. 2380. Und zur Bestätigung anführet Greg. Magn. Honul. 29. also: Durch den Nahmen aller Creatur wird der Mensch zu verstehen gegeben: Denn es seynd zwar und haben auch ihr Wesen die Steine; Aber sie fühlen nicht: Weiter seynd auch die Kräuter und Stauden /[107] so leben sie auch / aber sie fühlen nicht: Ja sie leben / aber nicht durch eine rechte Seele / sondern nur durch ihr blühen und grünen: Daher Paulus spricht: Du Narr / was du seest / das lebet nicht / es sey denn / daß es zuvor sterbe / etc. Also seynd die Steine auch / aber sie leben nicht: So seynd auch die Stauden / und leben / aber sie fühlen nicht. Weiter die unvernünfftigen Thiere seynd / leben und fühlen / aber sie können nichts vernünfftlich unterscheiden: Denn die Engel seynd / leben und unterscheiden / aber fühlen nicht. Hingegen aber hat der Mensch mit allen Geschöpffen eine Gemeinschafft: Als das Wesen mit den Steinen / das Leben mit den Bäumen / das fühlen mit den Thieren / und das verstehen mit den Engeln: Und derentwegen wird der Mensch alle Creatur geheissen; Deme allein das Evangelium soll geprediget werden / und deme zu Gefallen GOtt alles erschaffen hat / und von welchem alles unterschieden ist / durch eine gewisse Gleichnüß. (Uber diese schöne Außdeutung kan sich Barthius nicht gnug verwundern; Als welche Greg. Mag. genommen hat außm Radulpho Ardentio Homil. 69. 1. Edit.) Was das Wort ALLE oder Omnis belanget / darzu könnte auch noch diese Philologie gesetzet[108] werden; Nemblich daß Omnis herkommt von ἑμως. Vide Scalig. p. 431. Poët. Nemblich weil der Mensch ein Animal Politicum oder Sociabile ist; Und daher Homo nicht minder von etlichen ἀπὸ ὁμῶς vergehnet wird. Aber an diese Qvackeley hat sich der Wahnwitzische Fischprediger nicht kehren wollen / sondern hat nach seinem Wahn denen Creaturen im Wasser auch Gottes Wort wollen zu verstehen geben; Nicht minder wie ein ander denen Steinen / Endten / Gänsen / Seuen geprediget haben: Davon D. Casp. Finckius in Cent. 1. Legend. Papist. Exemp. 1. p. 1. ex Durand Ratiôn Div. off. l. 7. c. 40. Dieweil Bedæ, einem Münch in Engelland / die Augen dunckel worden waren wegen hohen Alters / ließ er sich durch allerhand Flecken und Märckte führen / damit er das Wort des HErrn predigte. Als er nun dermahl eins durch einen Steinichten Thal geführet ward / sprach einer seiner Führer spöttlich zu ihm: Allda wäre eine grosse Menge Volcke versamblet / die wäre gantz begierig in der Still seine Predigten anzuhören: So bald fängt er an eine Geistreiche Predigt zu thun / und als er zuletzt mit den Worten beschlossen hatte: Omnia secula seculorum, haben darauf alle Stein mit höher Stimme geantwortet / [109] Amen venerabilis Pater, Amen. (Physicorum quorundam opinio fuit, Metalla & lapides vivere, eaque solidè refutata est à J.C. Scaligero in exercitationibus contrà Cardanum. Hîc autem probatur, lapides non tantum vivere, sed etiam intelligere. Lapides & trunci sunt qvi hoc credunt.) Erinnerung von Franscisco und Dominico geben die Münch aus / daß er den Enten und Gänsen / von Antonio, daß er den Seuen geprediget habe / des guten Bedæ Ehrwürde muß allhier der Steinen Prediger werden / gerade als wenn sie hören und GOttes Wort verstehen können. Zwar Christus heist seine Jünger / das Evangelium predigen allen Creaturen Marc. 16. Aber da werden nicht die Sen / Enten / Steine / oder andere Geschöpff GOttes verstanden / sondern die Menschen / oder die Creaturen / welche hören und lernen / glauben und getaufft werden können. Bey oben D. Finckio Cent. 2. p. 115. stehet / daß Franciscus dem Beerwolffe geprediget / und seinen Bruder geheissen habe: Wie auch p. 117. mit einem Esel geschehen / und nicht minder mit den Vögeln: Welchen er allen Gottes Wort vorgesaget hat / drauf sie fleissig gehöret haben.

20. Will M. Elucidarius, in Tract von allerhand Geschöpff GOttes / gedruckt zu Franckfurt[110] am Mäyn Anno 1613. lit. C. 4. Dergleichen Leute alle von Adam herführen. Denn nach dem er alle Plinianische Leute erzehlet hat / (auch dieselbigen / so nackigt unn rauch in den Flüssen wohnen / it. in den Wässern / und halb Menschens und halb Pferds-Gestalt haben: Item in den Einöden Africæ, da Menschen-Gestaltniß den Leuten entgegen kommen / und wie eine Wasserblase / in einem Augenblick wieder verschwinden / etc.) so redet er folgender massen Beschlußweise: Der Jünger: Nun sag mir / daß so mancherley Leute auff Erdreich und doch einander nichts thun? M: Das hat GOtt also geschaffen / daß sie seynd unterscheiden mit Wassern und mit Gebürge / daß sie nicht zusammen kommen. I. Uns saget die Heilige Schrifft / daß alles Menschliche Geschlecht / von Adam und von Eva kommen sey / wie sind sie nun verwandelt? M. Adam war ein wunderweiser Mann / da er aus dem Paradeiß kam / da kannte er alle Wurtzeln wol / welcher Natur sie waren / und welche Fraw sie esse / daß ihre Geburt davon verwandelt würde / und warnet seine Töchter / daß sie der Wurtzeln nicht essen / da nahm es der Frauen Wunder / wie es umb die Wurtzeln wäre / die ihnen der Vater verboten hätte / und assen alle die Wurtzeln / und die Kinder die von denselben Frauen kamen / die verwandelten[111] sich nach den Wurtzeln / und mißriethen also / als ich dir vor gesagt habe. (Bißhieher jener: Der traun rechtschaffen behaupten wollen / daß in herbis, verbis und Lapidibus magna vis sey: Aber was welche folgende Qvacklerey darzu: Heinricus Kornmannus von Kirchhayn / in seinem monte Veneris, theuer sie in vier unterschiedliche Geschlechte am 9. Cap. und beschreibt sie also: Ex qvo genere hominum fuerit Venus. Aus welchen Geschlecht der Menschen die Göttin Venus gewesen. Es seynd vielerley Geschlecht der Geistmenschen / als nemlich Wasserleute / Bergleute / Feuerleute und Wind- oder Lufft Leute / die wir als Menschen ansehen zu seyn / und doch nicht seyn aus Adam / sondern ein ander Geschöpff und Creatur / geschieden von uns Menschen / und von allen Thieren. Denn / es zweyerley Fleisch / das Fleisch aus Adam / und das so nicht aus Adam. Das Fleisch aus Adam ist ein grob Fleisch / denn es ist irrdisch / und ist noch nichts denn allein ein Fleisch / das zu binden und zu fassen ist. Das ander Fleisch das nicht aus Adam ist / das ist ein subtil Fleisch / das nicht zu binden noch zu fassen ist / denn es ist nicht aus der Erden gemacht. Nun ist das Fleisch aus Adam der Mensch aus Adam / der ist grob wie die Erden / dieselbige ist compact, also daß der[112] Mensch nicht mag durch eine Mauer / noch durch eine Wand / er muß ein Loch machen / dadurch er schlieff / denn ihm weicht nichts. Aber das Fleisch so nicht aus Adam ist / dem weichet das Gemanet / das ist / dasselbige Fleisch darff keine Thüren / keines Lochs / sondern gehen durch gantze Mauren und Wände / und zubrechen nichts. Nun sind sie beydes Fleisch / Blut / Bein und dergleichen / was zu einem Menschen gehöret / und in aller Natur wie der Mensch / aber in dem gescheiden / daß zweene Ursprünge dar seynd / das ist zweene Väter. Zu gleicher Weise / als ein Geist und ein Mensch. Der Geist gehet durch alle Wände / und ihn versperret nichts / der Mensch aber nicht / denn ihn versperret der Riegel oder Schloß / also wie ein Geist und ein Mensch gegen einander zu erkennen und zu erwegen / also diese Leute auch erkannt werden. Mit dem Unterscheid aber von den Geistern gescheiden / daß sie Blut / Fleisch unnd Gebein haben / darbey gebähren sie Kinder und Frucht / reden / essen / trincken unnd wandeln / welche Dinge die Geister nicht thun / darumb sind sie gleich den Geistern in Geschwindigkeit / gleich den Menschen in Gebährung / Gestalt unnd essen / und also sind sie Leute / So Geister-Art an[113] ihnen haben / darbey auch Menschen-Irt / und ist ein Ding / wiewohl sie diese Dinge beyde sind / Geist und Menschen / und doch deren entweders: Denn Menschen mögen sie nicht seyn / sie seynd Geistisch in ihren Wandel. Geist mögen sie nicht seyn / denn sie essen und trincken; Haben Blut und Fleisch / darumb ist es eine sondere Creatur ausserhalb deren zweyen / und aber in die zwey Ort gesetzt / ein gemischtes / gemacht von beyden / wie ein Compositum von zweyen Stücken. So ist aber weiter auch in diesem zu verstehen / daß sie wiewohl Geist und Mensch / iedoch aber entweders sind sie: Der Mensch hat eine Seele / der Geist nicht / der Geist hat keine Seele / der Mensch aber hat eine. Die Creatur aber ist die beyde / und keine Seel aber / und ist doch den Geist nicht gleich / denn der Geist stirbt nicht / die Creatur aber stirbet / so ist sie den Menschen nicht gleich / sie hat der Seelen nicht / sie ist ein Viehe und aber über das Viehe / daß sie stirbt wie das Viehe / und der Thierische Leib hat auch keine Seele wie der Mensch / darumb ist es ein Viehe / und aber sie reden / lachen /wie die Menschen / darumb ist dis dem Menschen gleicher als dem Viehe / und ist weder Mensch noch Viehe / denn sie sind allwege wie die Menschen / allein ohne Seele / und besser denn der Mensch / denn sie seynd wie die[114] Geister / die niemand haben kan. Das soll sich niemand verwundern / daß eine solche Creatur soll seyn / denn GOtt ist wunderbahrlich in seinen Wercken / die er offt wunberbahrlich läst erscheinen / denn die Dinge seynd nicht täglich vor unsern Augen / sondern gar seltzam. Nun sind sie darumb von uns geschieden / daß sie nicht aus Adam sind / derselbigen Erden daraus Adam geschaffen ist / nicht gemessen / nicht allein daß uns GOtt die Dinge wunderbarlich zu sehen verhengt. Sie haben Kinder / und ihre Kinder sind ihnen gleich / nicht unsers gleichen / sie sind witzig / reich / verständig / arm / thöricht / wie wir aus Adam / sie bilden uns in alle wege gleich / wie man spricht: Der Mensch ist das Ebenbild GOttes / das ist / er ist nach seiner Bildnüß gemacht. Nun ist der Mensch nicht GOtt / wiewohl er ihm gleich gemacht ist / doch nur aber in der Bildnüß / also auch hier / sie sind darum nicht Menschen / darumb daß sie nach seiner Bildnüß gemacht sind / sondern bleiben in ihren Geschöpff / dieselbige Creatur wie sie seyn / wie denn der Mensch auch / der bleibt wie ihn GOtt geschaffen hat. Also sind sie Menschen und Leut / sterben mit dem Viehe / wandeln mit den Geistern / essen und trincken mit den Menschen / das ist / wie das Viehe / also sterben sie ab / daß nicht mehr bleibt / und ihnen[115] schadet weder Wasser noch Feuer / wie den Geistern / und niemand mag sie versperren wie die Geist / und aber ihre Nahrung sind den Menschen gleich / und alle ihre damit in Menschen Kranckheit / und in seine Gesundheit fallen sie / nicht in die Artzney der Erden / aus er der Mensch gemacht / sondern aus der da sie wohnen / sterben wie die Menschen / aber des Todes wie das Viehe / ihr Fleisch fault wie das ander Fleisch / und ihr Gebein /wie an der Menschen-Gebein / unnd ihr wird kein Gedächtniß. Ihre Sitten und Geberden sind Menschliche Rede und Weise / mit allen Tugenden besser und gröber / subtieler und rauher / dergleichen in der Gestalt anders nicht geformirt / wie auch die Menschen. Ihre Natur ist gleich den Menschen; Die Arbeit ihrer Hände zu essen / ihnen selbst Kleidung zu spinnen und zu weben / Vernunfft die Dinge zu gebrauchen / Weißheit zu regieren / Billigkeit zu erhalten und beschirmen / denn ob sie gleich wohl Viehe seynd / so haben sie doch alle Menschen-Vernunfft / allein die Seele nicht / sie haben darumb das Urtheil nicht / GOtt zu dienen / zu wandeln in seinen Wegen / denn sie haben der Seelen nicht. 22. Wollens etliche damit behaubten / wie nemlich Seemenschen seyn müsten /weil sie Kinder gezeuget haben: Wie davon[116] auch Erwähnung thut. Raue in memorab. c. 91. f. 73. Von den Wasser-Menschen. Die Geister so in den Wassern wohnen / sind nach Anweisung der Magischen Künste / zu einem Wollüstigen Leben geneigt / es sind auch unter ihnen / welche die Wasser erregen / Ungewitter anrichten / und pflegen sich gemeiniglich zu Nachts auff dem Wasser / wie auch in den Brunnen und Seen in Gestalt der Nymphen sehen zu lassen. Dieser Geister Hülf hat sich Ollerus ein Schwedischer Schwartz-Künstler gebraucht / ein gewisses Bein mit Segen beschworen / und darauff gleich als einem Schiffe über das hohe Meer gefahren. Deßgleichen hat er auch den König Hardingū aus Dennemarck auff ein Pferd gesetzt / und in kurtzer Zeit über Meer in sein Königreich heim geführet. Es werden diese von den Scribenten Sibyllen / Nachtfrauen / Gutefrauen / unn mit dergleichen Namen genennet / ihre Königin aber Habundea, welche durch ihre Ankunfft grosse Glückseligkeit und Reichthum denē / bey welchen sie einkehret / zufügete / derhalben ihnen auch in den Häusern statliche Panketen zugerichtet würdē / auch die Keller / unn Trinckgeschirr des Weins alle eröffnet / damit ihnen ja kein Verdruß / oder Wiederwillen geschehe / wie denn auch Plutarchus und Sabellicus schreiben / daß durch diese[117] Nymphen eine / Egeria genannt / Numa Pompilius der zweyte König zu Rom / den Rathsherren zu Rom / als sie auf eine Zeit unversehens zu ihme kommen / eine herrliche Mahlzeit zugerichtet und vorgesetzet. (Doch von diesem Stücke ist in vorher gehenden ein mehrers zu sehen gewesen.)

13. Andere bedienen sich der alten und Poeten ihr Geschwätze / von denen Nereidibus, Tritonibus, und sonderlich Sirenibus: Daß solcherer Erscheinungen nicht umbsonst unnd ohne Warhafftigkeit seyn könnten: Es müste ja was dran seyn / daß es Seeleute gebe. Hievon kann also noch ferner angehöret werden Joh. Trithemius, Apt zu Spanheim beym Hildebrand d.l. pag. 324. etc. Das vierdte Geschlechte der Teuffel wird aquaticum vom Wasser genannt / weil sie gerne an feuchten Orten sind / und in den Wassern / und Lachen wohnen. Diese sind grimmig / ungestüm / unruhig und tückisch / erwecken Ungewitter auf dem Meer / versencken die Schiffe zu Grunde / und bringen viel im Wasser umb. Diese Teuffel so offt sie einen sichtbahren Leib an sich nehmen / erscheinen sie gemeiniglich in Weibes-Gestalt / selten in Mannes-Gestalt / dieweil sie sich an feuchten Orten halten / und ein weiches und sanfft Leben führen / mügen auch nicht leichtlich wie andere / eine geringere Gestalt an sich[118] nehmen. Daher sie von den alten nicht mit einem Männlichen / sondern Weibischen Namen Najades, Nereides und Wasser-Nymphæ, oder Göttin genennet werden. Die unsern nennen sie heutiges Tages gemeiniglich Wasserfrauen. Welche aber in drucken und dürren Orten wohnen / nehmen Mannes-Gestalt an sich / wenn sie den Menschen sichtbarlich erscheinen. Sie verwandlen sich auch wohl in viel andere Thiere / nachdem sie ie affectioniret und gesinnet seynd. Die heiligen Engel aber / weil sie solchen Affectionen und Veränderungen nicht unterworffen sind / erscheinen sie einmahl wie das andere in Mannes-Gestalt. Denn man findet nirgend geschrieben / daß iemahls ein guter Geist in eines Weibes / oder irgend eines Thieres / sondern allwege in Mannes-Gestalt erschienen sey: Hergegen aber hat man die Teuffel offt umb die Wasser und Brunnen gesehen / welche wie die Weiber entweder getantzet / oder nach der Weiber Brauch / ihre Haaren außgebreitet / bißweilen auch mit den Leuten geredet / und seltzame Gauckelspiel getrieben. Dieses Geschlecht der bösen Geister pfleget sich nicht zu den Hexen / und Unholden zu gesellen. (Höret Wunder: Dieser machet aus den Nereidibus, See-Teuffel / und unterscheidet sie dennoch von den bösen Geistern;[119] Da es doch Zweiffels ohne ein Thun drümb ist. Welches auch beglaubet folgende Rede außm Kornmanno de mirac. mort. part. 6. cap. 11. Die Najades und Nymphæ, welche von den Alten für Göttinnen der Flüsse seynd gehalten worden / die pflegen ein gewisses Zeichen und Vordeutung zu seyn / der jenigen Leute / die bald ersauffen sollen: Welches sich in vorigen Jahren zu Jena begeben hat / wie ich mich da auffhielte: Da etliche Abend dergleichen Nymphæ auf der Saal spieleten / und gleichsamb vor Freuden hüpffeten / und zwar am eben demselbigen Orte / da am nachfolgenden Tage einer von Adel Johannes Robolt im kalten Bade hinunter gezerret und ersoffen ist / der mir sonsten sehr lieb war. Vide Colvener in Tract ad Cantipratan lib. 2. c. 57. § 9.

21. Von Bezeichnüssen der Wapen / drinnen See-Nixen abgebildet seyn / ist schon oben gewesen: Ingleichen zum 18. daß die Nixen die Menschen zu stelen / und zu sich hinunter zu schleppen pflegen. Nicht minder zum 12. ist auch schon von der Menschenfresserey gesaget worden / deren etliche Leute beschuldiget werden / bey Verzehrung der Menschengestalten Fische. Zum 19. wollen etliche beglauben / daß darumb nothwendig auch Menschen im Meere seyn müstē / weil es im Meere fast jo solche und mehr Thiere gibt / als wir bey[120] uns auf der Erden haben. Nun aber kommen uns ja die wenigsten zu Nutze / ich geschweige / daß uns wol gar viel Species nicht einmahl seynd bekant worden / etc. Aber was spricht der 8. Psalm darzu v. 9. daß der HErr unser Herscher / uns seinen Geschöpffen / die Fische und alles was im Meere gehet / unter die Füsse gethan habe. Seynd gleich allen und eintzelen Menschen die Fische an vielerley Arten / nicht nütz noch bekant / so wird es doch ie zu seiner Zeit geschehen / daß einer und der andere Gedeyen davon empfindet.

Und seynd also diese FLUET-Geister eben so wenig Menschen / als jene (per anagr:) LUFTE-Geister: Mit einander seynd sie (per anagr.) Teufl: Dafür uns und das gantze Menschliche Geschlechte / der liebe GOtt behüte!

Vom 5. redet noch ferner also Minsicht in Hist. Schaupl. p. 43. Was man redet vom Beyschlaffe der Teuffel / dasselbe ist auch zu verstehen von den Wassermännlein und Fräulein / darvon viel Fabulirens ist. Halte aber dafür / daß die so wohl Teuffel und Gespenster als die andern. Denn ob man gleich nicht leugnen kan / daß in dem Meer / so wohl als auff der Erden / allerhand Thier / als Hund / Ochsen / Pferd / Schwein unn dergleichen zu finden / welche auch der oberen Helffte dieser Thiere gleich sehen / ja auch wohl findet / die den[121] Menschen fast gleich sehen; So seynd es doch unvernünfftige Thiere / und haben ihr Wesen im Wasser und Meer / dannenhero sie keine Gemeinschafft mit den vernünfftigen Menschen haben können. 14. Weil man mit der Bewegung des Meers / mit dem Ab- und Zuflusse / nicht zu rechte kan kommen: Als davon die Gelahrten so viel Bücher geschrieben haben. Vide D. Rivini 2. Disp. und Schottum in Itin. Ecstat. Kircherio. So seynd etliche der resolution geworden / daß sie solche Ursache der Bewegung der Erden beylegen / hinzu thuende / daß causa finalis sey / die Fügligkeit zu loben der Meerleute. Nachdem Ovid. spricht: Cernis, ut capiant vitium, nî moveantur, aquæ. Nemblich wenn sich unsere Lufft / drinnen wir leben / lange gantz stille befindet / und keine discussion von Winden leidet / so verursachen die irrdischen hinnauffsteigenden Dämpffe und exhalationes, leichtlich eine infection und Pestilentzialische Lufft / daß man dran sterben muß. Also verhalte es sich mit dem Meere auch. Ich gebe solches zu von den Fischen / davon ichs gewiß weiß: Wegen der See-Menschen / schlagen sich wohl noch ein paar Bauern / ehe sie die Warheit hervor bringen. Nemblich die offenbahre See hat nicht allein seine Bewegung / sondern auch sein Saltz; Daß die Fische ihre Dauerhafftigkeit[122] und gesunde Natur davon bekommen. Vide Autor. admirand. Sinæ & Europ. 3. Ob gleich an gewissen Oertern der Flüsse / Pflitzen / Tumpel und Seen / sich die See-Nixe præsentiren: Als wie bey Magdeburg auff der Elbe: Bey Halle / in einem tieffen rundten Teiche / drinnen viel Feuerkröten seynd / und die Nachbarn demnach häuffig dran waschen etc. unn an vielen hundert andern Orten in der Welt mehr / in welchen gemeiniglich die unglückseligen Leute zu ersauffen pflegen: So erfolget doch daraus nicht flugs / daß es rechte Menschen seyn müsten: Als die sich ja über unsern Verderb nicht freuen würden / als wie der Carcurgus, Schadenfroh / hinterlistige Nachsteller / Unglücks-Vögel / Verderber etc. Der böse Feind thut. 16. Ob man gleich Mittel und Wege vorschreibet / damit man solche schädliche See-Nixen vertreiben und abhalten kan / daß sie unsern Kindern nicht beykommen; So seynd es doch Abergläubische Phantasiereyen: An welcher Qvackeley sich die Nixen / so ferne sie wären / nicht kehren würden; Wenn es der böse Feind nicht bißweilen für gut außpassiren liesse / propter rationem status, umb durch solche Verstellung und simulation ein gewisses Profiet zu erhalten / sein Vortheil zu finden / und die Leyen von GOttes Wort ie mehr[123] und mehr zu verleiten / und in ihrem Katzenglauben zu verstärcken. Man spricht / daß sich die Wöchnerinnen sonderlich versehen sollen / damit sie nicht alleine seyn / sonderlich in der zwölfften Stunde so wohl des Tages als des Nachts / etc. Man möchte es zwar für eine Qvackeley halten / so ferne es nur sein absehen hat /wie denn die Weiber in gemein nichts anders attendiren / auff die See-Nixen / etc. Allein / weil man weiß auß der H. Schrifft zu beten gegen GOtt wider die Seuche die in Mittage verderbet / daß ist / contra Dæmonem meridianum, als der umb selbe Zeit sonderlich sein verfluchtes Fest hat: Unnd zum andern auch die Einsambkeit sonsten mehr schädlich als ersprießlich ist / etc. So mag man sich in der Furcht GOttes wol nicht unbillich vorsehen: Absonderlich /weil so schreckliche Exempel vorhanden seyn / die einen Christenmenschen wol dahin bewegen können. Fürnemblich aber gehöret hieher Iob. Fincel. part. 2. seiner Wunderzeichen litt. y. 3. Im Jahr Christi 1557. hat sich den 25. Novembris / folgende Geschicht zu Halberstadt in S. Moritz Pfarr zugetragen / nemblich ein ehrlich / Gottfürchtig Weib Georgij Wederings / Elisabeth / ungefährlich 24. Jahr alt / hat eine junge Tochter zur Welt bracht / welche sie folgends 26. Tages Novembris / zur[124] Christlichen Tauffe durch Christliche Gefattern hat bringen lassen / ist hernach bey acht Tagen von der Mutter / fleissig gewartet / und versehen / worden / sonderlich die Nacht Mariæ Empfängnuß / hat sie das Kindlein umb drey Uhr außgehoben / geseuget / und in Gottes Namen wieder in die Wiege und sich ins Bette geleget, darneben denn ihre Magd in der Stuben bey ihr blieben / bald in einer viertl Stunde fehet das Kindlein hefftig an zuschreyen und weynet so sehr / daß es die Magd länger nicht hat schweigen können / sondern die Fraw ruffen müssen / sie hat aber nicht gehöret / darob sich die Magd sehr verwundert / und gedacht / es müste nicht recht zugehen / daß die Frau jetzt so harte schlieffe /welche zuvor auffs Kindlein so guten Fleiß gehabt hette. Tritt derowegen zum Bette / und spricht: Frau höret ihr nicht / wie das Kindle so sehr schreyet. Da ihr aber nicht geantwortet wird / greifft sie ins Bette / und fielt niemand. Die Magd erschrickt / und rufft dem Herrn / der hart in der nechsten Kammer gelegen und spricht: Die Frau ist hinweg. Er erschrickt und schreyet / das wolte GOtt nicht / brenn ein Liecht an /wir wollen sie suchen / nimpt sein Kindle / hüllets ein / laufft in alle Winckel deß Hauses / rufft ihr und befindet / sonderlich weil es geschneiet hatte / daß sie zur Hof unn Haußthür nit[125] nauß kommen sey / sind sie nach dem Keller gelauffen / und ihr geruffen / aber nichts denn ein Geplatsche im Wasser gehöret / wie denn auch an dem Keller ein Brunn gesenckt ist / welcher in dieser Frauen / und ihres Nachbarn Hoff gehet / darauf sie nicht acht gehabt / welche die Fraue gesucht / dieweil die Thüren zugewesen etc. Sind derowegen auf die Gassen gelauffen / ein Geschrey gemacht / die Nachbarn auffgeweckt und angezeiget /was geschehen sey. Der arme Mann läufft mit dem Kindle jammerlich hin und wieder / aber kan sie nirgends finden / aber sein Nachbar Lorentz Schade / höret daß seine Hinterthüre / die sonst auf dem Tage schwerlich auffzumachen gewest / auffgehe / höret auch den Tumult / spricht zu seinem Weibe: Hörestu daß unser Hoffthür auffgehet / es solte wohl ein Dieb im Hause seyn / aber die Frau redet ihm solches aus. In dem hören die Sücher / daß sich iemand in Schadens Hauß rege / meinen / die Frau sey auffgestanden / wollen ihr das auch anzeigen / klopffen derowegen an / in dem wird die Thür in Schadens Hause geöffnet / und wie man zusicht / ists die Kindbetterin / sie sprachen sie an / was sie da mache / und wo sie gewesen sey / aber für zittern und weinen kann sie anders nicht sagen / denn sie sey aus dem Botn kommen / darrinne sie seye gelegen /[126] wie ihr Peltz und Leib außweiset. Da man weiter gefraget / wo sie hinein kommen oder auch heraus kommen wäre / davon hat sie nicht können Bescheid geben / denn der Brunn im Hofe ist fest zugedeckt gewesen / und ist auch ein klein Loch / dadurch sie hinein kommen / und dieweil man im Schnee nicht spüren können / wie sie aus dem Hause an den Brunne kommen / so hat man doch ihre Bantoffel bey den Brunn bey einander stehen funden / daraus zu erachten / daß sie daselbs hinein und am andern Ort in ihres Nachbars Hauß heraus kommen sey / wie aber / weiß kein Mensch. Sie ist aber hernach vier oder fünff Tage sehr schwach gewesen / aber den sechsten Tag zimblich zupasse / daß sie selbst gessen / getruncken / ümbher gegangen / das Kindlein gewartet und gepfleget hat / daß man in der Hoffnung gewesen / es solte ferner mit ihr keine Noth haben / wiewohl sie allwege geklaget / daß ihr das Hertz sehr schwer wäre / wüste nicht wie es möchte zugehen / aber solches ist ihr außgeredet worden / und haben sie getröstet / sie solte sich zu frieden geben / und auff GOtt vertrauen / auch sich befleissen / daß sie schlaffen könte / welches ihr denn am schwersten worden / und sie selbs gemeint / da sie nur schlaffen könte / würde es mit ihr bald besser werden / hat also groß Verlangen nach Wermuthbiere[127] gehabt / und gemeint / wenn sie solches bekäm / wolte sie davon wohl schlaffen / wie sie denn den 13. Decemb. immer davon gesagt / und auch folgends den 14. zwischen 7. unnd 8. Uhren das Kindle zu ihr genommen / geseuget / eingewunden und widerumb in GOttes Namen mit Hertzen und Küssen niedergelegt / und auch das Morgenbrodt bey dem Tische / abwesens ihres Mannes gessen / darnach hat sie die Magd in S. Leonhards Closter gesandt Wermuthbier zuholen / daß sie also allein daheime blieben. In dem komt ihr Bruder Hans Otto / will sehen wie es seiner Schwester gehe / und wie er in die Stube kombt / sind er sie in Bette auff den Rücken liegen / mit geschlossenen Augen / des wird er gleich froh / meint sie schlaffe / will sie derwegen nicht erwecken / sondern gehet stracks zurücke / da begegnet ihm die Magd mit dem Wermuthbier / der verbot er / sie solte nicht hinein gehen / und die Frau auffwecken / dem antwortet die Magd / ich muß sie ansprechen / denn sie hat mirs befohlen / gehet hinein zur Wiegen nach dem Kinde zu sehen / das war hinweg aus der Stuben. Nun gedencket die Magd an den Brunne / darinne die Frau gelegen war / siehet hinein / und findet das Kindlein im Wasser / und die Windeln und sein Beinlein hencken / da es doch zuvor feste von der[128] Mutter verwickelt worden. Solches ist durch zween Schöppen / und Herrn Conrad Perca Pastorn zu S. Johannis aus dem Brunnen todt gelanget und besichtiget worden. Die Mutter aber / hat von der Zeit an / da sie ihr Bruder hat schlaffen funden / von acht Uhrn an / bis zu viern in der Nacht /welches sind zwantzig Stunden / entzuckt gelegen / keinen Athem geholet / noch sich gereget / man hat sie auch nicht ermuntern können. Derwegen hat man sie liegen lassen / und fleißig zu Gott für sie gebeten. Gegen dem Morgen hat sie sich gereget / daß mans hat sehen können / da ist der Pfarrer und ihr Ehemann zu ihr fürs Bette getreten / sie geruffet und gerüttelt / hat sie nichts geantwortet / sondern über eine weile ihre Augen aufgeschlagen und gesprochen: Ey berath GOtt. Darauß der Pfarrer geantwortet / der berath allwege / und helffe euch und uns allen. Hat sie geantwortet: Amen. Ist auch von ihrem Manne gefraget worden / ob sie ihme kenne / hat sie mit Weinen gesagt / ja / ihr seyd mein lieber Mann / und der bey euch stehet / ist der Pfarrer zu S. Johannes. Hat sie mit weinen vermahnet / daß sie für sie beten solten /welches denn geschehen / und bald nach dem Gebet gesaget / warumb habt ihr mich aufgeweckt / ich bin in so grosser Freude gewesen / habe meinen Heyland gesehen / die lieben[129] Engel gehöret / etc. Ach warumb habt ihr mich nicht liegen lassen / hat auch geklaget / der Mund thete ihr wehe / welchen die Weiber also mit Würtz und Essig gerieben hatten: Da sie gemeynet / daß sie sonst in Ohnmacht lege / hat auch geklaget / wie sie sehr müde / und ihr das Hertz schwer wäre / hat also wieder vier Stunden geruhet / und ist der Pfarrer stets bey ihr für dem Bette gesessen. Da ist sie umb 8. Uhr auffgefahren / neben das Bett gegriffen / geweynet und geseuffzet / da sie gefraget worden / warumb sie so seuffzete / hat sie geantwortet: Sie hätte ja da ein Kind stehen gehabt / wo dasselbe wäre / sie wollts haben / welches man ihr aus dem Sinne hat reden wollen / aber sie hat sich daran nichts gekehret. Und ob man wohl gesprochen / sie hettens ihr zum Besten hinweg gethan / denn sie wäre schwach / hat sie doch daran nicht wollen gesättiget seyn / sondern gesagt / hab ich doch nur ein einiges Kind / habe auch gute Milch / darumb langet mir mein Kind her. Darauff hat sie der Pfarrer gebeten / sie wolte sich zu frieden geben den Tag / so wolte sie das Kindlein wieder bekommen / und man hat sie nicht anders können zu Frieden stellen / denn auff solche Weise. Nu hat sie den 14. Dec. biß auff den 21. still gelegen /wenig geredet / allein offt und viel geseuffzet / und[130] nach dem Kinde nicht mehr gefraget. Wie es weiter durch Göttlichen Willen mit ihr zugehen werde / wird die Erfahrung geben / die Zeugen dieser Geschichte sind Cunrad Perca Pfarrer zu S. Johann / Simon Becker ein Schöppe / Caspar Bolte / Hans Otto / Lorentz Schade / Heinricus Spangenberg / Andreas Franck / Bastian Holtzschumacher / Heinricus Otto / Paul Feckensteit.

Nemlich / es sollen die Wöchnerinnen / sonderlich zu Mittages- und Mitternachts- Zeit von den Gespenstern oder Volanden oder Wasser-Nixen / (wie sie von den Weibern theils geheissen werden /) von 11. biß zu 12. Uhren angefochten werden: Als erzehlete mir eine Leipziger Wehemutter / Ursel mit Namen / daß es ihrer eigenen Mutter wiederfahren / wie sie / als ihr erstes Kind / von ihr gebohren gewesen / daß ihre Mutter zwischen elffen und zwölffen zur Stube hinaus gegangen / und vor dem Schränckel hat wollen eine Butterbamme schmieren; Da soll ein grosser schwartzer Mann zum Kellerloche hervor gesehen haben: Drüber sie dermassen erschrocken / daß sie hernach müssen 16. Wochen kranck zu Bette nieder liegen. Eben diese Obstetrix sagte / wie es allhier unlängst Anno 1661. in Leipzig geschehen / daß eine Nagelschmidts Fr.[131] in ihren Sechs-Wochen heraus gegangen / unnd umb verbotene Zeit den Gänsen bey der Pauliner Kirche / da sie gewohnet / zu fressen gegeben; Da soll es sie angehouchet haben; Daß ihr Gesicht unnd Maul so auffgeschwollen / und ein trefflich garstiger Eiter endlich heraus gekommen sey / daß nicht zu sagen: Dessentwegen warnen sie die Kinderbetterin sehr / daß sie sich sollen innen halten / und in ihren Betten verbleiben / sonderlich zwischen Eilffen unnd Zwölffen: Ja wenn sie nur in ihren Betten seyn / so mögen jene Nixen nichts irren noch schaden. Es soll aber allein (nach der Weiber Bericht) in dergleichen Häuser unnd Gebeuden spuecken / drinnen vor diesem Geld vergraben worden: Unnd wenn solches endlich gefunden wird / so soll es auffhören. Als sagte mir vorgedachte Mutter Ursel nunmehr Seel. daß es auch ihrer Mutter begegnet sey: Nemblich es habe die Groß-Mutter Geld unterm Feuer-Herde vergraben gehabt: Drauff soll es geschehen seyn / daß ihre Mutter immer Anfechtungen bekommen / umb berüchtigte Zeit: In dem es gethan / als wie es einheitzete / drauff ihr vorgekommen / daß der Ofen und die Stube so heiß[132] wurde / daß sie vor Angstschweiß nicht bleiben können: Drauff das Gespenste denn die Ofen-Gabel niedergeworffen und gleichsamb darvon gelauffen / unnd sonsten sein Fest so gehabt hat; Biß daß ihre Magd einmahl Feuer auff dem Herde gemacht / und ungefehr einen Pflock aus dem Herde gezogen / drauff etwas geschimmert und geklungen: Darnach sie denn gesehen hat / unnd das Loch weiter eröffnet / unnd ein kleines länglichtes Schächtelgen heraus gezogen / drinnen viel Ducaten gelegen; Die sie mit Frolocken (eine ander würde sie vor sich behalten haben /) in die Stube getragen / unnd dem Vatter gegeben: Der ihr zum Recompens einen Peltz darvon machen lassen; Hernach soll sich das Gespücke verlohren haben.


10. Nemblich man erfähret sonderlich / daß die Wehemütter vor andern Geschlechtern der Leute / am meisten von den Unterirrdischen und See-Nixen / begehret seyn / unnd von ihnen abgeholet seyn: Als soll solches auch zu Halle geschehen seyn / daß eine Wehe-Mutter unters Wasser ist weggeholet worden: Ich geschweige vieler hundert andern mir zwar[133] unbekanten Exempeln / denoch aber von solchen alten und erfahrnen Müttern / gewiß in grosser Menge / und mit Verwunderung gehöret werden / durch alle Städte. Im übrigen erzehlete mir auch obgedachte Mutter / daß sie (sie war aber bürtig von Eschätz / eine halbe Meile bey Querfurt) wie sie über das Wasser fahren wollen / zu Mitternacht / berichtet worden / wie zu Merseburg umb die Mitternacht ein Weib für ein Balbiers-Hauß gekommen / (noch unlängst soll es geschehen seyn /) der nahe am Wasser gewohnet / und hätte geschrien zum Fenster hinein / die Wehemutter solle doch heraus kommen: Welches sie aber anfänglich nicht thun wollen / biß der Balbierer mit ihr gegangen / der ein Licht bey sich gehabt / und flugs nach des befürchteten Nixes Beinen gesehen / drauf es sich nieder geducket: Wie solches der Balbierer gemercket / da hat er es greulich außgescholten und gehen heissen / drauf es verschwunden. Noch ferner gedachte auch solche Hebamme / daß in ihrer Heymat zu Eschätz ein Mann außgangen gewesen / und seine Fraue / als eine Kinderbetterin / allemahl zu Hause gelassen; Drauff soll mitten in der Nacht der Nix gekommen seyn / und habe Mannes gestalt unn Sinnen an sich genommen / habe vors Fenster das zum Garten hinein gegangen /[134] geschrien: Sie solte doch heraus kommen / er wolte ihr was sonderliches weisen: Allein ihr war es wunderlich vorgekommen / unnd hatte dannenhero drauff geantwortet; Er solte hinein kommen: Es schickete sich so mit ihr nicht / daß sie jetzund könte in der Mitternacht auffstehen: Hette er doch den Schlüßel draußen in einem Loche über der Haußthür liegen / wie er wohl müste: Resp. Ey er wüste es gar wohl; Sie solte doch aber zu ihm hinaus kommen: Er wolte ihr gewiß was sonderliches zeigen: Unnd hatte die Reden auff ihres Mannes Art so lange getrieben; Biß daß die Wöchnerinne endlich auß ihrem Bette von dem Wochen-Kinde auffgestanden / unnd hinaus gegangen war im Garten / da war das Gespenst immer vorher vor sie weg gegangen / und hatte etliche mahl gesaget / sie solte nur nachfolgen: Da wäre es / das er ihr zeigen wolte: Biß sie endlich schier ans Wasser gewesen / das nicht weit vom Hause war vorüber geflossen: Mittlerweile da sie noch immer fort gegangen; Soll das Gespenste (siehe / sie können auch reimen: Freylich / hat doch das Oraculum die schönsten unnd Sinnreichsten Verße pronunciret zu Delphis, etc.) gesaget haben:


[135] Heb auff dein Gewand /

Daß du nicht fallst in Dosten und Torant.


Der im Garten häuffig gestanden: Drüber (zu dem weil sie auch das Wasser erblicket /) soll sie mit Fleiß in selbes Kraut gefallen seyn: Drauff das Gespänste verschwinden müssen / weil es ihr nichts mehr hat mögen an- oder abgehaben: Biß ihr Mann nach Mitternacht zu Hause gekommen / Thür und Stube alles offen gefunden / die Kindermutter im Bette nicht angetroffen / derentwegen er erbärmlich angefangen zu ruffen / biß sie ein wenig außm Garten geantwortet / unnd er sie außn Kraute wieder in die Stube gebracht hat / also halten die Wehemütter so gar sehr vil auf dasselbe Gekräuterig / unnd legen es allenthalben in Betten und Wiegen / ja gar in Kellern / etc. Und tragen es auch bey sich / befehlen auch daß es andere müssen zu sich stecken: In deme es die Kraut-Weiber häuffig zu Leipzig auffm Marcke feil haben. Item es soll auch einmahl ein Weib in dem Keller zu Mittage gegangen seyn / Bier ein zulassen: Da soll das Gespenste drinnen angefangen unnd zu ihr gesprochen haben:


[136] Hattestu dir nicht Dosten /

So wolte ich dir die Biere helffen kosten.


Diesen Reim höret man hin und wieder mit der Historien zu erzehlen: Als habe ich ihn von einer Salfeldischen Frauen / und der gedachten Wehe-Mutter / etc. gehöret. Biß hieher auch unter andern vom sechzehenden Stücke.

6. Als soll im Hartze ein Brunnen seyn / der allerhand kleine Steinlein außwirfft / die sich denen Menschlichen Gliedern vergleichen: Als etliche sollen Hirnschalen præsentiren / etliche Arme / etliche Füsse / etc. Vielleicht seynds Sceleta von Nix-Kindern / möchstu sagen. Resp. Es ist eben so viel / als wenn ich folgendes für ein Glied von den Bergmännerlein hielte / davon Cardanus in Subtil. l. 7. p. 192. Daß auffm Acker bey Trier gefunden werde ein Stein / mit Namen / Hysteropetra, welcher Natürlich außsihet wie die Weiber-Schaam / ist schwartz unnd ziemblich hart. Und bey Salfeld in Düringen / ist in einem Brunnen / der 20. Klaffter tieff außgegraben worden / ein Stein gewesen / der durchaus wie eine vollkömmliche Menschen-Brust außgesehen / mit seinen unterschiedenen Rieben: Wiewohl es ein wenig enger gewesen ist als eine rechte Menschen-Brust.[137] (Vielleicht ist es aus Beinen / zu Steinen geworden / durch die gemeine forma lapidificante: Nach welcher viel andere Dinge ihre vorige Form zwar behalten haben / doch aber zu gleichsamb Natürlichen Steinen geworden seynd / wenn sie an unterschiedlichen besonderē Oertern de Erden hingerathen. Als begab es sich Anno 651. zu Hall in Sachsen / daß ein Knecht selbiges Hauses / drinnen ich mich domahln aufhielte / aufn Acker einen ziemblichen Baum tief aus der Erden pflügete / mit seinen Esten etc. (er war vorher Erlen gewesen /) der gantz und gar zum rechtē Stein durch und durch geworden war: Wie ich davon etliche Stücke behalten habe / und noch zur Zeit was besitze: Drinnen man Augenscheinlich die Art des gewesenen Holtzes beobachten kan / nach seinem Geärder / Rinde und Farbe etc. 3. Was nochmaln die Oerter betrifft / da sich die Nixe befinden lassen; Dahin gehöret dieses / daß sie hin und wider in Flüssen unn Sümpfe / als bey Salfeld / Magdeburg etc. Bald Schnuptücher / bald Hemden / bald ander Geräthe und Schmuck gleichsam fliessen sehen / als wenn es denen Wäscherinnen wäre entfallen / oder sonsten angetrieben gekommen. Schwimmet nun einer darnach / und gedencket es zu erhaschen (wie es denn bißweilen nicht geschwinde fort fliessen[138] soll / bißweilen scheinet / als wäre es an einem seuchten Orte / etc. da es doch alles ein glauconia ist / und vom bösen Feinde regieret und præsentiret wird / daß er die unvorsichtigen Menschen mescire und bestricke /) so wird er öffters in tieffe Löcher hinunter gezogen / da kein Grund ist (welches man Kölcke heisset / oder Strudel / auff welchen sich nicht minder / ja dergleichen schwimmende unnd schwebende Sachen ereignen / mit aller Lust eines anschauenden) oder wird doch auffs wenigste /wenn er mit dem Leben davon kömmt / sehr blau geknippen an allen Glidern die unterm Wasser seyn / und feste gehalten / daß er sich weder regen noch weggehen kan / es geschehe ihn denn Hülffe durch andere Menschen: Wie nemlich / unter andern viel tausend Menschen anderswo / sich auch zugetragen hat im Anfange dieses Seculi in meiner Heymat / mit meines sel. Vaters Bruder / Paul Schultzen / zwischen Zetling und Badel / da ein ziemblicher tieffer Teich ist / denen von Alvensleben zugehörig / mit vielen Fischen. Drauf hat es sich domahlen auch ein grosser und anmuthiger Hecht sehen lassen / der meinem Vetter angereitzet hatte / nach ihn zu gehen: Aber er war da hintergangen / unnd mit blauen Flecken kaum lebendig / durch andere anwesende Pursche / wieder[139] auß der Wassers-Gefahr gebracht worden; Wie mir noch dieses anno 1659. meine nunmehr seelige Mutter erzehlete / (suche ihr Gedächtnüß in meinem Historischen Traumbuche / tit. Todstraume /) wie wir bey selbigen Teiche vorbey fuhren / nach Calbe an der Mülde hin. Im übrigē ist hernach jener Paul Schultze in den Krieg gekommen / drinnen er auch Zweiffels ohne wird gestorben seyn. Und also ersihet man hierauß leichte / daß es des bösen Feindes Spueckerey sey / daß man von Seenixen hat.

22. Hieher gehöret unter andern Gorop. p. 3. Franc. p. 74. Der Ursberger Abt mag anderswo hingehen und seine Beypflichter suchen / damit er behaupten möge / daß Meroveus so viel sey als Mervehe / oder Meervieh: Weil ihn seine Mutter mit einem Meerwunder soll gezeuget haben. Das ist eine statliche (hintersich!) Außdeutung / die sich trefflich auff einen König fasset / ja so ferne er im Reiche der Phocarum, oder Seehunde herschete. Das ist / wann es anders dem Mercurio gefellt / eine Historie schreiben / auß den Wörtern die man unrecht außdeutet: Ja Märlein seynd es / für die Weiber gehören: Ungeachtet / ob ich mich gleich zu besinnen weiß / daß man lieset /wie ein Englischer Warsager / Merlinus, nicht aus Menschen / sondern / ich weiß nicht aus was für einem[140] Gespenst / soll gezeuget worden seyn: Welches ich nicht mehr gleube / als das Hercules vom Jupiter, unnd Romulus von Marte, etc. sollen vorweilen gezeuget seyn.

7. Was die Geschichte belanget / so möchte darzu noch gereichē eine Hand / welche allhier in Leipzig der Herr Burgermeister / Lorentz / von Adelershelm / unter seine Raritäten besitzet: Wie solche allegirt wird in einer neu fischen Disputat. de Monstr. Allein haben doch auch wol Affen eine ziemliche eusserliche Menschen Gestalt: Müssen es denn nun flugs recht Menschen seyn / wenn gleich etliche Fische in etwas so außsehen? Es ist wunder / daß nicht ein ander hierzu anführet / die Bildnussen im Wasser / Flüssen oder Brunnen: Drinnen sich die Bauern / mit jenem Schaffers Mägdgen / spiegeln / wenn sie beym Virg. in Eccl. spricht.


Non sum adeô informis nuper me in littore vidi.


Besihe meinen Tract. de Brumâ. beym Harsdörffer in Math. Erquickstunden. Tom. 3. part. 4. c. 45. p. 332. stehet / wie durch eine Syrene oder Wasserfräulein / die Stundē in dem Wasser gewiesen werden können: ex Athan. Kirch. de arte Magnet. f. 318. unn beym Harsdörf. d.t. cap. 15. part. 9. p. 513. wie ein feuriges Gespenst unter dem Wasser zu weisen sey? Müsten drumb flugs Leute im Meere wohnen / wenn man gleich durch Kunst[141] also solche Possen zu Wege bringen kann? 17. Auch ist dieses ein schlechtes / daß du sprichst; Weil die Fische füglich unterm Wasser / Athem holen können; So ist es auch nicht denen Menschen unmüzlich. Denn von ersten ist man noch zweiffelhafftig / ob nemblich die Fische respiriren /wie die Menschen thun müssen.

8. Das halte ich für einen Satanischen Betrug /wenn Leute einen versenckten Ort hoben gründen wollen / und drüber unten am Stricke einen Brief sollen herauff bekommen haben / wegen Unterlassung ihres Vorhabens. Es ist wunder / daß nicht endlich auch einer spricht; Weil sich die Wasser bißweiln in Blut verwandeln / daß solches von einer Seeschlacht der Meer-Leute herrühre. Vide mein dreyfaches Leipzigisch Bluetzeichen und anderswo die Continuation desselben. Oder daß die warme Bäder von dem einheitzen der See-Menschen komme: Oder daß die Springquellen ihr außgelaßenes Wasser seyn: Oder daß das Erdbeben von ihren schiessen unnd schmeißen herkomme: Oder / daß die Frösche / Störche unnd Schwalben (vide mein Storches und Schwalben Winterquartier /) etc. Des Winters von uns zu ihnen ziehen / unnd zu ihrer Nahrung gedeyen; Weil sie keinmahl alle miteinander in einem Jahre wieder hervor kommen /[142] welches darauß muß wahr seyn; Weil ihrer nimmermehr auff Erden mehr werden / da doch ein jedes Paar alle Jahr / etliche jungen zeuget / und damit von hinnen scheidet.

1. Was noch ferner die Autorität belanget / darzu kan villeicht nicht ungereimbt allhieher gesetzet werden / was Ioh. Henr. Ursinus hat Volum. 1. Analect. Sacr. l. 6. § 4. p. 334. etc. Ob es Seemenschen gebe? Die Erde hat er den Menschenkindern gegeben / stehet im 115. Psal. v. 16. Es ist eine wunderliche Meynung deß Anaximandri Mitesii gewesen / vom Ursprunge deß Menschlichen Geschlechts: Nemlich daß ihm als einem Heyden bedeuchtet habe / wie aus der erwärmeten Erden und Wasser entweder die Fische oder doch den Fischen ähnliche Thiere hervor gekommen seyn: Unnd daraus wären die Menschen entstanden / welche in jener Bäuche so lange verschlossen gelegen / biß zu ihrer Jugend / da Mannßen und Weibßen aus den zerborsten Fischen heraus gefallen wären / die sich flugs hetten ernehren können. Beym Censorino de Die Natal. c. 4. Da ein mehrs von diesen Zeuge stehet. Hieher gehöret (ex Ursin. d.l. lib. 4. c. 2. p.m. 208.) primus homo pisciformis. Nemlich vom ersten Urheber unsers Geschlechts / sind vielerley Fabeln der Hebräer / welche zweiffels[143] ohne / noch andere / als der Araber, Griechen / und Indianer außgehecket haben. Unn ist dise eine von dem berühmtesten / welche auch so gar von etlichen Christen behauptet worden: Daß er nemlich ein Riese gewesen /welcher mit seinen Füssen durch das grosse wilde Meer gegangen / unnd / ich weiß nicht / auß was für einem Eyländischen Paradiese / in diese Welt gekommen sey. Perer. in Gen. c. 2. v. 7. Ich zweiffle nicht dran / daß nicht hierauß soll hergekommen seyn jenes Märlein / außm Helladio Besantinoo lib. 4. Chrestomathiæ beym Photio Cod. 279. Er erzehlet / wie ein Mann mit Namen im rothen Meere sey gesehen worden / dessen übrige Gliedmassen wie ein Fisch Gestalt gewesen / das Haupt aber und die Füsse wie auch die Hände / weren denen Menschen ähnlich gewesen: Der hette hernach die Sternkunst und die freyen Künste gelehret. Etliche sprechen / saat er / daß er vom ersten Vatter mit Nahmen Oüs sey gebohren worden / welches auch sein Name bezeuge: Item daß er ein warhafftiger Mensch gewesen / und nur fischicht außgesehen habe / weil er mit Fischfellen bekleidet einhergegangen. (Adam und Seth die sollen sonst die Sternkunst und andere freye Künste erfunden haben / wie auch Josephus vorgiebt l. 1. Antiqv. c. 4. Daß sie aber sich mit Fischheuten[144] bekleidet sollen gehabt haben / wie es ein Absehen hat / daß mans daher gedichtet hat / damit die Fabel geschlichtet würde / daß sie aus dem Meere entsprossen seyn; Solches kan auf die zwiefache Mystische Kleydung des Menschen gezogen werden. Denn er hat die Gebrechligkeit aus der Sünden an sich gezogen / welche nicht uneben mit einem Fischfelle verglichē wird. Es ist nichts / das geschwinder fäulet als das Fischfleisch / als davon Ausonius in Mosellâ: Non duraturi post bina trihoria corvi. Piscis, sagt man / nisi recens, nequä est. Und 2. hat der Mensch auch an sich gezogen die Gerechtigkeit und Unsterbligkeit in JEsu Christo / der nach den Anfangs-Buchstaben seines Namens ἰχθύς ein Fisch ist. Ja auch wir werden / nach solchen ἰχθυί, JEsum Christū, gleichsam wie kleine Fischlein im Wasser wieder gebohren / Tertull. de Baptism. c. 1.

Im übrigen ist nicht minder sehr verwunderlich des Ludov. Viris Meynung / wenn er spricht: Es ist gewiß / daß auch Menschen im Meere seyn als auf der Erden: Welches man für ungezweiffelt soll aufnehmen: Daß nemblich vollkommliche Menschen im Wasser leben / wie Plinius vorgibt. Davon einer vor 12. Jahrē in Holland ist gefangen wordē / welchen viel Menschen gesehen habē. Denn man hat ihn bey zwey Jahr stumm erhalten /[145] biß er allgemählich ein wenig zu reden angefangen / und zweymahl von der Pest angesteckt geworden / drauff man ihn wieder ans Meer gebracht / da hinein er mit Freuden wider gesprungen ist. Im übrigen seynd die jenigen demnach auch von uns Menschen gezeuget und herkommen: Denn es giebt an etlichen See-Oertern Leute / welche sich trefflich auffs schwimmen befleissigen / und zu welcher Ubung sie ihre Kinder dermassen gewehnen / daß sie ziemblich lange unterm Wasser tauern können. Also / gleich wie die andern Menschen auffn trucknen; Dergestalt wohnen jene im Meer: Und solche Leute sollen sonderlich zu finden seyn / in den äussersten Insulen der See / in den warmen Ländern /wie zu schliessen stehet aus denen Relationen unserer gereiseten Leute. Raphael Volateranus gedencket / daß in Apulien / nunmehr für 200. Jahren / ein Jüngling gewesen / der von Kindesbeinen auff sich im Meere pflegen auffzuhalten / da soll er sich unter die Meerwunder viel Tage befunden haben / da hat er mit ihnen gespeiset / nicht anders als wenn er eines aus dieser Zahl wäre. Er machte sich trefflich tieff in die See hinunter / und kam offte wiederumb ans Ufer heraus / und verkündigte denen Schiffern von bald bevorstehenden Ungewittern. Er hiesse anfänglich Nicolaus,[146] hernach der Fisch Cola. Biß hieher jener / der lib. 7. de Verit. fid. c. 1. dergleichen Sachen mehr hat. Sonsten besiehe von diesem Cola auch Alex. ab Alex. l. 2. c. 21. Genial. dier. und von dergleichen Monstris l. 3. c. 8. Wer im übrigen dieses lustige argument, Ubungs halber / weiter anfassen und fortsetzen wollte; Der könte sich folgender Beweißthüme gebrauchen. 1. Weil das Meer aller Vatter genannt wird. 2. Weil dem Menschen auch das Gebiet über die Geschöpffe im Meere auch übergeben geworden seyn. 3. Weil die Erfahrung gelehret hat / daß es Tritones und Nereides giebt: Davon Münsterus in Cosmograph ex Edit. Basil. 1614. l. 1. c. 7. Lignarid. Oblect. Acad c. 40. etc. 4. Weil man auch Münche und Meer-Bischoffe gesehen hat. Nemblich damit man ja an derselbigen Leuten ihrer Seligkeit keinen Zweiffel habe. Vide Gesn. de Pisc. 5. So ist solches auch der Göttlichen Allmacht nicht unmüglich; als welche den Jonam im Bauche des Wallfisches / und Paulum in die Tieffe des Meers hinunter gesencket /wol erhalten können. Ja welche Allmacht / wenn es nur glaubens werth ist / vorweilen Jährlich das Meer biß auf den Grund von einander gethan hat / den jenigen Billgram zu Gefallen / welche zum Grabe des Clementis Romani seynd wallfahrten[147] gegangen: Als welcher Clemens da hineinwerts / mit einem Ancker am Halse geknüpfft / ist gestürtzet worden bey Taurica Chersoneso. Wie Baronius vermeldet zum Jahr Christi 102 etc. Lachestu nicht hierübers Freylich: Doch muß ich der Fabel zu Gefallen noch dieses hinbey fügen. Man schwatzet zu unser Zeit / welches aus einer warhafftigen Geschicht allhieher geschrieben hat Joh. Vanderhoven: Nemblich von Lißbon am 4. Febr. Anno Christi 1607. daß im Monat October, bey Maria Allocutionis, so nicht weit von Lißbon lieget / nach abgeflossenen Meere / ein Homo Pelagius, oder Seemensch zurücke geblieben sey. Dessen Leibes Fleisch war den Fischen ähnlicher als den Menschen: Nur alleine war der Unterscheid am Schwantze zu sehen / welcher recht Menschen-Fleisch hatte / an der Haut / Substantz, Weißheit und andern Stücken. Die Beine waren sehr kurtz / und an der Brust gesetzet / also daß man keine Hüfften sahe. Die Ernte waren in gleicher Grösse mit den Beinen / und gantz anders geartet als der übrige Leib: Er hatte wolgestalte Menschliche Finger und Nägel. An stadt des Bartes und der Augenbranen / hat er etliche wenige Schupen / die doch was höher hinauff stunden / unnd durch gleiche Linien von unnd über einander unterschieden[148] stunden. Die Augen waren ein bißgen gläntzend / unnd an den übrigen Gliedmassen gantz vollkommen / was die Nasen-Löcher / das Maul / die Ohren / das gantze Gesicht / etc. betrifft. Ferner wie die Leute dieses Menschliche Abendtheuer da liegen sahen / da bemüheten sich sonderlich die Weibergen / mit einer Lobwürdigen Andacht dahin: Daß sie seine Seele möchten verbitten / unnd bey GOTT in Gnaden bringen. Also saget Dausquejus in lib. 5. Quinti Calabri, und thut hinzu: Durch dieses Gesichte / wird ja jener Leute Hartneckigkeit wiederleget / welche solche Gesichter für Fabeln halten / die ihnen nicht seynd vors Gesichte kommen / als da seynd die Tritones, Nymphæ, Nereides. Eben solche Hartnäckigkeit unnd Widerspenstigkeit wird auch dadurch umbgestossen / wenn die Reisenden aus Indien berichten / daß man bey Tomorino beyderley Geschlechter der Meer-Menschen / fast in gleicher Gestalt lebendig gefangen habe; Davon die Brüste der Weiber gantz voll Milch gewesen. (Es ist ein Wunder / daß die Papisten nicht auch endlich in ihren Litaneyen unnd Messen / mit einer solchen gedachten Löblichen Andacht / öffendlich für die Tritones bitten / opffern / etc. Welches[149] sonsten das Fegefeuer durch ihre Narrey angezündet haben. Biß hieher Ursinus. Ich spreche allhier wegen der erwähnten Meermünche und Bischöffe / daß es auch Teuffels-Gespenster gewesen; Als der damit sonderlich seinen eigenthümlichen Pabstthume einen Vorschub thun wollen / umb die Richtigkeit ihrer Kutten und des andern Tandes zu behaupten; Als darzu sie ohne das lieber Närrische Wahnsinnigkeiten accommodiren / als wichtige fundamenta an das Tagelicht bringen können. Es ist also auch hierbey wahr gemacht worden / was man sonsten spricht: Was der Teuffel selber nicht außrichten kan / das wircket er durch ein alt Weib oder München aus. Haben die See-Leute ihren Münchstandt und Habit von den Päbstlern; Oder diese von jenen? Daß jener Seemensch endlich angefangen habe zu reden; Wie kömmt das damit überein / daß etliche durchaus stumm geblieben / etliche aber flug aus dem Meer kommende / haben eine verständliche Sprache wegreden können? Ich kan mich allein hierinne nicht schicken / oder was richtiges drauß schliessen / wenn es ja im übrigen noch ein wenig wolte verisimel gemacht worden seyn. Hätten sie im Meere eine Spräche / so würden sie ja alle entweder vernemlich oder unvernemlich geschwatzet[150] haben. Daß jenes Meerwunder die Pestilentziarische Drüse bekommen hat; Solches ist eine Ausflucht und hurtiger Fund desselbigen Diaboli incarnati gewesen / der sich dadurch listig und unvermerckt / doch mit Manier / aus unserer Menschen Gesellschafft zu bringen / Fug gesucht und gefunden hat: Als welches ihme ersprießlicher gedauchtet / als wenn er schleunig hette wiederumb verschwinden sollen: Nemlich er hat den Wahn wegen der Meermenschen / ie mehr unnd mehr damit stabiliren wollen und können. Wer hats erwiesen / daß denn die Leute im Meer von Adam entspringen / oder aufs wenigste gleichmässig / wie Adam gesündiget haben und von GOtt abgefallen seynd / daß sie solten von nöthen gehabt haben / nach Anleitung der Papisten / das Crucifix an zu beten; Als welches nur für uns gesündigte Menschen dienet / nach der Rede der Catholicken? Würden wir auch Bischoffe und Münche gehabt haben / wenn wir nicht mit Adam gefallen wären / und die sonderlich einen mercklichen Unterscheid an der Kleidung gehabt hätten! Ey! Würden wir doch alle nackigt gegangen seyn. Weiter ist es auch ein gefährlich Thun / ümb die Unterschiedligkeit der Arten / an denen Meerleuten: Da ein Monstrum so außgesehen / ein anders andere Gestalt[151] gehabt: Darinnen wir dennoch zimlichen einander auff Erden übereinkommen: Im übrigen / kann wegen der difformität jener / noch dieses angehöret werden / aus dem 2. Theile Mich. Casp. Lundorffii Wißbadischen Wiesen-Brünneleins / Histor. 64. p. 150. etc. Von einem seltzamen Meerwunder / so in der Tyber gefangen worden. Im Jahr Christi / 1496. ist folgendes Meerwunder in der Tyber (ist ein Fluß bey Rom) gefangen worden. Erstlich hat es einen Eselskopf gehabt / mit langen Ohren / seine rechte Hand ist einem Elephantenfusse gleich gewesen / die lincke aber einer Menschenhand. Am rechten Bein hat es einen Ochsenfuß / am lincken aber einen Greiffenklau gehabt. Hatte über das einen Weibischen Bauch / und Brüsten am Halse / Bein unn Arm waren voller Fischschuppen / am Hindersten hattes einen grauen Mannskopf / darneben aber einē Drachenkopf / der das Maul aus dem Hintersten gestreckt / und Feur gespihen: Solches Meerwunder ist Anno Christi 1523. zu Wittenberg mit bedachter Erklärung außgangen / und von Lutherô auff das Bapsthumm gezogen worden. Vide Ejusdem part. 2. tom. Jen. t. 286. Schließlich gehöret hieher auch Voëtius part. 1. Disp. de Creat. p.m. 742. etc. Probl. 7. Ob beyderley Geschlechtes mehr Leute[152] in der Natur verhanden / mit Namen Nereides, und wenn man von jenen Weibe bey uns schwatzet / die in Nord-Holland bey Purmerent unnd Edam vorweilen gefangen hat? Responsio. Ich sage / daß solche Relationen Fabelhafftig seyn / welche 1. Der allgemeinen Erfahrung: 2. Der Vernunfft: Unnd 3. der Heil. Schrifft zuwieder lauffen. 1. Weil dergleichen Leute niemahlen von denen Fischern unnd andern Leuten / so immer im Meere zu thun haben / gefangen unnd weiter gefunden werden. 2. Weil die Menschen unnd dergleichen Thiere Nothwendig Athem holen müssen / wie die Physici unnd Anatomici beweisen: Aber nun kan man im Wasser nicht Athem holen. 3. Theils weil die Schrifft bezeuget / daß denen Menschen zur Wohnung nur die Erde zugeignet sey. Psal. 115. v. 16. Act. 17. v. 16. Gen. 3. v. 37. 18. Theils / weil auch dieses ungereimbte drauß erfolgen wurde / daß mehr als. 8. Leute in der allgemeinen Sündflut Noe übergebliben wäre / wieder 2. Pet. 2. v. 5. Gen. 7. v. 21. 22. Zu die Zeugnisse des Plinij l. 9. c. 5. & 32. & Alexand. ab Alex. Genial. dierum l. 3. c. 8. Petri Messiæ in variar. Lect. part. 1. c. 21. 22.[153] antworten wir: So man ja etwas gewisses gesehen hat / daß es entweder Fische gewesen seyn: Als wie entweder so aussehen diese Affen / Bischöffe / Mönche / Tritones, Cippæ, (davon Scal. Exerc. 226. 12.) und andere Fische im Menschen gestanden / welche in einem Theile des Morgendlichen Indianischen Meers häuffig sollen gefunden werden. Cardan. de Variet rer. l. 7. c. 73. & Bellon. de Aquatil. c. 5. p. 37. 38. Oder 2. Daß es Gespänste und Teuffels-Spuckereyen gewesen: Wie wir ein dergleichens zu halten vermeynen / in Disp. de Spectris von dem Neptuno, Tritone, Glauco, Nereidibus, Syrenibus, Najadibus, etc. Weiter / daß es nur unvernünfftige Thiere seyn / urtheilet Bellonius, Cardanus, Scaliger d.l. Von einem Meermenschen / der nicht kürtzer soll gewesen seyn / als fünff Aecker / beym Pausaniâ in Photicis p. 319. zweiffelt niemand / daß es keine Fabel seyn soll. Ja Plinius selber beschreibet den Tritonem und die Nereidas l. 9. c. 405. Ælianus l. 13. c. 21. Pausanias in Bœoticis, nicht anders / als Beluas marinos oder Meerthiere: So thut auch Dalicampius ad Plin. & Alex. ab Alex. Wiewohl dieser ihnen eines und das ander höher zueignet / als den Thieren nicht kan zukommen. Plin l. 32. c. 11. spricht / daß der Triton ein Fisch sey aus dem Geschlechte[154] der Palamidum oder Orcymorum oder Thunnorum. Weiter zehlen die Neulinge solche auch unter die Fische. Als Gesnerus de Aquatil. c. d. homin. marin. & Nereid. & Triton. Rondeletius l. 16. c. 20. Die Griegischen Interp. und der gewöhnliche Lateinische Dollmetscher Jesa 13. giebt es durch Syrenes, da im Hebräischen stehet Tannim. Aber dasselbige Wort bedeutet vielmehr irrdische Thiere / als Drachen / Schlangen / wie aus andern Oertern erhellet / da es vorkömpt / und aus den Umbständen des Texes selber. Und also erklärens die neuesten Interpretes Job. 20. v. 29. da die siebentzig Griechen haben ἀδελ Φὸς γεγοναζειρήνων: Aber da erklären die Neulinge und zwar recht / nebenst der gemeinen Teutschen Version, es durch einen Drachen. Nierembergius l. 5. c. 13. beym Esa. giebt Syrenes unnd Onocentauros durch Dæmonas Teuffel / welche in derselbigen Gestalt zu erscheinen pflegen. Natalis l. 7. Mythol. c. 13. und nach ihm Nieremberg. d.l. und nach diesen Vossius l. 3. c. 94. sprechen: Daß die Syrenes, welche bey den Alten Mythologis, am obern Theil des Leibes Jungfern / aber am untern Theil Vögel und nicht Fische gewesen. Aber die Gelegenheit zu den Physischen Fabeln / von den Meermenschen / scheinet entsprungen zu seyn / Theils aus[155] den Gespenstern / theils aus der Heydnischen Idololatriâ: Welche sie als Götter verehret haben / wie sie es auch zu thun gewohnet gewesen / mit andern irrdischen Thieren / mit Vögeln unn noch andern Fischen. Vide Seldenum de Diis Syris Syntag. 2. c. 3. & Voss. de Idd. l. 4. c. 51. Coll. & lib. 3. c. 100. Wegen des Egyptischen Crocodills ist die Sache klar / daß sie ihn für einen Crocodill gehalten haben. Und damit wir abermahl zur rechten Sache wieder kommen / so wollen wir zwar nicht verleugnen / daß nicht bißweilen in Menschlicher Gestalt erschienen seyn / entweder rechte Arten der Fische / oder ihre Mißgeburthen / oder Teuffel-Gespenster. Und darzu gehören denn freylich die Historien (welche zum guten Theil denn auch wohl Fabeln seyn mögen / wie ich dafür halte /) welche zusammen geschrieben hat der Nierembergius l. 5. c. 14. Was jenen Fisch belanget / der wie ein Weib außgesehen / welchen man im Purmeranischen See bekommen hat / nach dem greulichen Ungewitter des Meers / das ihn dahin geworffen hat im Jahr Christi 1403. Davon die Holländischen Chronicken zeugen / und daraus der gelahrte Hadr. Junius in Patav. und Petrus Ambsterdamus in Ep. d Gilbert Physicum Romæ. (wie davon gedencket Cardan. unn Bellon. d.l.) das gebe ich gar leichte zu: Man gestatte mir[156] nur / daß ich zweiffeln möge / an der Gestalt / welche man mahlet und vorgiebt / als wenn sie gantz Menschlich gewesen sey / also daß nichts Fischliches dran gewesen: Item / es wird mir auch vergunt seyn / solches / als ein Mährlein jener Zeit zu verlachen /was man schreibet von den Weiblichen Wercken / die der Fisch verrichtet: Und von der Menschlichen Beywohnung mit andern Weiber / und andern vernünfftigen Geschafften aufm Kirchhofe / die es in der Gottesfurcht zu verstehen gegeben / wenn es das H. Creutz geehret hat. Von den Tauchern / welche durch eine gantze Stunde / ja durch 3. und 4. sich im Meere aufgehalten / bey Alex. ab Alex. l. 2. c. 21. und Cardan. de Subtil. l. 11. p. 635. sprechen wir / daß solche sich der Röhren gebrauchet haben / oder anderer Werckzeuge / dadurch sie Lufft geschöpffet haben / oder welche umb sie gewesen und das Wasser von sie abgehalten haben (welches zu unser Zeit im Niederlande von den Künstlern practiciret worden / vor wenig Jahren / die unterm Wasser ein brennend Licht erhalten / geschrieben unnd gesungen haben /) oder es hat sich auch der hinterlistige Satan bedienlich darbey erzeiget / zumahl wenn die Täucher seynd verborgen geblieben. Denn was Keckerman. Disput. Phys. 17. quæst. 20. vermeynet / daß[157] man es zu eine gewisse Art der Lunge hinbringen könne / will mir unglaublich scheinen: Denn die Lunge kann für sich nicht respiriren ohne Lufft: Wie kein Auge sehen kan ohne Lufft: Als er selber in System. Phys. mit allen Naturkündigern und Anatomicis lehret. Weiter die Taurung des Propheten Jonæ im Bauche des Wallfisches / ist schlechter Dinges miraculos gewesen; Nemlich daß er drinnen Athem holen können / daß er von der Hitze des Wallfisches nicht verzehret worden / noch vom greulichen Gestancke erstickt ist / und sich seiner Leibes-Kräffte / und Verstande des Gemüths dermassen gebrauchen können / daß er auch GOtte drinnen anbeten können. Nemblich Hieronymus ad d.l. spricht recht / daß Jonas auf solche Art sey erhalten worden /wie die Gesellen des Daniels / im glüenden Ofen zu Babylon. Weil dieses sich also verhält / so kann hieraus der vernünfftige Leser leicht schliessen / ob Vives l. 2. de verit. Fidei p. 125. nicht zu leicht glaubig gewesen sey / sprechende: Es seynd auch Menschen im Meere so wohl als auff der Erden: Welches man für ungezweiffelt aufnehmen soll / daß nemblich gantze vollkömmliche Leute im Meere wohnen können / wie Plinius vorgiebt: Davon einer vor 12. Jahren in Holland ist gefangen worden / welchen sehr viel Leute gesehen[158] haben: Denn man hat ihn über zwey Jahr bey sich gehabt / fast stumm / doch fieng er allgemählich an etwas zu reden / biß er von der Pestilentz angefochten ward / drauff man ihn zum Meere bracht / dahinein er mit Lust und Freuden sprang. Aber dergleichen Leute seynd auch von uns Irrdischen hergekommen: Denn es giebt an etlichen See-Oertern Leute / welche sich unerhört sehre auffs schwimmen befleissigen / und zu solcher Ubung dermassen ihre jungen anführen / daß solche auch sehr lange unterm Wasser verbleiben müssen. Und werden also deren Söhne gleichsamb im Wasser gebohren / aufferzogen / führen auch das Leben und ihre Wohnung drinnen / und belustigen sich dran als die Fische. Also wie andere Leute auffn truckenen wohnen / so wohnen die im Meere: Wie dergleichen auch in den äussersten Meers-Inseln seyn sollen: An den sehr heissen Oertern / wie man aus dem Berichte der Reisenden erfähret. Sonsten erzehlet der Raphaël Volaterranus die bekannte Histori von dem Jünglinge Cola in Aphlien: Davon wir die Historia oben schon gehabt haben. (Im übrigen ist allhier zu gedencken / was D. Joh. Scholtz saget in Tract. von der wunderbahrlichen Haarkranckheit p. 108. daß die wilden Leute und Satyri im Schwange und Auffnehmen[159] sollen gekommen seyn / durch die erdichteten und gleichgestalten Abbildungen der Mahler: Dieses mochte auch wohl mit mir einer sprechen von den Syrenen / etc. Denn wenn von den Mahlern etwan ein Crocodill vorgebildet wird /wie er einen Menschen aufffresse und im Rachen habe / (er fänget aber freylich von unten an / weil er allezeit den Kopff zuletzt behalten soll: Wie aus dem erklärten Sprichworte / Crocodollsthränen / bekannt ist /) so scheinet es nicht anders / als hybridum Animal oder Meerwunder / so halb Mensch / halb Fisch ist. Ingleichen wer ein Gemälde ansiehet / von der greulichen grossen Schlangen hinter Norrwegen / wie die einen Menschen hinein frist und schluckt. Vide meine Cometische Schrifften Tit. von hydra und Observ. Anat. Barthdini Cent. 2. Solchem kömt es wiederumm nicht anders vor / als ein Schlangen-Mann oder Mensch-Fisch. Und sonderlich gehöret hieher die obberührte Historie vom Jona / der vom Wallfische verschlucket wird: Als welche Geschichte nicht allein lippis und tonsoribus, sondern auch pictoribus und statuariis in ihren künstlichen Vornehmen / so bekannt und gemein ist / als nichts drüber: Nemblich dieselbige wird fast nicht anders gebildet / wer es nicht eigendlich betrachtet / als ein Triton. Im übrigen[160] ist noch weiter davon zu lesen D. Laur. in Acerr. Philol. und Mich. Pabst im Wunderbuche p. 29. etc. Die Wahlschlangen bey Norrwegen / im stillen Meer wohnende / seynd in die 300. Schuh lang / seynd den Schiffleuten sehr feind / fallen sie offte mit Gewalt auf der Schiffart an / reissē die Menschen aus den Schiffen / unn bringen sie um / im Fischbuch f. 47. b. der grosse Meerhund (Lamia Aondeletii) ist gleichfalls auch den Menschē sehr feind unn gefährlich / unn ein solcher Hund soll dem Propheten Jonam verschlungen haben / f. 82. b. Als er von Samaria gen Joppē oder Japho in die zehendhalb Meilen gereiset / des Orts ins Schif getretten / und für dem HN. aufs Meer geflogen / da ihn denn der Wallfisch / oder der grosse Meerhund verschlungen / und ihn nach 3. Tagen an den Ufer des Euxinischen Meers wieder außgespeyet / von dannen denn in die 200. Meilen / biß gen Ninive gereiset / und des Orts / nach dem Befehlich des HN. Busse geprediget. Daß aber der Wallfisch den Prophetē / an diesem Ufer außgespeyet / bezeuget Flavius Josephus, von den alten Geschichten der Jüden / l. 9. cap. 11. Daraus denn folgen will / daß dieser Wallfisch mit Jona / in 3. Tagen und 3. Nachten / mehr als drittehalb 100. Meilen / fortgeschossen sey. Denn von Joppen oder Japho (wie man sie ietzund nennet)[161] im grossen Mittelmeer der Welt auff einem Berge / fünff Meilen von Jerusalem gegen Nordwesten gelegen / biß an das Euxinische Meer / (welches sich nicht weit von Constantinopel / von dem engen Meerschlund in Thracia gegen Mitternacht / und Auffgang der Sonnen strecket / und in die Länge zweyhundert / in die Breite aber 40. Meilen begreiffet) sind zum allerwenigsten dritthalbhundert Meilen. Dieses Meer stosset gegen Auffgang der Sonnen an Colchidem / gegen Niedergang an die Wallachen / gegen Mittag an Klein-Asien / gegen Mitternacht an das Meotische Meer. Diß ist ja eine seltzame wunderliche Schiffart gewesen / denn der Fisch hat mit ihm gantz klein Asien umbschwummen / und ist mit ihm durch das Egeische Meer / und für Constantinopel überkommen / und durch den engen Meerschlund bey Constantinopel in das Euxinische Meer / mit grosser Ungestümmigkeit hinein geschossen. Daraus denn folget / daß er alle Stunden in die 4. Meilen fortgeschossen sey / etc. Es sind aber diese 3. Tage und Nacht / wenn man auff Jona Gedencken siehet (spricht D. Mart. Lutherus) freylich die längsten Tage und Nacht gewesen / nit daß sie länger als andere Tage gewesen / sondern daß es den Propheten hat müssen aus dermassen[162] lange düncken /was er allda im finstern ist gesessen / in dem Bauche des Wallfisches / ich halte / er habe bißweilen gelegen und gestanden. Er hat ja weder Sonn noch Monden gesehen / und gar keine Stunde zehlen mögen. Er hat auch nicht gewust / wo er im Meer umbher gefahren ist / mit dem Fische / wie offt mögen ihn die Lung und Leber des Fisches geschlagen haben? Wie wunderbahrlich ist seine Wohnung da gewesen unter dem Eingeweyde und grossen Rieben! So ist auch das noch mehr zu verwundern / daß der Fisch den Propheten nicht hat müssen verdauen / sondern die Natur des Fisches hat da nicht allein müssen stille halten / von ihrer gewöhnlichen Wirckung und Dawung / sondern hat auch müssen die Speise wieder geben / darzu über dritthalb hundert Meilen ans Land tragen / und unversehret wider ausspeyen. Das ist eitel Wunder GOttes etc. Schließlich muß ich aus Mich. Pabst / part. 1. Wunderbuchs p. 34. etc. Wegen des obgedachten Clericats der Meerwunder / noch eines und das ander ausführlicher vorbringen. Zu dem hats auch im Wasser Leute / wie die Mönche / Ordens-Leute / unnd Geistliche Gestalt. Monachus marinus, oder der Meermönch / ist an dreyen Oertern gefangen worden / erstlich in Norrwegia bey Dietz[163] bey der Stadt Elepoch / darnach soll er auch im Baltischen Meer seyn gefangen worden / bey der Stadt Elbooa, 4. Meilen von Coppenhagen / wie das Fischbuch Gesn. fol. 105. bezeuget. Anno Christi 1531. hat man bey Pollant einen Fisch gefangen / welcher durchaus wie ein Bischoff gestalt gewesen / hat mit Geberden so viel angezeiget und zu verstehen geben / daß er gerne wider ins Wasser gewesen wäre: Als man ihn aber des Orts wieder am Ufer beys Wasser setzete / ist dieser Meerbischoff mit Freuden ins Wasser gesprungen / und darvon geschwummen. Anno 1546. hat man in Dennemarck / nicht weit von Coppenhagen / in der offenbaren See / einen Monachum marinum gefangen / dieser hat eines schwartzen Morenskopf / wie ein rechter Natürlicher Mensch / und eine schwartze Mönchskutten angehabt / an statt der Arme hat er grosse Flußfedern / der Untertheil war ein Fischschwantz / 4. Ellen lang / hat drey Tage gelebet / nach dem er gefangen worden. Der König aus Dennemarck hat ihn zum Gedächtniß backen / und auffheben lassen. Von diesen beyden Wunderfischen des Bischoffs unnd des Mönchs / kan der Leser besehen lib. 16. cap. 20. und 21. de piscibus Rond. Anno Christi 64. in welchem der Heilige Evangelist Marcus gestorben /[164] war das achte Jahr des Käyserthums Neronis / hat sich das hohe Meer im Blutige Farbe verwandelt und etlich Tage also gestanden / hat auch eine grosse Menge Fische herausser auf das Ufer und truckene Land geworffen / darunter ihr viel gewesen seyn / die fast durchaus wie Menschen formiret und Gestalt gewesen. Darauff ist die andere Haupt-Verfolgung der Christen / unter dem Käyser Nerone angegangen / etc. Hactenus ille: Drauß wir 1. noch dieses zu erwegen haben / wegen der Blut-Farbe / davon auch vorher gedacht worden / wie nemblich eine See-Nixe gesaget habe / daß das Wasser sich deßwegen in Blut verwandele / wenn die Fluß-Männer / wie Kater ihre Jungen aufffressen unnd umbbringen. Hie hat sich der böse Feind / quasi? Stadtlich verantwortet / wenn er die Leute in ihren Wahn stercken wollen wegen der auffgebrachten See-Leute: Woher käme denn der Blut-Regen? Etwan weil die Lufft-Leute sich einander ermordet haben? Und wenn Blut aus der Erden fleust / daß sich die gnomi unter einander das Leben genommen haben. Sollen nun die Wasser-Leute auch Blut haben wie wir Menschen / unnd man sihet doch ihre Leiber nicht: Angesehen man Anno eintausend sechshundert 65. bey Leipzig[165] die Pferdeschwemme vorm Petersthore gantz außgeschöpffet und abgeschwemmet hat / nach deme sie sich auch roth verwandelt hatte. Aber das geringste von lebendigen Thieren nichts wahrgenommen hat. Es seynd betriegliche Vorgeben des Satans / welcher das Wunderwerck Gottes zu seinem Behuf / aus seinen Tand außdeutet / als ein ander Politicus oder Statist, welche nach ihrer Arglistigkeit Consilia in arenâ zu captiren wissen / wenn sie nur damit oder womit ihr Vorhaben etlicher massen beschönen können. Im übrigen daß dennoch jene Blutige Meersfarbe mehr auff ein Sterben als die Verfolgung gegangen / behaupte ich in meinem dreyfachen Leipzigischen Blutzeichen. So ist es auch zu verwundern / daß die Fische im Meere also wegsterben / wie auch 1665. in Schweden und bey Merseburg geschehen; Da doch Autor admirand. Sinæ und Europæ spricht / daß das Meer das allergesündeste Element sey / etc.

Quelle:
Praetorius, Johannes: Anthropodemus plutonicus. Das ist eine neue Welt-beschreibung [...] 1–2, Magdeburg 1666/67, S. 74-166.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Jean Paul

Selberlebensbeschreibung

Selberlebensbeschreibung

Schon der Titel, der auch damals kein geläufiges Synonym für »Autobiografie« war, zeigt den skurril humorvollen Stil des Autors Jean Paul, der in den letzten Jahren vor seiner Erblindung seine Jugenderinnerungen aufgeschrieben und in drei »Vorlesungen« angeordnet hat. »Ich bin ein Ich« stellt er dabei selbstbewußt fest.

56 Seiten, 3.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Große Erzählungen der Frühromantik

Große Erzählungen der Frühromantik

1799 schreibt Novalis seinen Heinrich von Ofterdingen und schafft mit der blauen Blume, nach der der Jüngling sich sehnt, das Symbol einer der wirkungsmächtigsten Epochen unseres Kulturkreises. Ricarda Huch wird dazu viel später bemerken: »Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.« Diese und fünf weitere große Erzählungen der Frühromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe ausgewählt.

396 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon