XVIII. Von Stein-Leuten.

[216] Wenn man folgende Sachen ansiehet / so solte einem leichte vorkommen / als wenn es auch Steinerne Menschen gebe. Denn also dichten die Heyden / so ein bißgen von der allgemeinen Sündfluth gehöret hatten / welches sie hernach in ein Fabelwerck verkehret: Nemblich daß der Deucalion (schreibe: Noæ lacu editus: So wirstu zurücke lesen: Uti Deucaleon:) und seine Fraw Pyrrha, nach dem alle Menschen untergangen / und sie allein übrig geblieben / Steine in die Fäuste genommen / und nach dem Rath des Oraculi hinter sich geworffen haben: Darauff aus des Deucalionis seinen Steinen / Männlein; Aus der Pyrrhæ aber Weiblein geworden wären: Wovon sich die Welt hernach vermehret hätte. Vide Censorin. de Die Nat. p.m. 26. & Lindenbrog. p. 30. der diese Fabel auß Ovidio lib. 1. Metamorph. citiret. Adde Serv. ad Ecl. 6. Virg. Arnob. l. 5. Tzetzen Chil. 7. c.[216] 137. Hygin. fab. 153. Andere fügen zu dieser Glaubwürdigkeit hin das Wort Laicus, ein Lay / λαὸς, welches etliche von λὰς, λαὸς ὁ hernehmen / das einen Stein bedeutet. Vide Pas. in Lex. Nov. Test. p.m. 434. Vide Eust. Iliad. α. p. 18. Bersmann ad Virg. 1. Georg pag. 51. ex Pind. Olymp. θ. Lucret. l. 5. & Schmid. p.m. 247. ad Pind. d.l. pag. 235. Weiter soll Saxo auch von Saxis kommen. Confer Schottel in Op. magn. Grammat. in 9. Eulog ling Germ. p.m. 139. & Buchner. in Lex. Fab. f.m. 1226. Isidor. lib. 9. pag. 56. Adde Lex. meum Geogr. So ist auch nicht unbekandt / wie man einen unbarmhertzigen Menschē einē Stein nennet. Vide Lex. dahin sonderlich gehöret die löbliche Rede des Aristippi, wie er ist gefraget worden / was der Sohn würde gebessert seyn / wenn er studiret hette? Drauf er geantwortet hat: Aufs wenigste wird alßdenn kein Stein auff den andern im Schauplatze sitzen. Welches Apophthegma Anno 1652. zu Halle im Gymnasio auff abiturientem und valedientem Hn. N. Hartsteinen / aus dermassen gelahrt und schön applicirte / mein geehrter Herr Præceptor, Her P.P. Franckenstein: Dessen Brautsuppe / so unlängst auf seine andere Hochzeit Lipsa (per anagr. Lapis) gemachet hat / von lebendigen Steinen / sich hierzu wohl fünde / wenn es die Enge des Pappiers[217] leyden wolte: Doch soll sie künfftig / geliebt es GOtt / anderswo nicht außgelassen werden / der Nachwelt zum Ruhme / zu übergeben. Noch ferner wollen andere Philologi auch hieher außm Evangelio ziehen; Daß GOtt dem Abraham wol Kinder erwecken könne aus Steinen. Noch ferner bringet Alciatus lib. 2. Dispunet. cap. 22. vor / wie einsmahls zu Rom eine nachdenckliche Paßquille sey gefunden worden; Drinnen die ungelahrten Bischoffe Saxei so wohlge nannt seyn / als Pasqvinus selber ist. Vide Gvidonem. Panciroll. num. 7. t. 2. p. 174. 175. und Philipp. Carol. in Trigâ Solœc. Polit. p. 34. es gedeyhet hierzu auch das Wort Dilapidator: Item das caput Gorgoneum oder Medusæ die Leute in Steine verwandelt habe. Welches Schleder. in Lex. Nom-Prop. p. 213. also ausleget / daß damit angedeutet werde / wie alles wieder dahin komme / wenn es vergehet / drauß es gekommen gewesen. Also sind die Leute hin und wieder bey den Scriptoribus Saxa genannt worden. Heidfeld in Sphing. Philos. p.m. 74. Der Orpheus und Amphion / sollen mit ihrer Leyer die Steine bewogen haben / daß sie ihnen haben müssen nachfolgen. Horat. in arte Poet. Virg. l. 4. Æne v. 336. p.m. 201. & l. 6. Æneid. v. 470. p. 259. Mit mehren in meinem Lex. Geogr. Sanct Petrus [218] cap. 2. Epist. v. 5. nennet die Christen lebendige Steine.

Also / wer weiß nicht / daß Pasqvinus zu Rom eine Steinerne Seule ist? Doch dennoch redete er vergangen also in den Zeitungen des 1665. Jahrs vom 7. Nov. Der Pabst weiß nicht / wohin er sich wenden soll / in Ertheilung der Ehren / und der etlichen zweiffelhafftigen Competitoren; Weil auch über dem noch andere wackere und wohlverdiente subjecta verhanden seyn / welche diese Ehre ebenmässig prætendiren: Wie sich denn unter andern auch Pasqvin darumb angemeldet / und sich vernehmen lassen / daß /weil es nunmehr gegen den Winter gehet / und ihn anfange zu frieren / er auch gerne sehe / daß man bey so gestalten Sachen seiner im besten gedächte / zumahlen ihn sehr gelüste / sich auff selbe Manier zu kleiden: Weil er aber seiner Hände beraubt / als könne er sich nicht / wie gern er auch wolte / in Verehrungen außzutheilen / bedienen: Und daß er deßwegen besorge vor diesen Winter / mit einer gemeinen Nebelkappe / und guten warmen Rocke sich werde versehen müssen / und sich also auff dem Marckte zu Rom mit einem Körbel bitterer Bohnen præsentiren / welche der Zeit ziemblichen Abgang haben. Ich geschweige allhier vieler 100. ja 1000. anderer Prosopopæjen[219] oder Sermocinationen, so vom gedachten Pasquino mögen vorhanden seyn / wie denn in Rom etliche curiosi gantze Bücher von dergleichen Ingeniositäten / spitzfündigen Reden / unnd Satyrischen Grillen /vollgeschrieben besitzen sollen: Angesehen wenig Wochen / ja Tage / vorbey passiren sollen / drinnen man kein neues von Pasquino referiren höret; Ob gleich Wächter drüber bestellet seynd / die ihme das Maul stopffen sollen; So sollen doch hinterlistige Gäste gnug gefunden werden / die unter dem Geschwätze / bißweilen auch / unterm herumm trincken / so sie dessentwegen im vorbeygehen mit Fleiß beginnen / die Hüter betriegen und eine Nase / ich weiß nicht wie groß / ansetzen können; Wenn sie ein geschrieben Blat unn abgefaßte Paßquill / hinten aufn Rücken mit einen schwachen Kleister angeleget haben / unn sich damit an die Seule / gleichsamb als wolten sie ruhen / lenden / unn zugleich fest andrücken: Denn die äusserliche reine Seite / sol mit einem stärckern Leim beschmieret seyn / damit es leicht von ihrem Leibe abgehe. Und soll man vor diesem vorgehabt haben / umb Verhütung der extremitäten / die gantze Seule weg zureissen / und in die Tyber zu werffen /wenn es nicht dem Pabste von denen Statisten wäre wiederrathen worden / umb Abwendung eines ärgern. Denn / sie sollen gerathen[220] haben; Wurde Ihre Heil. gleich dieses Ungethüms also von der Erden loß werden: So stehet doch zu besorgen / daß lauter Frösche drauß werden mochten / welche im Wasser noch hefftiger über sich schreyen möchtē: Wie es etwan mit jenen Bauern ergangen / die auch umb und über ihr tumultuiren und lose Mäuler zu Fröschen geworden seynd beym Ovid. der dennoch dieses von sie zu singen und zu sagen weiß. Qvamvis sunt in aquis, in aquis maledicere tentant.

Und hierbey soll es der Pabst haben bewenden lassen / biß es mit der verkehrten Welt möchte ein Ende habenn: Nemlich propter rationē status soll das Ding geduldet werden: Und will man lieber rigorosissimè inquiriren unn exequiren / wenn ein Stichelbrief also spargiret wird; Dergestalt / daß bißweilen Fürstl. Personen den Kopf haben müssen drüber herbüssen /wenn man nur Abschrifft davon in ihren Losamenten gefundē hat: Alß daß man dem Muthwillen unn eingebildete Rache des Pöbels zuwiederleben / dem Müchlein abhelffen / und die gantze Sache steuern wil. Wie es ebē solche Bewandniß auch haben sol / mit dem unnützen und schädl. Wesen zu Venedig / da auf S. Marci Tag noch immer geduldet wird / daß wer seinē Widersacher auf des H. Brücke alsdenn antrift / er solchen übermächtigen unn ins Wasser stürtzē dürffte; es geschehe mit was recht oder unrecht es wolle /[221] Dabey ungeheure excessus unnd wunderliche Vergebnüssen sollen vorgehen / daß mancher / der nur Lusts halber und die Zeit zu vertreiben / hinzu gegangen ist / umb dem Erd-Wasser-spiele einen Zuschauer zu geben / selber von einem unvermutheten Anfeinder herhalten müssen. Alles / damit dem Pöbel einmahl im Jahr eine gratification möge geleistet werden / Hans omnis also sein Müthgen kühlen / und der Narr im Calender auch seinen Namen haben und behalten möge: Und die Oberherren desto fester sitzen / und guten respect behalten können: Also müssen die Regenten bißweilen was böses gestatten / wenn nur endlich was gutes draus entstehet. Und darümb soll der Pasqvinus unter andern auch so hartleibig und langlebig geworden seyn. Von dessen Namens Ursprunge nachzuschlagen wäre Theatrum Vitæ Humanæ Volum. II. lib. 3. pag. 3709 Joh. Dauth. in Tract. de Testam. pag. 267. Heinricus Salmuth ad tit. 2. lib. 2. Pancirolli p. 81. Henricus Pflaumern in Mercur. Ital. p. 262. apud Dan. Clasen in Comment. ad Tab. Ceb pag. 101. Und so viel auf dißmahl von einem Steinmenschen: Welchen / so ihn einer für einen rechten Menschen halten wolte (ich meyne die Seule zu Rom / und nicht etwan P. Æsqvinum, oder einen Schneider / als[222] Urheber unnd Vorfahrer) ich für Närrischer hielte / als so einer über die Scirpeos homines oder binsene Bünde ein Leutenant wurde: Als davon dieses beym Ursiin. in Acerr. Philol. l. 3. §. 29. p. 251. stehet: Daß die Welschen vor des Herculis Ankunfft dem Saturno rechte lebendige Menschen sollen auffgeopffert haben; Welches der Hercules abgebracht / und dafür Unmenschenbilder vorgeschlagen hat / die Argei seynd geheissen worden / und gemacht wurden / aus einem Binsenbunde / an der Zahl 30. welche Jährlich von Ponte sublicio zu Rom in die Tieber von den Pfaffen hinunter gestürtzet wurden. Varro 6. l. de Lat. Ling. & Dionys. Halic. l. 1. antiqv. Vielleicht hat es hiemit auch eine Verwandnüß / wenn man Strohjuncker saget; Wiewohl eine andere Ursache bekandt ist.

2. Spricht D. Conring. in Hermet. Med. c. 23. p.m. 326. ex Erast. part. 1. cap. 16. daß der Theophrastus Paracelsus in dem Wahn gelebet / wie rechte Creaturen in denen Steinen sollen verhanden seyn / die er Diemeas nennet.

3. Aus Wien ward geschrieben Anno 1665. vom 2. Dec. dieses: Unterdessen lassen Ihre Käys. Maj. so wohl vor dero eigen Personen / als vor der Infantin, von puren Diamanten / ein hochversetztes Geschmuck zubereiten: Wie denn auch[223] ein köstlich niemahls gesehenes Kleinod / als ein in gantz klaren Perl pur erwachsenes / unnd in Diamanten verfasstes Christkindelein / vor etliche 1000. Reichsthaler erkauffen lassen.

4. Man findet ein wunderbahrliches Ding im Schiefer-Bergwercke im Mansfelde. Nemlich es ist eine See etliche Meilweges lang und breit im Lande / und so mancherley Fische / Frösche und sonst lebendige Thiere in selbiger See seynd / so gebiehret der Schiefer gleichfalls in ihnen / mit gediegenen angeflogenen Kupffer / daß man es klärlich sehen und erkennen kan / was jedes für ein Fisch-Bildnüß oder Figur ist / auch in den Vögeln; Welches der Quadus in Geog. Tab. 13. für ein sonderlich Wunderwerck hält der spielenden Natur: Als soll man in solchem Schiefersteine mit güldenen Linien gar känndtlich abgebildet finden / Ale / Karpffen / Frösche / ja auch andere Thiere / ausserhalb der See / als Hähne und Salamander: Ja man will auch eines Bärtigen Pabsts Contrafect mit seiner dreyfachen Krone drinnen richtig beobachtet haben. Andere sagen nicht minder von des drinnen auffgebrachten Lutheri unnd Johannis des Täuffers Gemählde. Confer Libav. lib. 6. Hexaëm. §. 14. p. 513. 514. der darneben der Stadt Eißleben sonderlich erwöhnet; Als begebe es sich alldar: Welcher im übrigen auch von Bildnissen[224] der Bäume und Blätter zu schwatzen weiß / unnd diese Ursachen hinzufüget; Daß entweder das Wasser auß solcher See / seine sonderliche Krafft unnd Art / durch die Adern der Erde ergehen lasse: Oder daß die gantze Gegend zu solchen Dingen bequem erschaffen sey / und daß die Erde mit sammt dem Wasser eine genaue Verwandnuß habe. confer Zeilerum in itin. Germ. cap. 5. fol. 143. ex Munster.

M. Paul. Nagel. in Chiromant. Meganthropi redet sehr nachdencklich also davon litt. D. Es ist zu wissen / daß der Archeus unnd die Natur uns offtmahls wunderbahrliche Figuren unnd Signaturen zu erkennen geben / da ein gewisser Effectus bald darauff erfolgen thut / dieweil so gar nichts vergeblich geschiehet / unnd gar nichts mag verborgen liegen. Also / da der Pabst unnd Anti Christ hat sollen offenbahr werden / so hat man an einem Stein gefunden ein Bildnüß eines Pabsts mit dreyen Kronen / welches viel Leute gesehen / ist geschehen im Jahr eintausend fünffhundert und 39. und wird dieses von Zachar. Prætorio P. Laur also beschrieben: Anno, etc. Mansfeldiæ e fodinis metallicis effossus est lapis scissilis, in quo apparuit Pontificis Romani effigies ornata [225] triplici coronâ aureâ, & veste Pontificiali aureis quasi filis & purpurâ contexta, os, oculos & nares hominis referens, in sellâ splendidâ sedens, dextram deniq; manum sublevans, in quam tanquam gemmam contemplans intuebatur. Diesen Schiefer hat man Herrn Doctor Martin Luthern gen Wittenberg zu besehen geschickt / da hat Ers also außgelegt / daß es bedeute die Offenbahrung des Pabsts / als des rechten Anti Christs. Dieser Schieferstein ist darnach dem Könige von Franckreich Francisco zugeschickt worden. Man sagt auch / daß ebener massen das Bildnüß Herrn D. Marth. Luth. an bemeldtem Orte sey gefunden worden. Also schreibt M. Joh. Colerus in seinem Fischbüchlein cap. 8. daß man auch ein Crucifix mit Johanne und Maria unter dem Creutze / item die Tauffe des HN. Christi von Johanne im Jordan daselbsten gar schön und deutlich außgegraben und gefunden. Wie denn auch noch den hochlöblichen / Christlichen und heiligen Johann Friderichen / Churfürsten zu Sachsen mit der Schramme über den Backen / von welchem Wunderwerck viel zu disseriren wäre / ob wohl die Welt solches vor schlechte geringe Ding hält. Es ist sich freylich über diesen Dingen höchlichen zu verwundern / derer dann im Schieferbergwerck / zu Mansfeldt gar offt gefunden[226] werden. Es ist auch ein See etlich Meilweges lang und breit im Lande / und so mancherley Fische / Frösche oder sonsten lebendige Thier im selben See seynd / die gebiert der Schiefer ein Gleichniß in ihnen zu Mansfeld und Eißleben / da man viel hundert Klaffter unter der Erden im Bergwerck allerley Fische im Schiefer außgräbet / in Natürlicher Form und Floßfedern / die so artig mit Kupffer angelauffen / als ob sie lebten / und daß man gar leichtlich und eigendlich erkennen kann /was ein jedes für ein Fischbildniß oder Figur ist. Also hab ich ferner von glaubwürdigen Personen verstanden / daß die Persische Legation neulicher Zeit unter andern Gaben und Geschencken Ihrer Röm. Käyserl. Majest. verehret ein güldenes Creutz / so zu Jerusalem in Salomonis Tempel / wie vor vielen Jahren die Stadt von einem König von Persia ist eingenommen worden / dazumahl gefunden / ist mit köstlichen Steinen versetzt / und in der Mitte ein Agatstein / der ist unten weiß und oben grün / und hat in der Mitte von Natürlichen Gewächse des Steines ein schön Marien-Bild mit sammt dem Kindlein JEsu / an den Augenbremen ist das Bild gelb und braun von Natürlicher Gestalt.

Letzlich muß ich noch hinzu setzen / was Zeilerus hat Tom. 1. Epist. 554. p. 880. aus Abraham[227] Seidels Bericht von Geistern: Daß man in den Steinen unterschiedliche Figuren eingegraben angetroffen / und darunter bey Eißleben des D. Luthers Bildnüß Natürlich in einem Stein gewachsen: Welche Figuren denn Theils den erdichteten nechstgedachten Elementarischen Geistern / Bergmännlein / und Sylphen / oder Lufft-Leuten / daß nemblich sie so künstliche Arbeit von Metall und Steinen machen / und sich über die massen auff alle Kräuter und Wurtzeln verstehen solten; Andere aber des Mercurii verborgener Influentz; Etliche den Höllischen Geistern / zuschreiben; Und theils für gantz Natürlich halten. Es sagt aber unser angezogener Autor, weil GOtt der Allmächtige ihme viel Kunststücke habe vorbehalten / welche bißweilen in der Natur mit untergemischt werden / daß es rathsamer / unnd Christlicher seye / wo keine gewisse Natürliche Ursachen können gegeben werden / daß man GOTT allein die Ehre lasse / als daß man / ohne Noth / den Höllischen / und andern erdichteten Elementarischen Geistern / dergleichen zuschreiben sollte und wollte.

Fünfftens. In meinem Blocksberge bringe ich weitläufftig vor / wie in der Baumanns-Höle wunderbahrliche / Theils gantze / Steinerne Männlein; Theils nur Stücke davon in[228] Menge angetroffen werden. Als soll man bißweilen ein Köpffgen mit der vollkommenen Gestalt / bißweilen ein Händelein / ein Ermelein / ein Beingen / und sonsten andere Glieder; Die dem lebendigen so ähnlich sehen / daß nichts drüber / und damit auch die Leute ihre beschädigte und gleichgenannte Gliedmassen des Leides glücklich heilen sollen; Wenn sie so ein Stückgen zerreiben oder zerklopffen / und in die Wunde streuen.

6. In der Stadt Sens / in Burgundien / war ein Weib / mit Namen Colombe Chatry / welche lange bey ihren Mann Ludwig Charite / einen Schneider / ohne Kinder gelebet: Endlich wird sie Schwanger / und wärender Zeit hat sie unterschiedliche Zufälle der schwangern Weiber. Als aber die Geburtszeit kam /war des elendē Weibes Mühe unn der Wehemutter Hülffe alle umbsonst / also / daß ihre Frucht starb: Und sie muste 3. Jahr lang schwerlich kranck liegē. Endlich als es ein wenig besser worden / hat sie angefangen / herumb zu schleichen / und suchete noch 25. Jahr / unn trug die tode Frucht bey ihr: Darüber sie endlich auch ihr Leben endete / nachdem sie dieselbe 28. Jahr in ihren Leibe getragen. Ihr Mann ließ sie eröfnen: Unn da hat man befunden / daß das Kind in härtesten Stein verwandelt war: Es ward heraus gezogē / und grosses Wunder halben verwahret: Wie es[229] viel Menschen gesehen haben / wohl formiret / als wenn es ein künstlicher Bildhauer in dieser Höle hätte außgehauen: Hatte seine Gliedmassen nach ihrer Proportion vollkommen / und richtig / wie das Alter des Kindleins von neun Monden bey guter Nahrung erfordert. Als es eröffnet wurde / fand man / daß das Hertz / die Leber / das Gehirn / und andere Stücke auch sehr hart waren. Jedoch nicht so sehr / wie die äusserlichen. Es ist ein Mägdlein. Dieser Leib ist weder der Fäule / noch der Wurmstichtigkeit unterworffen / nichts anders / als der harteste Stein / den die Steinmetzen arbeiten könten. Herr Johann Altboux / und Simon Prouvanckerers / gelehrte Medici, welche dieses Steinerne Kind gesehen / und die Wunder mit ihren Händen betastet / haben hievon einen weitläufftigen unnd schönen Discurs öffentlich in Druck lassen außgehen. Simon Gaulart / au Thressor, des Histoires Vol. I.

7. Christoph Richter in Spect. Histor. Cent. 1. c. 24. p. 42. Im Jahr Christi 1583. hatte ein Bürger zu Aix / einer Stadt in der Landschafft Provente / in Franckreich gelegen / einen Oelgarten / einen Büchsenschuß weit von den Stadthoren: Darinnen wolte er einen kleinen Steinfels lassen auffbrechen. Als man nun in Arbeit begriffen / ist mitten in dem Felß gefunden worden ein[230] gantzer Menschen-Cörper / von kleiner Statur: Derselbe war in den Fels auf solche Weise einverleibet / daß der Stein das Leere / das zwischen den Gliedmassen von einem zum andern war / außfüllete. Und / das noch wunderbarlicher war ob schon die Beine sehr hart waren / kunte man sie doch mit den Nageln zu Staube kratzen. Aber das Marck in denselben war so aus dermassen hart / daß kein Stein dergleichen ist / also / daß man nicht das geringste kunte davon loß machen. Ja das Gehirne war so gehärtet / und in Stein verwandelt / daß wenn man es an ein Feuereisen schlug / es Funcken von sich streute / als wie ein Feuersteinlein. Dieses Sceleton hat bey sich behalten Herr Balthasar de la Burle, Inwohner zu Aix / und oberster Audiancier in der Cantzeley der Landschafft Proventz. Vide Simon. Goulart. Thes. Hist. Vol. 1.

8. Sehr wunderseltzam ist / daß ein Weib zu Gens in Burgundien 28. Jahr lang ein Steinern Kind im Leibe getragen: Aber noch wunderbahrer ist / daß im Jahr Christi 1348. mehr denn funffzig Bauren im Beyerlande / in einem Erdbeben / sind zu Steinen verwandelt worden / also daß sie wie Saltz-Seulen oder Steinerne Seulen sind gestanden / oder gelegen. Sperling. in Physicis.[231]

9. Von vielen Kindern / die im Mutterleibe zu Steinen geworden / sihe was schönes zu lesen / beim Schenckio lib. 4. Observat. 195. etc.

10. Erasmus Francisci in seinen nützlichen Raritäten c. 1. p. 144 etc. Herr Lilienfeld aber fing hierüber einen Discurs an: Er erzehlete / wie die Natur so wunderlich und künstlich in Steinen / Bäumen und Kräutern pflege zu spielen: Und zoch unterschiedliche Exempel dabey an. König Pyrrhas /(sprach er) soll / wo dem Plinio zu gläuben / einen Achatstein gehabt haben / darinnen der Apollo mit einer Cither in der Hand / sammt den 9. Musen / durch keinen Steinschneider / sondern von der Natur selbsten gebildet gewest / und die Flecken dergestalt formiret / daß einer jeden Musen Instrument heraus kommen. Ob nun gleich / vielmehr die Phantasey der Menschen / weder die Natur selbst / solche Figuren auff den Apollo und seine Musen gezogen; So können dennoch die Gestalten in dem Stein wol gewest: Denn man kann ihm / von einerley Sache / gar unterschiedliche Einbildung und Außlegungen machen. Eben derselbige schreibet lib. 37. Natur. Histor. cap. 1. & 2. Von vielerley Figuren mehr / so in den Steinen befunden worden: Als Ameisen / Käfer / Pfauen / Blumen[232] und Kräuter / ja Bäume und Wälder. Das ist nicht unglaublich; Sagte Mons. Berrintho. In der Graffschafft Mannsfeld / bey Eißleben / wird ein schwartzer Stein gegraben / der sich schneiden läst / unnd wenn er gekocht worden / viel Ertz von sich giebt: Derselbe /wenn man ihn in kleine Stücklein zerschneidet / bildet für allerhand Art von Fischen / Aalen / Fröschen / Hünern / etc. Sonderlich aber wird die Gestalt derer Fische viel darinnen befunden / die in dem benachbarten grossem See anzutreffen; Und zwar so eigendlich / daß man sie klärlich von einander unterscheiden / und mit ihrem Namen nennen kan. P. Cosparus Scotus meldet / in seiner Magiâ naturali, er sey mit vielen bekandt / die selbige Steine und Figuren gesehen: Unter andern hab ihm der Graff von Gronsfeld glaubwürdigst berichtet / daß darunter zween sonderbahre Steine gefunden / unnd dem Römischen Käyser offeriret, auff welchen zwey blatte Globi, oder Kugeln / ein Astronomischer unnd ein Geographischer abgedruckt gewesen / mit allen Zeichen / Circkuln / Linien / Gegenden / so gar proportionirlich unnd genau abgemässen / daß der allerfürtrefflichste Mathematicus es nicht vollkommener leisten sollte. Gleichfalls habe man noch einen andern[233] Stein angetroffen / der die Figur eines drey-gekrönten Pabsts auff einer; Und auf der andern Seiten / das Bildniß Lutheri gehabt. Gestaltsam diß letztere / von der Päbstlichen Figur / auch andere Teutsche Scribenten bezeugen. Selbiger Autor schreibt / Kircherus habe / aus etlichen Kieselsteinen / ein gantzes Alphabeth zusammen gebracht / nachdem die Adern oder Striche darinnen gewest. Und meldet ferner: Es sey kaum was zu erdencken /welches die Natur nicht in einem Marmor oder Jaspis zu entwerffen pflege: Er / für seine Person / habe / in Welschland und Sicilien / vielmahl Städte / Wälder / Flüsse / Felder / und Thiere darinnen geschaut: Kircherus habe einen Achat gesehen / darinnen ein vollkommliches Crutzifix gewest. Des Steins / dessen der Herr vorhin gedachte / daß ihn der König Pyrrhus gehabt / gedencket auch Guevarra / in seinem güldenen Sendeschreiben / ohngefehr mit diesen Worten: Wenn die Alten einen Ring bey sich trugen; So war der Stein / so darinnen gefast / desto köstlicher und schöner. Inmassen der König Pyrrhus einen schönen eingefasten Stein stets bey ihm trug. Denn derselbe war von Natur / ohn einige darzu gebrauchte Kunst / dermassen herrlich und schön / daß man im selben allerhand Gestalten der Weiber / und eines jungen Gesellens /[234] sahe / der auf der Lauten schlug: Welches die Heyden dahin interpretirten und verstunden / daß es Apollo wäre / mit seinen neun Musis. Und ob dieses schon etlicher massen schwer ist zu glauben; so schreibens doch bewehrte und glaubhaffte Authores; Fürnemblich der Plinius. So ists auch / (wie die Philosophi davon reden /) wohl müglich / und natürlich /von wegen der vielerhand unterschiedlichen Farben und Dispositionen der Materien und Influentz / auch Krafft der Zeichen und Planeten / darinnen solcher Stein wächst. Inmassen wir wissen / daß ein Weib kann ein Monstrum, ein ungeheures / seltzames / und unnatürliches Thier / empfangen und gebären. Albertus Magnus (als er dieses gleichsamb zu einem Argument und Prob anzeucht / spricht; Daß er selbst zu Cölln / in der Capellen / der Heil. drey Könige / einen Stein gesehen habe / darinnen zwey Natürlich-vollkommene Menschen gesehen wurden / und oben auf den Köpffen eine Schnecke saß. Leonhardus Camillus tractiret fast schön von dieser Materi; Unn sagt / daß er selbst einen Achatstein gesehen habe / Darinnen man sieben unterschiedliche Bäume sahe / welche auff einerley Weise gemahlet waren. Zu Probierung dessen (schreibt Guevarra weiter) bedarff man keine sondere Authores:[235] Denn ich habe / mit meinen eigenen Augen / einen Marmolstein unnd einen Jaspis gesehen; Darinnen / vermittelst ihrer lichten / dunckeln / und vierhand Farben / Gestalten der Menschen / und andere Bildnüssen gesehen wurden: Also daß es wohl wahr seyn kann / was oben von des Pyrrhi Stein / darinnen die neun Musen gesehen / wurden / gemeldet ist worden: Zumahlen weil man es für keine eigendliche Wahrheit schreibet. Guévarra part. 2. Epist. 17. Was ietzt erzehlter massen aus dem Alberto Magno der Gvevarra / von dem edlen Stein zu Cölln angezeigt; Das wird in dessen (Alberti Magni) anderm Buch von den Mineralien (Tract. 3. c. 2.) mit etwas andern Umbständen beschrieben: Nemblich in der Druhen der Heiligen Drey Königen sey ein Onychstein / eines Menschen Hand breit / und darüber: Worauff die spielende Natur zwey erhabene Häupter eines Jünglings gemahlet / denen für der Stirn eine Pechschwartze Schlange sitzet / und die Häupter gleichsamb zusammen verbindet. Unten bey dem Kinnbacken sahe man einen schwartzen Morenkopff / mit einem langen Bart / etc. Eben selbiger Albertus schreibt / im vorhergehenden Capitul: Er habe zu Venedig / in einem zertheileten Marmor / gebildet funden / ein ansehnlich Königliches Haupt /[236] mit der Cronen / unnd einem Bart. Der obgesagte Scotus führt auch aus dem Nierembergio und andern vielerley merckwürdige Sachen dißfalls herbey. Als daß in etlichen Hispanischen Feldern / an vielen Steinen / abgebildet Schwerter / Spiesse oder Huffschlag eines Rosses / Tauben unnd andere Vögel werden gemerckt: Daß man zu S. Catharinen de Vadaja, in einem Augustiner Closter / Steine finde / so von Natur / wie ein Hertz / formirt / und mit der Figur eines Randes bezeichnet; Welches des H. Augustini und S. Catharinen Wapen sind. Zu Avila / bey den Nonnen Augustiner Ordens / werde gar andächtiglich verehrt das Bildniß der Mutter GOttes / so von der Natur dem Stein mitgetheilet; Gleichwie unfern von Madril / das Bildniß des gecreutzigten Erlösers / durch Natürliche Krafft in einen Stein eingedruckt. Molina schreibt / daß in etlichen Meerhäfen in Gallacien / die anschlagende Meerwogen / an den Steinen / Creutze unnd andere Zeichen formieren: Die man / so bald das Meer stille worden / gar eigendlich erkenne: Aber wenn es folgendes Tages wieder tobet / gleich wieder außleschet / und an andere Steine / mit solcher Meerdinten / geschrieben werden. Denckwürdig ist auch dieses / daß in der Insul Maltha etliche[237] Steinlein unterschiedlicher Grösse / aus der Hölen genommen werden / darinn die Otter dem Heiligen Apostel an die Hand gefahren: Welche Steinlein einer Schlangen Zunge ähnlich formiret seyn. So ist demnach zu beklagen; sprach endlich Herr Ehrenhold; Daß die Steine weicher und gelinder sind / den Pinsel der Natur anzunehmen; Weder das Menschliche verstockte Hertz den Griffel seines guten Schreibers / des Heiligen Geistes! Bißhieher der Francisci: Dessen letzters / von der Natterzungen / ich selber ein Exemplar allhier zu Leipzig gesehen habe / bey einem vornehmen Kauffmann / der es aus Holland mitgebracht hatte / aus der Erbschafft eines verstorbenen Balbierers / der sich in Candia aufgehalten hatte. Im übrigen war es ein ungestalter Grießstein / der Dicke nach wie eine grosse Faust / und ein bißgen länger: Wenn man solchen mit dem Messer schabete / wie er denn sehr mürbe war / und das geschabete zum Theil /ziemblich verrichtet war; So sahe man inwendig gantz eine andere blancke (der Stein war sonst weißlicht /) und halb blau / halb Eisenfarbigte Farbe / welches doch nur ein dünnes Thun war / unnd man es leichte auch abschaben konnte / daß darunter nicht minder der weisse Stein wiederumb durchaus folgete. Sonsten formierete dieselbige[238] blancke Farbe oder Häutlein mit einander in seinem Umpfange fast einen rechten Otterkopff: Drüber ich mich sehr verwundert habe. Weiter soll dasselbe auch sehr für Gifft helffen.)

Von denen in Stein verwandelten MENSCHEN. So wir der Mährlein-vollen Zeit glauben / haben uns die Steine den ersten Ursprung gegönnet / welche als Gebeine der Erden / von dem Deucalione rückwerts geworffen / allgemählich lebendig worden. Damit nun etliche ihren Ursprung wiederumb erlangeten / sind sie / wie wir berichtet worden / in Steine verwandelt. Von den Lybischen Bergleuten / die wegen der verfallenen Thür und benommenen Lufft ersticket / berichtet Aristoteles de Adm. Aud. Daß sie nach langer Zeit / nebenst ihren Gefässen / Eymern und darinnen befindlichen Feuchtigkeiten in Stein verändert / und herauß genommen sind worden. Eine gleiche Verwandelung erzehlen die Beyrischen Geschicht-Bücher / von welcher mein Sel. Vater d. mixt. c. 6. Wie auch Sennertus und reden. Daß dem Weibe des Loths / so aus Sodoma gieng / dergleichen begegnet sey / glauben wir der Heil. Schrifft; Und hat der Heil. Augustinus gar wohl errathen / daß GOtt als ein Rächer seines übertretenen Gebots solches durch ihr eingepflantztes Saltz ins[239] Werck gerichtet. Gleiches hat sich auch zu unsern Zeiten in Africa bey Tripolis begeben / da zu gewisser Anzeigung des Zorns GOttes eine Stadt durch eine plötzliche Verwandelung eine steinerne Härtigkeit erlanget / auß welcher / wie man berichtet / ein in Stein verwandelter Knabe an den Cardinal Richelieu ist übersendet worden. Als ich mich in der Insul Maltha auffhielt habe ich ein Stücklein Holtzes /welches in erwehnter Stadt zu Stein worden / in der Kunst-Kammer Ioh. Fr. Habelæ, des Jerusalemischen Ordens Vice-Cancellarij, der mit mir freundlich umbgangen / gesehen. Zu Rom sahe ich in dem Pallast der Ludovisiorum einen in Steinverwandelten Menschen / dessen Beweißthum die Knochen und Rippen sind / so doch ihre Gestalt noch haben. Panarolus in Fasc. Arcan. hat neulich geschrieben / daß eine Menschliche Hirnschale in der See eine Felsichte Härtigkeit erlanget habe. Diese weil sie außerhalb der Gebär Mutter / von irgend einer Steinmachenden Krafft / entweder in der Erden / oder in dem Wasser / oder in der Lufft sind verwandelt worden / können wir leichtlich begreiffen. Daß aber in der Bärmutter die Frucht allein verhärte / und das übrige Eingeweyde seine Beschaffenheit behalte / were unglaublich / wenn es nicht diese[240] Augen gesehen / und die Hände begriffen hätten. Ich rede von dem in Stein verwandelten Kinde / welches zu Sens aus dem Leibe der Mutter Columbæ Chatry ist außgeschnitten worden / nachdem es 28. Jahr darinnen gelegen. Daß diese Geschicht sich begeben habe / bezeugen Thuanus L. 17. Hist. Paræus L. 25. de Monstr. c. 11. Jo. Albosius und Simon Provancherius (die beyde gegenwärtig gewesen / als das Kind außgeschnitten worden) Licetus L. 2. Monstr. c. 45. und Bourgesia in Obs. p. 102. Die Wehemutter der Königin in Franckreich / die es ausgeschnitten gesehen. Mit allem Fleiß aber hat solche Geschicht in einem sonderlichen Büchlein Albosius beschrieben / wie auch der fürtreffliche Geschicht-Schreiber Thuanus, welchen ich hier alleine redend will einführen: Im Jahr 1582. hat sich eine Geschicht begeben / welche wie viel mehr sie wunderlich ist / so viel weniger wird sie von den Nachkömmlingen geglaubet werden / wenn sie nicht auf gewisse Zeugnüsse der Warheit gegründet wäre. Weil wir nun selbige für wahr halten / habe ich / damit sie nicht ins künfftige in Zweiffel gezogen werde / dieselbe allhier ferner zu bekräfftigen / meines Ampts unnd Thuns zu seyn erachtet. Eine Fr. zu Sens (welcher Ort die Hauptstadt unsers Champanens,[241] und mit Ertzbischofflicher Würde gezieret ist) Namens Columba Charria, nach dem sie dem Schneider Ludovico Caritati vermählet war / und biß ins 38. Jahr ihres Alters frisch und gesund gelebet / auch niemals Schwanger gewesen / hatte gewisse Zeichen / dabey sie abnahm / daß sie empfangē hatte / dieweil die Monatl. Reinigung nicht mehr wie zuvor in gewisser Zeit floß / die Bärmutter sich schon offtermahls Augenscheinlich regte / die Geschwulst der Lenden und des Unterbauchs mählich zu nahm / unnd die Brüste Milch gaben. Letzlich / als ihre bestimmte Zeit umb war / begunten ihr die schweren Gebuhrts-Schmertzen und Grimmen des Bauchs zuzusetzen / dabey sich auch die Harn-Verhaltung etliche Tage lang befand / biß hernach das Wasser gleich als ein Strohm mit grosser Gewalt heraus lieff / in dem dieses Gewässer nicht so aus dem Blasengang als aus der Mutter floß / und demnach das Häutlein zurissen war / drang nebenst der Saltzwasserigten Unlust ein Stück geronnenen Blut gleich als eine Meerbutte herauß. Von der Zeit an schwanden die Brüste / die Frucht bewegte sich wenig oder nichts / und ward die Geburts-Arbeit leidlicher. Die Frau aber lag hierauff drey Jahr zu Bette / und beklagte sich hernach noch allezeit / so lange sie lebete / über[242] ihre Ungesundheit / über die Härtigkeit / Geschwulst / Bauch-Grimmen / und über die unnütze Last / welche selbst unbeweglich / sich nach der vielfältigen Bewegung der tragenden Frauen / bald in diese / bald in jene Seite senckete. Als sie nun 28. Jahr hernach mit Tode abgieng / ward ihr Unterbauch eröffnet / und schien die Bärmutter runtzlicht und mannichfarbig / im Angriff hart und gleichsamb wie ein Scheiben. Als nun auch diese mit der Schärffe des Scheermessers auffgeschnitten ward / zog man ein Kind von Gyps heraus / dessen Gliedmassen wohl gebildet waren / und das eben wie andere lag / aber das Hertz und Gehirn hatte seine Natürliche Beschaffenheit / ohne nur daß sie etwas härter waren / wiewohl nicht so hart als die äusserlichen Theile. Dieses Cörperlein wird annoch zu Sens von den vorüber-reisenden als ein Wunderwerck besehen; Es verfaulet nicht / wird auch nicht Wurmstichigt. Albosius beschreibet die Geschichte weitläufftiger / welcher hinzu thut / daß die rechte Hand biß an die vorder Hand unvorsichtig abgerissen / und in dem Leibe der Mutter verblieben sey. Daß auch ferner von einem der es betastet / ein Zahn ohnversehens außgebrochen sey. Dieses wunderbahre Kind hat hernach der vornehme Parisische Kauffmann Pretesegle, der ein[243] Liebhaber ungewöhnlicher Dinge gewesen / bekommen / bey welchem die Wehemutter Bourgesia es gesehen. Und von dannen hat es der Goldschmidt und Jubilirer Gilibertus Vautron nach Venedig geführt / woselbst ich es in gleicher Gestalt gantz besehen und begriffen. Letzlich ist es im Jahr 1653. aus Welschland anhero zu dero Königl. Majest. zu Dennemarck und Norrwegen / Friedrich dem Dritten / unserm Allergnädigsten König gebracht worden / welcher mir unterthänigsten selbiges zu besehen und genauer zu betrachten etlichmahl allergnädigst vergönnet. Damit wir aber nicht zweiffeln / daß es eben dasselbige in Stein verwandelte Kind sey / welches die erwähnte Fraw zu Sens gezeuget / sind zu Bekräfftigung der Sachen / die von diesem Kind aufgerichteten Handels-Schrifften und Verträge an Ihre Königl. Majest. gesendet worden / (welche Bartholinus d.l. anführet /) Albosius Hæduus hat dieses Steinerne Kind abgebildet / aber als es noch zusammen gezogen / und in der Bärmutter gefaltet lag. Bey dem Paræo in Oper. Gall. L. 25. de Monst. c. 11. ist eine grössere Abbildung zu finden / die ihm ähnlicher ist und außgestrecket. Ich stelle allhier ein gantz genaues Bildnüß für / welches nach der Gestalt des Königl. Kindes gemacht ist / dafür ich Seiner[244] Königlichen Majestät unterthänigst dancke. Denn in etlichen ist das Kind verendert / so wol durch die Länge der Zeit / als durch die Verenderung der Reisen. Der gantze Leib hat die gebührliche Grösse eines Kindes / unnd in äusserlicher Gestalt ist es einem Menschen-Kind genau ähnlich. Die hin unnd wieder entblösten Gebeine sind dicht unnd hart / das zwischenliegende Fleisch wie Gyps und gehärteter Kalch. Die Haut ist zerrissen / hart unnd schwartzlicht / unnd bedecket hin unnd her ein Theil des Unterbauchs / Brust und Haupts. Die Augen-Leissen sind leer / die Gebeine ragen herfür. Das rechte Theil von den Ober- unnd Unter-Kinnbacken ist weg / und die Zähnhäußlein stehen ledig / außgenommen eines / darinnen der Zahn überblieben. Das rechte Achselbein henget bloß an dem Leib / unnd hat keine Hand. Der lincke Arm ist von dem Leibe abgelöset / unnd hat die Hand zugethan. Die Füsse stehen etwas von einander / die Zähen aber sind zusammen gewachsen / wiewohl man derselben Wahrzeichen wohl sehen kann. So wir nach den Ursachen dieser Verhartung forschen / finden wir zwar vielerley / aber ungewisse; Denn es ist schwer zu sagen / was das Mägdlein vor der gewöhnlichen Faulnüß in Mutterleib bewähret /[245] und demselben die Steinerne Härtigkeit mitgetheilet. Es sind / die die hefftige Dürre vorwenden / welche von den stetigen Schmertzen des tragens im Mutterleibe / unnd dem Mangel des außgeflossenen Gewässers entstanden. Andere vermeynen / daß es durch die Kälte also erstarret sey / gleich wie die Schalen an den Eyern gezeuget werden. Viel ziehen die Hitze an / durch welche / als ein heimlich verzehrend Fieber / dieses Mägdlein verzehret sey und vertreuget. Etliche setzen diese Ursachen zusammen / neben einem dicken und mit vielen irrdischen Theilen begabten Teig. Die jenigen treffen es besser /welche den innerlichen Ursprung verthädigen / und eine eingepflantzte verborgene Macht / die durch äusserliche Ursachen erwecket sey. Letzlich messen andere alles einer Steinmachenden Krafft bey / und berichten mit grossem Schein der Warheit / daß es mit diesem in Stein verwandelten Kindlein eine gleiche Beschaffenheit habe / als mit andern in vielerley Theilen des Leibes gezeugten Steinen / harten Geschwülsten unnd Topffsteinen. Wer ein Belieben darzu hat / der lese von den Ursachen des in Stein verwandelten Kindes / die mit einander streitenden und zusammen gedruckten Aertzte von Sens / Albosium und Provancherium, wie auch Licerum de Monst. L.[246] 2. c. 52 Sennertum Prax. p. 2. S. 4 c. 7. und andere. Mir stehet ietzo nicht zu / solcher Streit zu schlichten. Ich erzehle kürtzlich die ungewöhnlichen Geschichte / aber nicht die Ursachen aller derselbigen / welche wir eben so genau kennen / als der Blinde die Farben. Plinius lib. 7. c. 1. saget gar wohl: Die Macht und Herrligkeit der Natur / so die Dinge besitzen / glaubet man niemahls. Hactenus Bartholinus cent. 2. Observat. Anat. c. 100. pag. 426. etc. Hierzu mag der Leser künfftig thun den Tractat, Wunder GOttes unnd der Natur genannt / von Natürlicher und Ubernatürlicher Wirckung der Steinkrafft: Alles auff Anleitung der Begebenheit des Lithopædii Muscipontani, dessen Causam Efficientem, Materiam, Formam, und Finem wir alle abgehandelt / auch Virtutis Petrificæ certitudinem per tria regna nach Vermögen erwiesen. Wie sich also citiret D. Joh. Scholtz in Tract. von der wunderbahren Haarkranckheit p. 217. 218. Nemblich es vermag die vis lapidificans viel; Sintemahl man lieset in des Baricelli Hortulo geniali pag. 90. Daß im Dänischen Meere / bey der Stadt Lübeck / zu Alberti Magni Zeiten / ein Ast vom Baum ist erfunden worden / mit einem Vozelneste und Jungen drinnen / so mit einander in lauter Stein verwandelt gewesen: Wiewohl[247] es noch feine rothe Farbe gehabt. So berichtet auch Georgius Agricola, daß gantze Dannenbäume mit ihrer Rinden seynd in Stein verwandelt worden / und / welches noch mehr ist / so soll auch in eines solchen Baums Spalte / der Edelgestein Porphyritis seyn gefunden worden. Im übrigen würde man hieher nicht uneben ziehen / in vorgenommener Betrachtung der Menschen / was Bartholinus d.l. gedencket Cent. 2. c. 24. p. 255. von dem eisernen Zahn. Von dem güldenen Zahn des Schlesischen Knabens ward viel von vielen geschrieben / biß endlich die genaue Betrachtung den Betrug entdeckte. Aber dem eisernen Zahn / von welchem ich rede / werden die Leser mehr Glauben zustellen. Es hielte sich neulich zu Padua auf ein Mann / von dem die Rede gieng / daß ihm aus der Kinnbacke ein eiserner Zahn gewachsen sey / mit vieler Leute unterschiedlicher Muthmassung und Verwunderung. Dem domahls noch lebenden Minadoo kam dieses nicht wunderwürdig für /weil eben wie in der grossen Welt / also auch in der kleinen wohl könte allerley Ertz wachsen. Aber unser Anführer in der Artzneykunst Jo. Dom. Sala, als er die Sache besser beobachtet / befand in der obern Kinnbacke ein Wundmahl / dannenhero schloß er / daß der Mann vor diesem mit einem eisern Griffel daselbst[248] verwundet / und die Spitze desselben biß in das Zahnhäußlein durchgedrungē / auch von der jenigen Zeit an darinnen in Gestalt eines Zahns sey bestecken blieben. Sonsten wird bey dem Propheten Daniel von eisernen Zähnen gedacht / in dem Gesicht des vierdten Thieres / welches sehr grimmig und sträffig war. Wie wohl nun aber die Zäne in gemein nicht eisern sind / so sind sie doch härter denn andere Knochen / also daß sie nicht lichtlich können verbrant noch auch Wurmstichtig werden. Dannenhero hielt Tertullianus dafür / daß in den Zähnen die Art der zukünfftigen Aufferstehung verborgen sey. So hat auch der gemeine Mann wegen der Zähne einen solchen Aberglauben / daß er selbige / wenn sie ihm ausfallen / vergräbt. Aus dieser Härtigkeit der Zähne werden bißweilen Funcken gelocket. Ein reicher Kauffmann in Amsterdam / Namens Sojer / kundte mit einem Holtz auß seinen Zähnen als auß einem Feuerstein Funcken schlagen / welches mir so wohl sein Bruder Wilhelm Sojer / der in der Griegischen Sprache wohl erfahren war / in Padua / als auch sein Sohn in Niederlandt erzehlet. Endlich gehöret hierzu auch des Loths seine Frau / die in ein Saltz-Seule verwandelt worden: Davon Doctor Wigandus in Meth. de Sale p.[249] 135. etc. ad Genes. 19. Nemblich daß es ein sonderliches / und sehr denckwürdiges sey / daß die Frau / und zwar / da sie auß der Sodomitischen Fewersbrunst allbereit erlöset ihren Ehemann auffn Fusse nachfolget / der von allen seinen Gütern arm unnd mit einem weissen Stabe davon gegangen / mit zwo Töchtern / nur weil sie sich nach der Einäscherung der Stadt umbgesehen / unn das elende Geschrey der nothleidenden Menschen vernehmen wollen (welches sonderlich dem Loth und seinen Gefärten von Gott war verbotten wordē) so sehr von Gott gestrafft worden sey: Daß sie an selbiger Stelle / wo sie ihr Gesichte nach der Stadt zurückwerts gewandt / flugs erstarren / unnd im Augenblicke in einer Saltzseule verhärten müssen: Da immittelst der Loth mit seinen Töchtern / die vorgenommene Reise unverzögert fortgesetzet / die Mutter verlassen / unnd kaum nach etlichen Tagen / mit höchsten Schmertzen vernommen haben / wie es ihrer hertzlieben Mutter ergangen gewesen. Daß sie aber wahrhafftig zur Saltz-Seule geworden / bezeuget der außdrückliche Buchstabe Gen. 19. Davon man nicht abtreten soll: Und zu dem ist es ein sonderbahres Wunderwerck des lebendigen GOttes / welchem alles müglich ist. So lesen wir auch traun / daß annoch in der Tartarey /[250] eine grosse Menge Volcks / durch das gerechte Gerichte GOttes / in lauter Steine sind mutiret geworden: Und dergestallt hat der Allmächtige GOtt dieses Weib auch wohl zur Saltz-Seule machen können / nach seinem freyen Willen. Und gilt also hier nicht die Deuteley / als wenn das Wort Saltzseule so viel seyn sollte / als eine ewige oder immerwärende Seule: Weil es mit dem Texte nicht überein kömmt / als der ein recht Wunder und warhafftiges Ding erzehlet. Wie GOtt aber solches verrichtet habe / das ist uns zwar unerforschlich. Dieses ist alleine bekant / daß es GOtt / nach seinem freyen Willen / und unendlichen Macht ins Werck gesetzet habe. Die Juden schwatzen / als wenn das Weib vom Schwefel angezündet / unnd also zu Saltze geworden sey. Aber hat man auch dieses denn wohl sonsten in der Welt mehr erfahren / daß die Cörper / welche mit Schweffel verbrant worden / zu Saltze geworden seyen? Es ist ein Närrisch Vorgeben. Denn des Menschen seine Substantz ist nicht also beschaffen / er möge gleich mit Feuer verzehret / oder an der Sonnen gebraten / oder mit Schwefel verbrennt werden; Ob gleich das Phlegma bißweilen saltzigt gefunden wird / unnd die Thränen auch saltzigt unnd bitter seynd / nebenst dem Schweisse. (Daher[251] etliche sprechen / daß GOtt solch Bißlein des Saltzigten Wesens durch den gantzen Menschlichen Cörper zertheilet habe; Aber es ist gar eine Krafftlose Meynung.) Und derentwegen ist es eigendlich ein groß Wunderwerck Gottes der in allen Creaturen thun kan was er will. Und derselbe hat daher dieses Weib im Augenblicke zur Saltzseule verkehren wollen. Müssen derentwegen alle Physische Ursachen das Maul hier halten. Es ist aber weiter glaublich / daß das gantze Weib / mit allen an sich habendē Kleidern / Mütze / etc. in eine steinerne Saltzseule sey verwandelt worden. Josephus gedencket / daß sie noch zu seiner Zeit an der vorigen Stelle gestanden sey: Und man kann ihm in diesem Falle / als einem Jüden / sehr gelahrten und fleissigen Manne wol Glauben zumässen; Weil ihm die Sache besser bekant / and erkundiget gewesen. Welche Reisenden in den verwichenen Jahren das Jüdische Land beschauet haben / die wissen zu sagen / wie die Seule auf den heutigen Tag noch stehe / und zwar mit diesem Wunderwercke / daß / wie viel die Leute herunter klopffen / immer wider zuwachsen soll in geschwinder Frist: Welches ich dahin lasse gestellet seyn. Doch lesen wir gleichwohl beym Irenæo lib. 4. c. 51. Daß die Seule freylich in ihrem Wesen gantz verbleibe / ob gleich die Wandersleute[252] gantze Gliedmassen herunter klopffen. Warumb aber vom lieben GOtte dieses traurige Spectacul sey zugerichtet worden; Davon findet man in der H. Schrifft zwo Ursachen. 1. Weil dieses Weib GOttes Stimme ist ungehorsam gewesen; Da ihr befohlen war / daß sie aufm Wege immer solte unaufgehalten forteilen / und ihr Angesichte nicht wider zurücke wenden. Nun war das Gebot dem Loth zwar geschehen; Aber es gehörte zugleich zu alle seine Reise-Gefährten. Ob nun gleich das arme Weib gleichsam erschrocken und bestürtzt / unn aus Mitleiden bewogen / zurücke geschauet hat; so hat sie dennoch ohne allen Zweiffel sehr grob gesündiget. Denn der Menschenschöpffer fodert billich von seinen Creaturen den Gehorsamb: Weil ER würdig ist daß man sich für Ihm fürchtet unnd scheuet. Und also hat GOtt ein Zeugniß seines Zorns wieder die Ungehorsamen Augenscheinlich stifften wollen gegen der gantzen Welt / in solcher ungewöhnlichen unnd greulichen Straffe. Im übrigen seynd dieses bescheidene Gedancken / daß solche Straffe nur leiblich gewesen / und der Seele nicht angegangen sey in Ewigkeit. Und daß dennoch des Loths seine Frau für GOtt sey selig geworden / und werde am Jüngsten Tage unter die seligen mitgezehlet werden: Weil man in der Historie etliche Zeichen ihrer Frömmigkeit[253] lieset: Als daß sie bey einem heiligen Manne gewohnet / der Sodomiten gottloses Wesen nicht gut geheissen / der Engel ihre Predigten mit Fleiß angehöret habe / und ihren Eheman nachgefolget ist ins Elend bey Hindansitzung aller ihrer Güter. In welcher Meynung der Herr Lutherus Sel. auch ist. 2. Daß GOtt mit diesem erschrecklichen und hellem Exempel / die gantze Christliche Kirche erinnern wollen / daß keiner bey seiner Bekehrung zu GOtt / bey der Bekantnuß der Göttlichen Warheit / und in der Erduldung aller Trübseligkeiten / sich nach anderē ummsehen solle: Sondern müsse Gott vor Augen haben welchem er gleichesweges folge: Und daß er sich zum jüngsten Tage mit seiner Gottsfürchtigkeit immer gefast halte; Es mögens gleich andere / grosse und kleine / Gelahrte unn Ungelahrte / weitobgelegene oder nahe Menschen / nach und mit thun oder nicht. Denn ein jedwederer muß für sich Rechenschafft geben für dem Richterstuel JEsu Christi. Und diese Ursache bringet der HErr Christus selber für Luc. 17. v. 32. Und ist also lauter Narrerey / was die Juden tichten / daß des Lots seine Fraw deßwegen in eine Saltz-Seule sey verwandelt worden; Weil sie ihrem Manne kein bißgen Saltz geben wollen / daß er den Engeln seinen Gästen hette können fürsetzen / die er beherberget[254] hatte. Es ist zu verwundern / wer ihnen die Fabel mag vorgeschwatzet haben. Weil kein Grümgen davon in der Bibel noch im Josepho, noch bey irgend einem andern glaubwürdigen Scribenten, davon auff zu bringen ist. Bißhieher der übersetzte D. Wigandus.

Quelle:
Praetorius, Johannes: Anthropodemus plutonicus. Das ist eine neue Welt-beschreibung [...] 1–2, Magdeburg 1666/67, S. 216-255.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Holz, Arno

Phantasus / Dafnis

Phantasus / Dafnis

Der lyrische Zyklus um den Sohn des Schlafes und seine Verwandlungskünste, die dem Menschen die Träume geben, ist eine Allegorie auf das Schaffen des Dichters.

178 Seiten, 9.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Sturm und Drang II. Sechs weitere Erzählungen

Geschichten aus dem Sturm und Drang II. Sechs weitere Erzählungen

Zwischen 1765 und 1785 geht ein Ruck durch die deutsche Literatur. Sehr junge Autoren lehnen sich auf gegen den belehrenden Charakter der - die damalige Geisteskultur beherrschenden - Aufklärung. Mit Fantasie und Gemütskraft stürmen und drängen sie gegen die Moralvorstellungen des Feudalsystems, setzen Gefühl vor Verstand und fordern die Selbstständigkeit des Originalgenies. Für den zweiten Band hat Michael Holzinger sechs weitere bewegende Erzählungen des Sturm und Drang ausgewählt.

424 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon