|
[59] 1.
Stirb Filidor/
Warum wilstu nicht willig sterben?
der Musen Chor
verspricht dir deines Nahmens Erben/
ob Florilis schon meinet/
daß niemand um dich weinet.
2.
Zwar Florilis
wird wegen deines Todes lachen/
Sie wird gewiß
sich lustig bey dem Sarge machen/
und auff dem Grabe singen
mit jauchzen und mit springen.
3.
Wird iemand denn
nach deinem Hinfall dein erwehnen/
wie/ wo und wenn:
so wird sie in der Grufft dich höhnen/
die abgefaulten Knochen
wird sie auch selbst bepochen.
4.
Doch denke nicht/
daß ich es dir wil/ Stolze/ schenken:[59]
ein bleich Gesicht/
das meinem gleichet/ soll dich kränken:
mein Geist soll um dich stehen/
und mit zu Bette gehen.
5.
Ein schweerer Traum
soll dich offt auß dem Schlaff' erwekken/
du glaubest kaum
wie ich alsdenn dich werd' erschrekken.
mit werffen und mit poltern
wil ich dein Leben foltern.
6.
Wird man auff dir
des Morgens blaue Flekken sehen/
sprich: daß von mir
zur Rache dieses sey geschehen.
wirstu einmal denn kranken
plag' ich dich mit Gedanken.
7.
Drum besser dich
dieweil es Zeit ist sich zu bessern.
Veriagstu mich
zu Acherontis Nebelwässern:
so hilfft alsdenn kein klagen/
wenn dich mein Geist wird plagen.
Des Zweiten Zehens Ende.
Buchempfehlung
In Paris ergötzt sich am 14. Juli 1789 ein adeliges Publikum an einer primitiven Schaupielinszenierung, die ihm suggeriert, »unter dem gefährlichsten Gesindel von Paris zu sitzen«. Als der reale Aufruhr der Revolution die Straßen von Paris erfasst, verschwimmen die Grenzen zwischen Spiel und Wirklichkeit. Für Schnitzler ungewöhnlich montiert der Autor im »grünen Kakadu« die Ebenen von Illusion und Wiklichkeit vor einer historischen Kulisse.
38 Seiten, 3.80 Euro