Psal. 128. Beati omnes qui

[676] Ein lere, Daß Gott denen die jn förchten in all jrem wesen seinen segen geben wölle.


1.

Wol dem, der lebt in Gottes forcht

nach seinem willen,

Auff rechtem weg seim wort gehorcht,

das zu erfüllen!

Dem wirt der HERRE gnug beschern

vnd sol sich nehrn

der arbeyt seiner hende.


2.

Es wirt sein weib gantz fruchtbar sein

vnd freundtlich leben,[676]

Gleich eim weinstock vol trauben fein

an schönen reben,

Vnd seine kind vmb seinen Tisch

frölich vnd frisch

gleich wie die Olizweige.


3.

Sih, also segnet Gott den man

der jm vertrawet,

Leßt jn keyn not noch mangel han,

wer auff jn bawet,

Vom HERRN wirt jm der segen schon,

auch auß Zion

wirt er sein ewig walten.


4.

Er wirt sehen groß glück vnd heyl

vber Isral,

Des HERREN gunst wirt jm zu theyl

mit freuden viel,

Daß Er sein gschlecht zu kindeskind

sein lebtag sind,

so wirt jn Gott erhalten.


5.

Dafür sol ewig danckbar sein

die Christlich gmein,

Gott Vatter in seim höchsten thron

vnd seinem Son,

Dem heylgen geyst vnd waren Gott,

der vns solchs hat

durchs Wort gwölt offenbaren.


Quelle:
Philipp Wackernagel: Das deutsche Kirchenlied von der ältesten Zeit bis zu Anfang des XVII. Jahrhunderts, Band 3, Leipzig 1874, S. 676-677.
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