Abstoßung und Anziehung

[4] Abstoßung und Anziehung. Zur Erklärung der rätselhaften Schwerkraft liegen beachtenswerte neuere Versuche vor.

Sahulka [3] führt nicht nur die Schwerkraft, sondern alle Naturkräfte auf den Stoß der Aethermoleküle zurück. Diese Moleküle bewegen sich nach ihm in allen möglichen Richtungen mit sehr großer Geschwindigkeit durch den Raum und kollidieren dabei mit den Molekülen der festen, flüssigen und luftförmigen Körper. Die Aethermoleküle werden nicht als masselos angenommen. – Während nun der Stoß zweier Aetherteilchen als vollkommen elastischer Stoß aufzufassen ist, haben wir uns den Stoß zwischen den Aetherteilchen und den Molekülen gewöhnlicher Körper als einen nicht vollkommen elastischen Stoß vorzufallen; dabei werden die Moleküle der Körper durch die anprallenden Aetherteilchen in erhöhte Bewegung versetzt, nehmen also Energie auf, die den Aetherteilchen entzogen wird. Sahulka leitet auf diesem Wege das Newtonsche Gravitationsgesetz in aller Strenge ab und gelangt weiter zu dem Schlusse, daß die Gravitation sich mit einer der des Lichts gleichen Geschwindigkeit durch den Weltraum fortpflanzt. – Auch Reppert [4] geht von den Stößen aus, die die von allen Seiten anprallenden Aetherteilchen auf die körperlichen Moleküle ausüben. Diese Stöße werden sich im allgemeinen aufheben. Befindet sich aber das feste Masseteilchen in der Nähe eines großen Weltkörpers, so wird durch diesen ein Teil der Aetherteilchen abgefangen. Die durch die übrigen Teilchen ausgeübten Stöße heben sich nun nicht mehr auf; sie erzeugen vielmehr eine Resultierende, die in die gerade Verbindungslinie des Massenteilchens mit dem Mittelpunkte des Weltkörpers fällt und nach diesem Mittelpunkte gerichtet ist.


Literatur: [1] Secchi, Die Einheit der Naturkräfte, Leipzig 1876. – [2] Isenkrahe, Das Rätsel der Schwerkraft, Braunschweig 1879. – [3] Sahulka, Erklärung der Gravitation, der Molekularkräfte, der Wärme, des Lichts, der magnetischen und elektrischen Erscheinungen aus gemeinsamer Ursache auf rein mechanischem, atomistischem Wege, Wien und Leipzig 1907. – [4] Reppert, Ueber die Ursache der Schwerkraft, München 1911.

F. Meisel.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 9 Stuttgart, Leipzig 1914., S. 4.
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