Achromasie [2]

[4] Achromasie. Es sind zwei Arten achromatischer Linsensysteme zu unterscheiden. Für jedes Linsensystem ist, wenn man seine Dicke nicht vernachlässigt, die Brennweite für eine gewisse Farbe der Abstand des Brennpunkts vom Hauptpunkte (s. Linse, Bd. 6, S. 170) für dieselbe Farbe.

Es gibt nun 1. achromatische Systeme, bei denen die Brennpunkte für zwei Farben, nicht aber die entsprechenden Hauptpunkte zusammenfallen, die beiden Brennweiten also verschieden sind, 2. achromatische Systeme, bei denen die Brennweiten für zwei verschiedene Farben gleich sind, aber weder die Brennpunkte noch die Hauptpunkte zusammenfallen. Bei den Systemen der ersten Art fallen die verschiedenfarbigen Bilder eines weißen, fernen Objektes in der Brennebene zusammen, sind aber nicht genau gleich groß, so daß sich farbige Säume bilden; bei den Systemen zweiter Art sind diese Bilder gleich groß, liegen aber nicht genau in demselben Punkte der optischen Achse. – Uebrigens können achromatische Linsen beider Arten auch aus einem Glasstücke hergestellt werden; freilich muß dann die Glasdicke so groß sein, daß die Sache praktisch bedeutungslos ist.


Literatur: [1] Czapski, Grundzüge der Theorie der optischen Instrumente von Abbe, 2. Aufl., herausgegeben von O. Eppenstein, Leipzig 1904. – [2] Müller-Pouillet, Lehrbuch der Physik und Meteorologie, 10. Aufl., herausgegeben von B. Pfaundler, 2. Bd., 1. Abt., Drittes Buch: Die Lehre von der strahlenden Energie (Optik) von O. Lummer, Braunschweig 1907. – [3] Meisel, Lehrbuch der Optik, 3. Aufl. v. Barfuß, Lehrbuch der Optik, Katoptrik und Dioptrik, Weimar 1889. – [4] Ders., Elemente der geometrischen Optik, Hannover 1908.

F. Meisel.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 9 Stuttgart, Leipzig 1914., S. 4.
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