Amide

[175] Amide, Säureamide, Verbindungen, die als Säuren aufzufassen, deren Säurehydroxyde sämtlich durch die einwertige Amidgruppe NH2 ersetzt oder als ein oder zwei Moleküle Ammoniak, worin ein bezw. zwei Wasserstoffatome durch ein Säureradikal (s. Radikaltheorie) vertreten sind.

Z.B.:


Amide

Sind in einem Moleküle Ammoniak zwei Atome Wasserstoff durch zwei einwertige oder ein zweiwertiges Säureradikal vertreten, so bezeichnet man die die zweiwertige Imidgruppe NH enthaltenden Verbindungen als Säureimide oder sekundäre Amide. Tertiäre Amide sind Verbindungen, bei denen in einem Molekül Ammoniak sämtlicher Wasserstoff durch einwertige Säureradikale ersetzt ist. Die Amide sind meist kristallisierbar, flüchtig, löslich in Alkohol und Aether, nur zum Teil löslich in Wasser. Sie stehen in ihrem chemischen Verhalten zwischen Basen und Säuren, die sowohl mit Säuren als mit Metalloxyden salzartige Verbindungen eingehen. Amidine sind Basen, die zu betrachten sind als primäre Säureamide, in denen das O-Atom der CO-Gruppe durch NH ersetzt ist:


Amide

Bujard.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 1 Stuttgart, Leipzig 1904., S. 175.
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