Reinigungsgruben

[402] Reinigungsgruben, auch Putz- oder Löschgruben, sind an den Enden durch Treppen zugängliche Vertiefungen innerhalb der Gleise zum Schmieren, Untersuchen und Reinigen der unteren, zwischen den Rädern liegenden Teile der Lokomotiven sowie zum Reinigen der Roste und Aschenkästen.

Gewöhnlich in Nebengleisen oder vor den Lokomotivschuppen oder auf Kohlenstationen neben den Kohlenladebühnen, seltener in Hauptgleisen, da, wo die Lokomotiven der Züge halten, beinahe immer in Verbindung mit einem Wasserkran, damit die Lokomotiven, während sie geschmiert und untersucht werden, Wasser und Kohlen fassen können (Technische Vereinbarungen §§ 46 und 62 [11]).

Die Herstellung geschieht wie die der Arbeitsgruben in den Lokomotivschuppen in Mauerwerk oder Beton, manchmal auch Wände aus Eisen auf Betonfundamenten. Gute Entwässerung ist Hauptsache. Die Länge der Gruben ist so zu bemessen, daß sie bei darüberstehender Lokomotive noch vorn und hinten zugänglich sind (bei Hauptbahnen zurzeit etwa 17 m); Tiefe der Gruben 0,6–1,0 m, gewöhnlich etwa 0,85 m unter Schienenunterkante. An[402] den Längswänden sind etwa 0,5 m unter Schienenoberkante Vorsprünge zweckmäßig, um in gespreizter Stellung leicht an die höhergelegenen Teile gelangen zu können. Die lichte Breite ist abhängig von der Spurweite, bei Vollspur (1,435 m) etwa 1,15 m (unterhalb der Vorsprünge 0,95 m). Die Sohle erhält entweder Quergefäll gegen die Mitte und Längsgefäll, oder besser, kein Längsgefäll aber Quergefäll von der Mitte nach beiden Seiten und an diesen Längsrinnen mit Gefäll gegen den Einfallschacht (s. die Figur). Letztere Anordnung hat gegenüber der ersteren den Vorteil, daß weniger Asche in den Einfallschacht gespült wird. Dieser soll deshalb entfernt von der Stelle, wo der Aschenkasten entleert wird, angelegt und dicht abgedeckt werden; ferner sollen die Abzugskanäle leicht gereinigt werden können.

H. Kübler.

Reinigungsgrube im Freien. Längenschnitt.
Reinigungsgrube im Freien. Längenschnitt.
Querschnitt c-d., Querschnitt a-b.
Querschnitt c-d., Querschnitt a-b.
Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 7 Stuttgart, Leipzig 1909., S. 402-403.
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