Ueber den wahren Verfasser, den Zweck und die Ausgaben der [285] Gesta Romanorum1.

Wenn irgend ein anonymes Werk des Mittelalters den Literarhistorikern und Bibliographen Schwierigkeiten in Bezug auf die Ermittelung seines Ursprungs gemacht hat, so sind es gewiß die Gesta Romanorum gewesen, ein Werk, welches nach Anfang der Buchdruckerkunst ungeheuer oft gedruckt, in sehr vielen Handschriften verbreitet und in Jedermanns Händen gewesen zu seyn scheint, allein in den ersten Decennien nach der Reformation sonderbarer Weise ganz in den Hintergrund gedrängt und in manchem seiner Exemplare vertilgt worden seyn mag, was die Seltenheit derselben im Widerspruche mit der großen Verbreitung desselben in früherer Zeit genugsam documentirt. Es ging dem Buche so, wie allen ähnlichen seiner Art, die donnernden, sich lediglich nur an das Wort der Schrift haltenden, alle andern Parabeln zurückweisenden Predigten der Reformatoren verdrängten die Predigtbücher und Exempelsammlungen des 14ten und 15ten Jahrhunderts, und wie diese blieben sie lediglich nur noch Eigenthum und Lectüre der Klöster, bis ihre Herrschaft auch hier theils aus äußern,[286] theils aus innern Gründen aufhörte und sie in die staubigen Fächer der Klosterbibliotheken verwiesen wurden, wo sie unberührt einer langen Ruhe genossen, bis die neuere Zeit, arm an originellen und wahrhaft poetischen Schöpfungen, sie aus ihrer Vergessenheit wieder hervorrief und ihrem schmucklosen, aber tiefsinnigen Inhalte Geschmack abgewann. Worin der Reiz dieses Buches liegt, läßt sich schwerlich mit Worten angeben, es enthält nur kurze Erzählungen ohne allen rednerischen Prunk, ohne den Putz weitläufiger Natur- und Menschenschilderungen, ohne lange Dialogen, ohne tragische Scenerie, kurz nichts von dem, was in unsern Tagen ein zur Unterhaltung bestimmtes Werk enthalten soll, und doch müssen diese kleinen, zuweilen kindisch scheinenden Geschichten Jeden anziehen, mag nun ihr Zauber in ihrer Naivität und Kindlichkeit, in ihrer frommen Einfalt oder zuweilen tiefsinnigen Mystik liegen. Dieß ist der Grund gewesen, warum eine Uebertragung dieses Buches in unsere Muttersprache wünschenswerth erschien, abgerechnet des hohen Interesses, welches dasselbe als Quelle so mancher romantischen Fictionen des Mittelalters hat, und es ist daher hier nur noch übrig, ganz kurz, wie es der enge Raum dieses Orts verstattet, Einiges über seine Entstehung hinzuzufügen.

Es ist von Anbeginn des Christenthums an Gewohnheit der Männer gewesen, welche andere Ungebildete in den Wahrheiten der Moral und Glaubenslehre desselben unterrichten wollten, sich zur Erleichterung des Verständnisses der Beispiele, Parabeln und Allegorieen zu bedienen, wie schon unser Herr und Heiland Jesus Christus gethan hat. Diese Sitte erhielt sich die ganzen Jahrhunderte des Mittelalters hindurch, wie sich aus den Schriften sämmtlicher Kirchenlehrer, die Moral und Sittenlehre zur Aufgabe ihrer literarischen Thätigkeit machten, ergiebt, und war, was man auch[287] aus verkehrtem Parteihaß dagegen einwenden mag, eine nützliche und heilbringende, indem sie bei dem ungebildeten Laien natürlich oft von weit durchgreifenderem Erfolge war, als es die schärfste Logik und Beredsamkeit ohne dieselbe gewesen seyn würde. Ein solches Beispiel findet sich bereits bei Vincent. Bellov. Spec. Hist. IV. 8., wo eine Aesopische Fabel als in eine Predigt verwebt vorkommt. Später scheint freilich diese Gewohnheit profane Beispiele in Homilien und Sermonen anzubringen, vorzüglich als seit den Kreuzzügen orientalische Fictionen nach Europa drangen, mehr und mehr überhand genommen zu haben, und so kam es denn, daß nicht blos eine große Anzahl von Predigern ihren Reden dergleichen Apologen und Parabeln einverleibten, sondern auch geradezu Beispielsammlungen zum Gebrauch derselben verfertigt wurden. Doch kann man alle diese Arbeiten in zwei Klassen scheiden, nehmlich:

α) in solche Sammlungen von Beispielen, welche nur zum practischen Gebrauche für Prediger angelegt waren, und

β) in solche, welche eine unterhaltende und belehrende Privatlectüre der Mönche für sich oder zum Vorlesen in den Refectorien bestimmt waren.

In die erste Classe gehören nun offenbar die unter dem Namen des Discipuli bekannten Predigten Herolds2, die Summa praedicantium des Johann Bromyard3,[288] die Sermonen des Guilielmus Hilacensis4, des Stephan Baron5, und der spätern französischen Kanzelredner Menot6, Maillard7, Raulin8, Ferrerius9, Pierre de Boves10 u.A., zu denen man auch den bekannten Barletta11 rechnen kann. In die zweite gehören des Petrus Berchorius Reduetorium morale12, des Thomas von Cantimpré Apiarius13, das Speculum exemplorum14,[289] der Dialogus creaturarum15, die Gesta Romanorum, die Legenda aurea16, die Moralisationen über Ovids Metamorphoses17, des Petrus Alphonsus Disciplina clericalis18, des Hugo von Ceriton Parabolae und Brutarium19, des Hugues Farsit und Gautier de Coincy Contes Devots20, des Robert Holcot Moralisationes historiarum (c. Thom. Aquin. Sup. Evangel. Paris. 1510. 8.)21, des Johannes Nyder Formicarius (Argent. 1517. 4. Duaci 1602. 8.)22 u.A., wiewohl auch diese den Predigern hin u. wieder als Beispielsammlung gedient haben mögen, da z.B. Schelhorn Amoen. Eccles. T. l. p. 807. v. einer Hdschr. d. Gesta Rom. v. 1499, die er besaß, erzählt, daß an dem Rande der einzelnen Erzählungen von ihren früheren Besitzern bemerkt sey, wann sie dieselben in ihre Predigten aufgenommen hätten. Freilich mag allerdings vorzüglich von den herumziehenden Predigern der Dominicaner und Capuziner hier wohl des Guten zu viel gethan worden seyn, sonst hätte Erasmus in seinem Laus stultitiae. Basil. 1780. 8. p. 261. nicht sagen können: »Hic mihi stultam aliquam et indoctam fabulam ex speculo opinor historali aut Gestis Romanorum in medium adferunt et eandem interpretantur allegorice, tropologice et anagogice.« Dieß[290] war der Grund, warum auch das Volk zuletzt den Geschmack an solchen Predigten verlor, zumal da sich leider manche dieser öffentlichen Redner durch unanständige Erzählungen beinahe bis zu Possenreißern erniedrigten und die Würde ihres Amtes und ihre Aufgabe gänzlich verkannten. In Italien blieb indessen diese Sitte bis auf die neueste Zeit, und Grosley Observat. on Italy. T. II. p. 108. erzählt (nach Douce T. II. p. 343.) selbst noch ein Beispiel davon. Allerdings gehörte ein ziemlich richtiger Takt dazu, aus einer leider, wie im Specul. Exemplorum, theilweise ganz ohne Auswahl zusammengesetzten Sammlung von Beispielen immer das Richtige zu treffen und nicht durch unpassende Wahl seinem Zwecke selbst Eintrag zu thun. Dieß konnte jedoch in den ältern Arbeiten dieser Art, wie eben die Gesta, die Disciplina clericalis u.a. dergl. sind, nicht geschehen, und daher die weitere und häufigere Verbreitung derselben.

Die Wichtigkeit des Buches hat nun aber Veranlassung gegeben, eine Untersuchung anzustellen, wer denn der eigentliche Verfasser desselben seyn möge, und man hat sich daher bisher begnügt, da alle nähern Angaben oder Hinweisungen theils im Buche selbst, theils bei andern Schriftstellern, welche sie citiren, zu fehlen schienen, nach Warton History of Engl. poetry T. I. p. CC. sq. (ed. I. p. LXXXVI.) den Petrus Berchorius als den Verfasser derselben anzusehen. Dazu ist aber kein anderer Grund vorhanden gewesen, als daß Salomon Glaß, der bekannte Theolog, in seiner 1623 geschriebenen Philologia Sacra (ed. III. Frcft. et Hamburg 1653, 4.) L. II. P.I. Tract. II. Sect. III. Artic. VIII. p. 312. bemerkt hat:

»Hoc in studio excelluit quidam Petrus Berchorius, Pictaviensis, ordinis divi Benedicti, qui peculiari libro, Gesta Romanorum, nec non Legendas Patrum,[291] aliasque aniles fabulas, allegorice ac mystice exposuit.« Außerdem hat Warton, da er merkte, wie vag im Ganzen sein Anhaltepunct sey, da doch eigentlich dieses Citat auf gar nichts Reellem beruht, noch folgende innere Gründe beigebracht:

α) Aehnlichkeit des Reductorium super bibliam und der Gesta im Inhalte.

β) Aehnlichkeit des Titels23.

γ) Wiederfinden von vier Geschichten der Gesta in des Berchorius Repertorium morale, nehmlich aus den Gest. c. 158. die Geschichte vom Pallas = Repert. XIV. 49. f. 643., wo aber eine Chronica citirt und die Auffindung unter Heinrich II. gesetzt ist; die Geschichte von dem unterirdischen Palast, Gest. c. CVII. = Repert. XIV. 72. f. 689., wo Guilielmus Malmesbur. als Gewährsmann citirt ist, die Geschichte von dem Englischen Ritter c. CLV. der Gesta = Repert. XIV. f. 610., wo Gervasius Tilburiensis als Quelle genannt wird, und endlich Gest. c. LXI. von dem wunderbaren Horn = Repert. l.l.f. 610. gleichfalls nach Gervas. Tilbur. Hierbei ist auch hier jedesmal eine Moralisatio mit den Anfangsworten Carissimi, wie in d. Gesta beigefügt.

δ) Daß Berchorius auch hdschr. hinterlassen hat: einen Commentarius moralis s. Allegoriae in libros quindecim[292] Ovidii Metamorphoseon (s. Oudin Comment. de script. eccl. T. III. p. 1064.) und

ε) daß er in seinem Diction. Moral. P. III. Vol. II. f. 274. sich auf seine Uebersetzung des Livius ins Französische (über diese s. Paulin Paris Manuscr. franc. de la bibl. du Roi T. II. p. 285–293. 1. p. 32–39.) beruft, wozu man noch fügen kann

ζ) gemeinschaftliche Citate aus Plinius, Seneca, Solinus und Gervasius,

η) übereinstimmende Lebenszeit beider Autoren. Denn Petrus Berchorius starb als Prior einer Benedictinerabtei 1362 zu Paris, und der jüngste in der Gest. Rom. citirte Schriftsteller (cap. 145.) ist Albertus Stadensis, wie Swan u. Warton glauben, nicht, sondern A.d. Große † 1280., weshalb Tyrwhitt's zu Chaucer Canterb. Tales T. IV. p. 331. gemachte Vermuthung, daß die Gesta Romanorum ins 12te oder Anfang des 13ten Jahrhunderts fallen, sich von selbst erledigt.

Nichts destoweniger hat aber trotz diesen anscheinend wichtigen Gründen bereits Douce Illustr. of Shakespeare T. II. p. 351. sq. denselben folgende andere entgegengestellt:

α) es konnte ein anderer Schriftsteller dem Berchorius, oder umgekehrt Berchorius dem Verfasser der Gesta nachahmen;

β) die vier bei Berchorius vorkommenden Geschichten aus den Gest. Rom. sind anders erzählt und anders moralisirt. Ich füge noch hinzu, daß ja auch andere Schriftsteller von einander Geschichten entlehnen, ebenso der Dialogus Creaturarum aus den Gestis, und es darum noch Niemandem eingefallen ist, erstern für ein Werk des Verfassers des letztern anzusehen;

γ) der Name des Berchorius findet sich in keiner Hdschr. als Verfasser der Gesta angegeben.

[293] δ) Berchorius gedenkt dieser seiner angeblichen Arbeit weder in der Vorrede zum Reductorium noch zu seiner französischen Uebersetzung des Livius (s. P. Paris l.l. T. I. p. 33.);

ε) es finden sich durchaus keine Gallicismen in den Gestis. (s. aber unten p. 302.)

ζ) werden häufig deutsche Quellen erwähnt, Cäsarius, Albertus Magnus, selbst Gervasius von Tilbury schrieben in Deutschland, (was jedoch gegen Berchorius nichts beweisen würde). Aber auch von England ist oft die Rede z.B. c. 154. 155. 161. 162. 172.

η) in der Moralisatio zu cap. 144. findet sich in den meisten Ausgaben ein deutsches Sprichwort (p. 225. l. 10. ed. Keller heißt es: »vulgariter der weuel will fliegen hohe als der are, aquila«. In meiner Ausg. dagegen s. 1. (Norimberg) 1494. 8. f. LXXX. col. b. »Tercium corabola vulgariter die schnock vil flyegen also hoch als der adler. Ideo etc.«) und c. 142. finden sich deutsche Hundenamen: Richer, Emuleym, Hanegiff, Bandyn, Crismel, Egofyn, Beamis und Reuelin, wozu in der Moralisatio noch ein Belyn kommt.

ϑ) Die ältesten Ausgaben der Gesta sind in Deutschland gemacht. Ich füge hinzu, daß

ι) Conrad v. Ammenhusen schon 1357. viele Geschichten aus d. Gestis in s. Schachzabelbuch auf nahm (s. Maßmann G.d. Schachsp. p. 109.)

Man sieht demnach, daß sich auch gegen die innern Gründe Warton's Manches einwenden läßt, wenn man nur will, allein dem Schreiber dieses scheint es aufbehalten zu seyn, zu zeigen, wie alle diese an sich schon unnütz sind, da die ganze Annahme Wartons über Petrus Berchorius nur auf einem Mißverständnis beruht. Offenbar hat der gelehrte Literarhistoriker die Worte des Glassius[294] ganz falsch verstanden und den Gebrauch des necnon ganz übersehen. Denn was kann denn jene Stelle: »Hoc in studio excelluit quidam Petrus Berchorius, Pictaviensis, ordinis divi Benedicti, qui peculiari libro Gesta Romanorum, necnon Legendas Patrum, aliasque aniles fabulas allegorice ac mystice exposuit.«

anders bedeuten, als:


»in diesem Studium zeichnete sich auch ein gewisser Petrus Berchorius aus Poitou, eine Benedictiner, aus, der in einem besondern Buche die Thaten der Römer, so wie die Legenden der Väter, und andere dergleichen Ammenmährchen allegorisch und mystisch erklärt hat.«


Denn erstlich muß sich necnon, das hier doch wie überall = et, etiam ist, auf etwas schon Vorausgegangenes beziehen, was gerade zu unmöglich ist, wenn man Gesta Romanorum als Apposition zu peculiari libro ansieht, wo es dann gar keinen Sinn hat und überflüssig ist, zweitens hätte Glassius in diesem Falle entweder gesagt libro, gestis Romanorum, oder libro de gestis Romanorum, und drittens ist ja eben jenes liber peculiaris sein Reductorium super bibliam, das ihm doch auf alle Fälle eher eine Stelle unter den Schrifterklärern sichert, als jene Gesta romanorum, die dem Glassius doch auf alle Fälle hier viel ferner lagen, wenn jener sie auch wirklich verfaßt hätte, und ein Buch sind, welches nur ganz entfernt einige Bibelstellen zu erklären sucht. Die Ursache des ganzen Mißverständnisses ist offenbar der Ausdruck »Gesta Romanorum«, dessen sich Glassius bedient hat; hätte er geschrieben: res gestas Romanorum, so würde es auf jeden Fall Warton nicht eingefallen seyn, auf diese vage Notiz hin dieses Buch dem Berchorius zuzuschreiben. Umgedreht nennt unsere Gesta Neander Orb. terrae p. 47. wirklich Historia Romana.[295]

Allein es ist noch ein anderer eben so wichtiger Grund übrig, diese Annahme von uns zu weisen, nehmlich der, daß wirklich der Verfasser, oder vielmehr der Compilator dieses Buches von einem Nachahmer der Gesta citirt wird und zwar von dem anonymen Verfasser des Dialogus creaturarum. Dieser, der Mehreres aus ihnen entnommen hat, (s.o. unt. d. Anmerk.) spricht c. 68. dialogus de pigorda et alieto also:


»Habebant enim antiqui principes affectum erga inferiores sicut luculenter exprimitur in eorum gestis. Unde Elimandus in Gestis Romanorum narrat de trajano qui cum adscendisset ad bellum festinanter, quaedam vidua flebiliter occurrit dicens: obsecro, ut sanguinem filii mei innocentis perempti vindicare digneris. Cumque Trajanus, si sanus reverteretur, vindicare testaretur, vidua dixit: et quis mihi hoc praestabit, si tu in proelio interibis. Respondit, qui post me imperabit; cui vidua: et tibi quid proderit, si alter mihi justitiam fecerit? Et Trajanus: utique nihil. Cui vidua: nonne, inquit, tibi melius est, ut tu mihi justiciam facias et per hoc mercedem accipias, quam alteri hanc transmittas. Tunc Trajanus pietate commotus de equo descendit et innocentis sanguinem vindicavit. Idem dum quidam filius Trojani per urbem equitando nimis lascive discurreret, filium cujusdam viduae interemit. Quod cum Trajano vidua lacrimabiliter exponeret, ipsum suum filium, qui hoc fecerat, viduae loco filii sui defuncti tradidit et magnifice ipsum dotavit.«


Offenbar wird hier der Verfasser unseres Buchs Elimandus genannt und würde nur der Einwurf gemacht[296] werden können, daß diese Geschichte in unsern Gestis nicht mehr vorkomme, allein:

α) werden nicht blos in diesem Dialog. creatur. mehrere Geschichten aus den Gestis citirt, die man jetzt vergeblich darin suchen würde, (z.B. c. 38. heißt es: »Legitur in Gestis Romanorum quod Augustus cesar minimi cibi erat, panem et pisciculos minutos et caseum bubulinum manu pressum et ficus appetebat vescebaturque quocunque loco et tempore, quodcunque stomachus desiderasset. Et non solum continentia gulae vigebat in viris, sed etiam in feminis solita fuit, ne in aliquod dedecus prolaberentur: quia vicina sunt sibi venter et genitalia. Dicit Augustinus: venter mare aestuans cito despumat in libidinem.« – c. 64.: »Prout de libertate Titi imperatoris scribitur in Gestis romanorum, qui statuerat, ne accidentem ad eum postulandi gratia sine spe habendi dimitterent. Et interrogantibus amicis suis cum plura polliceretur, quam praestare posset, responditque, ideo quia non oportet quemquam a sermone principis tristem discedere. Item legitur de Trajano in Gestis Romanorum quod cum arguerent eum amici, quod in omnes ultra quam imperatorem deceret, esset communis, scilicet de condescendendo omnibus, respondit Trajanus, se velle esse ad omnes talem, qualem quisque optasset eum invenire), sondern auch anderwärts, wie z.B. Chaucer seine Man of lawes tale aus denselben genommen zu haben gesteht, indem er sagt (Works ed. Urry p. 49. unb bei Anderson British Poets. T. I. p. 50.): In the old Romane gestes men my find Maurices life, i bere it not in mind, obgleich wir heut zu Tage diese alte Quelle des englischen versificirten Romans Emare (s. darüber[297] meine Allgem. Lit. Gesch. Bd. III. 1., p. 284. sq.) nicht mehr darin entdecken können.

β) als findet sich auch gerade diese unter des Elimandus Namen citirte Geschichte in dem Buche, aus welchem mehrere andere Erzählungen in die Gesta übergegangen sind, nehmlich im Dolopathos (in den Extraits p. 225. sq.), wie sich aus der Analyse v. Loiseleur Deslongchamps Essai a.a.O. p. 131. sq. ergeben wird: Il y eut jadis à Rome un roi puissant, qui attaqué par ses ennemis, assembla tous ses vasseaux et se mit en marche pour defendre ses états. Il était accompagné de son jeune fils qui chevauchait, ayant un autour sur le poing. L'armée passa devant la maison d'une femme veuve et très pauvre; elle n'avait qu'un fils qui le nourrissait de son labeur. Ce dernier possédait une seule poule, qu'il aimait beaucoup. Le fils du roi ayant perçu la poule qui cherchait sa pâture, lança son autour sur cette proie qui fut bientôt saisie par l'oiseau carnassier. Le fils de la veuve craignant pour la vie de sa poule, tua l'autour. Le fils du roi eu fut tellement irrité, qu'il tira son épée et fendit la tête au fils de la veuve. Celli-ci voyant son enfant mort, courut près du roi et navré de la plus affreuse douleur, elle demanda vengeance: Je n'avais que lui, dit-elle, tu dois m'écouter. Le roi fut juste et débonnaire, il répondit: Je marche contre mes ennemis et j'ai dans ce moment beaucoup d'affaires; si tu veux attendre mon retour, je te promets une bonne justice. – Et si tu ne reviens pas, repliqua la veuve, qui me la fera? Mon successeur, dit le roi. Mais la veuve reprit: Il n'aura cure des malheurs advenus sous ton règne; rends-moi justice à l'instant; Dieu t'en saura gré, car[298] je suis veuve et pauvre. Le roi s'arrêta donc et quand il sut que son fils était le coupable, il dit à la veuve: Ton fils était ton seul appuis, si tu veux, je te donnerai le mien ou je le condamnerai à mourir. La veuve ayant réfléchie qu'en prennant la vie du jeune prince, elle ne rendrait pas son fils à l'existence, consentit à rester près du roi qui la combla de bienfaits.«

γ) stimmen die im Dial. creatur. aus den Gestis Rom. unter u citirten, aber jetzt nicht mehr in denselben aufzufindenden Geschichten so ganz mit der Fassung und Haltung der noch vorhandenen, daß kein Zweifel seyn kann, daß sie ursprünglich einer und derselben Arbeit angehört haben.

Hieraus folgt, daß, da, wie ich oben bewiesen zu haben glaube, die ganze Annahme über des Berchorius Verfasserschaft lediglich auf einem Mißverständnisse beruht, wir bei diesem Elimandus als Verfasser oder Compilator der Gesta stehen bleiben müssen. Wer dieser Mann gewesen ist, wissen wir freilich nicht, allein vermuthlich war er ein Mönch und zwar entweder ein Deutscher oder ein Engländer, wie sich aus einigen Anglicismen, auf die ich gleich kommen werde, ergiebt. Man könnte jedoch seinen Namen Elimandus für corrumpirt aus Helinandus annehmen, umsomehr als auch dieser im Dialog. Creatur. an einer andern Stelle citirt wird (Dial. 62. heißt es: »ut narrat elynandus historiographus de Julio: qui cum de senatore creatus esset imperator et obsecrante senatu ut filium suum augustum cesarem secum nominaret, ait: sufficere numquid debet, ut ego ipse invitus regnaverim, cum non meruerim? principatus enim non sanguini debetur sed meritis«) und diese Stelle eben so fabelhaft klingt, als[299] die übrigen aus den Gestis Rom., ebenso die Geschichte verdreht, wie diese, und endlich in seiner Chronica nicht vorkommt, also aus einem andern Buche desselben genommen worden seyn muß, endlich auch dem Helinand am Meisten die Sammlung derartiger Mährchen und Legenden, so wie solcher fabelhafter Geschichten zuzutrauen seyn dürfte, da er dergleichen sogar eine Menge in seine Chronik eingerückt hat, allein dem widerspräche nur, wenn cap. 145. Albertus Stadensis citirt wäre, der bekanntlich seine Chronik 1256 ab schloß, indem Helinandus bereits 1227 starb. Doch könnte man auch hier aus i) p. 293. annehmen, daß eben diese Geschichte erst später interpolirt und hinzugefügt sey, zumal da bekanntlich die ältesten Handschriften und Ausgaben weit weniger Capitel enthalten (in der Ausg. v. 1473. nur 152), und müßte sich dieses durch ein Vergleichen derselben, welches dem neuen Herausgeber, dem gelehrten H. Professor Keller vorbehalten seyn dürfte, da es hier weder der Raum noch der Zweck dieses Buches gestattet, ermitteln lassen. Es könnte zugleich cap. 97. mit als ein, wenn auch schwacher Beweis für ihn angeführt werden, wo der Verfasser sich auf ein anderes Buch Chronica bezieht, welches das eigentliche Werk des Helinand sein könnte. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, daß erstlich unsere Gesta, wie wir sie jetzt vor uns haben, durchaus als eine Compilation, oder doch wenigstens als ein mit mancherlei spätern Aggregaten, Zusätzen und Interpolationen versehenes Werk erscheinen, denn c. 19., 35., 39. u. c. 95. ist geradezu auf ein älteres Werk unter demselben Titel durch das Citat: legitur in Gestis Romanorum hingewiesen, und zweitens nicht Albertus Stad., sondern Magnus a. jen. St. gemeint ist. Es würden sich demnach folgende Punkte für den Ursprung des Buches feststellen lassen:[300]


»der eigentliche Verfasser, wahrscheinlich der Mönch Helinand, hat zwar ein solches Mährchen- und Legendenbuch unter dem Titel Gesta Romanorum abgefaßt, allein dasselbe liegt jetzt in einer vielfach interpolirten und veränderten Gestalt vor uns.«


Dafür spricht aber:

α) die große Verschiedenheit der Handschriften und Ausgaben von einander, die sich theils in den einzelnen Worten und Sätzen, theils aber auch in Hinzufügung oder Weglassung dieser oder jener Geschichte in einer oder der andern ausspricht.

γ) die angebliche Existenz zweier von einander ganz unabhängigen Redactionen der Gesta, von denen die eine nur in einer in England vorhandenen englischen Uebersetzung oder Version in 101 Capiteln vorliege (bekanntlich theilen Douce T. II. p. 366–422. und Swan T. I. p. LIX sq. d. abweich. Gesch. mit.). Denn weit entfernt anzunehmen, daß dieses wirklich zwei verschiedene Werke sind, glaube ich vielmehr, daß sowohl die englische Redaction, als auch die deutschen Gesta, mögen sie nun in Versen oder in Prosa verfaßt seyn, sich eher dem ursprünglichen Originale nähern und aus diesem übersetzt sind, die lateinischen Gesta aber die meisten Zusätze erfahren haben, wenn auch auf der andern Seite zugegeben werden muß, daß auf die beiden übrigen Redactionen das Buch der 7 weisen Meister einen größern Einfluß ausgeübt hat. Daß übrigens die englischen Gesta gewiß keine bloße Nachahmung der lateinischen sind, wie Douce T. II. p. 363. annimmt, folgt schon aus der Uebereinstimmung von beinahe fünf Sechstheilen derselben mit andern Erzählungen der lateinischen und deutschen Gesta, so daß, wenn man jene für eine bloße Nachahmung der lateinischen erklären wollte, dasselbe[301] auch von den deutschen Gestis gesagt werden müßte, die auch theils eine Partie anderer in den lateinischen nicht vorhandenen Erzählungen enthalten, theils einzelne anders erzählen, theils endlich, was vorzüglich bei den aus der Grimmschen Handschrift mitgetheilten der Fall ist, wieder mit mehreren der englischen Redaction eigenthümlichen Erzählungen stimmen, also wieder für eine Nachahmung dieser oder umgekehrt angesehen werden müßten. Darum scheint mir auch Dunlop Hist. of fiction T. II. p. 142 bis 152. das Richtige getroffen zu haben, der die englische Redaction nicht für eine Nachahmung, sondern nur für eine kürzere Redaction des lateinischen Werkes erklärt (s.a. Dibdin Bibliogr. Decam. T. I. p. CCI. sq.).

Es bleibt nur noch übrig, einige Worte über die Latinität dieses Buches zu sagen, weil Douce a.a.O. hieraus auf das Vaterland des Verfassers schließen zu können gemeint hat, da auf eine sonderbare Notiz bei Reiffenberg Introd. zu Ph. Mouskes. T. I. p. CLXXXII. »L'auteur du Renard contrefait, posterieur à l'an 1314 Martin Franc, qui au XVe siècle rima le Champion des dames et les Gesta Romanorum etc.« aus Mangel an weitern Beweisen doch wohl nichts zu geben seyn dürfte, wenn sich seine Autorschaft nicht vielleicht gar nur entweder auf eine versificirte oder prosaische Uebersetzung derselben in französischer Sprache beziehen soll. Der ganze Styl des Buchs ist ein höchst erbärmliches Mönchslatein, bei welchem jedoch noch folgende Eigenheiten, die ich aus einer Menge von Beispielen auswähle, hervortreten:

1) Fast immer ist die deutsche Partikel »daß, damit« durch quod übersetzt, von ut finden sich dagegen nur wenig Beispiele, z.B. c. 66., 80., 119. Hier könnte man nun an einen Gallicismus, entstanden durch die[302] falsche Version der Absichtspartikel que denken, zumal da sich auch keine Beispiele vom Accus. c. Infinitivo vorfinden, gerade wie im Französischen und Deutschen, welcher letztern Sprache auch Constructionen wie c. 12 »in tantum quod videbatur ei, nisi sitim extingueret, moreretur«; c. 92.: et dixerunt: si occideretur masculus, vir moreretur; et si occieerdtur serpens femella, uxor moreretur; c. 150.: Plinius narrat, quod sit quaedam terra etc.; c. 151.: ei proposuit quomodo in lepram incurreret si eam cognosceret, offenbar entnommen sind. Uebrigens steht auch oft z.B. c. 60. und c. 80 zu Anfange, wie im Französischen beim Gebrauch des Imparfait in der oratio obliqua der Indicativus, wo nach dem Deutschen und Lateinischen der Conjunctivus gesetzt werden sollte.

2) sind offenbar Germanismen: c. 1.: currebat post eam; c. 13.: habeo tibi aliqua secreta dicere; c. 56. quidam princeps erat, qui multum delectabatur venari unb domine deus; c. 57.: morte mori; c. 60.: habilis in currendo unb ludere cum pila; c. 65.: rex semel de una civitate in aliam transitum fecerat; c. 66.: foras exivit unb sedebat in platea juxta istud: in sudore vultus tui; c. 71.: robustus in corpore; c. 72.: si securus essem quod; c. 76.: de quacunque infirmitate curabant; c. 78.: cum quo pulchram prolem habebat; c. 79.: si – circa collum domini mei pedes ponerem; c. 80.: ad quandam aquam veniebant – pro tunc mortem non meruit; c. 119.: cordam permitte descendere.

3) Anglicismen c. 4.: in virum habere; c. 7.: in haeredem accipere; c. 29.: pro lege statuit; c. 28.: mitte pro illo juvene; so auch c. 81.: miserunt pro milite; c. 69.: carpentarius; c. 75.: quas tribus ducibus[303] maritavit; c. 76.: respiciens a longe; c. 80.: lecti ornati pro angelo et eremita; c. 115.: foresta ebenso 119. u. applausum ei fecit; c. 124.: a quo feudatus erat; c. 132.: physicus; c. 146.: galea.

4) Gallicismen: c. 6.: der Gebrauch von quando (= quand) in: quando prius dixisti; c. 10.: fecit fieri duos annulos; c. 13.: per brachium eam accipit; c. 54.: Imperator Fridericus unam portam marmoream construxit; c. 56.: in mensa collocari fecit; c. 73.: solidus; c. 76.: super mensam posuit; c. 80.: miles omnia necessaria propter Dei amorem ei dedit et non habuit nisi etc. – ad Deum vos recommendo; c. 118.: interrogavit si aliquis fidelis ibi maneret; c. 59. ribaldus.

Man wird also hieraus erkennen, daß es unmöglich ist aus den hier und da vorkommenden Idiotismen auf ein bestimmtes Vaterland des Verfassers zu schließen, wenn allerdings auch die meisten Stellen und Constructionen auf Deutschland als solches hinweisen, um so mehr als die oben p. 292 sq. mitgetheilten Stellen gerade dieser Sprache angehören. Indessen könnten aber eben diese so verschieden vorkommenden Gallicismen, Anglicismen und Germanismen für meine oben geäußerte Vermuthung hinsichtlich der Interpolation und Ergänzung der alten Gesta in verschiedenen Ländern sprechen, zumal da auch die Moralisationes oft ganz verschieden in den Handschriften aussehen und von ganz verschiedenen Leuten gemacht zu seyn scheinen, wie es z.B. c. 156. vom Schachspiele der Fall ist, wo die Texte ganz von ein ander abweichen, da hier gerade dem Vorleser oder Erklärer der meiste Spielraum gelassen war, wie denn auch oben p. 292. sq. in dem mitgetheilten Deutschen Sprichworte, wie man sieht, eine bedeutende Variante[304] vorliegt. Endlich spricht noch der Umstand dafür, daß die englischen Gesta gar keine Moralisation haben, woraus man sieht, daß dieselben dort mehr zur erbaulichen Unterhaltung als zur mystischen Exempelsammlung dienen sollten, was sich dort recht gut durch die zeitiger als bei uns auftauchenden Vorläufer der Reformation erklären läßt. Aus diesem Grunde sind sie auch von mir bei dieser Uebersetzung weggelassen worden. Schließlich bemerke ich noch, daß die sonderbaren Verdrehungen von antiken Namen und historischen Ereignissen nicht nothwendig für ein Zeichen der Unwissenheit ihres Compilators zu halten sind, sondern theils den Abschreibern gehören mögen, theils vielleicht absichtlich vorgenommen sind, um alte Begebenheiten dem gläubigen Laien mehr mundrecht und schmackhaft zu machen, theils endlich wirklich im Munde des Volks, aus dem doch die meisten Erzählungen recipirt zu seyn scheinen, also verändert und beinahe nicht mehr wieder zu erkennen, herumgetragen wurden. Ebenso ist es mit den Citaten, die sich oft nicht mehr wiederfinden lassen: hier gilt dasselbe, was man von vielen Büchern des Mittelalters sagen kann, sie citirten entweder nach schlechten Handschriften, w. z.B. den Plinius, oder hatten wirklich antike Schriften vor sich, die jetzt verloren sind, oder citirten absichtlich falsch, um ihren Berichten durch den Namen eines tüchtigen Gewährsmanns mehr Gewicht zu geben. Letzteres war endlich gewiß der Fall in Bezug auf den Titel, denn obgleich Warton T. I. p. CXLII. sq. mehrere ältere Arbeiten anzieht, die den Namen Gesta Romanorum führen, so scheint es mir doch ausgemacht, daß man unter dem Namen der Geschichte der Römer, eines Volkes, welches auch im Mittelalter noch Interesse genug erregte, um es wünschenswerth[305] zu machen, seine Geschichte und Thaten kennen zu lernen, mystische und den katholischen Glauben unterstützen sollende Erzählungen unter die Geistlichen und gebildeten Laien einführen und verbreiten wollte.

Aeltere Untersuchungen, durch die aber die unsrigen nicht gefördert wurden und die sich mehr auf den Inhalt der Gesta beziehen, finden sich bei Schelhorn Amoen. Eccles. T. II. p. 796. sq. Götze Samml. auserles. Kanzelred. Magdeb. 1570. Bd. I. Vorr. p. 21–40. Schuler Gesch. d. Geschmacks in Predigt. Bd. I. p. 32. sq. Gemeiner Nachr. v.d. Regensburg. Stadtbibl. p. 184. sq. Dronke Beitr. z. Bibliographie. Coblenz 1837. H.I. p. 113–115. Gervinus Gesch. d. deutsch. Nat. Poes. Bd. II. p. 166. sq. Lessing Werke Bd. XXVII. p. 58. u. Leben Bd. III. p. 127–130. Eschenburg Shakespeare Bd. XIII. p. 404. u. Neue. Liter. Anzeig. 1807. p. 139. sq. Koch Compend. II. p. 273.

1

Ich enthalte mich des kleinen mir zugemessenen Raumes wegen auch hier, wie bei den Anmerkungen, wo ich immer nur die erste Quelle oder erste Nachahmung mit Uebergehung aller weitern Verarbeitungen der einzelnen Sagen angeführt habe, alles unnützen Citatenapparats, führe daher S. 287. sq. bei der Aufzählung der den Gestis ähnlichen Schriften nur immer eine Ausgabe an, alles Weitere der Ausführung in meiner Allgem. Liter. Geschichte überlassend. Ebenso bleiben natürlich alle Untersuchungen etc. über die Handschriften weg.

2

Johannes Herolt lebte um 1470 zu Basel, s. meine Lit. Gesch. Bd. II. 2. p. 169. Warton T. I., p. CCIV. sq. seine (Discipuli) Sermones de Sanctis et tempore cum exemplorum promtuario ac miraculis B. Virginis. s.l. et a. Hagen. 1512. fol.

3

Professor der Theologie zu Cambridge † 1410. s. meine Lit. Gesch. Bd. II. 2. p. 166. sq. Seine Summa praedicatorum s.l. et a. fol.

4

Ein englischer Prediger und Minorit um 1469. (s. Pitseus de Scr. Angl. p. 856.) Seine Sermones in orationem dominicam. Paris. 1494. 12.

5

Minorit unter Heinrich VIII. in England (s. Douce T. II. p. 342.). Seine Sermones quadragesimales. Wynkyn de Worde s.l. et a. fol. Paris. s.a. fol.

6

Michel Menot, Capuziner und Prediger † 1518 zu Paris, aber bereits unter Ludwig XI. thätig. Seine Sermones quadragesimales olim (1518.) Turonis declamat. Paris 1519. 1525. 8.

7

Olivier Maillard, Doctor der Sorbonne, berühmter Theolog und Prediger zu Paris, 1502 b. Toulouse verstorben. Sermones. Lugd. 1503. fol.

8

Johannes Raulin aus Toul und 1415 als Reformator des Benedictinerordens gestorben. (s. meine Lit. Gesch. Bd. II. 2. p. 171.). Sermones de adventu (Lugd. 1519. 4.), Serm. quadragesimales (Paris 1523. 4.), Sermon. de festivitatibus Sanctorum (Paris 1524. 4.) und Itinerarium paradisi complectens sermon. de poenitentia (Vent. 1585. 4.).

9

Vincentus Ferreri aus Valencia † 1416 als Hauptstifter der Geißelfahrten. (s. meine Lit. Gesch. Bd. II. 2. p. 85.). Conciones de tempore et sanctis Ulm. 1475. 8. Venet. 1600. 8.

10

Petrus Bovinus, ein französischer Minorit schrieb: Sermones. Lugd. 1521. 4.

11

Gabriel Barletta aus Aquino (s. meine Lit. Gesch. Bd. II. 2. p. 169.) schrieb Sermones per annum (Venet. 1470. Hagen. 1518. 8.)

12

Ueber ihn s. meine Lit. Gesch. Bd. II. 2. p. 470.

13

Ueber ihn s. Fabric. Bibl. Med. Lat. T. VI. p. 694. sq. Liber qui inscribitur bonum universale de proprietatibus apum s.l. et a. fol. Duaci 1597. 1605. 8.

14

Speculum exemplorum ex diversis libris in unum laboriose collectum. Daventr. 1481. fol. Hagen. 1509. fol. s. Ebert Bd. II. nr. 21588. Freytag Anal. litt. p. 885. sq.

15

Dialogus creaturarum optime moralizatus jucundis fabulis plenus et omni materiae morali applicabilis. Goudae 1480. fol. Paris 1510. 8. s. meine Lit. Gesch. Bd. II. 2. p. 714.

16

Des Jacobus a Voragine † 1298. Historia Lombard. oder Legenda aurea. Ueber ihn u.d. Ausg. s. meine Allgem. Lit. Gesch. Bd. II. 2. p. 445. sq. u. Melang. tir. d'une gr. Bibl. T. IV. p. 152. sq.

17

s. darüber Douce T. II. p. 340. sq.

18

s. meine Lit. Gesch. Bd. II. 2. p. 717. sq.

19

s. meine Lit. Gesch. Bd. II. 3. p. 463. sq. Douce T. II. p. 339. sq. 343. sp.

20

s. meine Lit. Gesch. Bd. II. 3. p. 463. sq. Douce T. II. p. 339. sq. 343. sp.

21

s.m. Lit. Gesch. Bd. II. p. 304. 103. 145.

22

s.m. Lit. Gesch. Bd. II. p. 304. 103. 145.

23

Nur scheinbar, denn wenn auch einige Handschr. zu Anfange d.W. Reductorium enthalten, so ist doch dieses Wort vom Ende derselben durch die Abschreiber vorgenommen worden, da es daselbst zuweilen heißt: ex gestis Romanorum recollectorium oder reductorium. Uebrigens findet sich der Titel Gesta Romanorum bereits in den ältesten Hdschr., z.B. in einem Wolfenbüttler Mscr. a.d. 15ten Ihdt. Cod. August. Q. 14. 5. s.a. Montfaucon Bibl. mss. T. I. p. 17. nr. 172.

Quelle:
Gesta Romanorum, das älteste Mährchen- und Legendenbuch des christlichen Mittelalters. 3. Auflage, Unveränderter Neudruck Leipzig: Löffler, Alicke 1905, S. 285-306.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Bjørnson, Bjørnstjerne

Synnöve Solbakken. (Synnøve Solbakken)

Synnöve Solbakken. (Synnøve Solbakken)

Vor dem Hintergrund einer romantisch idyllischen Fabel zeichnet der Autor individuell realistische Figuren, die einerseits Bestandteil jahrhundertealter Tradition und andererseits feinfühlige Persönlichkeiten sind. Die 1857 erschienene Bauernerzählung um die schöne Synnöve und den hitzköpfigen Thorbjörn machte Bjørnson praktisch mit Erscheinen weltberühmt.

70 Seiten, 5.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Biedermeier III. Neun weitere Erzählungen

Geschichten aus dem Biedermeier III. Neun weitere Erzählungen

Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Für den dritten Band hat Michael Holzinger neun weitere Meistererzählungen aus dem Biedermeier zusammengefasst.

444 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon