Die beiden Geschwister.

[338] Es war einmal oder keinmal, auf dieser Welt ist schon sehr viel dagewesen, also es war einmal ein Mann, namens Achmed Aga. Dieser Mann war sehr reich und hatte ausser einer Frau niemanden auf dieser Welt. Er litt an nichts Mangel, nur das eine liess ihn Tag und Nacht keine Ruhe, dass er kein Kind hatte. »Allah hat mir so viel Gut und Geld geschenkt, ich habe mir auch einen guten Namen erworben; ach, wenn mir Allah auch ein Kind geschenkt hätte, würde ich keine Sorgen haben. Nach meinem Tode würde es mein ganzes Vermögen erben und mein Name würde auch immer erwähnt werden,« so sann er in einem fort.

Eines Nachts grübelte er sehr viel und sprach zu seiner Frau: »Wäre es nicht besser, Allah, hätte uns statt des vielen Vermögens lieber darben lassen und uns ein Kind geschenkt?« Der Frau taten diese Worte weh und sie sprach zu ihrem Manne: »Nun gut, ich werde dich selbst verheiraten, da ich dir schon kein Kind zur Welt bringen kann. Vielleicht geht es so in Erfüllung, wonach du dich sehnst.« Als der Mann die traurigen Worte hörte, tat es ihm leid, dass er so gesprochen hatte und legte sich nieder; die Frau aber flehte zu Allah, er möge sie damit erfreuen, wonach sie sich sehnen und legte sich auch zu Bette.[339]

Nachts hatte die Frau einen Traum, sie sässe am Meeresufer und da käme die Seejungfer (deniz kyzy) hervor, in der Hand einen Topf und spräche zu der Frau: »Sage deinem Manne, Allah habe ihm dieses Kismet gegeben; er soll darum kommen und sich's abholen.« Die Frau, es ist ja nur ein Traum, eilt schnurstracks nach Hause und, als wenn sie ihren Mann aus dem Schlafe wecken würde, gibt sie ihm eilends einen Stoss, er soll an's Meeresufer eilen. Der Mann fährt aus dem Schlafe und da er nicht weiss, was es gibt, steht er erschrocken auf, worauf seine Frau auch aufwacht. »Was ist's?« fragt der Mann. »Nichts,« sagt die Frau, »aber du bist so aufgefahren, dass du auch mich aufgeweckt hast.« »Aber du hast mich ja gestossen und darum bin ich erschrocken vom Schlummer erwacht,« sagt der Mann. Da erzählt die Frau, was sie für einen Traum gesehen habe, und zwar einen schönen Traum. »Inschallah, es wird heilbringend sein, erzähle ihn nur,« sagt ihr Mann. Da erzählt ihm freudig die Frau vom Meere, von der Seejungfer, die herausgekommen war, und von ihrer Rede. »Also hast doch du mich aufgeweckt,« sagt er, und damit legen sie sich wieder nieder, doch die Freude der Frau will ihm nicht aus dem Kopfe.

Wie sie Morgens aufwachen, sagt die Frau ihrem Manne, er soll an's Meeresufer gehen, vielleicht war es doch kein eitler Traum. »Aber sei doch keine Törin,« sagt der Mann, »ein Traumgesicht kann einem doch nicht sein Kismet bringen; wenn es Allah uns verleihen will, so findet er auch andere Wege.« Die Frau aber lässt ihm keine Ruhe: »Geh nur hin, das Meer wird dich ja nicht verschlingen. Wenn nun Allah vielleicht uns auf diese Weise glücklich machen will.« Der Mann versinkt in Gedanken und da er den Bitten seiner Frau nicht widerstehen kann, macht er sich auf den Weg, wenigstens macht er einen Spaziergang.

Wie er so am Ufer auf- und abwandelt, sieht er, dass[340] zwischen den Wellen sich etwas langsam rollend dem Ufer nähert. Wie's nun näher kommt, sieht er, dass es ein Topf ist, dessen Öffnung fest verbunden ist. Einesteils fürchtet er sich, anderenteils freut er sich, dass die Worte seiner Frau in Erfüllung gegangen sind. Er nimmt den Topf, sagt ein bismillah und öffnet ihn. Und was sieht er wohl darin! Zwei neugeborene Kinder, einen Knaben und ein Mädchen.

Wie Achmed Aga dies sieht, er war auch sonst ein Kindernarr, weiss er vor Freude kaum wo ein und wo aus und möchte sie gern an sein Herz drücken. Er zieht seinen Hyrka (Mantel) aus, wickelt die Kinder drein, kehrt eilenden Laufes heim und klopft an die Tür. Wie seine Frau aufmacht und die zwei Kinder sieht, wird sie vor lauter Freude beinahe toll, nimmt sie in den Schoss und kann sie nicht genug herzen und küssen. Die Kinder aber werden hungrig und fangen an zu weinen: »Üvej! Üvej!« Da kommen die Frau und ihr Mann zur Besinnung und sehen sich nach einer Amme um. Achmed Aga treibt in ihrer Nähe eine auf, verspricht ihr viel Geld und bringt sie nach Hause. Die Amme steckt eine Brust dem einen Kinde, die andere dem anderen in den Mund und stillt sie so. Den anderen Tag bringt Achmed Aga den Kindern schon zwei Ammen. So wuchsen die Kinder auf.

In einer anderen Stadt war auch ein Mann, der gleichfalls keine Kinder hatte. Da er nun sehr reich war, so kaufte er sich neben seiner Frau auf dem Markte ein Mädchen und machte sie zu seiner Odalyk (Odaliske). Die erste Frau aber ist ihr so neidisch, dass sie sie in einem Löffel Wasser ertränken möchte; doch aus Furcht vor ihrem Manne wagt sie ihr nichts anzutun. Das arme Weib hatte, während der Mann tagsüber abwesend war, von der ersten Frau viel zu leiden und obschon es ihr leid tat, dass sie in dieses Haus verkauft wurde, konnte sie daran nicht mehr helfen; weil nun ihre Milch rein war, klagte sie niemandem und duldete auch die[341] unerträglichsten Worte der anderen Frau. Inzwischen wurde sie schwanger. Wie die andere Frau dies sieht, wird sie ihr gänzlich feind Wir wollen die Geschichte nicht hinziehen; als nun ihre Zeit herankommt, packen sie die Schmerzen und die Zeit der Niederkunft naht. Die andere Frau ist vor lauter Neid ganz von Sinnen und denkt: »Wenn diese jetzt ein Kind zur Welt bringt, wendet sich mein Mann ganz von mir ab und schenkt sein Herz gänzlich der anderen; wenn er dann stirbt, fällt sein ganzes Vermögen ihrem Kinde zu und ich kann auf der Strasse betteln gehen«.

Es war in der Nachbarschaft eine alte Zauberin, zu der geht sie hin und erzählt ihr die Geschichte. Die Alte, die von solchen Sachen lebte, sprach zur Frau: »Meine Tochter, habe keine Angst, das ist eine sehr leichte Sache, nur brauch ich drei-, viertausend Piaster dazu und dann werde ich schon alles in's gleiche bringen.« Die Frau verspricht ihr noch mehr, sie soll in der Angelegenheit nur etwas tun. Die Alte freut sich, dass sie wieder einen Narren gefunden hat und sagt ihr, wenn die Schmerzen der anderen stärker werden, soll sie geholt werden. Damit geht die Frau nach Hause, die Alte aber begibt sich zu der Hebamme und bespricht mit ihr die Sache.

Als am anderen Tage die Wehen der jungen Frau zunahmen, sagt die erste Frau ihrem Manne, dass in der Nähe eine alte Frau wohne, die schon viele Geburten gesehen habe und sich gut darauf verstehe; es wäre gut, sie holen zu lassen. Der Mann, in seiner Freude, dass er ein Kind haben werde, willigt in alles ein und lässt geschwinde die Alte rufen. Die Frau eilt zur alten Zauberin, die schon alles im vorhinein ausgeheckt hat, und nimmt auch die Amme mit, die in ihre Tasche eine tote Schlange tut. Es war sonst niemand im Hause, wie die Zeit der Geburt kommt und die Frau einen Knaben und ein Mädchen zur Welt brachte; die Hebamme deckt die Kinder behende in einen Topf und tut[342] die tote Schlange an ihre Stelle. Man verständigt den Mann, dass seine Frau ein Übel geboren hat. Die Öffnung des Topfes verbinden sie gut und werfen ihn des Nachts in das Meer. Die junge Mutter sah zwar, dass man ihre Kinder in den Topf tut, doch in ihren Schmerzen ist sie damit nicht im klaren und verrät ihr Geheimnis niemandem. Das waren die Kinder, die Achmed Aga gefunden hatte. Wie der Mann der jungen Frau erfährt, was seine Frau geboren hat, wird er darüber ärgerlich und wendet sich von ihr ab; es tut ihm leid, dass er sie gekauft hat, lässt ihr eine alte Feredsche um die Schultern werfen und jagt sie aus dem Hause. Die arme Frau hat niemanden auf dieser Welt und geht bitterlich weinend ihres Weges.

Sie wandert wenig, sie wandert viel, von einem Berg zum andern, bis zum Abend jenes Tages; wie es dunkel wird und sie allein ist, kommt es ihr so vor, als wenn jeder Berg einen anderen Ton von sich gäbe. Furcht ergreift ihr Herz und Tränen steigen ihr auf und als sie wieder an einen Talrand gelangt, weint sie statt Tränen Blut. Hunger und Müdigkeit befallen sie; einerseits Hunger, anderseits Müdigkeit, sie weiss nicht mehr, was mit ihr werden soll. Sie erblickt einen Baum, steigt hinauf, um die Nacht dort zu verbringen und abzuwarten, was ihr Allah weisen wird Dort, auf dem Baume, weint sie vor sich hin und schlummert ein. Wie der Morgen dämmert, steigt sie von dem Baume; vielleicht findet sie einen Reisenden, oder ein Dorf, um einen Bissen Brot zu bekommen.

Eine gute Weile wandert sie wieder so und ist vor Hunger und Erschöpfung so ermattet, dass sie einen Ort sucht, wo sie niedersinken könnte. Da erblickt sie von weitem eine Schafherde und ihre letzten Kräfte zusammenraffend schleppt sie sich zur Herde, weil sie hofft, dass der Schäfer ihr etwas zu essen geben wird. Vor der Herde erblickt sie einen[343] weissbärtigen Schäfer, geht zu ihm und bietet ihm ihren Gruss. Der Schäfer fragt sie, woher sie komme und was sie vorhabe. Das Mädchen bittet ihn um einen Bissen Brot, bevor sie ihm ihr Leid erzähle. Der Schäfer nimmt aus seinem Quersack ein Stück Brot und gibt es ihr. Nachdem das Mädchen gegessen hat und ein wenig zu sich gekommen ist, erzählt sie ihm ihren Kummer und ihre Leiden. Der Schäfer erbarmt sich ihrer und führt sie in seine Hütte; dort war seine Frau, ein Sohn und eine Tochter, und diese nehmen das Mädchen als drittes Kind zu sich.

Zeit vergehe! Zeit verrinne! Das Mädchen lebt so in ihrem Kreise und wenn sie ihre Leiden auch vergessen hat, den Schmerz über den Verlust ihrer Kinder kann sie doch nicht überwinden und weint immerfort um sie. Doch wenden wir uns den Kindern zu, um zu sehen, was mit ihnen geschehen ist. Die sind bei Achmed Aga aufgewachsen und schon acht, neun Jahre alt geworden und gehen in die Schule. Des Knaben Kraft is so gross geworden, dass er es auch mit hundert Menschen aufnimmt. Im Märchen eilt die Zeit geschwind, In ihrem dreizehnten-vierzehnten Jahre spielt der Knabe eines Tages mit seinen Genossen. Die Jungen beneiden ihn um seine Kraft und um seinen Vorzug und sagen ihm: »Geh' weg von uns, du vater- und mutterloser Balg, dich hat Achmed Aga an der Meeresküste gefunden.« Der Jüngling wird auf die Worte traurig, geht weinend nach Hause zu seiner Mutter und klagt ihr, was die Jungen gesagt haben. Die Mutter beruhigt ihn, dass die Jungen gelogen haben.

In derselben Nacht erscheint den Geschwistern im Traume des Schäfers Hütte, wo sich ihre Mutter aufhält. Die Mutter, die dort wohnt, erzählt ihnen, was geschehen war. Wie sie morgens erwachen, erzählen sich die Geschwister ihren Traum und sehen, dass sie beide dasselbe geträumt haben. Daraus erfährt der Jüngling, dass es[344] keine Lüge war, was ihm seine Gespielen gesagt haben. Sofort gehen sie zu ihrem Vater und erzählen ihm ihren Traum. Was kann der gute Mann tun; er gesteht ihnen, dass er sie wirklich am Meere in einem Topfe gefunden hat, und dass er nicht weiss, wer ihre leibliche Mutter ist. Die beiden Geschwister weinen verzweifelt, dass sie hier sind, ihre Mutter aber in einer Hütte lebt. Auf keine Weise kann man sie beruhigen; der Jüngling erklärt endlich, dass er aufbricht, um seine Mutter zu suchen. Seine Schwester lässt er dort, er selbst geht beim Stadttor hinaus und tritt seine Reise an.

Der Jüngling, dessen Heldenmut und Schmerz über seine Mutter sich trafen, eilt so schnell, dass ihn nicht einmal der Flug der Vögel ereilen kann, weil sie ihm im Traume den Ort bezeichnet hat, wo sie sich aufhält. Um unsere Erzählung zu kürzen und niemandem Kopfschmerzen zu verursachen sagen wir, dass der Jüngling an einem Tage fünf Tagereisen hinterlegt, keinen Hunger, keine Furcht verspürt, nur vorwärts dringt. Wie er eines Tages zwischen den Bergen schreitet, kommt ihm ein siebenköpfiger Drache entgegen und, obwohl er die Furcht durchaus nicht kennt, wird er doch betroffen vom Anblicke des Tieres, sogleichen er bisher noch nie gesehen. Der Drache versperrt dem Jüngling den Weg, der Jüngling aber hatte keinerlei Waffe mitgenommen. Wie er den Drachen vor sich sieht, denkt er an seine Mutter und an seine Kraft und tut einen Schrei, dass die Berge und Felsen dröhnen; nimmt einen Stein von der Erde und schleudert ihn mit solcher Gewalt auf den Drachen, dass der, wie er sitzt, rücklings zu Boden fällt. »Wenn du ein Mann bist, so schleudere noch einmal!« sagt der Drache; doch der Jüngling antwortete darauf, dass ihn seine Mutter auch nur einmal geboren habe und geht seiner Wege. Der Drache verendet gleich darauf.

Der Jüngling setzt seinen Weg unverdrossen fort, und wie[345] er so wandert, kommt er zu dem Tale, wo seine Mutter auf dem Baume eine Nacht verbracht hat. Er bleibt stehen, ruht sich am Fusse jenes Baumes aus und hier übermannt ihn vor Müdigkeit der langentbehrte Schlaf. Er mochte eine gute Weile geschlafen haben, da erfährt der Bruder des getöteten Drachen, was geschehen war; bricht auf, um den Feind zu suchen. Seine Schritte machen Berge und Felsen zittern; da führt ihn sein Weg neben dem schlafenden Jüngling vorbei. Da bei jedem Tritte der Boden erdbebenartig erzittert, wacht der Jüngling auf und sieht, dass jetzt ein zweimal so grosses Ungetüm vor ihm steht, als der erste Drache. Er steht auf und tritt dem Drachen entgegen, der so zu sprechen beginnt: »Gewiss bist du jener, der meinen Bruder getötet hat. Jetzt ist an dir die Reihe,« und geht mit schäumendem Maule, feuerspeiend auf den Jüngling los. Der Jüngling, um sich zu retten, packt den Arm des Drachen, tut mit einem Schrei einen solchen Ruck, dass er ihm den Arm ausreisst und ihn dann fortwirft. Der Drache tut darauf den Spruch: »Wer mein Leben genommen hat, dem gehören auch meine Schätze« und kugelt sich wälzend in eine Höhle am Fusse des Berges.

Der Jüngling geht neugierig hin, steckt seinen Kopf bei der Öffnung hinein und erblickt eine Treppe. Sofort betritt er sie und sieht unten den Seraj, wie er noch nie einen gesehen. Der Jüngling geht darin kreuz und quer, tritt in eine Stube und erblickt dort auf einem Thron ein Mädchen sitzen, so schön, dass er sofort mit tausendfacher Liebe für sie entflammt. Das Mädchen ist auch ganz weg von seiner Schönheit, weil sie noch nie solch einen Jüngling gesehen; doch da sie von dem Untergange der Drachen noch nicht weiss, spricht sie aus Furcht vor ihnen: »O weh, wenn die diesen Jüngling erblicken, töten sie uns beide.« Dann fragt sie den Jüngling, der sich schon etwas besonnen hat: »Wie[346] kommst du in diesen Palast, der dem atemlosen Drachen gehört? Wenn dieser jemanden ansieht, so tötet er ihn mit dem blossen Blicke.« Der Jüngling erzählt ihr, dass er beide Drachen getötet habe und bittet sie, mit ihm zu kommen. Der Jüngling wiederholt seine Worte und treibt sie zur Eile an, da er noch etwas anderes zu vollführen hat. »Wenn dem so ist, so gibt es hier sehr viel, was wir mitnehmen können.« Damit durchwandern sie, vorne das Mädchen, hinter ihr der Jüngling, das Seraj und öffnen nacheinander gerade vierzig Zimmer, die alle voll mit verschiedenem Golde, Diamanten und Schätzen sind. Wie der Jüngling dies sieht, sagt er zum Mädchen: »Mein Liebchen, ich habe jetzt etwas wichtiges zu vollführen; wenn ich damit fertig bin, dann kommen wir hieher zurück und nehmen so viel mit, wie uns gefällt.«

Sie gehen ein Stück Weges, da erblicken sie die Schäferhütte, wo sich die Mutter des Jünglings aufhält. Der Jüngling erkennt sie nach dem Traumgesichte, eilt hin und klopft an die Tür. Seine Mutter war eben mit Waschen beschäftigt. Sie öffnet die Tür und wie der Jüngling sie erblickt, eilt er mit dem Rufe »Mütterchen« auf sie zu und fällt ihr um den Hals. Der Frau, obgleich sie ihre Kinder im Traume auch gesehen hatte, schwinden vor der plötzlichen Überraschung und vor Freude die Sinne und sie taumelt. Mit Hilfe der Schäfersfrau wird sie wieder zur Besinnung gebracht und jetzt weinen sie vor Freude und erzählen sich auch alles.

Morgens bricht der Jüngling mit allen auf und sie gehen in das Seraj des Drachen. Auf ihre Pferde und Esel packen sie Gold und Diamanten, soviel nur möglich war, und eilen abwechselnd ruhend und aufbrechend über Berge, wie der Wind, durch Täler, wie das Wasser, schnell vorwärts und kommen nach kurzer Zeit zu Achmed Aga, wo die Schwester des Jünglings geblieben war. Da sie[347] sich erblickten, war ihr Glück vollständig. Dann verlobten sie des Schäfers Sohn mit der Schwester des Jünglings, den Jüngling mit dem Mädchen aus dem Seraj des Drachen; für die Tochter des Schäfers fand sich auch ein anständiger Jüngling und sie feiern vierzig Tage und vierzig Nächte die Hochzeit und leben glücklich bis an ihr seliges Ende.

Quelle:
Kúnos, Ignaz: Türkische Volksmärchen aus Stambul. Leiden: E.J.Brill, (1905), S. 338-348.
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