Aussprache

[154] Aussprache, die Art und Weise, die Laute einer Sprache vernehmbar zu machen. Sie ist bei allen Sprachen je nach dem Wohnort eine mehr oder weniger verschiedene; ja, genau genommen, gibt es nicht zwei Individuen, die ganz die nämliche A. haben. Die sogen. beste oder richtigste A. muß immer erst durch Vereinbarung festgesetzt werden, indem man z. B. die A. der Hauptstadt (z. B. im Französischen die von Paris) oder die auf den Theatern eines Landes üblich gewordene (z. B. in Deutschland) als solche gelten läßt. Übrigens ist die sogen. beste A., gleichwie alle Aussprachen, fortwährenden Veränderungen ausgesetzt. – Über die in der Sprachwissenschaft angenommenen oder vorgeschlagenen Systeme der Aussprachebezeichnung (die sogen. »linguistischen Alphabete«) s. Lautlehre.


Die Ausprachebezeichnung im vorliegenden Werk wendet außer den bekannten Zeichen für Länge und Kürze des Vokals (¯ und ) sowie für den Silbenakzent (´) grundsätzlich nur deutsche Buchstaben an. Sie wurde als Zusatz unmittelbar hinter dem Stichwort (in kleinerer Schrift) immer nur da gegeben, wo eine besondere Schwierigkeit für den Sprachenunkundigen eine solche Beihilfe wünschenswert machte. Handelte es sich lediglich um die Betonung, so wurden (ebenfalls immer nur in schwierigern Fällen) die erwähnten Zeichen (¯ ? ´) auf dem Stichwort selbst angebracht. Nur bei orientalischen, insbes. arabischen Namen wurde der Zirkumflex () angewendet, um zugleich Betonung und Länge des Vokals anzudeuten (z. B. Rahmân). Als besondere Zeichen sind für einige fremdartige Laute zu Hilfe genommen: sch für den Laut des französischen j (z. B. in »Journal«); th für das härtere, stimmlose englische th (in »Bath«); dh für das tönende englische th (in »Sutherland«); ao für den langen, zwischen a und o schwebenden englischen Laut (in »Allston«, »Bradlaugh«).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 154.
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