Eisensäure

[564] Eisensäure H2FeO4 ist im freien Zustande nicht bekannt, ihr Kaliumsalz (Eisenchamäleon) K2FeO4 entsteht beim Glühen von feinstem Eisenpulver mit Salpeter oder mit Kaliumsuperoxyd, beim Verteilen von frisch gefälltem Eisenhydroxyd in Kalilauge und Einleiten von Chlor und beim Durchleiten eines elektrischen Stromes mittels einer gußeisernen Anode durch eine Lösung von Kaliumhydroxyd. Es bildet kleine, dunkelrote, prismatische Kristalle, löst sich mit kirschroter Farbe in Wasser, hält sich in konzentrierter Lösung lange unverändert, zerfällt aber in verdünnter Lösung leicht in Eisenhydroxyd und Sauerstoff, mit Salzsäure in Eisenchlorid und Chlor. Das Baryumsalz BaFeO4 + H2O, durch Fällen der Lösung des Kaliumsalzes mit Baryumchlorid erhalten, ist ziegelrot, unlöslich in Wasser, wird beim Erhitzen wasserfrei und grün, entwickelt bei stärkerm Erhitzen Sauerstoff.

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Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 564.
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