Flechtwerk

[672] Flechtwerk, im Festungs-, Wasser- und Deichbau ein Bekleidungsmittel für Erdböschungen, bestehend aus Pfählen, die mit Reisern durchflochten werden und so eine Wand bilden, durch deren Zwischenräume Erde nicht durchfallen kann. Benutzt man zu den Pfählen und Reisern frisches Weiden- oder Erlenholz, so schlagen sie Wurzeln und bilden dann eine sichere Schutzwand. In Wildbächen hat man F. benutzt, um das Geröll zurückzuhalten und die Wirkung des Wassers abzuschwächen. Bei Flußbauten benutzt man F. als Schlickfänger, die das Wasser beruhigen und dadurch zwingen, Sinkstoffe fallen zu lassen. – In der Baukunst heißen F. die geflechtartigen, das Verknüpfen versinnlichenden Bandornamente auf Säulenbasen, in Friesen und an Kapitellen, Balkenuntersichten etc., insbes. der antiken, normannischen und romanischen Bauten.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 672.
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