Karausche

[615] Karausche (Carassius Nils.), Gattung aus der Ordnung der Edelfische und der Familie der Karpfen (Cyprinidae), karpfenähnliche, breite Fische mit endständigem Maul ohne Bartfäden, vier einreihig gestellten Schlundzähnen und rückwärts gesägtem Knochenstrahl in den Rücken- und Afterflossen. Die Seekarausche (Karutsche, Bauernkarpfen, Barutschel, Gareisl, C. vulgaris Nils., s. Tafel »Teichfischerei«, Fig. 8), bis 40 cm lang und über 1 kg schwer (die Teichkarausche meist nur 10–15 cm), mit sehr stumpfer, engmäuliger Schnauze, sehr breiter Stirn und schwach ausgeschnittener Schwanzflosse, dunkel messinggelb, auf dem Rücken stahlblaugrün, auf den Flossen mit rötlichem Anflug, aber in der Färbung sehr variierend, findet sich in ruhigen, sumpfigen Gewässern des Flachlandes von Mitteleuropa und Mittelasien, gelegentlich auch im Brackwasser, gedeiht auch noch in kleinen Tümpeln und Torflöchern, lebt meist am Grund und nährt sich von kleinen Tieren und verwesenden Pflanzenstoffen, laicht im Mai und Juni an seichten Stellen meist in kleinen Gesellschaften und vermehrt sich sehr stark. Das Weibchen legt bis 300,000 Eier. Durch die Kultur sind zahlreiche Abarten entstanden, von denen eine mit sehr gestrecktem Leib als Giebel (Stein-, Teichkarausche, C. Gibelio) beschrieben wurde; eine andere Varietät ist durchweg goldgelb (Goldkarausche, [615] Goldkarpfen, Goldfisch). Auch erzeugt die K. regelmäßig Blendlinge mit dem Karpfen (Karausch-, Giebelkarpfen). Die K. eignet sich zur Zucht in moderigem Wasser und als Futter für Forellen. Besonders geschätzt ist sie in Rußland, wo sie alle Gewässer der Steppen bevölkert. Ihre Lebenszähigkeit gestattet, sie zu jeder Jahreszeit zu versenden. Zur Gattung K. gehört auch der Goldfisch (s. d.).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 615-616.
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