Ladŏgasee

[32] Ladŏgasee, der größte Landsee Europas, liegt zwischen den russ. Gouvernements St. Petersburg, Olonez und Finnland, ist 208 km lang, 126 km breit und hat einen Flächenraum von 18,129 qkm (329,25 QM.). Er ist sehr fischreich, hat viele Busen, Vorgebirge, Sandbänke, Klippen und im nordwestlichen Teil zahlreiche Inseln, unter denen die wichtigsten Walaam (mit einem berühmten Kloster) und Konewez sind. Die Tiefe ist verschieden, im südlichen Teil 80 bis 100 m, während im nördlichen Teil Stellen von 223 m Tiefe vorkommen. Im Oktober fängt der L. an zuzufrieren und taut erst gegen Mitte Mai wieder auf, wobei er die Ufer in weitem Umkreis überschwemmt. Der L. nimmt über 70 Flüsse auf; die bedeutendsten davon sind im W. der Wuoxen, der Ausfluß des Saimasees, im O. die Tuloma, der Swir, der Abfluß des Onegasees, und die Pascha, im S. der Sjas, die Lawa und der Wolchow, der aus dem Ilmensee kommt. Sein einziger Abfluß ist die Newa. Um die gefährliche Schiffahrt auf dem L. zu umgehen, wurde schon unter Peter d. Gr. 1719–32 am südlichen Ufer zwischen den Städten Schlüsselburg an der Newa und Nowaja Ladoga am Wolchow der Ladogakanal (jetzt Kanal Peters d. Gr. genannt) erbaut, dem sich dann zwischen Wolchow und Sjas der Kanal Katharinas II. und zwischen Sjas und Swir der Kanal Alexanders I. anschlossen. Dieses[32] ältere Kanalsystem hat eine Länge von etwa 168 km. In den 60er Jahren des 19. Jahrh. wurde zwischen dem alten und dem Ladogauser ein zweites Kanalsystem angelegt, das entsprechend den obigen aus den Kanälen Alexanders II., Alexanders III. und der Kaiserin Maria Fedorowna besteht und 162 km Länge hat. Zwischen den Orten Konewez, Walaam, Pitkaranta und St. Petersburg besteht regelmäßige Dampferverbindung.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 32-33.
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