Lentibularĭazeen

[407] Lentibularĭazeen (Fettkrämer, Utrikulariazeen), dikotyle, etwa 250 in der gemäßigten und warmen Zone einheimische Arten umfassende Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Personaten, im Wasser oder auf sumpfigem Boden, auch zwischen Moos epiphytisch wachsende Kräuter, entweder mit rosettenförmig angeordneten, einfachen, grundständigen Blättern oder mit zerstreut stehenden, sein zerteilten, Hohlschläuche tragenden Blättern und meist einfachem Schaft mit einer einzelnen endständigen [407] Blüte oder einer Traube oder Ähre.[408]

Blüte von Utricularia. a Durchschnitt; b geöffneter Fruchtknoten.
Blüte von Utricularia. a Durchschnitt; b geöffneter Fruchtknoten.

[407] Die Blüten (s. Abbildung, S. 407) haben eine zweilippige Blumenkrone mit einer gespornten oder ausgefackten Unterlippe und einer gaumenartigen Einstülpung am Schlund. Nur zwei vordere Staubgefäße gelangen zur Ausbildung. Die beiden zu einem einfächerigen Fruchtknoten mit freier Zentralplacenta (b) verbundenen Fruchtblätter stehen median. Die Kapsel zerreißt entweder unregelmäßig oder zweiklappig; die zahlreichen Samen haben kein Nährgewebe, der Embryo ist gerade. Viele L., wie die Arten von Pinguicula, Utricularia und Genlisea, sind durch eigentümliche Einrichtungen für den Insektenfang eingerichtet (s. Insektenfressende Pflanzen).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 407-409.
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407 | 408 | 409
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