Zone

[988] Zone (griech., »Gürtel«), Teil einer Kugelfläche, der von parallelen Kreisen begrenzt wird; schrumpft der eine dieser Kreise in einen Punkt zusammen, so geht die Z. in eine Kalotte oder Kugelkappe über, worunter man den innerhalb eines Kreises gelegenen Teil der Kugelfläche versteht. In der mathematischen Geographie sind Zonen (Erdgürtel, Erdstriche) Teile der Erdoberfläche, die zwischen zwei Parallelkreisen liegen, und man unterscheidet insbes. fünf Zonen: die heiße Z. zwischen den beiden Wendekreisen (231/2° südl. bis 231/2° nördl. Br.); zwei gemäßigte Zonen, eine nördliche und eine südliche, von einem Wendekreis bis zum Polarkreis derselben Hemisphäre (231/2-661/2° Br.) reichend, und zwei kalte Zonen, die arktische und antarktische, innerhalb der Polarkreise. Die heiße Z. umfaßt etwa 10/25 der ganzen Erdoberfläche, die beiden gemäßigten zusammen betragen 13/25 und die kalten 2/25. An jedem Punkte der heißen Z. steht die Sonne an zwei Tagen mittags im Zenit; am Äquator liegen diese beiden Tage (21. März und 23. Sept.) um 1/2 Jahr auseinander, weiter nach dem Wendekreis hin rücken sie näher zusammen, unter dem Wendekreis fallen sie auf den längsten Tag zusammen. Unter dem Äquator sind Tag und Nacht das ganze Jahr hindurch gleich lang; überhaupt aber ist innerhalb der heißen Z. die Änderung der Tageslänge nur unbedeutend, selbst unter dem Wendekreis beträgt der längste Tag nur 131/2 Stunden. In der gemäßigten Z. steht die Sonne niemals im Zenit; die Änderungen der Tageslänge im Laufe des Jahres werden immer beträchtlicher, je näher man dem Polarkreis kommt; unter diesem beträgt der längste Tag 24 Stunden, und 1/2 Jahr später beträgt die längste Nacht ebenfalls 24 Stunden. Weiter im Innern der kalten Z. wird die Dauer des längsten, sogen. immerwährenden Tages, dem 1/2 Jahr später eine ebenso lange immerwährende Nacht gegenübersteht, immer länger, bis sie am Pol 1/2 Jahr beträgt. Vgl. Erde, S. 907 f., und Klima. Über den Unterschied der Beschattung in den verschiedenen Zonen s. Amphiscii. – In der Geologie sind Zonen Unterabteilungen der Formationen, und zwar im Gegensatz zu den Stufen, bei deren Unterscheidung das petrographische Element mit berücksichtigt wird, von rein paläontologischem Gesichtspunkt aus und nach einem hervorragenden Leitfossil benannt. So teilt beispielsweise Oppel die Juraformation in 34 Zonen, von denen 15 auf den Lias, 8 auf den Dogger und 11 auf den Malm entfallen, und bezeichnet sie nach den in der betreffenden Z. ausschließlich oder doch vorwaltend auftretenden Ammonitenspezies. Vgl. Geologische Formation. – In der Kristallographie versteht man unter Z. einen Komplex von Flächen, die sich in parallelen Kanten schneiden.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 20. Leipzig 1909, S. 988.
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