Nachtschrecken

[366] Nachtschrecken (Pavor nocturnus), krankhafter Zustand bei geistig regsamen Kindern, gekennzeichnet durch schreckhaftes Aufschreien im Schlaf auf Grund lebhafter Träume. Beim Aufwachen ist noch kein klares Bewußtsein vorhanden, so daß unter Zucken und Zittern Handlungen begangen werden, als ob es sich um die Abwehr wirklicher Gefahr handle. Mit dem vollen Erwachen ist der Anfall beseitigt; es folgt starkes Gähnen, zuweilen Schweißausbruch. Der Zustand kann sich in einer Nacht wiederholen, zuveilen auch in spätern Jahren wieder auftauchen. Die Prognose ist günstig. Die Patienten dürfen am Abend wenig essen und müssen für Entleerung des Leibes vor dem Schlafengehen sorgen. In manchen Fällen sind besondere Maßnahmen (Abtragung der Rachenmandel) nötig.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14. Leipzig 1908, S. 366.
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