Römerzüge

[99] Römerzüge heißen die Heerfahrten, die von den deutschen Königen im Mittelalter nach Italien unternommen wurden, um die Herrschaft über Italien anzutreten und in Rom die römische Kaiserkrone zu empfangen. Die Reichsvasallen waren verpflichtet, dabei Heeresfolge zu leisten. Als letzter deutscher König wurde Friedrich III. 1452 in Rom gekrönt, und nach dieser Zeit wurde die Idee des Römerzuges benutzt, um die Einführung einer Reichskriegssteuer, die als Ablösung der Pflicht zur Heeresfolge erschien, von den Reichsständen zu fordern. Vgl. Römermonat.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 99.
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