Rademacher

[548] Rademacher, Johann Gottfried, Mediziner, geb. 4. Aug. 1772 in Hamm, gest. 7. Febr. 1849 in Goch, studierte in Jena und Berlin und leb le seit 1797 in Goch als Arzt. Seine Lehren bezweckten einen[549] vollständigen Umsturz der bisherigen Heilwissenschaft. Die Krankheit ist nach R. ein unerforschliches Ergriffensein des Lebens; sie äußert sich in der Funktionsstörung einzelner Organe; ihr Wesen wird selbst entgegen dem anatomischen Befund allein erkannt durch den Effekt der gegen sie angewandten Mittel. Das Suchen nach spezifischen Heilmitteln für jede Krankheit ist der Angelpunkt der Rademacherschen »Erfahrungsheillehre«, die trotz ihrer völligen Sinnlosigkeit zahlreiche Anhänger gewann. Er schrieb: »Rechtfertigung der von den Gelehrten mißkannten, verstandesrechten Erfahrungsheillehre der alten scheidekünftigen Geheimärzte« (Berl. 1843; 4. Ausg. 1852, 2 Bde.). Vgl. Bergrath, Joh. Georg R., biographische Skizze (Berl. 1850); Jürgensen, Die wissenschaftliche Heilkunde und ihre Widersacher (Leipz. 1877); Oehmen, Johann Gottfried R., seine Erfahrungsheillehre und ihre Geschichte (Bonn 1900).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 548-549.
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548 | 549
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