Rugĭer

[242] Rugĭer (auch Rügen, Rugi), Volk an der Nordküste Germaniens zwischen Oder und Weichsel (s. Karte »Germanien«), schlossen sich dem Gotenbund an und wanderten nach der mittlern Donau aus. Im 5. Jahrh. unterwarfen sich die R. Attila und begleiteten ihn 451 nach Gallien. Nach dessen Tode 453 wieder frei, wohnten sie im heutigen Österreich. Unter König Feletheus (Fava) breiteten sie ihre Herrschaft über Noricum aus, bis jener 487 von Odoaker gefangen genommen wurde. Die Reste des Volkes führte des Feletheus Sohn Friedrich zu den Ostgoten, deren König Theoderich er zu einem Rachekrieg gegen Odoaker aufreizte (488). Die R. siedelten sich 489 mit den Ostgoten in Italien an, ohne sich mit ihnen zu vermischen; ihr Versuch, vor Totilas Erhebung einen eignen König, Erarich, aufzustellen, war von kurzer Dauer. Mit den Ostgoten gingen 553 auch die R. unter.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 242.
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