Tiefenmelder

[531] Tiefenmelder (Schlepplot, Signallot, Unterseeische Schildwache [submarine sentry], Wasserdrache), einnautisches Instrument zur Warnung eines in Fahrt befindlichen Schiffes vor flachem Wasser, wurde 1890 von James erfunden und 1901 in veränderter Form von Sjöstrand hergestellt. Nach Art eines Luftdrachens wird der T. an einer Schleppleine vom Schiff nachgeschleppt und stellt sich dabei in einer von der Länge der Schleppleine abhängigen Wassertiefe ein; bei Schiffsgeschwindigkeiten zwischen 5 und 13 Knoten bleibt die Tiefeneinstellung des Tiefenmelders konstant, für größere Geschwindigkeiten ist der T. nicht verwendbar. Das Lotschen des Tiefenmelders besteht aus zwei dachförmig zusammenstoßenden Brettern von 0,9 m Länge und 7,3 kg Gewicht, an deren Firstkante die Schleppdrahtleine mit einer Hahnepot befestigt ist. Am Vorderende des Lotscheits ist die Hahnepot mit einem Schlipphaken festgehalten, den ein Ausrückhebel beim Aufstoßen auf den Meeresgrund (der eingestellten Tiefe) löst; nun hängt das Scheit nur noch am hintern Arm der Hahnepot, steigt deshalb an die Wasseroberfläche, und gleichzeitig ertönt infolge des verminderten Druckes auf den T. eine Signalglocke an der Trommel, auf welcher der Schleppdraht des Tiefenmelders aufgewickelt ist. Der T. ist auch brauchbar zu Vermessungszwecken beim Aufsuchen unbekannter Untiefen. Da der T. vom Schiff etwa 100 m und mehr nach geschleppt wird, kann er vor steil aus dem Meer aufsteigenden Klippen und Rissen nicht frühzeitig genug warnen.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 531.
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