Verlorner Sohn

[84] Verlorner Sohn, das Gleichnis des Lukas-Evangeliums (Kap. 15, V. 11–32), wurde von den Dichtern vielfach angewendet und ausgeschmückt, vor allem in dramatischer Form. Die ältesten Beispiele sind ein französisches Drama aus der Zeit um 1500, das Spiel des Burkard Waldis (s. d.) von 1527 und der lateinisch geschriebene »Acolastus« des Niederländers Gnaphäus (1529 u. ö.; Neudruck, Berl. 1891), die berühmteste und verbreitetste aller humanistischen Schulkomödien. Vgl. Spengler, Der verlorne Sohn im Drama des 16. Jahrhunderts (Innsbr. 1888).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 20. Leipzig 1909, S. 84.
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