Verschmelzung

[101] Verschmelzung, in der Psychologie die Vereinigung mehrerer gleichzeitig vorhandener gleichartiger oder ungleichartiger Empfindungen oder Vorstellungen zu einem Ganzen, wie sie z. B. bei jedem Akte sinnlicher Wahrnehmung erfolgt. Dabei können die einzelnen Bestandteile in der Gesamtvorstellung deutlich unterscheidbar enthalten sein (z. B. in der Vorstellung eines Dinges die einzelnen Eigenschaften desselben), oder es gewinnt (z. B. in der Vorstellung eines Klanges) ein einzelner (der Grundton) das Übergewicht, während die übrigen (die Obertöne) uns überhaupt nicht für sich zum Bewußtsein kommen, sondern lediglich den Charakter der Gesamtvorstellung (die Klangfarbe) in bestimmter Weise modifizieren, oder aber endlich es resultiert, wie bei den räumlichen Vorstellungen (s. Raumanschauung), aus der V. einer Mehrzahl sinnlicher Empfindungen ein ganz neuer Vorstellungsinhalt.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 20. Leipzig 1909, S. 101.
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