Zur großen Reise

1763–1766

[63] Beschreibung der Handschrift


Die Seiten 1–11 und 26 nebst 4 unbeschriebenen Seiten bilden ein loses Heft von 16 Seiten (23,3×18 cm).

Die Seiten 12–19 bilden ein zweites loses Heftchen von 8 Seiten (19×14,5 cm).

Die Seiten 20–25 nebst 5 unbeschriebenen Seiten bilden ein drittes Heft von 12 Seiten (19,6×15,3 cm), deren 11. Seite folgenden Inhalt hat:


Shakespear, Merchant of Venise.

Act: V. Scene 1.


The Poet


Did feign that Orpheus drew trees, stones and floods,

Since nought so stockish. hard and full of rage.

But musick for the time doth change bis nature.

The man that hath no Musick in himself

Nor is not mov'd with concord of sweet sounds,

Is fit for treasons, stratagems, and spoils;

The motione of his spirit are dull as night,

And his affections dark as Erebus:

Let no such man be trusted.


[Deutsch: Drum lehrt der Dichter.


Gelenkt hab' Orpheus Bäume, Felsen, Fluten

Weil nichts so stöckisch, hart und voll von Wut,

Das nicht Musik auf eine Zeit verwandelt.

Der Mann, der nicht Musik hat in ihm selbst.

Den nicht die Eintracht süßer Töne rührt.

Taugt zu Verrat, zu Räuberei und Tücken;

Die Regung seines Sinns ist dumpf wie Nacht,

Sein Trachten düster wie der Erebos.

Trau keinem solchen!]


Blatt 27 (23,3×18 cm, Rückseite unbeschrieben) ist ein Bruchstück der Italienischen Aufzeichnungen. (Vgl. S. 54 ff)

Den Pariser Blättern liegt ein »Merkzettel« (S. 48) bei, Größe: 19×10 cm; vermutlich geschrieben von Leopold i.J. 1777. (Vgl. Mozart-Briefe III, 343–345.)


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 1 (und S. 22)


Wasserburg:

Vgl. dazu Mozart-Briefe IV. 202 ff.


München:

Tomasini: Ludovico Tomasini (1741–1808), aus Pesaro, erst Kammerdiener (wie Leopold Mozart), dann Violinist, seit 1802 Konzertmeister, immer im Dienst des Fürsten Paul Esterhazy. Befreundet mit Josef Haydn. (Erwähnt bei St. Foix II, 58.)

Wahler: Johann Georg W. auf dem Römerberg. Frankfurt.

v. Hopffgarten und v. Bose: zwei junge sächsische Edelleute, auf ihrer Kavaliersreise begriffen.

Lotter: Johann Jakob Lotter, Buchdrucker und Musikverleger in Augsburg. Bei ihm ist Leopold Mozarts »Violinschule« (1756) erschienen.

Stein: Georg Andreas Stein (1728–1792), ehedem weltbekannter Orgel- und Klavierbauer in Augsburg.

Leopold kaufte damals ein Klavier bei ihm.

Gingeoux: vermutlich einer der Gehilfen Steins.

[64] Haydn: welcher der beiden Haydn gerade damals in Augsburg (Instrumentenkauf?) war, ist nicht zu ermitteln, vermutlich Josef Haydn, seit 1761 Kapellmeister des Fürsten Paul Esterhazy in Eisenstadt (in Ungarn).

Seifert: Johann Gottfried Seifert (auch Seyfert, Seiffert), 1731–1772. Augsburger. Schulkamerad

Leopolds: seit 1766 Kantor in seiner Vaterstadt. Komponierte Ouvertüren, Messen, Klavierstücke, Singspiele.

Streele: vielleicht der (geschäftlich in Augsburg anwesende?) schwedische Orgelbauer Straehle (1720 bis 1765). geb. in Matebo, auch Komponist. (Oder ein Sohn von ihm?)

Nardini: Pietro (1722–1793). Violinist, seit 1763 im Stuttgarter Hoforchester; Schüler von Giuseppe Tartini (1692–1770), Kapellmeister von San Antonio in Padua, dem größten Violinisten seiner Zeit.


Ulm:

Obladen: Peter O. (Erwähnt Mozart-Briefe III. 218.)


Ludwigsburg:

Jomelli: Niccolo J. (1714–1774), seit 1753 Kapellmeister in Stuttgart. (Vgl. Hermann Abert, Jomelli, Halle 1908.)

Santi: Pietro S., Kontraaltist. (Vgl. Abert. Jomelli S. 73 ff.) War 1763 und 1764 am Stuttgarter Opernhause.


Bruchsal:

Hofmaler Treu: Es gibt zwei Hofmaler. Johann Nikolaus Treu (1734–1768) und Joseph Christoph Treu (1739–1798), beides Bamberger; ersterer Hofmaler in Würzburg, der zweite in Köln und Bamberg.


Schwetzingen:

Wendling, Johann Baptist (1720–1797), Flötist der Mannheimer Kapelle. Wendling, Dorothea, geb. Spurni, dessen Frau, Primadonna der Mannheimer Oper.

Wendling, Auguste, beider Tochter (geb. 1757).

Wendling. Franz Anton, Bruder des J.B.W., Violinist, seit 1747 in der Mannheimer Kapelle.

Wendling, Elisabeth, geb. Sarselli, dessen Frau, Sängerin.

Sarselli: Peter S., Tenor.

Toeschi: Carlo Giuseppe T. (? 1724–1788), Violinist, dann auch Konzertmeister in Mannheim, und Giovanni Battista T. (geb. in Mannheim um 1740, gest. 1800), Konzertmeister.

Ritschel: Johann (Giovanni) R., Vizekapellmeister. Schrieb vor allem geistliche Kompositionen. (Erwähnt: Mozart-Briefe III, 291; IV, 95.)

Fränzel: Ignaz Fr. (1736–1811), Violinvirtuos der Mannheimer Kapelle. Gerühmt von Wilhelm Heinse (Werke. Inselausgabe IX. 299) und von David Schubart (S. 144).

Quallenberg: Michael Qualenberg (? Qualemberg), Klarinettist, um 1776 in der Mannheimer Kapelle.

Cannabich: Christian C. (? 1731–1798), der Mannheimer Konzertmeister. (In den Mozart-Briefen viel erwähnt.)[65]


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 2 (und S. 23)


Mannheim:

Holzbauer: Ignaz H. (1711–1794), der Kapellmeister in Mannheim, ein Wiener.

Czart: Georg Tzarth (1708–1778), ein Böhme, seit 1758 in Mannheim, angesehener Violinist und Violinkomponist.


Mainz:

Kanonikus (Chorherr) Stark: erwähnt auch Mozart-Briefe III, 259: IV. 309. Ursprünger: Franziska U., Primadonna. Erwähnt von Leopold im Briefe v. 20. 11. 1777 (Mozart-Briefe III. 259).

Forster: Hofrat Georg Forster (1754–1794); über ihn: H. Klein, »Georg Forster in Mainz«, Gotha 1868.

Schmidt: erwähnt von Leopold im Briefe v. 27. 8. 1778 (M.-Br. IV. 79): »ein alter Kapellmeister, der nichts mehr tut.« Wohl: Johann Michael Schmidt, geb. in Prag. gest. gegen 1780; wurde 1742 Kapellmeister der Mainzer Kapelle; vordem fürstbischöflicher Kapellmeister zu Augsburg.

Josef Schwachhofer: erwähnt Moz.-Briefe III, 259. (Mizler. Mus.-Bibl. II, 4. S. 123. nennt vier Brüder Schwachhofer im Dienste des Kurfürsten von Mainz.

Hofmaler Brandt: Heinrich Karl Brandt (geb. 1724 in Wien, gest. 1787 in München). Bildnismaler, 1763 am Mainzer Hofe, 1764–1781 in Mannheim, dann mit dem Hofe nach München übergesiedelt.

Amicis: Maria Anna de Amicis(-Buonsolazzi). geb. um 1740, Primadonna bis 1771, dann Konzertsängerin.


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 3 (und S. 24)


Frankfurt a. M.:

Wieland. Christoph (1733–1813), der Dichter. Er hatte damals seine Hauptwerke noch nicht geschrieben.

Bernard und Sarassin. wohl zwei Wirte; erwähnt: Mozart-Briefe III, 251.

Baron Binder (Bender?); erwähnt: Mozart-Briefe III, 46: auch in den Aufzeichnungen von 1770 (S. 17): vielleicht derselbe wie in den Mozart-Briefen II, 213. Ein Freiherr v. Bender, ein junger »reicher Wechsler«, übernahm im Januar 1769 die Verwaltung des deutschen Theaters in Wien an Affligios Stelle, der in Geldnöten war. (Vgl. J.v. Sonnenfels, Briefe über die Wienerische Schaubühne. 1768, Neudruck. Wien 1884, S. IV.)

Organist David Otto (bei den Barfüßern); vgl. Mozart-Briefe III, 50. 70. 250. 251. 266. Otto vertrieb Leopolds Kompositionen.

Leopold Heinrich Pfeil: vgl. Mozart-Briefe III, 258.


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Tafel 4 (und S. 25)


Koblenz:

Consistorial Kopp: erwähnt: Mozart-Briefe IV, 215.


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 6 (und S. 27)


Aachen:

Amalie v. Preußen: die Schwester Friedrichs des Großen (1723–1787), die unverheiratet geblieben ist, da sie ihren Geliebten, den bekannten Friedrich Freiherrn v. Trenck (1726–1794), nicht heiraten konnte. Eine bittere Menschenverächterin wie ihr Bruder, die sich den Teufel um Wunderkinder[66] kümmerte. Leopold Mozart schreibt von ihr (Briefe IV, 216): »Es war die Prinzessin Amalia, des Königs in Preußen Schwester, zwar in Aachen: allein sie hat kein Geld, und ihr Hofstaat sieht der Suite eines Arztes so ähnlich wie ein Tropfen Wassers dem andern.«


Brüssel:

Friedrich Schwindel. Violinist und Komponist, gest. 1786 in Karlsruhe, an vielen Orten tätig gewesen; 1776 in Genf. (Vgl Mozart-Briefe III, 358; Schurig I, 397.)


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 7 (und S. 28)


Brüssel:

Kabinettmaler Kazl: über ihn war nichts zu ermitteln.

Miniaturenmaler Alfen: Eusebius Johann Alphen (geb. 1741 in Wien, gest. 1772 ebenda). Pastell- und Miniaturenmaler. (Erwähnt: Mozart-Briefe I, 34; III, 156.)


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 8 (und S. 29)


Paris:

Eyck: Die Frau des bayrischen Gesandten war eine Tochter des Oberstkämmerers Grafen Arco in Salzburg. Der Gesandte wohnte im Hôtel Beauvais (heute Rue François-Miron Nr. 68).

Eckard: Johann Gottfried Eckardt (um 1735–1809), ein Augsburger, seit 1758 Musiklehrer (Klavierist) in Paris, Komponist, sehr angesehen und geschätzt in Paris. War auch Miniaturenmaler.

Mechel: Christian v. Mechel, Kupferstecher, geb. 1737 in Basel, gest. 1817 in Berlin. Lebte von 1757–1764 in Paris; 1764 in Basel, unternahm dann eine Reise nach Italien und begründete danach eine berühmt gewordene Kunsthandlung (auch Kunstverlag) in Basel. (Vgl. weiterhin: Ikonographie im Anhange, Nr. 5.)

Schobert: Johann Schobert (1735–1767), ein Schlesier, Cembalist und Komponist. Eine Auswahl seiner Werke hat Hugo Riemann wieder herausgegeben (Denkmäler deutscher Tonkunst, Bd. 39). Über Schoberts bedeutsamen Einfluß auf Mozart vgl. St. Foix und Schurig.

Prince Conti au Temple: vgl. Ikonographie im Anhange. Nr. 8. Eine Schilderung des Lebens im Salon des Prinzen Conti: Edmond und Jules Goncourt. Die Frau im 18. Jahrhundert, Leipzig 1905. Bd. I.S. 44 ff.

Grimm: Baron Friedrich Melchior Grimm (1723–1807), seit 1749 in Paris; über seine Beziehungen zu den Mozarts vgl. Schurig I, 108 ff.; I, 463.

Gaviniés: Pierre Gaviniés (1726–1800), hervorragender französischer Geiger. Ehedem weltberühmt war seine sogenannte »Romance de Gaviniés«. (Vgl. auch Mozart-Briefe III, 382.)

Hochbrucker: Christian Hochbrucker (geb. um 1733), Harfenist. Sohn des Augsburger Harfenvirtuosen Hochprugger (1670–1740?). Leopold schreibt 1778: »Er ist, wie Du weißt, ein lustiger Narr, aber seinen Umgang mußt Du meiden, denn er ist wegen seinem liederlichen Leben in dem schlechtesten Ruf, ein grober Kerl und Schuldenmacher«.

Helvétius (1715–1771), der Enzyklopädist.

Madame d'Epinay: (1725–1783), die Freundin Rousseaus.

Baron Bache: gemeint ist der Baron Karl Ernst Bagge, vgl. G. Cucuel in l'Année Musicale 1911. Leopold schreibt 1778 (III. 381): »Ich muß dem Wolfgang eine Abbildung oder eigens eine Schilderung vom Baron Bache oder Bagge (ich weiß selber nicht, wie er sich schreibt) machen. Er ist, soviel[67] ich weiß, ein armer Baron aus Preußen oder den Orten und hat sich in Paris mit einer sehr reichen Hutmacherstochter verheiratet. Nach der Hand sind allerlei Zwistigkeiten zwischen ihnen herausgekommen, und nachdem wir nach Hause zurück sind, so sind die zwei Eheleute in Abscheulichkeiten und solche Prozesse miteinander verfallen, daß, wie ich hörte, die Frau gar in ein Kloster soll sein gesteckt worden. Er ist ein passionierter Liebhaber der Musik. Er hat immer Konzerte in seinem Hause gegeben, und gibt sie vielleicht noch. Dazu hatte er einige Leute, als zwei Waldhornisten (darunter war Heina), zwei Hautboisten, einen Kontrabaß, die er für allezeit bezahlte, ihnen aber wenig gab; sie konnten es aber tun, weil es etwas Beständiges ist. Im Übrigen behalf er sich mit allen den fremden Virtuosen, die alle zu ihm kamen, da sie sich in der fremden Stadt bei ihm Rats erholten und [durch ihn] in weitere Bekanntschaft kommen konnten. Selbst die Pariser Virtuosen kommen öfters hin; einige, wenn sie etwas Neues haben, solches allda probieren können; andre um dort fremde Musikstücke zu hören, weil er sich sehr um neue Musikalien bewirbt; und endlich kommen sie auch dahin, um Gelegenheit zu haben, neue fremde angekommene Virtuosen zu hören.« (Nach Mozart-Briefe IV, 296 hat Bagge im Jahre 1784 Mozart in Wien aufgesucht.)


Mr. du Borde: Jean Pierre Duport (geb. 1741 in Paris, gest. 1818 in Berlin), damals in der Kapelle des Prinzen Conti. Mehrfach in London. Leopold Mozart hängt ihm 1778 (Mozart-Briefe III, 351) die Beurteilung: »ein sehr hochmütiger Violoncellist« an. (Mit Duport ist nicht zu verwechseln: Jean Benjamin de la Borde [1734–1784], Komponist und Theoretiker, ein Schüler Rameaus. Die Anmerkung der Münchner Mozart-Briefausgabe III, 351 ist irreführend.)


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 9 (und S. 30)


Versailles:

Le Roi: Ludwig XV. (1710–1774).

La Reine: Maria Lesczynska (1703–1768), die Tochter des Königs Stanislaus Lesczynski von Polen.

Mdme. la Comtesse de Tessé: Die Goncourt schildern (Bd. I.S. 71 f.): »Der Salon der Madame de Tessé glich seiner Besitzerin. Es herrschte ein vertrackter Ton darin; eine falsche Delikatesse bereitete ihre Kälte darüber. Indessen gingen Prüde in reichlicher Zahl zum Souper hin ... «

Mr. Tournère: Le Tourneur, Hofklavizenist.

Mdme. de Marchais: (1735–1808), die Gegnerin der Frau Necker, stand in intimen Beziehungen zu dem eben genannten Grafen d'Angiviller, der sie später geheiratet hat. Horace Walpole schwärmt von ihrer Anmut und Beredsamkeit.

Mr. Peccari (Beccari): nochmals eingehend erwähnt S. 48.

Mdme. la Marquise de Pompadour (1721–1764): Vgl. über sie: Pierre de Nolhac. Ludwig XV. und die Marquise v. Pompadour. Berlin 1905.

Mr. Burry: Bernard de Bury (geb. um 1720 zu Versailles), maître de chapelle de la Cour; Komponist. (St. Foix I, 165.)

Mr. Molitor: über ihn nichts bekannt. Es gab verschiedene Musiker dieses Namens.

Mr. Harand: Louis André Harane (1738–1805), Musiker in Paris; 1770 erster Violinist der Kgl. Kapelle; 1775 Direktor der Hofmusik der Königin. (St. Foix I, 52 schreibt »Havand [?]« und ist sich über die Persönlichkeit zweifelhaft.)[68]

Mr. Baurschmidt: deutscher Musiker in Paris; Komponist von Quartetten usw.

Mr. Besson, Violinist: über ihn nichts bekannt.

Mr. Pizener, Schweizer: unbestimmbar.

Mr. de Seel: Musiker.

Mr. Bouleron: vielleicht der Pariser Musiker Boulliron, von dem auch nichts weiter bekannt ist.

Mr. Vernon: unbekannt.

Abbé Causargue: Charles Gauzargues, geb. zu Tarascon, gest. um 1799 in Paris; seit 1756 in Paris.

Kapellmeister in der Kgl. Hofkapelle zu Versailles, »ein braver Mann, bei dem wir gespeist haben«, schreibt Leopold 1788 (Mozart-Briefe III, 351). Von ihm: Traîté de composition, Paris 1797.


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Tafel 10 (und S. 31)


(Bemerkung: Versehentlich ist Tafel 10 nach Tafel 11 gesetzt. In der Handschrift folgt also der Text von S. 31 dem von S. 32!)


Paris:

Mademoiselle Delon: bereits erwähnt auf Tafel 7.

Madame Saint-Aubin: vielleicht die Gattin von Gabriel de Saint-Aubin, Zeichner und Kupferstecher in Paris (1724–1780) oder von dem berühmteren Vignettenstecher Augustin de Saint-Aubin (1736–1807).

Mr. le Grand: Legrand. Näheres unbestimmbar.

Mr. de Bourgade: Leopold schreibt (1778): »Mr. de Bourgade, Rue St. Honoré, près la Place Vendôme. Dieser war uns sehr gut, gab uns viel Louisdors, da er uns oft zu seinen kleinen Musiken kommen ließ. Er ist ein fermier [Pächter] gewesen. Er hat Brüder, die uns auch sehr gut waren: einer derselben hatte eine hübsche Frau, die Euch sehr liebte.« (Mozart-Briefe III, 343.)

Mr. Jeliote: Pierre Jélyotte (1711–1782), damals vielgerühmter Hofsänger.

Mr. Mayer (Mayr): Philipp Jakob Meyer (geb. 1737 in Straßburg, gest. 1819 ebenda); damals Harfenist in Paris. 1780 in London.

Mr. Fischer: vermutlich der in den späteren Mozart-Briefen viel genannte Johann Christian Fischer (geb. 1733 in Freiburg i. Br., gest. 1800 in London); sehr geschätzter Oboist und Clavicembalist.

Mr. Henno: Heina. St. Foix zitiert II, 327 ein Klavierstück (Köchel 254), herausgegeben von Mdme. Heina (Paris).

Mr. Duni: Egidio Romoaldo Duni (1709–1775), seit 1757 in Paris: brachte den Franzosen die Komische Oper. Der Abbé Galiani schreibt 1776 von ihm: »der Verkehr mit ihm ist nicht so erquicklich wie seine Opern.«

Mr. Canéfas (richtiger: Canavas): Leopold erzählt (III, 352) von ihm: »Violoncellist, dessen Tochter den Hrn. Cramer geheiratet hatte und in Mannheim gestorben ist.«

Mr. le Duc: Pierre oder Simon Leduc.


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Tafel 11 (und S. 32)


Paris:

Duchesse d'Enville: die Herzogin d'Anville, Frau des Marschall d'Anville, berühmte Wohltäterin der Pariser Gesellschaft von damals.

[69] Duc de Chartres: Am 5. 2. 1778 schreibt Leopold an Wolfgang nach Paris: »Mr. le duc de Chartres, fils de Mgr. le duc d'Orléans, der uns zweimal zu seiner Schwester, der Mademoiselle d'Orléans ins Kloster geführt, bei der Paisible als Knabe Violinspieler war. Die Mademoiselle d'Orléans ist jetzt Madame la duchesse de Bourbon. Sie hat Dir dort eines kleines Klavierstück dediziert.«

Mr. de Sartine: Im eben zitierten Briefe schreibt Leopold (1778): »Mr. de Sartine, damals Lieutenant-Général de Police ist jetzt Erster Minister von der Marine. Seine Frau und er liebten uns sehr. Er erlaubte die beiden Konzerte und gab uns sein Porträt in Kupfer. Sie spielt Klavier.« Antoine Raymond Jean Gualbert Gabriel de Sartine, Graf v. Albi (1729–1810), erst Advokat, 1759–1774 Generalleutnant der Polizei, später Minister als Nachfolger Turgots bis 1784.

Mr. Rosetti: über ihn ist nichts bekannt.

Baron Bagge: s. unter»Bache« auf Tafel 8.

Mr. Schießer: über ihn nichts bekannt.

Mr. Spinelli: über ihn nichts bekannt.

Mr. Vanloo: Charles André Vanloo (1705–1765), der zweite der Söhne des Niederländers Ludwig Vanloo, Professor der Pariser Akademie der Künste. Die Bemerkung »Vanloo est mort« ist von Leopold nach der Rückkehr von London usw. hinzugefügt.

Mr. Mahaut: Antoine Mahaut (Mahout), um 1750 Musikmeister in Amsterdam, seit 1760 in Frankreich; Komponist (Sinfonien, Konzerte, Sonaten).

Mlle. Fel: Marie Fel. Sängerin (1713–1794). Über sie vgl. Prodhomme im IV. Sammelband der Internationalen Musikgesellschaft S. 485.

Mr. Cahaut: Joseph Kohaut (auch Kohault), ein Böhme (?1736–1793), schrieb mehrere Opern für die Comédie italienne. Nochmals genannt S. 48.


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 12 (und S. 33)


London:

Mozarts wohnten im Cecil Court, nahe der Martin's Lane, beim Friseur Couzin. (Vgl. Plan II, London and Westminster improvised, illustrated by plans ..... by John Gwynn, London 1764: Exemplar in der Dresdner Landesbibliothek, Hist. Brit. D. 249.)

La Reine: Charlotte Sophie v. Mecklenburg-Stre litz.

Bach: Johann Christian Bach (1735–1782), geboren in Leipzig, seit 1760 in London.

Abel; Karl Friedrich Abel (1725–1787), geboren in Cöthen. Gambenvirtuos und Komponist, seit 1759 Kammermusikus der Königin in London.

Mingotti: Regina Mingotti (1728–1807), geboren in Neapel, 1760–1767 an der Münchener Oper, leitete in der Saison 1763–1764 die Londoner Oper. (Vgl. Pohl, S. 72 f.)

Vento: Mattia Vento, Komponist, dessen »Leucippo« damals in London aufgeführt wurde.

Graziani: Er kündigte am 9. Mai im »Public Advertiser« für den 17. Mai an: »Concert auf dem Klavier von Master Mozart, einem wahrhaften Wunder der Natur. Er ist erst sieben Jahre alt, spielt alles prima vista und komponiert zum Erstaunen gut. Er hatte die Ehre, sich vor Ihren Majestäten zu deren großer Befriedigung hören zu lassen.« Das Konzert mußte verschoben werden, weil Mozart krank war. Schließlich fand es am 22. Mai 1764 ohne ihn statt.

Giordani: wollte in London eine italienische Oper gründen. (Vgl. Pohl, S. 170.)


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[70] Tafel 13 (und S. 34)


London:

Barthelemon: F. Hippolyte (1741–1808), geboren in Bordeaux, seit 1764 in London,Violinspieler und Komponist. Hat u.a. eine Musik zum Ballett »Les petits riens« von Noverre geschrieben.

Cirri: J. Baptist Cirri, Cellist, der Sohn des Kapellmeisters Ignaz Cirri an der Kathedrale zu Forli, lebte dauernd in London. Cirri wirkte im Mozartschen Konzert am 13. Mai 1764 mit.

Sipruntini (auch Sipurtini): E. Siprutini, Cellist, holländischer Jude, seit 1758 in London.

Zoffany: s. Ikonographie im Anhange. Nr. 6.

Hummel: A. Hummell, Musikverleger in London.

Carraccioli: Dominique Marquis de Caraccioli (1715–1789), neapolitanischer Gesandter in Paris 1771–1784, engbefreundet mit Dalembert, Diderot, Condorcet, dem Abbé Galiani usw.

Austin friars: Augustinermönche.


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 14 (und S. 35)


London:

Kirkman: Jacob Kirkmann, ein Deutscher, gestorben in London 1778. Begründer einer noch bestehenden Klavierfabrik.

Thanet: Graf Thanet, dessen musikliebendes Haus erwähnt von Leopold im Briefe vom 3. 8. 1764 (in den Mozart-Briefen sonderbarerweise nicht abgedruckt!).

Cornelys: Teresa Cornelys, Sängerin, seit 1746 dauernd in London, gestorben 1797. (Über sie: Pohl. S. 167 f.)

Manzuoli: Giovanni Manzuoli, Sopransänger (Kastrat), geboren um 1725 in Florenz: 1764 in London engagiert. Er eröffnete die Saison am 24. November 1764 mit »Ezio«.

Scotti: Signora Scotti. Mezzo-Sopranistin, ebenfalls für die Saison engagiert; eine schöne Frau »mit schwacher, aber biegsamer Stimme«.

Tenducci: Giustino Ferdinando Tenducci, geboren in Siena, Sopransänger (Kastrat), von 1758 bis 1777 dauernd in London. Mozart kommt 1778 in Paris abermals mit ihm zusammen. (Mozart-Briefe I, 246. 248.)

Ciprandi: Tenor.


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Tafel 15 (und S. 36)


London:

Brent: Miß Brent, englische Sängerin, gestorben 1802.

Young: Miß Polly (Mary) Young, heiratete 1766 den bereits (S. 34) erwähnten Violinisten Barthelemon.

Doctor Arne: Dr. Thomas Augustine Arne (1710–1778), geboren und gestorben in London, der Komponist des »Rule Britannia«.

Mazzingi: Paolo Mazzinghi, Violinist in London. (Mozart-Briefe IV. 286.)

Welcker: Musikverleger J. Welker in London.

Lord Shelburne: William Petty Graf Shelburne (1737–1805), englischer Staatsmann, von 1766 bis 1768 im Ministerium Pitt, 1782 nochmals Minister.


Zur großen Reise 1763-1766

[71] Tafel 16 (und S. 37)


London:

Paradies: Pietro Domenico Paradies (1710–1792), Komponist, seit 1746 in London. (Vgl. auch Mozart-Briefe IV. 286.)

George James, Maler: (1725–1775) englischer Bildnismaler, Schüler Canalettos.

Zumpe: Johann Zumpe, ein Deutscher, Klavierbauer.

Franklin: Benjamin Franklin, Erfinder eines neuen Instruments, »Harmonica« genannt. Miß Marianne Davies trat damit 1762 auf und machte dann mit ihrer Schwester Caecilie 1768–1773 eine Reise nach Paris, Wien, Florenz usw.


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 17 (und S. 38)


London:

Tschudi: Burkhard Shudy, Klavierbauer.

Brühl: wohl Karl Graf Brühl (1742–1802), ein Sohn des berühmten Heinrich Grafen Brühl.


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 19 (und S. 40)


Lille:

Rosignol: ein Sänger; erwähnt auch auf Tafel 22 und S. 43.

Leopold schreibt am 19. September 1765: »In Lille überfiel den Wolfgangl ein sehr starker Katarrh, und da dieser nach ein paar Wochen etwas besser wurde, kam die Reihe an mich ...« Die Erwähnung des Hospital général deutet darauf hin, daß Wolfgang im Krankenhause aufgenommen worden ist. Leopold verschweigt dies aus naheliegenden Gründen in seinen Briefen.


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 20 (und S. 41)


Antwerpen:

van den Bosch: (1736–1803), Organist an der Kathedrale. Burney nennt ihn einen fortschrittlichen Menschen.


Im Haag:

Prince d'Orange: Bruder der Prinzessin v. Nassau-Weilburg.

Princesse de Weilburg: ältere Schwester von Wilhelm V.

General Bigot: Jacques Adriaen Isaac Bigot, Obermundschenk am Hofe.

Professeur Weis: ehedem Lehrer des Prinzen Wilhelm V., Professor der Universität Leiden.

York: genannt »Ritter York«, 1752–1777 in Holland, ein Pracht und Kunst liebender gastfreier Mensch.

Isaac und Andreas Pinto: reiche Gelehrte und Kunstfreunde, Brüder. Professor Schwenke: Thomas Schwenke (1693–1767). Chirurg, Anatomiedirektor.


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 21 (und S. 42)


Im Haag:

Graaf: Christian Ernst Graf (später nannte er sich »Graaf«). 1723 geboren in Rudolstadt; um 1759 Komponist am Hofe des Prinzen v. Oranien; später Kapellmeister zu 's Gravenhage. Gestorben um[72] 1802. Er hat sich in vielen Richtungen versucht, zahlreiche Sinfonien, Klavier- und Violin-Sonaten, auch eine Oper geschrieben. Über eine Arie Graafs hat Mozart eine Variation geschrieben (Köchel Nr. 24. Nouveau Classement 31), im Januar 1766 im Haag. (Vgl. Schurig I. 136.)

Selken: ein Kaufmann.

Maggiore: Musiker, der mit Frau und Tochter im Haag und in Amsterdam, wohl auch andernorts Konzerte veranstaltete.

Hummel: Die Firma B. Hummel war in den Jahren 1760–1770 die beste Musikalienhandlung im Haag. Ein zweites Geschäft, J.J. Hummel, war in Amsterdam, wohl dem Hauptsitz der Firma, denn die Ausgaben nennen meist als Druckort Amsterdam.

Schetky: Christoph Schetky, einer der besten Cellisten seiner Zeit, geboren 1740 in Darmstadt, seit 1770 in Edinburg. gestorben 1773. Er war damals vorübergehend im Haag, auf einer seiner häufigen Konzertreisen begriffen.

Fischer. Hautboist aus Dresden: befand sich auf der Durchreise nach London. Bereits genannt in den Erläuterungen zu Tafel 10.

Prinz v. Nassau-Usingen: deutscher Offizier in holländischen Diensten, einer der vielen deutschen Kondottieri jener Zeit.

Zingoni: Giovanni Battista Zingoni, Komponist.

Ricci: Pasquale Ricci, Kapellmeister am Dom zu Como. Von ihm verschiedene Instrumental-Kompositionen sowie theoretische Bücher über Harmonielehre und Klavierspiel. Leopold nennt ihn in gewohnter Hämischkeit (Mozart-Briefe III, 358) einen »Halbkomponisten«.

Mlle. Vossol: die Tochter des holländischen Obersten Vossol.

Mlle. Hennenoort: Sara Luise du Perget van Assendelft.

Baron Laray und Sohn: zwei politische Persönlichkeiten.


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 22 (und S. 43)


Im Haag:

Aly, der Hundsfott: ein türkischer Wunderdoktor Ali, der damals in den holländischen Städten sein Unwesen trieb. Insbesondere machte er für seinen »Smyrnaer Balsam« die tollste Reklame. Leopold Mozart fiel gern auf solche Quacksalbereien herein.

Rossignol, der Stockfisch: ein andrer Quacksalber, auf musikalischem Gebiet. Sänger »mit seltsamen Gurgeleien«. Er stammte aus Malta. Während des Jahres 1766 gab er im Haag zahlreiche Konzerte, zuletzt zusammen mit italienischen Musikern. Bereits genannt S. 40 und 72. Gundlach: oder Grundlach, Mitglied der Hofkapelle im Haag.

Gauthier: Musiklehrer der Prinzen und Pagen im Haag.

Spangenberg: Musikalienhändler im Haag, auch Komponist.

Spandau: Hofmusiker, bis 1772 in Holland. Burney lobt ihn sehr; Daniel Schubart nennt ihn den ersten Hornisten seiner Zeit.

Weber: Christian Weber, wohnte damals im Haag. »Pantalon«, ein Musikinstrument das von Pantaleon Hebenstreit verbesserte Hackbrett, Vorläufer des modernen Klaviers.

[73] Eckardt: Walter Eckardt, Generalmajor der Kavallerie. Sein Vater war Generalverwalter der Domänen des Prinzen v. Oranien in der Baronie Breda.

Bentinck: Wilhelm Graf Bentinck (1704–1773), einflußreicher holländischer Staatsmann. Sein Sohn Christian Friedrich Anton Graf Bentinck (1734–1768) war Kastellan von Werden und vom Rheinland.

Perponcher: Jakob Arend Baron de Perponcher-Sedlnitzky, Ratsherr zu Amsterdam.


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 24 (und S. 45)


Amsterdam:

Magalli: italienischer Sänger, der sich häufig in Amsterdam hören ließ, oft im Verein mit Maggiore und dessen Tochter, auch mit Madame Mellini, Mlle. Fiorentini u.a. Lebte wohl seit 1760 dauernd dort.

Sarti: Madame Sarti. In welchem Zusammenhang mit Giuseppe Sarti (1729–1802), dem Opernkomponisten, ist unbestimmt. Vielleicht seine Frau. Mozart schreibt 1784 (Mozart-Briefe II, 258 f.): »Maestro Sarti ist ein rechtschaffener braver Mann! Ich habe ihm sehr viel gespielt, endlich auch Variationen auf eine seinige Aria gemacht, woran er sehr viele Freude gehabt hat.«

Reynaud: Jakob Reynaud, verheiratet mit der Tochter von Hendrik de Hey, den Mozart ein paar Zeilen später aufführt.

Donker: erwies den Mozarts in Amsterdam allerlei Dienste. Sie begegneten sich später (1770) in Neapel wieder.

2 Kreuser: Adam Kreusser (1727–1791), Waldhornist und Geiger, Konzertmeister in Amsterdam. Sein jüngerer Bruder: Georg Anton Kreusser, war später Konzertmeister in Mainz (vgl. Mozart-Briefe III, 259; IV, 79); er hat zahlreiche Kompositionen hinterlassen. Letzteren trafen die Mozarts im Sommer 1770 in Bologna (auf der Rückreise von Rom) wieder. (Vgl. Mozart-Briefe III, 82.)

De Haye: Hendrik de Hey, Musiker.

Neri: Pietro Nieri. Tänzer und Ballettkomponist. Seine Frau war die beliebte Tänzerin Girolama Monti, die er 1763 geheiratet hatte. Sie war auch eine gute Sängerin. Ein Bild von ihr bei Scheurleer, Musiekleven II. 325.

Feriera: Pereira oder Texiera, ebenso Capadocci und Suasso sind reiche kunstliebende Patrizierfamilien.


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 25 (und S. 46)


Dijon:

Président de Brosses: Charles de Brosses (1709–1777), bekannt durch seine »Lettres familières, écrites d'Italie en 1739 et 1740«. erschienen 1799; beste Ausgabe: von Romain Colomb, Paris bei Perrin & Cie., 1904 (2 Bände); neuerdings auch deutsch bei Georg Müller in München. De Brosses war ein großer Musikfreund, hatte mit Hasse, Tartini, Leo in persönlichen Beziehungen gestanden: hatte auch Dramen Metastasios ins Französische übersetzt.


Zur großen Reise 1763-1766

Tafel 26 (und S. 47)


Paris:

Hannauer: Leontzi Honnauer, seit 1760 in Paris, Klavierkomponist.

Raupach: Hermann Friedrich Raupach (geb. um 1726 in Stralsund), Musiklehrer in Paris, Komponist.

[74] Alphen: bereits in den Erläuterungen zu Tafel 7 erwähnt.

Becke: wohl Johann Baptist Becke, Flötist der Münchner Hofkapelle, viel erwähnt in den Mozart-Briefen.

Cannabich: vgl. Erläuterung zur Tafel 1.

Philidor: François André Danican Philidor (1726–1795). Komponist und Schachmeister, einer der Nachfolger Dunis (mit Monsigny und Grétry).

Riché: Louis Augustin Richer (1740–1819), französischer Tenorist. Konzertsänger.


Merkblatt (S. 48)


Paris:

Helvétius: bereits erwähnt auf Tafel 8.

Diderot: Denis Diderot (1713–1784).

Dalembert: bereits erwähnt auf Tafel 8.

Jéliote [Jélyotte]: bereits erwähnt auf Tafel 11.

Kahaut [Kohaut]: bereits erwähnt auf Tafel 9.

Voltaire: (1694–1778.) W.A. Mozart hat ihn also persönlich gekannt.

d'Epinay: Madame d'Epinay, bereits erwähnt auf Tafel 8 und S. 29.

Duni: bereits erwähnt auf Tafel 10 und S. 32 sowie 69.

Gaviniés: bereits erwähnt auf Tafel 8.


Erwähnt seien hier aus den Briefen Leopolds einige Persönlichkeiten, die in den Pariser »Reise-Aufzeichnungen« nicht eingetragen sind:

1. der englische Gesandte in Paris Mylord Bedfort (Mozart-Briefe IV, 231) und sein Sohn. Nicht zu verwechseln mit dem reichen Engländer Beckford, den Mozarts mehrfach erwähnen. In den Mozart-Briefen III, 43 heißt es (Neapel, 19. 3. 1770): »Wir fanden Mr. Beckford und Mr. Weis. Bekannte aus England allda« und III, 37 (Rom, 21. 4. 1770): »Wir haben hier erstaunlich viel Engländer angetroffen, u.a. den Mister Beckford [vgl. S. 52], der uns bei der Lady Effingham [genannt auf Tafel 14 und S. 35] in London kannte.«

2. der russische Gesandte in Paris Fürst Gallitzin. (Ebenda IV, 231.) Er war später in Wien. (Mozart-Briefe IV, 274.)

3. Karl Wilhelm Ferdinand. Erbprinz v. Braunschweig, in Paris (IV, 257), der »Braunschweigische Achill«, wie ihn Winckelmann einmal nennt.

Quelle:
Leopold Mozart: Reiseaufzeichnungen 1763–1771. Dresden 1920, S. 63-75.
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