1. Sippe: Seejungfern, Agrioninen

[512] Die Wellen eines sanft dahingleitenden Baches spielen mit den Stengeln der ihn umzäunenden Wassergräser und schlanker, über alle anderen hervorragender Schilfhalme, daß sie auch ohne den geringsten Windhauch leise flüstern. Ein steinernes Thor läßt jenem den Weg unter dem Eisenbahndamme offen, welcher wie eine Mauer die Gegend durchschneidet; Kühlung verbreitend, tritt er heraus und verfolgt geräuschlos seine Bahn, abwechselnd zwischen bunten Wiesenstreifen und gesegneten Fluren dahinfließend. Ein vereinzeltes Weidenbüschchen, kräftiger Graswuchs, hier und da ein rother Teppich der gedrängt blühenden Wasserminze oder ein Strauß des schlanken Blutkrautes bezeichnen die Schlangenwindungen seines schmalen Pfades. Lustiges Insektenvolk zieht ihm nach und umschwirrt seine blumenreichen Ufer. Das Schilf, der Weidenbusch, das Gemäuer des Brückenbogens hier an diesem Bache oder eine stehende Lache mitten in einer Wiese, das sind die traulichen Plätzchen, wo sich die schlanken blauen oder grünen, metallisch glänzenden Seejungfern vom Juli ab gern aufhalten. Schwankenden Fluges, mehr flatternd, schweben sie von Stengel zu Stengel, wiegen sich auf diesem Blatte oder klammern sich an jenem fest, wenn ihnen das erste nicht gefiel, immer die Flügel, gleich den Tagschmetterlingen, hoch haltend. Sie scheinen nur zur Kurzweil ihre trägen Umflüge zu halten, ohne Nebenzweck, versäumen indeß nicht, verstohlenerweise hier ein Mückchen, dort eine Fliege wegzuschnappen und ungesäumt zu verspeisen. So treibt es die eine Sippe der gleich näher zu betrachtenden Thiere, andere, durchschnittlich größere, können wir in ihrer vollen Wildheit an offenen Stellen des Waldes beobachten, wenn die [512] Gewitterschwüle in der Atmosphäre unserer beklommenen Brust das Athmen fast verbietet. Je mehr wir uns gedrückt fühlen, desto ungebundener und freier schwirrt an unseren Ohren jeden Augenblick ein schlanker Kerf in wildem Fluge vorbei: die allbekannten Wasserjungfern, welchen Namen wir Deutsche den Franzosen nachgebildet haben mögen, welche, immer galant, die Thiere »Demoiselles« nennen. Ihre Bewegungen sind leicht und gewandt, ihre Kleidung ist seidenartig glänzend, bunt und mit den feinsten Spitzen besetzt, denn als solche erscheinen ihre Flügel. Aber im Charakter haben sie mit niemand weniger als den Jungfrauen Aehnlichkeit. Wer Okens Naturgeschichte studirt hat, lernte sie unter dem Namen Schillebolde (schillernde Bolde) oder Teufelsnadeln kennen. Der stets praktische Engländer gab ihnen den bezeichnendsten Namen, indem er sie »Drachenfliegen« (Dragon-flies) nannte. Bretschneider heißen sie im Volksmunde in der einen Gegend von Deutschland, Augenstößer oder Himmelspferde in der anderen. Man möchte fast glauben, es ginge besagten Wesen jetzt wie den Katzen mit ihrem elektrischen Felle: die Nähe eines zur Entladung kommenden oder mindestens drohenden Gewitters rufe in ihrem Organismus eine nicht bezwingbare Unruhe hervor. Hier läßt sich eine an einem Baumstamme oder auf dem Wege vor uns nieder; herrlich schillern ihre feinmaschigen, langen Flügel in allen Farben. Im nämlichen Augenblicke fährt sie ebenso wild auf, wie sie sich niedergelassen. Dort stürzt eine wie ein Raubvogel in jähem Schuß aus eine unglückliche Fliege, gönnt sich aber nicht die Ruhe, sie sitzend zu verzehren, sondern verschlingt ihre Mahlzeit im Fluge, zugleich mit den übermäßig großen Augen nach einem neuen Leckerbissen ausschauend. Mehr als einmal ist es mir begegnet, daß eine Wasserjungfer flinker war als ich und den Spanner oder ein anderes Insekt, welches ich auf dem Zuge hatte, mir vor der Nase wegschnappte und mir nur das – – Nachsehen ließ. Manche lieben es, fortwährend im Kreise zu fliegen, besonders über mäßig großen Wasserflächen, wobei sie fangen und wegschnappen, was in ihren Bereich kommt, und ihresgleichen wohl auch durch einige Bisse aus dem Jagdreviere verdrängen. Durch solches und ähnliches Treiben und unermüdliche Flugfertigkeit unterhalten die Libellen fast allerwärts vom Mai bis zum Herbste an warmen Tagen den Spaziergänger, wenn er ihnen anders einige Aufmerksamkeit schenken will, und zwar im kalten Lappland nicht minder wie im heißen Neuholland. Ist es rauh und windig, so sitzen sie fest und lassen sich viel leichter mit den Fingern wegnehmen, als sonst mit den besten, noch so geschickt gehandhabten Fangwerkzeugen erhaschen. In Farbe, Größe, Art des Fluges und dem Baue der einzelnen Glieder finden sich bei den verschiedenen Arten mancherlei Abwechselungen, auf die wir nachher zurückkommen werden.

Der große halbkugelige oder querwalzige Kopf steht frei auf einem dünnen Halse, so daß er sich nach allen Seiten hinwenden und hierdurch das an sich durch große Oberfläche der Augenweite Gesichtsfeld jeden Augenblick ändern kann. Außer den Augen sind die Mundtheile vorzugsweise ausgebildet und kräftig, eine nothwendige Bedingung für die Räubernatur der geharnischten Amazonen. Die breiten Kinnbacken, mit vielen ungleichen, aber scharfen Zähnen bewaffnet, bilden eine kräftige Zange; darunter stehen die beiden kaum halb so breiten, in ein Bündel noch spitzerer Zähne endenden Unterkiefer, am Grunde mit einem eingliederigen Taster versehen; eine gewölbte Unterlippe legt sich beim Schlusse des Mundes mit ihrem Vorderrande so an die Oberlippe, daß jene Mordwerkzeuge vollkommen eingeschlossen werden. Neben den beiden oberen Punktaugen sitzt auf dickem Grundgliede je eine viergliederige, kurze Borste, die leicht zu übersehenden Fühler. Der Mittelleib bietet in der Rückenansicht keine Eigenthümlichkeit, denn der von oben kaum sichtbare erste Ring bleibt bei vielen Kerfen in der Entwickelung gegen die übrigen zurück, und die Weichheit in der Mittellinie der beiden folgenden Ringe findet sich bei vielen Netzflüglern und anderen Kaukerfen gleichfalls; dagegen zeigt die Seitenansicht einen Bau, wie er eben nur dieser Familie eigen ist. Die beiden hinteren Ringe stehen, wie ihre Seitenränder zeigen, außerordentlich schräg, so zwar, daß die Flügel weit nach hinten die Beine weit nach vorn rücken und die Hüften der Hinterbeine noch vor die Einlenkungsstelle der Vorderflügel zu stehen kommen. Die genannten Beine [513] sind die längsten, die Schenkel und Schienen aller vierkantig, nach innen stachelig bewehrt und die Füße dreigliederig. Die ganze Einrichtung ist darauf berechnet, daß die Räuber im Fluge dem thätigen Maule mit den Beinen die Beute bequem andrücken oder wenigstens zum Fraße geeignet vorhalten können; gleichzeitig dürfte diese Form des Mittel- und Hinterbrustringes nöthig sein, um Raum für die tellerförmigen Sehnen zu gewinnen, auf denen das ausdauernde und rasche Flugvermögen beruht. Die Werkzeuge hierzu sind alle vier einander in Größe, Form und dem Verlaufe des zierlichen Maschennetzes beinahe vollkommen gleich; ein Flügelmal läßt sich kurz vor der Spitze fast immer deutlich erkennen. Der elfgliederige Hinterleib, am vorletzten Ringe mit zwei ungegliederten, griffel- oder blattartigen Raifen versehen, die beim Männchen auch zu Zangen werden, dehnt sich auffällig in die Länge, bei den Arten der ersten Sippe fast nadelartig; in Südamerika finden sich solche (Agrion Amalia Burmeisters), wo bei 14,4 Centimeter Körperlänge auf den Hinterleib allein 12,2 Centimeter kommen. Uebrigens bereitet er dem Sammler nicht wenig Kummer, weil seine Farben außerordentlich vergänglich und seine Glieder sehr wenig anhänglich an einander sind.

Höchst eigenthümlich gestalten sich die Liebkosungen der Libellen und ihre Weise, sich zu paaren. Bei den kleineren, breitköpfigen Arten kann infolge ihres gleichmäßigeren, ruhigeren, weniger fahrigen Fluges das Gebaren leichter beobachtet werden; ich entsinne mich wenigstens nicht, es schon bei den rundköpfigen, größeren Arten gesehen zu haben. Wie zwei Fische manchmal in gerader Richtung dicht hinter einander hinschwimmen, so bemerkt man zunächst eine Libelle der anderen auf der Ferse nachfolgend; ihr Flug ist dabei vom gewöhnlichen verschieden, mehr zögernd und ziehend. Voran fliegt das Männchen. Neckisch faßt es jetzt mit den beiden Haltzangen das Weibchen im Genick. Dieses biegt nun auf die ihm schmeichelnde Gunstbezeigung den schlanken Hinterleib nach unten vor und läßt ihn an seiner Spitze von einem doppelten, hakenförmigen Werkzeuge festhalten, welches beim Männchen am Bauche des scheinbar halbirten, etwas blasig geschwollenen zweiten Leibesringes sitzt. Die Umschlingung ist fest und innig, daß sie zunächst so leicht nicht gelöst werden kann. Da beim Männchen die Ausgänge der Hoden im neunten Hinterleibsringe liegen, so muß das zweite vor der Paarung von dort her erst die Samenflüssigkeit beziehen und sich damit anfüllen. Nach der Paarung läßt bei den meisten Arten das Männchen sein Weibchen wieder frei, und dieses tanzt entweder in aufrechter Stellung über dem Wasser, oder schneidet mit seiner kurzen Legröhre Wasserpflanzen an, um seine Eier unterzubringen.

Die Larven der Libellen leben im Wasser und sind in Seen, Teichen und Sümpfen wie fließenden Gewässern für das übrige sich dort anhaltende Geschmeiß dasselbe, was die Haifische den Meerbewohnern: gefürchtete, unersättliche Räuber. Obschon in den allgemeinen Körperumrissen dem vollkommenen Kerfe zu vergleichen, weichen sie doch, abgesehen von den kleineren Augen, längeren Fühlern und dem gedrungeneren Leibe, in zwei Punkten, den Mundtheilen und Athmungswerkzeugen, wesentlich von ihnen ab. Die Unterlippe hat sich zu einem Raubarme, der sogenannten Maske, umgestaltet, wie die nächste Abbildung (b, c, d) wahrnehmen läßt. Beim Vergleiche mit dem Arme bildet der schmale Wurzeltheil, der in der Ruhe hinter der Kehle anliegt, den Oberarm, der breitere, dreieckige, durch ein Scharniergelenk damit verbundene den in der Ruhelage dem ersten angedrückten, unter ihm liegenden Unterarm und die zum Ergreifen der Beute bestimmte Zange die Hand. Weil das Ganze aber an der Stelle der Unterlippe steht, so lassen sich seine Theile auch auf dieses Werkzeug deuten. Der Oberarm wäre das Kinn, der Unterarm entspräche der Zunge und die am Innenrande oder an der Spitze gezähnten beiden Hälften der äußeren, mit den Tastern verwachsenen Laden dem Kiefer. Wenn diese letzteren sich flach ausbreiten, so daß der ganze Apparat in der Ruhelage bloß von unten her den Mund schließt und von oben unsichtbar bleibt, so heißt die Maske eine flache, wie in unserer Abbildung; ihr entgegen steht die Helmmaske, bei welcher die beiden Endhaken mit ihren Zähnen ineinander greifen, sich wölben und in der Ruhe den Mund nicht bloß von unten, sondern auch seitlich und oben bedecken, wie bei den [514] Gattungen Libellula, Cordulia, Epitheca. Wenn die Larve auf Raub ausgeht, so schnellt sie ihre Maske vor, greift damit weit aus und erfaßt mit den Zangen die Beute; indem sie jetzt ihren Fangarm wieder einzieht, führt sie jene nach dem Munde, wo sie mit den Kinnbacken schnell zerkleinert und nachher verschluckt wird. Als Wasserbewohner athmen die Larven durch Kiemen. Bei den einen erscheinen diese äußerlich als drei am Hinterleibsende sitzende, länglich runde Blättchen und heißen Schwanzkiemen; bei den anderen (größeren) Arten bleiben sie äußerlich unsichtbar und werden von der Stelle, an der sie angebracht sind, als Darmkiemen bezeichnet. In den Wänden des Mastdarmes nämlich, welchen zwei dünnere Athmenröhren seiner ganzen Länge nach durchziehen, verlieren sich die beiden Hauptstämme der Luströhren und verzweigen sich in zahlreiche, quere Hautfalten mit seinen Aesten. Am After stehen drei dreikantige, stachelförmige Klappen (s. Fig. a), welche mittels eines starken Muskelapparates das Wasser durch denselben ein- und wieder herauslassen, und es werden auf diese Weise nicht nur die Tracheenkiemen fortwährend vom Wasser umspült, sondern auch gleichzeitig taktmäßige Schwimmbewegungen hervorgebracht. Ich hielt vor einiger Zeit über Winter zahlreiche Libellenlarven in einem Aquarium, welches in einem Fenster stand. Da ereignete es sich gar nicht selten, daß eine Larve einen Wasserstrahl unter ziemlich vernehmbarem Geräusche an die Fensterscheibe spritzte, indem sie ihr Leibesende aus dem Wasser herausreckte.

Die Larven häuten sich mehrere Male und zwar auch dann noch, wenn sie bereits Flügelstumpfe haben; wie lange Zeit sie bis zu ihrer Reife gebrauchen, ist für die verschiedenen Arten noch nicht mit Sicherheit ermittelt, wahrscheinlich erfolgt aber die Gesammtentwickelung in Jahresfrist und die Ueberwinterung durchweg und ganz bestimmt im Larvenzustande. Hagen unterscheidet sechs verschiedene Grundformen der reifen Larven (Nymphen), von denen jedoch nur die der näher zu besprechenden Arten bei diesen Berücksichtigung finden können. Ist nun aber die Larve geneigt, das bisherige Leben im Wasser mit dem vollkommeneren Leben in der Luft zu vertauschen, so kriecht sie an einer Wasserpflanze, einem im Wasser stehenden Pfahle usw. eine Strecke empor, kehrt in ihrer inneren Unruhe, oder vielleicht durch die Witterung bestimmt, unter Umständen nochmals zurück; hat sie sich aber einmal außerhalb des Wassers festgesetzt, so ist der Augenblick ihrer Erlösung auch nicht mehr fern. Die bisher matten Augen werden glänzend und durchsichtig, die Haut an allen Theilen des Körpers wird immer trockener und zerreißt endlich vom Nacken bis vor auf den Kopf. Diese Theile kommen nun zunächst heraus, dann folgen die Beine, welche durch Zurückbiegen der vorderen Körpertheile den obersten Platz einnehmen und lebhaft in der Luft umherfechten, bis endlich durch die Ermattung eine allgemeine Ruhe eintritt. Jetzt beginnt der zweite Akt. Mit einem Rucke erhebt sich der bis dahin herabhängende freie Körpertheil, die Füße setzen sich an den Kopftheil der leer und dadurch hellgewordenen Haut fest, und nun wird der noch verborgene Hinterleib hervorgezogen. So ruht die Neugeborene auf ihrer bis auf den vorderen Längsriß unversehrten letzten Larvenhaut oder der Puppenhülse, wie man diese Ueberreste wohl auch genannt hat. Auf unserem Bilde, »Eierlegen einer Schmaljungfer«, sehen wir im Vordergrunde das Ausschlüpfen einer Libelle dargestellt. Die Flügel sind naß, eingeschrumpft, längs- und querfaltig; allein zusehends glättet sich eine Falte nach der anderen, und in kaum einer halben Stunde hängen sie in ihrer vollen Größe, aneinander gelegt auf der scharfen Kante stehend, ohne allen Halt, aber wie Silber glänzend, längs des Körpers herab. Zwei Stunden vergehen noch, ehe die Luft ihnen alle überflüssige Feuchtigkeit benimmt und mit dem Trocknen die zum Gebrauche nöthige Steifheit verleiht; zur völligen Ausfärbung bedarf es aber noch längerer Zeit. Sind jedoch erst die Flügel trocken, so schwingt sich die »Teufelsnadel« mit ihnen in die Lüfte und beginnt ihr Räuberhandwerk in diesen mit noch größerer Ausdauer und Gewandtheit als bisher in ihrem unvollkommeneren Wasserleben.

Man kennt zur Zeit zwischen tausend und elfhundert Arten, welche über alle Erdtheile verbreitet sind und in den heißen Ländern reichlicher, aber mit nur wenigen Ausnahmen schöner und größer als in den gemäßigten und kalten Erdstrichen vorkommen. Von jener Zahl ernährt Europa ungefähr hundert und darunter solche, die auch anderwärts heimaten, wie beispielsweise Libellula [515] pedemontana in Sibirien, Aeschna juncea in Transkaukasien, Anax Parthenope in Afrika; Anax formosus findet sich von Schweden und dem Uralgebirge an durch ganz Europa und Afrika.

Quelle:
Brehms Thierleben. Allgemeine Kunde des Thierreichs, Neunter Band, Vierte Abtheilung: Wirbellose Thiere, Erster Band: Die Insekten, Tausendfüßler und Spinnen. Leipzig: Verlag des Bibliographischen Instituts, 1884., S. 512-516.
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