V, 29. [383.]

[180] Uçana, Kutsa, Gauriviti, Ridschiçvan, Sohn des Vidathin, die Neuner und Zehner sind mythische Sänger oder Priester, Pipru ein Dämon, vgl. Lied 312.


1.154 Drei Himmelsräume schufen die Aditja's,

gekräftigt durch den Gottesdienst des Menschen,

Die Maruts preisen dich, die reingesinnten,

du Indra bist ihr kunstverständ'ger Barde.

2. Als ihm, dem frohen, zu die Maruts jauchzten,

dem Indra, da vom Safte er getrunken,

Da nahm den Blitz er und erschlug die Schlange,

ergoss die schnellen Wasser, dass sie strömten.

3. O Maruts, Priester, diesen meinen Soma,

den schöngebrauten möge Indra trinken;

Denn Guss und Milch fand Indra da dem Menschen,

erschlug die Schlang', als er vom Saft getrunken.

4. Da stützte Indra sondernd Erd' und Himmel,

verborgen auch erschreckte er das Unthier;

Hinunterschlingend den Verschlinger schlug er

den Dämon fort, der voller Muth ihn anschnob.

5. Da räumten willig dir die Götter alle,

o allgewalt'ger, ein den Trunk des Soma,

Als du der Sonne schnelle, lichte Stuten,

die vorderen dem Lenkross folgen liessest.

6. Als er des Dämons neunundneunzig Schanzen

der starke mit dem Blitz zerbrach auf einmal –

Den Indra preisen auf dem Sitz die Maruts –

so schlug den Himmel er mit lautem Jubel.[180]

7. Und Agni briet in Eil' der Freund dem Freunde

dreihundert Büffel mit der Kraft, die sein ist;

Dazu trank Indra den gepressten Soma,

drei Seen der Menschen aus zur Vritratödtung.

8. Als der dreihundert Büffel Fleisch du assest,

drei Seen Soma's, mächtiger, du austrankst,

Da riefen Heil dem Indra alle Götter,

wie Siegsgesang, da er erschlug die Schlange.

9. Als Uçana und Indra mit den starken,

den raschgetriebnen Rossen ihr ins Haus kamt,

Fuhrst siegreich du mit Kutsa und den Göttern

in gleichem Wagen, schlugst in Flucht den Çuschna.

10. Du rolltest vor das eine Rad der Sonne,

und triebst das andre an zum Heil des Kutsa,

Erschlugst mit Blitz die hässlichen Dämonen,

und strecktest hin in ihrem Haus die Schmäher.

11. Dich kräftigten des Gauriviti Lieder,

Vidathin's Sohne gabst du hin dem Pipru;

Dich schafft' herbei Ridschiçvan sich zum Beistand,

dir Brühen kochend, seinen Soma trankst du.

12. Die Neuner und die Zehner, Soma kelternd,

besingen ihn, den Indra, mit Gesängen;

Den Stall der Kühe auch, den festverschlossnen,

erbrachen sie, die Männer, eifrig wirkend.

13. Wie muss ich jetzt im Geiste dich umwandern,

die Thaten kennend, die du, Mächt'ger, wirktest?

Und was du neues thun noch wirst, o stärkster,

das wollen auch wir preisen bei den Festen.

14. Der, Indra, du dies alles reichlich thatest,

mit Heldenkraft von Haus aus unbezwinglich;

Was kühn, o Blitzer, noch du wirst vollbringen,

darin kann niemand deine Kraftthat hemmen.

15. Nimm Indra an die Bitten, die gethan sind,

die neuen, dir, o stärkster, wir dir weihten,

Wie schöngewebte, schmucke Kleider macht' ich

sie kunstvoll dir, wie Wagen macht der Künstler.

Quelle:
Rig-Veda. 2 Teile, Leipzig 1876, [Nachdruck 1990], Teil 1, S. 180-181.
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