Characĕae

[864] Characĕae (Armleuchtergewächse), 61. Pflanzenfamilie Reichenbachs u. Pflanzenfamilie aus der Kl. der Algen bei Endl., enthält Wasserpflanzen, mit, aus einfachen Röhren gelenkig zusammengesetztem Stamm, od. aus, um eine Mittelröhre längs peripherisch herumliegenden Röhren zusammengesetzten Gliedern, quirlästig, die sogenannte Anthere an den Ästen zwischen kleinen deckblattartigen Zweigen. Der krautartige Stamm ohne Spiralen, verzweigt sich quirlartig od. gabelig, u. überzieht sich im Alter mit einer Kal krindenknospung sternförmig. Die Keimbehälter (Sporangien) an den Ästen bestehen aus einem einzelnen Samen, der mit Stärkemehl dicht angefüllt u. von einer Doppelhülle umgeben ist, die äußere aus mehreren spiralgewundenen Röhrchen bestehend, die oben ein Krönchen bilden. Außerdem haben diese Pflanzen noch kugelförmige zinnoberrothe Scheinfrüchte (Globuli, Antheridia), die mit 8 dreieckigen, strahlig eingeschnittenen platten Zellen umgeben sind, die rothe Kügelchen enthalten, innen aber einen Knäuel farbloser Gliederfäden einschließen, die von einer centralen Röhre ausgehen. Außer Zellensubstanz, Stärkemehl, Pflanzengrün, Chlor etc. sind diese Pflanzen sehr reich an kohlensaurer Kalkerde, welche viele regelmäßig abscheiden. Sie kommen in süßem u. Salzwasser vor, sind interessant, theils wegen der noch unerklärten Bewegung der Spiralfäden in den Scheinfrüchten, theils durch die eigenthümliche Saftbewegung ihrer Zellen, die man Rotation nennt. In jeder Zelle ist nämlich ein einfacher, an der einen Seite aufsteigender, an der andern absteigender Strom sichtbar, der von einer Flüssigkeit gebildet wird, die von dem übrigen Zellenfaste durch Farbe, Schleimigkeit u. Unlöslichkeit im Wasser verschieden ist u. nicht selten die im Zellsaft enthaltenden Stärkemehlkügelchen etc. mit sich fortreißt u. dadurch sichtbarer wird. Ähnliche Saftbewegung zeigen auch die Najaden u. Hydrocharideen. Die Charaeêen werden an manchen Orten als Dünger gebraucht. Gattungen: Nitella u. Chara.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 3. Altenburg 1857, S. 864.
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