Johannisbrod

[20] Johannisbrod (Siliqua dulcis, im N. T. Keration, arabisch Kharnub), längliche, 4–5 Zoll lange, zusammengedrückte, lederartige, braunrothe, innen ein hellbraunes, süßes Mark enthaltende Schoten von Ceratonia siliqua L. (Johannisbrodbaum); in Palästina sonst Speise der Armen u. Schweinefutter u. die Bohnen als kleines Gewicht dienend, wie denn auch der Karat (s.d.) nach den Johannisbrodbohnen genannt ist. Johannes der Täufer soll in der Wüste auch diese Frucht genossen haben (daher der Name). Jetzt wird es in der Levante u. Südeuropa häufig genossen, auch dient es zur Bereitung eines weinartigen Getränkes, die schlechteren Früchte zur Viehfütterung. In Europa officinell als demulcirendes Mittel, Zusatz zu Brustspecies, gegen Sodbrennen etc.; auch Leckerei für Kinder. In neuester Zeit wurde es auch in England als Viehfutter empfohlen u. verwendet; die Samen geben ein Kaffeesurrogat. Neapel u. Sicilien bringen das meiste I. in den Handel; es geht von da nach Genua. Venedig, Triest, Fiume, England u. Holland. Wegen ihres honigsüßen Fleisches hält sich diese Frucht nicht lange, wird vielmehr leicht wurmstichig u. endlich ungenießbar.

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Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 20.
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