Atlaß (2), der

[458] 2. Der Atlaß, des Átlasses, plur. von mehrern Arten, die Átlasse, eine Art besonders seidener Zeuge von ungedreheten Fäden, welche sehr glatt und glänzend und meisten Theils einfärbig ist. In den neuern Zeiten hat man auch wollene und leinene Atlasse erfunden. Bey den Damastwebern wird auch der dunkele Grund auf der rechten Seite des Gewebes Atlaß genannt, dagegen die Blumen auf der linken Seite atlassen erscheinen.

[458] Anm. Der Nahme dieses Zeuges soll aus Pannus attalicus zusammen gezogen seyn. Allein in der Persischen Sprache heißt derselbe gleichfalls Atlaß, und es ist wohl nicht zu glauben, daß die Perser diesen Nahmen von den Europäern sollten entlehnet haben, zumahl da dieser Zeug selbst eine morgenländische Erfindung ist.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 458-459.
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