Āufbruch, der

[480] Der Āufbrúch, des -es, plur. die -brüche. 1. Der Zustand des Aufbrechens, in den Bedeutungen des Neutrius; ohne Plural. 1) Die Öffnung durch Aufbrechen. Der Aufbruch eines Geschwüres. Der Aufbruch der Füße, der Hände. 2) Die Abreise, doch nur von Kriegesheeren und solchen Personen, welche mit einem starken Gefolge reisen. Befehl zum Aufbruche geben. Sich zu dem Aufbruche fertig halten. Den Aufbruch beschleunigen. Wenn wird der Aufbruch geschehen? 2. Die Verrichtung des Aufbrechens in der thätigen Gattung. Der Aufbruch eines Hirsches, bey den Jägern. Ingleichen dasjenige, was man durch das Aufbrechen bekommt. So nennen die Jäger das Geräusch oder Eingeweide des rothen und schwarzen Wildbretes gleichfalls den Aufbruch, weil das Wildbret aufgebrochen werden muß, wenn man dasselbe bekommen will. In der Landwirthschaft einiger Gegenden ist der Aufbruch, ein von neuen bearbeitetes Grundstück, welches zwar vorher angebauet gewesen, aber auf einige Zeit wieder verlassen worden; zum Unterschiede[480] von einem Neubruche, welcher aus einer Wildniß urbar gemacht wird.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 480-481.
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