Ausspeyen

[652] Ausspeyen, verb. irreg. act. S. Speyen, aus dem Munde speyen. 1) Eigentlich. Blut ausspeyen. Ingleichen absolute und in der harten und niedrigen Sprechart, den Speichel auswerfen. Über etwas ausspeyen, aus Verachtung. Vor einem ausspeyen, aus Abscheu. 2) Figürlich. (a) Mit Heftigkeit auswerfen, von sich geben. Der Berg speyt Feuer aus. Er schlug das Raubthier jüngst, daß der beschneyte Riphäus auf mich ausgespien, Raml. (b) Mit Heftigkeit vorbringen, ausstoßen, in verächtlicher Bedeutung. Lästerungen wider jemanden ausspeyen. Gift und Galle ausspeyen, schmähen und toben. (c) Aus seiner Gesellschaft, Verbindung stoßen, gleichfalls mit Verachtung. O speyt ihn aus von euch! daß er die beste Sache


Der besten Bürger nicht durch sich verdächtig mache,

Less.


[652] Anm. Opitz macht von diesem Verbo das sonst ungewöhnliche Substantiv Ausgespey, für Auswurf, indem er das Gold des Glückes Ausgespey nennet.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 652-653.
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